Sie legen Dove-Duschgel, Coral-Waschmittel und eine Tüte Knorr-Suppe aufs Kassenband und bezahlen damit dreimal denselben Konzern. Spätestens Mitte 2027 sind es zwei. Unilever gibt sein Lebensmittelgeschäft an den US-Gewürzhersteller McCormick ab, obwohl Foods im ersten Halbjahr 2026 mit 23,3 Prozent die höchste bereinigte operative Marge der vier Geschäftsbereiche erzielte.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenInhalt 12 Abschnitte
- Wer steckt hinter Unilever und wie fing alles an?
- Wie wurde aus Seife und Margarine ein Weltkonzern?
- Wie verdient Unilever tatsächlich sein Geld?
- Wie groß ist die Marktmacht von Unilever?
- Wer ist bei Unilever eigentlich das Produkt?
- Was kostet ein Unilever-Produkt wirklich, und wer trägt die Kosten?
- Wer profitiert und wer zahlt drauf?
- Wie politisch ist Unilever?
- Was könnte Unilever zu Fall bringen?
- Was bedeutet Unilever für deutsche Unternehmer und Verbraucher?
- Glossar: 12 Fachbegriffe von der Abspaltung bis zum Unternehmenswert
- FAQ: Warum trennt sich Unilever von seiner besten Marge?
Unilever kündigte am 3. November an, sich vor Investoren in New York am Folgetag als reiner Anbieter von Körperpflege, Kosmetik und Haushaltsprodukten zu präsentieren, mit sechs regionalen Einheiten, deren Leitung im Januar antritt, und einem neuen Sparziel von 1 Milliarde Euro bis Ende 2029. Sechs Tage zuvor hatte Konzernchef Fernando Fernandez die Mengenprognose für 2026 auf mindestens 3 Prozent angehoben.
Beide Termine führen zu einer Frage, die neben 5,2 Prozent Quartalswachstum leicht untergeht: Was verdient dieser Konzern noch, wenn Eis und Suppe weg sind, und warum soll das ein besseres Geschäft sein? Dollarbeträge sind zum EZB-Referenzkurs vom 5. November 2026 umgerechnet: 1 Euro entspricht 1,1224 US-Dollar.
Das Wichtigste in Kürze
- Unilever setzte 2025 ohne das abgespaltene Eisgeschäft 50,5 Milliarden Euro um und erzielte einen bereinigten Betriebsgewinn von 10,1 Milliarden Euro, das sind 20,0 Prozent Marge.
- McCormick übernimmt Foods mit Knorr und Hellmann’s zu einem Unternehmenswert von 39,9 Milliarden Euro. Unilever erhält rund 14,0 Milliarden Euro in bar, die eigenen Aktionäre und der Konzern halten danach zusammen 65 Prozent des neuen Unternehmens.
- Ohne das abzugebende Foods-Geschäft läge die Marge 2025 nach Rechnung der Redaktion bei rund 19 statt 20,0 Prozent. Unilever tauscht damit Ertrag gegen Wachstum: Foods legte in den ersten neun Monaten 2026 um 0,8 Prozent zu, Home Care um 8,1 Prozent.
- 59 Prozent des Umsatzes stammten 2025 aus Schwellenländern. An Hindustan Unilever, der Tochter in Indien, hält der Konzern 61,9 Prozent und kassiert zusätzlich eine Gebühr von rund 3,45 Prozent des Umsatzes.
- In Deutschland wird das Knorr-Stammwerk in Heilbronn mit dem Abschluss amerikanisch. Im dritten Quartal sanken Unilevers Preise in Europa um 1,3 Prozent, während sie in Asien und Afrika um 4,1 Prozent stiegen.
Fünf Fragen zwischen Kassenband und Kochtopf
1 Welche Seife verkaufte William Lever 1884 als Markenartikel? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
2 Welcher Geschäftsbereich erzielte im ersten Halbjahr 2026 die höchste bereinigte operative Marge? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
3 Wie viel Prozent des Umsatzes bringen die 30 Power Brands? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
4 Wie viel Prozent hält Unilever an Hindustan Unilever? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
5 Welchen Anteil an Magnum behielt Unilever bei der Abspaltung im Dezember 2025? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Wer steckt hinter Unilever und wie fing alles an?
Unilever entstand am 2. September 1929 aus der Fusion der britischen Seifenfirma Lever Brothers mit der niederländischen Margarine Unie. Beide Vorgänger lebten von Fett und vom Markenartikel: Seife und Margarine, abgepackt und unter festem Namen verkauft.
1884 brachte der Lebensmittelhändler William Lever in Nordengland eine Seife auf den Markt, die er in auffälliger Packung und unter einem Namen verkaufte: Sunlight. Das war damals ungewöhnlich, wie Unilevers eigene Chronik festhält. Händler wogen Seife bis dahin oft lose ab, und der Markenartikel begann gerade erst, den Kaufmannsladen zu verändern.
Ab 1886 warb Lever mit Kärtchen in der Packung, auf denen Comics und Kalender standen. Ein Jahr später liefen 450 Tonnen Sunlight pro Woche vom Band. Lever kaufte eine große Fabrik bei Liverpool und baute daneben eine Werkssiedlung: Port Sunlight, bis heute Sitz des Konzernarchivs. Die Beschäftigten wohnten beim Arbeitgeber, mit Wohnungen und Freizeitangeboten auf hohem Niveau.
1890 wurde Lever Brothers zur Kapitalgesellschaft, der Absatz lag bei fast 40.000 Tonnen im Jahr. Vier Jahre später kam Lifebuoy hinzu, eine erschwingliche Karbolseife gegen Keime, die Unilever bis heute verkauft.
Die Fabriken im Ausland folgten, und mit ihnen ein Problem, das den Konzern bis heute begleitet: Seife braucht Pflanzenfett. Lever gründete 1902 eine Plantagenfirma im Pazifik und 1911 die Huileries du Congo Belge im damals belgisch beherrschten Kongo, um sich die Rohstoffe selbst zu sichern. Palmöl blieb ein Streitthema des Konzerns, wie das Kapitel zur Politik zeigt.
Die andere Hälfte des Namens stammt aus Oss in Brabant. Dort handelten die Familien Jurgens und Van den Bergh mit Butter, bis Jurgens 1871 das Patent für Margarine vom Erfinder Mège-Mouriès erwarb. Die Nachbarn zogen nach, die Konkurrenz wurde teuer, und 1908 vereinbarten beide insgeheim, ihre Gewinne zusammenzulegen. 1927 gründeten sie die Margarine Unie.
Lever und die Margarine-Leute wollten sich 1929 zunächst nur darauf einigen, einander bei Seife und Margarine in Ruhe zu lassen. Am Ende fusionierten sie.
Aus dieser Vorgeschichte kam eine Doppelstruktur mit einer britischen und einer niederländischen Muttergesellschaft, die das Firmenlogo noch 1967 mit zwei ineinandergestellten U zeigte.
Wie wurde aus Seife und Margarine ein Weltkonzern?

Unilever wuchs über Jahrzehnte durch Zukäufe zu einem Sammelsurium von rund 1.600 Marken und schrumpft seit 2000 wieder. Heute konzentriert der Konzern sein Geld auf 30 Marken mit 78 Prozent des Umsatzes. 2025 setzte er 50,5 Milliarden Euro um, mit 96.000 Beschäftigten.
