Die IG Metall Nürnberg beziffert den geplanten Stellenabbau bei der Duagon Germany GmbH auf mehr als 150 Arbeitsplätze bis Ende 2027. Zudem sollen Teile der Produktion verlagert und wichtige Abteilungen geschlossen werden.[1] Knorr-Bremse, seit Januar Eigentümer der Duagon-Gruppe, bestätigte am Montag, 2. November, Effizienzmaßnahmen mit Stellenabbau am Standort, nannte aber weder Zahl noch Zeitplan.[1]
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Es handelt sich um eine Ankündigung: Das Unternehmen verhandelt mit dem Betriebsrat, eine Einigung über Interessenausgleich und Sozialplan gibt es nicht. Stand: Freitag, 6. November. Wie viele Menschen Duagon in Nürnberg beschäftigt, nennt keine der Quellen.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Die IG Metall nennt mehr als 150 wegfallende Arbeitsplätze in Nürnberg bis Ende 2027, dazu eine Teilverlagerung der Produktion und die Schließung wichtiger Abteilungen.
- Knorr-Bremse bestätigt den Stellenabbau, nennt aber weder Umfang noch Zeitplan und verweist auf laufende Verhandlungen mit dem Betriebsrat.
- Der Konzern hatte Duagon im September 2025 für rund 500 Millionen Euro gekauft, der Vollzug folgte am 7. Januar 2026.
- Die Gewerkschaft wirft dem Konzern vor, den Beschäftigten bei der Übernahme Sicherheit versprochen zu haben.
Was ist bei Duagon in Nürnberg geplant?

Duagon Germany hat ihren Sitz in Nürnberg und gehört zur Schweizer Duagon-Gruppe, die Embedded-Elektronik, Kommunikations- und Softwarelösungen vor allem für die Bahnindustrie liefert.[2] Die Beschäftigten wurden laut IG Metall in der Woche vor dem 4. November in einer Betriebsversammlung informiert.[1] Betriebsbetreuer Christian Heine spricht von einem „Kahlschlag“, Betriebsratsvorsitzender Michael Roth kündigte an, „um jeden Arbeitsplatz“ zu kämpfen.[1]
Ein Knorr-Bremse-Sprecher sagte gegenüber inFranken.de: „Wir bestätigen, dass geplante Effizienzmaßnahmen auch einen Stellenabbau am Standort vorsehen.“ Zu Umfang und Zeitplan äußere sich das Unternehmen wegen der laufenden Verhandlungen nicht. Nürnberg bleibe ein wichtiger Standort.[1]
Warum baut Knorr-Bremse nach dem Kauf wieder ab?
Knorr-Bremse zahlte für Duagon rund 500 Millionen Euro, zuzüglich einer möglichen Erfolgsprämie. Für 2026 erwartet der Konzern bei Duagon etwa 175 Millionen Euro Umsatz und eine operative Marge von rund 16 Prozent.[2] Der Kaufpreis entspricht damit knapp dem Dreifachen des erwarteten Jahresumsatzes. Ab 2028 rechnet Knorr-Bremse mit jährlichen Synergien von 5 bis 10 Millionen Euro beim Betriebsergebnis.[2] Rechnerisch wären das bei rund 28 Millionen Euro erwartetem Betriebsergebnis ein Fünftel bis gut ein Drittel. Ob der Nürnberger Abbau zu diesen Synergien zählt, sagt der Konzern nicht.
Das Muster ist bei Knorr-Bremse nicht neu. Im Sparprogramm Boost standen laut Verkehrsrundschau im August 2025 bis zu 700 Stellen in Deutschland zur Debatte. Der Konzern selbst nannte damals rund 200 Stellen in München, die höhere Zahl stützt sich auf interne Unterlagen.[3] Abgebaut wurde über Altersteilzeit und Aufhebungsverträge. Ob dieselben Instrumente in Nürnberg gelten, ist offen.
Was bedeutet das für Beschäftigte und die Region?
Eine Verlagerung von Produktion und die Schließung ganzer Abteilungen gelten arbeitsrechtlich als Betriebsänderung. Dann muss der Arbeitgeber mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan verhandeln (§§ 111, 112 BetrVG). Beschäftigte sollten Aufhebungsverträge und Abfindungsangebote erst prüfen, wenn diese Ergebnisse vorliegen. Die Zahl und die Abteilungen liegen bislang nur als Angabe der Gewerkschaft vor.
In der Region fällt Duagon in eine Reihe von Meldungen aus der fränkischen Industrie. Bosch plant in Nürnberg den Abbau von 900 der 1.800 Stellen, Schaeffler will in Deutschland 2.660 Stellen streichen. Für Nürnberger Arbeitgeber, die Elektronik- und Softwareentwickler für die Bahn- und Industrietechnik suchen, ist das eine Gelegenheit, früh Kontakt aufzunehmen.
Quellen
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