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Zipline sammelt 1,5 Mrd. Dollar ein, umgerechnet 1,3 Mrd. Euro, und kommt auf eine Bewertung von 21,5 Mrd. Dollar. Mit dem Geld baut der Drohnenlieferdienst seine Fertigung in den USA aus, Walmart vereinbart 300 weitere Standorte. Die US-Vorschrift für Drohnenflüge außer Sichtweite steht dagegen noch aus.

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Inhalt 5 Abschnitte
  1. Wofür braucht Zipline 1,3 Mrd. Euro?
  2. Warum zahlen Investoren fast das Dreifache?
  3. Was bremst den Ausbau in den USA?
  4. Was heißt das für Händler in Deutschland?
  5. Mehr Newshunger?

Zipline hat am Donnerstag eine Finanzierungsrunde über umgerechnet 1,3 Mrd. Euro bekanntgegeben, angeführt von den Investoren Paradigm, WCM Investment Management und Layer Global.[1] Im Januar war Zipline laut Bloomberg noch 6,6 Mrd. Euro wert.[2]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Zipline ist nach der Runde 18,7 Mrd. Euro wert, fast dreimal so viel wie im Januar.
  • Walmart und Zipline wollen in einem mehrjährigen Vertrag 300 weitere Standorte in den USA eröffnen.
  • Im Oktober kam die Hälfte der Zipline-Bestellungen nach höchstens 19 Minuten an.
  • Die Endfassung der US-Vorschrift für Drohnenflüge außer Sichtweite ist noch nicht erschienen.

Wofür braucht Zipline 1,3 Mrd. Euro?

Eine Drohne transportiert Geld in ein Sparschwein mit der Aufschrift „Luftfracht“
Zipline erhält Investitionen von Walmart, Uber, Fidelity und J.P. Morgan, um US-Fabriken zu erweitern und ein nationales Liefernetz aufzubauen

Zipline will mit dem Geld seine Fabriken in den USA erweitern und Personal einstellen, um ein landesweites Liefernetz aufzubauen.[1] Wie viel jeder Geldgeber beisteuert, sagt das Unternehmen nicht. Auch Uber ist dabei, dazu unter anderem Fidelity und J.P. Morgan.

Der Händler Walmart hat mit Zipline einen Mehrjahresvertrag über 300 weitere Standorte geschlossen, mit Option auf mehr. Einen Zeitplan nennen beide nicht. Allein im Großraum Dallas-Fort Worth hat der Drohnenlieferdienst in diesem Jahr mehr als eine Million Lieferungen ausgeflogen.

Warum zahlen Investoren fast das Dreifache?

Zipline belegt die Nachfrage mit Zahlen seiner langjährigsten Restaurantpartner: Von März bis Oktober stieg der Anteil der Drohne an ihrem Lieferumsatz von 10,8 auf 34,9 Prozent.[1] Der gesamte Lieferumsatz dieser Restaurants wuchs um 26 Prozent, vier Fünftel des Zuwachses kamen über Zipline. Das Unternehmen spricht von zusätzlichem Geschäft, andere Lieferplattformen hätten keine Bestellungen verloren.

Den Ausschlag gibt der Lieferradius. Nur 5 Prozent der Restaurantbestellungen in den USA werden geliefert, meist an Kunden im Umkreis von wenigen Kilometern, weil längere Fahrten zu teuer und zu langsam werden. Im Oktober kam die Hälfte der Zipline-Bestellungen nach höchstens 19 Minuten an, bei herkömmlichen Lieferdiensten liegt dieser Wert über 30 Minuten.

Zipline baut die Fabriken, bevor die Vorschrift steht. Das größte Risiko ist damit die Behörde, nicht mehr die Technik.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Zipline nach der Finanzierungsrunde
Zahlen aus der Mitteilung vom 5. November 2026
1,3 Mrd. €
neues Kapital für Fertigung und Personal in den USA
300
weitere Walmart-Standorte im neuen Mehrjahresvertrag
19 Minuten
Median von der Bestellung bis zur Lieferung im Oktober
+26 %
Lieferumsatz der langjährigsten Restaurantpartner von März bis Oktober
Bewertung nach der Finanzierungsrunde
Januar 20266,6 Mrd. €
November 202618,7 Mrd. €
Anteil der Drohne am Lieferumsatz der langjährigsten Restaurantpartner
März 202610,8 %
Oktober 202634,9 %

Was bremst den Ausbau in den USA?

Für den flächendeckenden Betrieb fehlt die Vorschrift. Die Luftfahrtbehörde FAA hat ihren Entwurf für Drohnenflüge außer Sichtweite, die Vorschrift Part 108, im August 2025 veröffentlicht.[3] Eine Endfassung ist im US-Amtsblatt Federal Register bis heute nicht erschienen. Bis dahin brauchen die Betreiber Ausnahmegenehmigungen der FAA für ihre Fluggeräte und Einsatzgebiete.

Amazon will seine Lieferdrohnen bis Ende 2026 in knapp 500 US-Städten einsetzen, DoorDash hat sich von der FAA als Luftfahrtunternehmen zulassen lassen. Uber hatte im August angekündigt, mit Zipline eine Million Drohnenlieferungen am Tag zu erreichen, und beteiligt sich jetzt selbst an Zipline.

Was heißt das für Händler in Deutschland?

In der EU gilt seit Januar 2023 der Rechtsrahmen für den U-Space, einen Luftraum für Drohnen mit digitaler Verkehrsführung.[5] Deutschland muss diese Vorgaben laut Deutschem Zentrum für Luft- und Raumfahrt aber erst in nationales Recht überführen und die zuständigen Stellen aufbauen.[4] Ein Liefernetz wie in Dallas-Fort Worth ist hierzulande deshalb vorerst nicht in Sicht.

Händler und Gastronomen können die Zahlen aus Texas trotzdem nutzen. Prüfen Sie, wie viele Bestellungen Sie heute wegen der Entfernung ablehnen und was ein größerer Lieferradius wert wäre. Welche Automatisierung sich schon jetzt rechnet, zeigt unser Überblick Robotik 2026.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. ZiplineZipline Raises $1.5 Billion to Build Nationwide Drone Delivery Network05.11.2026
  2. BloombergDrone Delivery Startup Zipline Hits $7.6 Billion Valuation (20. Januar 2026, hinter Bezahlschranke)
  3. Federal Aviation AdministrationNormalizing Unmanned Aircraft Systems Beyond Visual Line of Sight Operations, Proposed Rule, Dok. 2025-14992, Federal Register07.08.2025
  4. Deutsches Zentrum für Luft- und RaumfahrtU-Space in Deutschland weiterentwickeln28.04.2026
  5. Europäische KommissionDurchführungsverordnung (EU) 2021/664 über einen Rechtsrahmen für den U-Space, EUR-Lex

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