Die Wachstumsjahre sind vor allem eine Einkaufsliste: Birds Eye 1946, Lipton International 1971, PG Tips 1984, Calvin Klein Cosmetics und Elizabeth Arden 1989. Dove kam 1957 in den USA als Waschstück mit Feuchtigkeitscreme auf den Markt.
In Indien verschmolzen 1996 Hindustan Lever und Brooke Bond Lipton India zum größten Privatunternehmen des Landes.
In den 1990ern strich Unilever die Zahl seiner Warengruppen von über 50 auf 13, im Jahr 2000 kaufte der Konzern Bestfoods mit Knorr und Hellmann’s, dazu Slim-Fast und Ben & Jerry’s.
Unilever nennt Bestfoods die damals zweitgrößte Übernahme gegen Barzahlung der Geschichte.
Danach folgte das Aufräumen: Bis 2001 sank die Zahl der Marken von 1.600 auf 900, 87 Firmen und Sparten wurden für 6,3 Milliarden Euro verkauft.
- 1871Jurgens erwirbt in den Niederlanden das Patent für Margarine.
- 1884William Lever verkauft in Nordengland die Markenseife Sunlight.
- 1929Lever Brothers und Margarine Unie fusionieren am 2. September zu Unilever.
- 1957Dove kommt in den USA auf den Markt.
- 1971Lipton International macht den Konzern im Teegeschäft groß.
- 1996Hindustan Lever und Brooke Bond Lipton India verschmelzen.
- 2000Bestfoods bringt Knorr und Hellmann’s.
- 2001Die Zahl der Marken sinkt von 1.600 auf 900.
- 2024Verkauf des Russlandgeschäfts an die Arnest-Gruppe.
- 12/2025Abspaltung des Eisgeschäfts, Magnum geht an die Börse.
- 03/2026Vereinbarung über den Zusammenschluss von Foods mit McCormick.
- Mitte 2027Spätester Termin für den Abschluss des McCormick-Geschäfts.
Die Zahl von 400 Marken, die in manchen Porträts kursiert, lässt sich heute nicht mehr belegen: Unilever nennt im Geschäftsbericht 2025 keine Gesamtzahl seiner Marken. Der Bericht nennt eine andere Größe: die Power Brands, also die Kernmarken mit 78 Prozent des Umsatzes. Fernandez bezifferte sie im Februar auf der Branchenkonferenz CAGNY auf 30 Marken, davon 11 mit mehr als 1 Milliarde Euro Umsatz.
Rund 11 Milliarden Euro Umsatz liegen außerhalb dieser Gruppe. Etwa 2 Milliarden davon sollen kurz- bis mittelfristig verkauft werden, die übrigen 9 Milliarden behält Unilever nach den Worten des Konzernchefs als Polster gegen Schwankungen in Schwellenländern.
Die jüngste Runde begann im März 2024 mit der Ankündigung, das Eisgeschäft abzuspalten. Ein Jahr später tauschte Unilever Konzernchef Hein Schumacher aus, sein Finanzchef Fernandez übernahm am 1. März 2025 und beschleunigte den Umbau. Seit Anfang 2025 schloss Unilever zehn Transaktionen ab oder kündigte sie an. Zugekauft wurden die Körperpflegemarken Dr. Squatch und Wild, Minimalist in Indien und zuletzt Grüns. Abgegeben wurden The Vegetarian Butcher, Conimex, Kate Somerville, Graze und das Haushaltsgeschäft in Kolumbien.
Fernandez beschreibt das alte Unilever als einen Verbund lokaler und regionaler Marken, und die Zeiten, in denen der Konzern einzelne Firmen in Kolumbien oder Ägypten kaufte, erklärt er für vorbei.
Der Umbau hat in zwei Jahren die Größenordnung des Konzerns verändert. Im Durchschnitt arbeiteten 2023 noch 128.000 Menschen für Unilever, 2025 waren es einschließlich des Eisgeschäfts bis zur Abspaltung 118.000 und zum Jahresende 96.000.
Der Rückgang geht vor allem auf die Abspaltung, das Sparprogramm und den Verkauf des Russlandgeschäfts 2024 zurück.
Wie verdient Unilever tatsächlich sein Geld?

Unilever verdient sein Geld in vier etwa gleich großen Geschäftsbereichen. Körperpflege und Lebensmittel erzielten 2025 mit je 22,6 Prozent die höchste Marge, Haushalt mit 14,9 Prozent die niedrigste. Ausgerechnet Lebensmittel gehen an McCormick, weil dort das Wachstum fehlt.
Vier Sparten, vier Viertel
Bis 2025 führte Unilever fünf Geschäftsbereiche, seit der Abspaltung des Eisgeschäfts im Dezember sind es vier. Beauty & Wellbeing, also Haarpflege, Hautpflege und Nahrungsergänzung, brachte 2025 einen Umsatz von 12,8 Milliarden Euro. Personal Care mit Deos, Duschgel und Zahnpasta kam auf 13,2 Milliarden, Home Care mit Waschmitteln und Reinigern auf 11,6 Milliarden und Foods auf 12,9 Milliarden Euro.
Der bereinigte Betriebsgewinn verteilt sich anders. Von den 10,1 Milliarden Euro lieferte Personal Care 3,0 Milliarden, Foods 2,9 Milliarden, Beauty & Wellbeing 2,5 Milliarden und Home Care 1,7 Milliarden.
Foods steuerte damit nach Rechnung der Redaktion 29 Prozent zum Gewinn bei, Home Care 17 Prozent.
Der Nettogewinn führt in die Irre: Unilever weist für 2025 insgesamt 10,0 Milliarden Euro aus, darin stecken aber 3,4 Milliarden Euro Buchgewinn aus der Abspaltung des Eisgeschäfts. Aus den fortgeführten Geschäftsbereichen stammen 6,2 Milliarden Euro, das sind gut 12 Prozent des Umsatzes.
Im ersten Halbjahr 2026 lag Foods mit 23,3 Prozent Marge allein vorn, vor Personal Care mit 22,2 Prozent, Beauty & Wellbeing mit 19,5 und Home Care mit 15,8 Prozent.
Beim Wachstum dreht sich die Rangfolge um. In den ersten neun Monaten 2026 wuchs Home Care aus eigener Kraft um 8,1 Prozent, Beauty & Wellbeing um 5,8 Prozent und Personal Care um 5,3 Prozent. Foods schaffte 0,8 Prozent, im dritten Quartal nur noch 0,1 Prozent bei sinkender Menge.
In den USA verlor Hellmann’s an Boden, weil dort Premium-Mayonnaise und Avocado-Sorten am schnellsten wachsen und Unilever in diesen Sorten zu schwach vertreten ist, wie der Konzern einräumt.
Der teure Abschied von der Suppe
McCormick bewertet das abzugebende Foods-Geschäft mit umgerechnet 39,9 Milliarden Euro. Das entspricht dem 3,6-Fachen des Umsatzes und dem 13,8-Fachen des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.
Unilever bekommt umgerechnet rund 14,0 Milliarden Euro in bar, der Rest von 25,9 Milliarden Euro kommt in Aktien.
Am neuen Unternehmen sollen die Unilever-Aktionäre 55,1 Prozent halten, Unilever selbst 9,9 Prozent und die bisherigen McCormick-Aktionäre 35,0 Prozent. Zudem stellt Unilever vier der zwölf Mitglieder im Verwaltungsrat.
Das Lebensmittelgeschäft in Indien, Nepal und Portugal sowie Lipton-Fertigtee und Buavita gehören nicht zum Paket. Das Paket selbst setzte 2025 rund 10,7 Milliarden Euro um und erzielte einen bereinigten Betriebsgewinn von 2,55 Milliarden Euro, eine Marge von 23,8 Prozent nach Rechnung der Redaktion.
Nach Abzug des Pakets von den Konzernzahlen bleiben rund 39,8 Milliarden Euro Umsatz und rund 7,5 Milliarden Euro bereinigter Gewinn. Das ergibt eine Marge von etwa 19 Prozent statt 20,0 Prozent.
Unilever tauscht also einen Prozentpunkt Marge gegen schnelleres Wachstum und mehr Gewicht in den Märkten, die der Konzern für zukunftsträchtig hält. Auf Basis von 2025 steigt laut Mitteilung zum McCormick-Geschäft der Anteil von Beauty, Wellbeing und Personal Care von 51 auf 67 Prozent des Umsatzes, der Anteil der Schwellenländer von 59 auf 62 Prozent und der von USA und Indien zusammen von 33 auf 38 Prozent.
Unilever will außerdem Kosten abbauen, die nach dem Verkauf übrig bleiben: Das neue Sparziel von 1 Milliarde Euro bis Ende 2029 zielt ausdrücklich auch darauf.
Was in keiner Sparte steht
Eine Einnahmequelle taucht in der Konzernrechnung gar nicht auf, weil das Geld innerhalb des Konzerns fließt. Hindustan Unilever zahlt der Muttergesellschaft eine Lizenz- und Dienstleistungsgebühr, die der indische Verwaltungsrat im Januar 2023 von 2,65 auf rund 3,45 Prozent des Umsatzes anhob, in Stufen bis 2025. Die Gebühr gilt für fünf Jahre ab Februar 2023.
Auf den Indien-Umsatz von 6,2 Milliarden Euro im Jahr 2025 gerechnet wären das überschlägig gut 210 Millionen Euro, nach Rechnung der Redaktion. Für die Konzernbilanz ändert das nichts. Wirkung entfaltet die Gebühr bei den Minderheitsaktionären: Unilever hält 61,9 Prozent an Hindustan Unilever, die übrigen 38,1 Prozent bekommen ihren Anteil am Gewinn erst nach der Gebühr.
HUL verwies 2023 auf ein externes Gutachten, das die Konditionen als marktüblich einstufte.
Eine zweite Nebenquelle ist die alte Eissparte. Unilever spaltete am 6. Dezember 2025 rund 80,15 Prozent der Magnum Ice Cream Company an die eigenen Aktionäre ab und behielt 19,85 Prozent. Beim Börsenstart in Amsterdam lag der Börsenwert von Magnum bei 7,93 Milliarden Euro; der Anteil entsprach damit nach Rechnung der Redaktion etwa 1,6 Milliarden Euro. Die Beteiligung soll nach und nach verkauft werden, um die Kosten der Abspaltung zu bezahlen. Vor der Abspaltung überwies Magnum 3 Milliarden Euro an Unilever.
Im April 2026 gingen außerdem der Anteil von 61,9 Prozent an Kwality Wall’s in Indien und die Beteiligung von 55 Prozent am Eisgeschäft in Portugal an Magnum.
Wer mitbezahlt und wo die Größe hilft
Unilever weist keine Produkte aus, die bewusst mit Verlust verkauft werden. Die Zahlen zeigen aber, welcher Bereich den Umbau finanziert hat: Foods lieferte hohe Marge bei zurückhaltendem Marketing. Auf der CAGNY hieß es, 2025 sei die gesamte zusätzliche Marketingsumme in Beauty & Wellbeing und Personal Care geflossen. Fernandez ergänzte, zwei Drittel der gestiegenen Bruttomarge seien in die Marken zurückgegangen, weil Unilever jahrelang zu wenig investiert habe.
Bei PepsiCo bleiben Chips und Cola unter einem Dach, Unilever zieht die Trennung vor.
Skalenvorteile hat Unilever vor allem im Einkauf und in der Werbung. 2025 kaufte der Konzern Rohstoffe, Verpackung und Handelsware für 19,6 Milliarden Euro und gab 8,1 Milliarden Euro für Marken und Marketing aus. Netzwerkeffekte wie bei einer Plattform gibt es hier nicht: Ein zusätzlicher Dove-Käufer macht das Duschgel für den nächsten nicht besser.
Der Konzern will außerdem teurer werden. 42 Prozent des Sortiments liegen nach eigener Einteilung im gehobenen Preissegment, mittelfristig sollen es 50 Prozent sein. Im Beauty-Geschäft entfallen weltweit 17 Prozent auf den Onlinehandel, und Fernandez erwartet, dass KI die Konzentration im Handel noch beschleunigt.
Preis gegen Menge
Die Formel, die Fernandez verkauft, heißt Menge vor Preis. 2025 kam von den 3,5 Prozent Wachstum aus eigener Kraft 1,5 Punkte aus mehr verkaufter Ware und 2,0 Punkte aus höheren Preisen. Im ersten Halbjahr 2026 kehrte sich das um: 4,2 Punkte Menge, 0,6 Punkte Preis.
Im dritten Quartal verschob sich das Verhältnis wieder etwas Richtung Preis: 2,9 Punkte Menge, 2,3 Punkte Preis.
Der Grund steht im Quartalsbericht: gestiegene Rohstoffkosten. Finanzchef Srinivas Phatak beziffert die Teuerung im Einkauf für 2026 inzwischen auf rund 900 Millionen Euro. Die Bruttomarge von Home Care liegt nach seinen Angaben bei etwa 35 Prozent, im Konzern bei 46 bis 47 Prozent.
Die Bruttomarge stieg von 43,5 Prozent im Jahr 2023 auf 46,9 Prozent 2025, die Ausgaben für Marken und Marketing von 14,6 auf 16,1 Prozent des Umsatzes, jeweils ohne Eis gerechnet.
Im ersten Halbjahr 2026 sank die Bruttomarge wieder auf 46,8 Prozent, um 0,7 Punkte unter dem Vorjahreswert, vor allem wegen der Rohstoffe in Home Care.
Der künftige Konzern verdient je Euro etwas weniger als der heutige, wächst dafür schneller und hängt stärker an zwei Ländern. Ob das Geschäft besser ist, entscheidet sich daran, ob Haushaltsprodukte mit ihrer niedrigen Marge dauerhaft nachziehen.
Wie groß ist die Marktmacht von Unilever?

Unilever hat seine größte Marktmacht in Schwellenländern, vor allem in Indien. Unter den großen Konsumgüterkonzernen liegt er mit 20,0 Prozent bereinigter Marge im Mittelfeld. Ein Händler allein bringt ihm weniger als 10 Prozent des Umsatzes, die Abhängigkeit ist also gering.
2025 kamen 59 Prozent des Umsatzes aus Schwellenländern, in den ersten neun Monaten 2026 waren es 23,5 von 38,9 Milliarden Euro. Die größten Einzelmärkte sind die USA mit 10,5 Milliarden und Indien mit 6,2 Milliarden Euro.
Großbritannien, der Sitzstaat, brachte nur 2,2 Milliarden Euro.
Finanzchef Phatak nannte im Februar auf der CAGNY einen Anteil von 55 Prozent bei Haarpflege und von 37 Prozent bei Körperreinigung, jeweils ein Vielfaches des nächsten Wettbewerbers. Rund 85 Prozent des indischen Geschäfts liegen nach seiner Darstellung auf Platz eins.
Wir haben diese Werte nicht unabhängig geprüft, sie stammen von Unilever. Zum Vergleich: Fernandez nennt für die USA und Indien zusammen 33 Prozent des Umsatzes, langfristig sollen es 45 Prozent werden. Für Indien rechnet Phatak mit einem Wirtschaftswachstum von mehr als 6 Prozent und einem Konsum je Kopf, der noch weit unter dem Chinas liegt.
In den USA spricht Unilever bei Deos von seiner Marktführerschaft. Dort nutzte der Konzern die Fußball-WM 2026 als Bühne und nennt die USA neben Indien seinen wichtigsten Wachstumsmarkt.
Im Vergleich der Rivalen ist Unilever groß, aber nicht der ertragsstärkste. Reckitt erzielte 2025 24,9 Prozent bereinigte operative Marge bei umgerechnet 17,0 Milliarden Euro Umsatz, L’Oréal 20,2 Prozent bei 44,05 Milliarden Euro.
Der Nestlé-Konzern setzte umgerechnet 97,5 Milliarden Euro um und kam auf 16,1 Prozent. Henkel lag bei 14,8 Prozent und 20,5 Milliarden Euro, Beiersdorf bei 14,0 Prozent und 9,9 Milliarden Euro.
Procter & Gamble schließt sein Geschäftsjahr im Juni ab und passt deshalb nicht in denselben Vergleich. Im Jahr bis Juni 2025 kam der US-Konzern auf umgerechnet 75,1 Milliarden Euro Umsatz und 24,3 Prozent operative Marge, mehr als vier Punkte über Unilever.
Im Drogerieregal bindet nichts die Kundin wie ein Softwarevertrag. Wechselkosten fallen kaum an, das nächste Duschgel steht einen Griff weiter. Unilever verteidigt seine Stellung deshalb über Werbung, Regalplatz und Neuheiten, nicht über Verträge.
In den USA verliert der Konzern bei Mayonnaise gerade gegen Rivalen, und in Mitgliedermärkten drängen Handelsmarken in die Nahrungsergänzung.
Über das Regal entscheiden die Händler. Mit keinem einzelnen Kunden macht Unilever 10 Prozent oder mehr seines Umsatzes. Die Rabatte an den Handel sind in mehreren Märkten aber so bedeutend, dass die Abschlussprüfer sie als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt führen.
Laut Geschäftsbericht laufen außerdem mehrere Ermittlungen nationaler Wettbewerbsbehörden, zu denen der Konzern keine Einzelheiten nennt.
Wer ist bei Unilever eigentlich das Produkt?

Bei Unilever ist die Aufmerksamkeit das Produkt, das der Konzern einkauft, bevor er Duschgel verkauft. Der Kunde zahlt das Duschgel, der Händler entscheidet über den Regalplatz, und rund 300.000 Menschen, die Inhalte erstellen, sollen den Kaufwunsch erzeugen.
Unilever weist keinen eigenen Erlös aus Daten aus. Der Konzern verkauft vor allem über Händler, nur bei Nahrungsergänzung spielt der Direktverkauf eine größere Rolle. Umso wichtiger ist, was vor dem Regal passiert. 2025 flossen 8,1 Milliarden Euro in Marken und Marketing, gut vier Fünftel des gesamten Jahresumsatzes von Beiersdorf und fast dreimal so viel wie der bereinigte Betriebsgewinn von Personal Care.
Fernandez hält die Zeit großer Konzernbotschaften für vorbei. Auf der CAGNY rechnete er vor, wie der Konzern stattdessen wirbt: Im Bereich Beauty & Wellbeing arbeiten inzwischen 180.000 Menschen, die Inhalte erstellen, für Unilever, ein Jahr zuvor waren es 75.000, im ganzen Konzern knapp 300.000. Die Lebensdauer eines Videos liegt nach seinen Worten heute bei vier Tagen.
Die Kundin sieht Dove in ihrem Feed und kauft es im Laden. Bei einer gemeinsamen Aktion mit Crumbl in den USA kaufte laut Geschäftsbericht mehr als die Hälfte der Kundschaft zum ersten Mal Dove.
Eine zweite, leisere Asymmetrie betrifft die Minderheitsaktionäre in Indien. Sie bezahlen über die Gebühr einen Teil der globalen Marken und der Zentrale mit, die Empfängerin ist zugleich ihre Mehrheitsaktionärin.
Als Hindustan Unilever die Gebühr 2023 anhob, verlor die Aktie am Folgetag 3,84 Prozent, wie Business Standard berichtete.
Unilever kaufte 2025 Rohstoffe, Verpackung und Handelsware für 19,6 Milliarden Euro. Palmölbauern und Zulieferer spüren den Konzern als Abnehmer mit Bedingungen: Seit 2021 hat Unilever über 280 Millionen Euro in eine eigene Palmöl-Verarbeitung in Indonesien gesteckt, über die mehr als die Hälfte der Palmöl-Vorprodukte läuft, und wirbt bei Zulieferern um eine Zusage zu existenzsichernden Löhnen.
Wie groß die Lücke bei den Löhnen ist, sollen die Lieferanten laut Geschäftsbericht erst noch messen.
Im Laden begegnet Ihnen der Konzern als Dove, Coral oder Knorr, kaum als Unilever. Unilever beziffert die Zahl der Menschen, die täglich seine Produkte nutzen, auf 3,7 Milliarden.
Was kostet ein Unilever-Produkt wirklich, und wer trägt die Kosten?

Von 100 Euro Umsatz gingen 2025 rund 39 Euro an Rohstoffe, Verpackung und Handelsware und 16 Euro an Marken und Marketing. Als bereinigter Betriebsgewinn blieben 20 Euro. Die Mehrkosten durch teureres Öl zahlen vor allem Kunden in Schwellenländern.
Unilever veröffentlicht keine Kalkulation je Flasche Duschgel oder je Tüte Suppe. Die Konzernrechnung erlaubt nur den Blick auf den Durchschnitt, und der zeigt, wie wenig die eigentliche Fertigung ausmacht. Summen sind gerundet.
| Posten 2025 | Euro je 100 Euro Umsatz | Absolut |
|---|---|---|
| Rohstoffe, Verpackung, Handelsware | 38,90 | 19,6 Mrd. € |
| Produktion | 5,89 | 3,0 Mrd. € |
| Vertrieb und Logistik | 5,35 | 2,7 Mrd. € |
| Sonstiges in den Herstellungskosten | 2,92 | 1,5 Mrd. € |
| Marken und Marketing | 16,12 | 8,1 Mrd. € |
| Gemeinkosten, davon Forschung 1,66 € | 10,85 | 5,5 Mrd. € |
| Bereinigter Betriebsgewinn | 20,0 | 10,1 Mrd. € |
| Umbau, Zukäufe, Verkäufe und andere Sondereffekte | 2,07 | 1,0 Mrd. € |
| Betriebsgewinn | 17,9 | 9,0 Mrd. € |
Unilever gibt für Marken und Marketing fast dreimal so viel aus wie für die Produktion. Das Verhältnis verrät, was der Konzern für sein eigentliches Geschäft hält: nicht die Herstellung von Seife, sondern das Versprechen, dass diese Seife mehr wert ist.
Die Rohstoffe wiederum kosteten 2023 noch 42,6 Prozent des Umsatzes und 2025 nur 38,9 Prozent. Von dieser Entlastung floss ein großer Teil ins Marketing.
Der Krieg im Iran verteuerte Öl, Petrochemikalien, Plastikverpackungen und Transport, wie dpa-AFX im April berichtete. Rohöl stieg nach den Worten von Phatak binnen eines Jahres von Werten unter 80 auf über 105 je Fass. Bei Palmöl erwartet er für 2027 wegen El Niño eine höhere Teuerung.
Ende März verhängte der Konzern einen vorübergehenden Einstellungsstopp, wie dpa-AFX berichtete.
Eine weitere Kostenart zeigt sich erst im Umsatz: die Währung. 2025 wuchs Unilever aus eigener Kraft um 3,5 Prozent, der ausgewiesene Umsatz sank trotzdem um 3,8 Prozent, weil Wechselkurse 5,9 Punkte kosteten, vor allem in Lateinamerika, Indien, den USA und der Türkei.
Das Risiko der Schwellenländer bezahlen am Ende die Aktionäre in Euro.
Phatak nannte Preiserhöhungen im April noch das „letzte Mittel“, später kündigte er häufige Erhöhungen in kleinen Schritten an. Sie treffen die Regionen unterschiedlich: Im dritten Quartal stiegen die Preise in Asien und Afrika um 4,1 Prozent und in Lateinamerika um 1,9 Prozent, in Europa sanken sie um 1,3 Prozent.
Wie schmerzhaft der Preis wirken kann, zeigte Lateinamerika 2025: 5,9 Prozent mehr Preis, 5,1 Prozent weniger Menge.
Die Last liegt damit zuerst bei Kundinnen und Kunden außerhalb Europas. Phatak begründet das mit den Haushaltsprodukten: Die verkauft Unilever vor allem in Schwellenländern, und sie hängen am stärksten am Öl.
Wer profitiert und wer zahlt drauf?

Die Aktionäre profitieren am sichersten: 2025 flossen 6,0 Milliarden Euro an sie zurück, mehr als der freie Cashflow von 5,9 Milliarden Euro. Beschäftigte in Büros bezahlten den Umbau, die Lebensmittelsparte wechselt den Eigentümer.
Die Rechnung der Aktionäre
2025 zahlte Unilever 4,5 Milliarden Euro Dividende und kaufte eigene Aktien für 1,5 Milliarden Euro zurück. Hinzu kamen 0,7 Milliarden Euro Dividende an Minderheitsaktionäre von Tochtergesellschaften.
Gedeckt war das auch, weil Magnum vor der Abspaltung 3 Milliarden Euro überwies: Die Nettoschulden sanken bis Jahresende auf 23,1 Milliarden Euro.
Bis Mitte 2026 stiegen die Nettoschulden auf 26,0 Milliarden Euro, das 2,3-Fache des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Ein weiteres Rückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Euro ist abgeschlossen, und die Quartalsdividende von 46,64 Cent liegt 3 Prozent über dem Vorjahreswert.
Die Barzahlung von McCormick soll einmalige Kosten decken, die Verschuldung auf etwa das Zweifache senken und Aktienrückkäufe von 6 Milliarden Euro zwischen 2026 und 2029 stützen. Die Aktionäre bekommen also einen Teil der Foods-Sparte als McCormick-Aktien und einen weiteren Teil über Rückkäufe.
Die Analysten von Hargreaves Lansdown nannten den Preis im März attraktiv und warnten vor kurzfristigem Verkaufsdruck auf die neuen Aktien, die Unilever-Aktie gab nach der Ankündigung um rund 5,2 Prozent nach. Über zwei Jahre bis Ende 2025 lag die Gesamtrendite bei 26,8 Prozent, der Durchschnitt der Vergleichsgruppe bei minus 8 Prozent, und für die fünf Jahre bis 2023 räumt der Verwaltungsrat deutlich schwächere Werte ein.
Die Rechnung der Beschäftigten
Im März 2024 kündigte Unilever den Abbau von 7.500 Stellen an. Fernandez sagte im September 2025, die Zahl der Bürobeschäftigten sei innerhalb von 18 Monaten um 18 Prozent gesunken. Das Sparprogramm über 800 Millionen Euro ist seit dem ersten Halbjahr 2026 abgeschlossen, das nächste über 1 Milliarde Euro soll bis Ende 2029 folgen.
Die neue Organisation unterliegt noch den Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern. Sie soll 2027 schrittweise greifen und bis zum Foods-Abschluss stehen.
Das Eisgeschäft ging mit im Schnitt 18.000 Beschäftigten an die neue Gesellschaft, auch ein Teil der Pensionsverpflichtungen in Deutschland und der Türkei wanderte mit. Für die in Deutschland übertragenen Verpflichtungen haftet Unilever zehn Jahre lang mit, hält eine Inanspruchnahme aber für unwahrscheinlich.
Fernandez kam 2025 einschließlich seiner Zeit als Finanzchef auf 5,6 Millionen Euro.
Das Verhältnis zum mittleren Lohn britischer Beschäftigter lag bei 62 zu 1, im Jahr zuvor unter seinem Vorgänger Hein Schumacher bei 71 zu 1.
| Gruppe | Bilanz | Beleg 2025/2026 |
|---|---|---|
| Aktionäre | gewinnen | 6,0 Mrd. € Ausschüttung 2025, 6 Mrd. € Rückkäufe bis 2029 geplant |
| McCormick | kauft zu | Lebensmittelgeschäft mit 10,7 Mrd. € Umsatz, Hellmann’s und Knorr |
| Minderheitsaktionäre in Indien | gemischt | 15 % Wachstum im dritten Quartal, aber 3,45 % Gebühr an die Mutter |
| Kunden in Schwellenländern | zahlen | 4,1 % höhere Preise in Asien und Afrika im dritten Quartal |
| Bürobeschäftigte | verlieren | 18 % weniger in 18 Monaten bis September 2025 |
| Beschäftigte bei Foods | ungewiss | wechseln mit dem Abschluss bis Mitte 2027 zu einem neuen Eigentümer |
Unsere Einordnung: Unilever handelt wie ein Hausbesitzer, der die gut vermietete Wohnung verkauft, um den eigenen Anbau zu finanzieren. Das geht auf, solange Dove und Vaseline die Menge liefern. Bleibt die Menge aus, stehen weniger Marge und höhere Schulden in der Bilanz, und dann fehlt das zuverlässigste Polster des alten Konzerns.
Unilever gibt 23,8 Prozent Marge ab und setzt darauf, dass Duschgel schneller wächst als Suppe.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Wie politisch ist Unilever?

Unilever tritt politisch vor allem über Verbände und als Adressat von Regulierung auf. In Deutschland meldet der Konzern für 2025 nur 40.001 bis 50.000 Euro Lobbyausgaben. Ernster sind die Streitfragen um Russland, Umweltaussagen und Palmöl.
Die Unilever Deutschland GmbH mit Sitz in Hamburg gibt im Lobbyregister des Bundestags für 2025 umgerechnet 0,61 Vollzeitstellen an und sieben Mitgliedschaften, darunter Markenverband, Lebensmittelverband und Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel. In Brüssel wehrt sich der Konzern dagegen, dass Kosmetik- und Pharmahersteller mindestens 80 Prozent der vierten Klärstufe für Abwasser bezahlen sollen.
Eine andere Position im Register betrifft den deutschen Handel stärker. Es geht um territoriale Lieferbeschränkungen, also Vorgaben, die Händlern den Einkauf im günstigeren Nachbarland erschweren. Unilever hält dazu zusätzliche Regeln für überflüssig und verweist auf das bestehende Wettbewerbsrecht. Bei unlauteren Handelspraktiken begrüßt der Konzern dagegen eine schärfere grenzüberschreitende Durchsetzung.
2025 zahlte Unilever 2,7 Milliarden Euro Ertragsteuern. Die bereinigte Steuerquote lag bei 25,7 Prozent, und der Konzern führt Rückstellungen von 833 Millionen Euro für offene Steuerfragen, davon 464 Millionen Euro im Zusammenhang mit Horlicks in Indien.
- 2008Greenpeace wirft Unilever Abholzung auf Borneo über Lieferanten vor; Zusage zu zertifiziertem Palmöl bis 2015.
- 12/2009Unilever stoppt Käufe bei PT Smart nach einem weiteren Greenpeace-Bericht.
- 2022Britische Werbeaufsicht beanstandet einen Persil-Spot, Unilever zeigt sich enttäuscht.
- 12/2023Britische Wettbewerbsbehörde CMA prüft Umweltaussagen, Unilever weist den Vorwurf zurück.
- 10/2024Verkauf des Russlandgeschäfts abgeschlossen.
- 11/2024CMA stellt das Verfahren ein, ohne über einen Rechtsverstoß zu entscheiden.
- 03/2026Vorübergehender Einstellungsstopp wegen des unsicheren Umfelds.
Russland, spät und mit Kritik
Unilever blieb nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 zunächst im Land, trotz ethischer Bedenken wegen des Krieges, und begründete das mit der Versorgung mit Grundnahrungsmitteln und Hygieneprodukten.
Am 10. Oktober 2024 schloss Unilever den Verkauf an die russische Arnest-Gruppe ab, mit vier Fabriken und dem Belarus-Geschäft. Unilever nannte den Preis nicht.
Grüne Versprechen
Im Dezember 2023 eröffnete die britische Wettbewerbsbehörde CMA ein Verfahren wegen möglicherweise übertriebener Umweltaussagen auf Haushalts- und Pflegeprodukten. Unilever zeigte sich überrascht und enttäuscht und wies den Vorwurf zurück.
Im November 2024 stellte die Behörde das Verfahren ein und verwies dabei auch auf Änderungen an den Aussagen, ohne über einen Rechtsverstoß zu entscheiden.
Schon 2022 hatte die britische Werbeaufsicht ASA einen Persil-Spot beanstandet, der das Waschmittel als umweltschonender bewarb. Unilever erklärte sich enttäuscht: Der Spot habe über das Waschen bei niedrigen Temperaturen und Flaschen aus recyceltem Plastik informieren wollen.
Palmöl, der heikelste Rohstoff
Greenpeace warf Unilever 2008 vor, über Lieferanten an der Abholzung auf Borneo beteiligt zu sein. Unilever bekundete Verständnis für das Anliegen und sagte im selben Jahr zu, sein Palmöl bis 2015 vollständig aus zertifizierten Quellen zu beziehen.
2009 stoppte Unilever Käufe bei PT Smart, nachdem ein weiterer Greenpeace-Bericht dem Mutterkonzern Sinar Mas illegale Rodungen vorgeworfen hatte.
Im Geschäftsbericht 2025 nennt Unilever Palmöl den wichtigsten waldgefährdenden Rohstoff und meldet für fünf Rohstoffe mehr als 95 Prozent entwaldungsfreie Käufe, gemessen an den eigenen Anforderungen.
Wir konnten diese Quote nicht unabhängig überprüfen.
Was könnte Unilever zu Fall bringen?

So schnell bringt nichts Unilever zu Fall, dafür ist der Konzern zu breit aufgestellt. Das größte Risiko liegt im Umbau selbst: Bleibt das Mengenwachstum aus, fehlt nach dem Foods-Verkauf die stabilste Ertragsquelle, während Haushaltsprodukte am Ölpreis hängen.
Home Care wächst am schnellsten und verdient am wenigsten. Mit dem Verkauf von Foods steigt das Gewicht dieser Sparte im Konzern, was Phatak im Oktober selbst als Belastung für die Bruttomarge beschrieb. Am 3. November versprach Unilever nur eine leichte jährliche Verbesserung der Marge, ohne Zielwert in der Mitteilung. UBS hatte Anfang Oktober 21 bis 23 Prozent als mittelfristiges Ziel für möglich gehalten und führt die Aktie mit der Empfehlung Verkaufen.
McCormick-Aktionäre müssen zustimmen, Behörden genehmigen, und die Arbeitnehmervertreter werden angehört. Nach dem Abschluss hängt ein Teil des Wertes für Unilever-Aktionäre am Kurs einer US-Gewürzfirma.
Indien brachte 12 Prozent des Umsatzes und wuchs im dritten Quartal um 15 Prozent, der Konzern will mit den USA zusammen auf 45 Prozent kommen. Hindustan Unilever setzte im Quartal bis Ende September umgerechnet 1,7 Milliarden Euro um, bei 22,6 Prozent Ergebnismarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Hohe Abhängigkeit von einem Land bringt bei Steuern und Regulierung eigene Risiken, wie die Änderung der indischen Umsatzsteuer 2025 zeigte, die das Geschäft dort zeitweise störte.
Im Wellbeing-Geschäft zeigt sich bereits, wie schnell ein Zukauf an Schwung verlieren kann. Der Bereich schrumpfte in den ersten neun Monaten um 1,0 Prozent, weil Unilever die Preise neu festsetzte und in Mitgliedermärkten Handelsmarken auftauchten. Bei Nutrafol stehen die Maßnahmen zur Kundengewinnung noch am Anfang.
Unilever selbst hat im Geschäftsbericht ein Extremszenario durchgerechnet: die Verunreinigung von Produkten einer der größten Marken samt sechsmonatiger Schließung von drei der größten Fabriken. Ein zweites Szenario verbindet geopolitische Spannungen mit fehlenden Alternativen zu Plastikverpackungen. Solche Fälle prüft der Verwaltungsrat, um die Widerstandsfähigkeit des Konzerns zu beurteilen.
Hinzu kommt der Wechselkurs: Mit 59 Prozent Umsatz aus Schwellenländern kann eine Abwertung in wenigen Monaten mehr kosten, als das Wachstum aus eigener Kraft einbringt. 2025 geschah genau das.
- Günstig: Die Menge wächst bis 2029 um jährlich über 2 Prozent, Indien und die USA legen zu, die Marge klettert wieder über 20 Prozent.
- Mittel: Der Konzern schafft das Ziel knapp, die Marge bleibt zwischen 19 und 20 Prozent, und die Rückkäufe überdecken das schwache Ergebniswachstum.
- Ungünstig: Teures Öl und billige Handelsmarken drücken Home Care, Indien verliert an Tempo, und die Schulden sinken langsamer als versprochen.
Nach dem Abschluss kann Unilever Knorr nicht zurückkaufen, wenn die Rechnung nicht aufgeht. Der Konzern hat seine Sicherheit gegen Tempo eingetauscht, und ein Fehlschlag würde sich erst nach Jahren zeigen.
Was bedeutet Unilever für deutsche Unternehmer und Verbraucher?

Für deutsche Verbraucher ändert sich zunächst wenig im Regal, Knorr und Dove bleiben. Für Hersteller und Händler ändert sich das Gegenüber: Der Lebensmittelteil wechselt spätestens Mitte 2027 zu McCormick, und Europa ist für Unilever zuletzt ein Markt mit sinkenden Preisen.
Knorr hat in Heilbronn seine Wurzeln, Carl Heinrich Knorr eröffnete dort 1838 seine erste Küche. Laut Lebensmittel Zeitung trifft die Abgabe das Deutschland-Geschäft von Unilever empfindlich, das Knorr-Stammwerk wird amerikanisch.
2020 hatten Arbeitgeber und Betriebsrat für die rund 500 Beschäftigten eine zehnjährige Standort- und Beschäftigungssicherung vereinbart, im Gegenzug für geringere Lohnzuwächse.
Ob McCormick sich daran gebunden fühlt, haben beide Unternehmen öffentlich nicht beantwortet, soweit wir es prüfen konnten.
Im Regal bleibt zunächst alles, wie es ist. Knorr und Hellmann’s gehen mit dem Abschluss an das neue Unternehmen, Dove, Axe, Rexona und Coral bleiben bei Unilever in Hamburg. Langnese und Magnum gehören seit der Abspaltung schon nicht mehr dazu.
Für Deutschland veröffentlicht Unilever keine Umsatzzahl. Europa brachte 2025 mit 9,5 Milliarden Euro 19 Prozent des Konzernumsatzes, und der Bericht nennt ausdrücklich eine Schwäche in Deutschland.
Im dritten Quartal 2026 schrumpfte Europa um 1,7 Prozent, und ab Januar führt der bisherige USA-Chef Herrish Patel die Region.
Deutsche Wettbewerber spüren den Umbau vor allem in der Pflege. Beiersdorf arbeitet an der Wende bei Nivea und erwartet für 2026 nur noch mindestens 11,8 Prozent bereinigte Marge. Der Konzern trifft in Hamburg auf einen Nachbarn, dessen Marketing künftig noch stärker in Körperpflege fließt. Die Drogerien Rossmann und dm sind beides zugleich: Kunden von Unilever und mit ihren Eigenmarken Konkurrenten.
Drei Szenarien für die kommenden zwölf Monate
Optimistisch: Die Genehmigungen kommen früh, der Abschluss rückt in das erste Halbjahr 2027, und Europa wächst durch neue Produkte wieder leicht. Realistisch: Der Zeitplan hält, die Preise in Europa bleiben schwach, und deutsche Händler nutzen den Eigentümerwechsel bei Knorr für härtere Verhandlungen. Pessimistisch: Der Ölpreis bleibt hoch, die Preisrunden erreichen auch Europa, und die Mengen fallen wie 2025 in Lateinamerika.
Was Sie daraus machen können
- Als Verbraucher vergleichen Sie gerne Packungsgrößen und Grundpreise: Häufige kleine Preisschritte fallen im Regal kaum auf.
- Als Händler prüfen Sie gerne schon jetzt, welche Verträge den Eigentümerwechsel von Knorr und Hellmann’s berühren.
- Als Zulieferer der Lebensmittelbranche klären Sie gerne früh, wer ab 2027 Ihr Ansprechpartner im Einkauf ist.
- Als Mittelständler in der Körperpflege beobachten Sie gerne die etwa 2 Milliarden Euro Markenumsatz, die Unilever verkaufen will: Einzelne Marken könnten auf den Markt kommen.
Unsere Einschätzung zum Schluss: Unilever erzählt die Geschichte vom schnelleren Konzern, und die Zahlen des dritten Quartals stützen sie. Wir glauben sie erst ganz, wenn Home Care auch in einem Jahr mit teurem Öl an Marge zulegt. Bis dahin hat der Konzern sicheren Ertrag gegen ein Versprechen getauscht, und wie 1884 fällt das Urteil an der Ladenkasse.
Glossar: 12 Fachbegriffe von der Abspaltung bis zum Unternehmenswert

Abspaltung
Bei einer Abspaltung gibt ein Konzern einen Geschäftsbereich als eigene Gesellschaft an seine Aktionäre aus, statt ihn gegen Geld zu verkaufen. Unilever spaltete das Eisgeschäft so ab: Am 6. Dezember 2025 gingen 80,15 Prozent von Magnum an die eigenen Aktionäre, die neue Aktie notiert in Amsterdam, London und New York.
Aufgegebener Geschäftsbereich
Ein aufgegebener Geschäftsbereich ist eine Sparte, die der Konzern abgibt und deshalb in der Bilanz getrennt ausweist. Unilever führte das Eisgeschäft 2025 so und stellte die Vorjahre entsprechend um. Zahlen mit Eis und ohne Eis lassen sich dadurch nicht einfach miteinander vergleichen, wie bei älteren Berichten.
Bereinigter Betriebsgewinn
Der bereinigte Betriebsgewinn ist das operative Ergebnis ohne Umbaukosten, Gewinne und Verluste aus Verkäufen, Wertminderungen und ähnliche Sondereffekte. Unilever kam 2025 auf 10,1 Milliarden Euro, ausgewiesen wurden 9,0 Milliarden Euro. Der Unterschied von rund einer Milliarde stammt aus solchen Sonderposten.
Bruttomarge
Die Bruttomarge zeigt, wie viel vom Umsatz nach den Kosten der verkauften Ware bleibt. Bei Unilever gehören dazu auch Vertrieb und Logistik. 2025 lag sie bei 46,9 Prozent, 2023 bei 43,5 Prozent. Home Care erreicht laut Finanzchef Phatak nur etwa 35 Prozent und drückt damit den Schnitt.
Handelsmarke
Eine Handelsmarke, auch Eigenmarke genannt, gehört dem Händler und nicht dem Hersteller. Supermärkte und Drogerien legen Rezeptur und Preis selbst fest und stellen sie neben Markenartikel. Für Unilever sind sie doppelt unangenehm, denn dieselben Händler sind zugleich Kunden, und in Mitgliedermärkten drängen sie in die Nahrungsergänzung.
Lizenz- und Dienstleistungsgebühr
Die Lizenz- und Dienstleistungsgebühr zahlt eine Tochter an die Mutter für die Nutzung von Marken, Technik und zentralen Diensten. Hindustan Unilever überweist rund 3,45 Prozent des Umsatzes. Die Gebühr verschiebt Gewinn von der Tochter zur Mutter und schmälert damit den Teil, der den Minderheitsaktionären zusteht.
Mengenwachstum
Das Mengenwachstum misst, wie stark die verkaufte Menge und der Produktmix zulegen, ohne Preiseffekte, Zukäufe und Währungen. Unilever nennt die Kennzahl im Englischen UVG. Für 2026 erwartet der Konzern mindestens 3 Prozent, mittelfristig mindestens 2 Prozent, nach 1,5 Prozent im Jahr 2025.
Minderheitsaktionäre
Minderheitsaktionäre halten Aktien an einer Tochter, die ein anderer Konzern mehrheitlich kontrolliert. Sie erhalten ihren Anteil an Gewinn und Dividende, bestimmen aber nicht die Strategie. Bei Unilever fielen 2025 rund 531 Millionen Euro des Gewinns aus fortgeführten Geschäftsbereichen auf solche Anteile, unter anderem in Indien.
Nettoschulden
Die Nettoschulden sind die Finanzschulden eines Unternehmens abzüglich flüssiger Mittel. Unilever kam Ende Juni 2026 auf 26,0 Milliarden Euro, das 2,3-Fache des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Mit der Barzahlung von McCormick soll das Verhältnis auf etwa das Zweifache sinken.
Organisches Wachstum
Das organische Wachstum misst den Umsatzzuwachs ohne Zukäufe, Verkäufe und Wechselkurse. Es setzt sich bei Unilever aus Menge und Preis zusammen. 2025 lag es bei 3,5 Prozent, während der ausgewiesene Umsatz wegen schwacher Währungen um 3,8 Prozent sank. Mittelfristig strebt der Konzern 4 bis 6 Prozent an.
Power Brands
Power Brands nennt Unilever seine 30 Kernmarken, auf die der Konzern Werbegeld und Forschung konzentriert, darunter Dove, Vaseline und Hellmann’s. Sie brachten 2025 rund 78 Prozent des Umsatzes und wuchsen im dritten Quartal 2026 aus eigener Kraft um 5,8 Prozent, schneller als der Rest des Konzerns.
Unternehmenswert
Der Unternehmenswert bezeichnet den Preis eines ganzen Unternehmens einschließlich seiner Schulden, also mehr als den Wert der Aktien. McCormick und Unilever beziffern ihn für das Foods-Paket auf umgerechnet 39,9 Milliarden Euro. Das entspricht dem 3,6-Fachen des Umsatzes, den das Geschäft 2025 erzielte.
FAQ: Warum trennt sich Unilever von seiner besten Marge?

Wie viele Marken hat Unilever?
Unilever nennt im Geschäftsbericht 2025 keine Gesamtzahl seiner Marken. Der Konzern konzentriert sich auf 30 sogenannte Power Brands mit 78 Prozent des Umsatzes. Elf davon setzen mehr als 1 Milliarde Euro um. Rund 11 Milliarden Euro Umsatz liegen außerhalb dieser Gruppe.
Welche Marken gehören zu Unilever?
Zu Unilever gehören unter anderem Dove, Vaseline, Axe, Rexona, Signal, Coral, Sunsilk, Cif und Domestos. Knorr und Hellmann’s gehören noch dazu, gehen aber bis spätestens Mitte 2027 in das neue Unternehmen mit McCormick. Magnum, Langnese und Ben und Jerry’s liegen seit Dezember 2025 bei der Magnum Ice Cream Company.
Wem gehört Unilever?
Unilever PLC ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Großbritannien, die Aktien werden in London und Amsterdam gehandelt, in den USA als Hinterlegungsscheine. Ende 2025 waren BlackRock mit 8,5 Prozent, Vanguard mit 5,4 Prozent und Wellington mit 3,1 Prozent die einzigen gemeldeten Großaktionäre.
Wie viel Umsatz macht Unilever?
Unilever setzte 2025 ohne Eis 50,5 Milliarden Euro um und erzielte 6,2 Milliarden Euro Nettogewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen. In den ersten neun Monaten 2026 lag der Umsatz bei 38,9 Milliarden Euro, aus eigener Kraft wuchs er um 4,9 Prozent. Ohne das Foods-Paket blieben auf Basis von 2025 rund 39,8 Milliarden Euro.
Wer leitet Unilever?
Konzernchef ist seit dem 1. März 2025 Fernando Fernandez, der zuvor Finanzchef war und das Beauty-Geschäft geleitet hatte. Er folgte auf Hein Schumacher. Finanzchef ist seit September 2025 Srinivas Phatak, der früher dieselbe Aufgabe bei Hindustan Unilever hatte.
Wo sitzt Unilever in Deutschland?
Die Unilever Deutschland GmbH hat ihren Sitz an der Neuen Burg 1 in Hamburg. Das bekannteste deutsche Werk steht in Heilbronn, dort produziert Knorr Suppen und Soßen. Eine Umsatzzahl für Deutschland veröffentlicht der Konzern nicht, Europa brachte 2025 rund 9,5 Milliarden Euro.
Quellen
36 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 06.11.2026
- UnileverUnilever Trading Statement Third Quarter 2026
- UnileverUnilever Investor Event: A focused HPC pureplay
- UnileverAnnual Report and Accounts 2025 (ESEF-Fassung)
- Unilever2025 Full Year Results
- Unilever2026 First Half Results
- UnileverUnilever Foods and McCormick Agreement
- UnileverCAGNY 2026 Transcript
- UnileverQ3 2026 Results Transcript
- UnileverHistory and Archives: Chronik 1800er bis 2020
- Proactive InvestorsUBS cuts Unilever price target
- Hargreaves LansdownUnilever agrees $44.8bn sale of its Foods business
- AJ BellUnilever upgrades expected volume growth on strong third quarter
- AJ BellMagnum’s meltdown: can Unilever’s ice cream spin-off recover from a bad start?
- Tuoi Tre NewsMagnum Ice Cream valued at $9.2 billion in Amsterdam listing
- Lebensmittel ZeitungFür die Unilever-Foodmarken endet eine Ära in Deutschland
- LebensmittelpraxisKnorr/Unilever: Standort Heilbronn vor der Rettung
- dpa-AFX über extraETFUnilever überrascht im Quartal, Preiserhöhungen wegen Krieg möglich
- dpa-AFX über extraETFKonsumgüterkonzern Unilever verhängt Einstellungsstopp
- InfrankenUnilever: Preiserhöhungen wegen Iran
- Outlook BusinessHindustan Unilever Hikes Royalty Payment To Parent To 3.45% Of Turnover
- Business StandardHindustan Unilever’s royalty hike move hits investor mood
- InvestywiseHindustan Unilever: Q2 FY27 Sales Climb 15%, PAT Grows 9%
- Packaging InsightsUnilever completes sale of all Russian assets to Arnest Group
- Lewis SilkinCMA concludes review of environmental claims made by Unilever
- PersonalCareInsightsUnilever’s Persil faces ASA’s ad ban ruling
- Christian Science MonitorUnilever accused of destroying Borneo rainforests
- FoodNavigatorUnilever acts over Greenpeace’s palm oil claims
- Food ProcessingUnilever Expects to Refresh 25% of Top 200 Global Managers
- Deutscher BundestagLobbyregister, Eintrag Unilever Deutschland GmbH (R003910)
- L’Oréal2025 Annual Results
- NestléFull-year results 2025 and strategic update
- Reckitt über Proactive InvestorsFull-year results 2025
- HenkelGeschäftsjahr 2025, Pressemitteilung
- Cash-OnlineBeiersdorf Aktie: Umsatz stabil, Jahresprognose bestätigt
- Procter & GambleFourth quarter and fiscal year 2025 results (Form 8-K, 29.07.2025)
- Europäische ZentralbankEuro foreign exchange reference rates
