Google plant in Wyoming nicht nur ein Rechenzentrum, sondern die Stromversorgung gleich mit: Brennstoffzellen mit 702 Megawatt, Gaskraftwerke zweier Versorger und eine Machbarkeitsstudie zur CO2-Abscheidung. Strom und Ausbaukosten zahlt der Konzern selbst. Die Ankündigung fällt in eine Woche, in der laut Reuters 40 von 41 Abstimmungen über Rechenzentren gegen die Branche ausgingen.
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Google hat am 5. November angekündigt, 17 Milliarden Dollar in sein erstes Rechenzentrum in Wyoming zu investieren, umgerechnet 14,8 Milliarden Euro (Kurs 0,87, Stand 5. November 2026).[1] Der Campus entsteht im Laramie County bei Cheyenne, die Partner heißen Tallgrass Energy, Black Hills Energy, American Electric Power (AEP) und Related Digital.[1] Google will nach eigenen Angaben 100 Prozent des verbrauchten Stroms bezahlen und die Kosten für den Ausbau der Infrastruktur übernehmen.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Google investiert 17 Milliarden Dollar (14,8 Milliarden Euro) in sein erstes Rechenzentrum in Wyoming.
- Den Strom liefern Erdgas-Brennstoffzellen von Bloom Energy mit 702 Megawatt sowie Gaskraftwerke von Tallgrass und Black Hills.
- Google zahlt Strom und Ausbaukosten selbst, das Rechenzentrum wird luftgekühlt.
- Laut Reuters gingen in der Woche der Ankündigung 40 von 41 Abstimmungen über Rechenzentren gegen die Branche aus.
Woher kommt der Strom für Googles Campus bei Cheyenne?

Der Strom soll aus Erdgas kommen. AEP baut ein Brennstoffzellenkraftwerk mit 702 Megawatt, laut Google das größte geplante seiner Art.[1] Die Zellen stammen von Bloom Energy. Hinzu kommt Strom aus Gaskraftwerken von Tallgrass und Black Hills.[1]
Der Klimaschutz hängt an einer Studie. Tallgrass prüft, ob sich seine Turbinen mit CO2-Abscheidung ausstatten lassen, das Gas würde am Eastern Wyoming Sequestration Hub dauerhaft gespeichert.[1] Insgesamt hat Google nach eigenen Angaben knapp ein Gigawatt Speicherkapazität vertraglich gesichert.[1] Eine Anlage steht noch nicht. Auch Brennstoffzellen setzen CO2 frei.
Den Zeitplan hatte Black Hills schon im Oktober genannt: Strom soll ab Ende 2027 fließen, der Vollbetrieb folgt 2030. Einen Bautermin nennt Google nicht, weitere Einzelheiten folgen in den kommenden Wochen.[1]
Warum zahlt Google Strom und Netz lieber selbst?
Reuters ordnet die Ankündigung in einen wachsenden Widerstand gegen neue Rechenzentren ein. Von 41 Abstimmungen zum Thema fielen in dieser Woche laut Ballotpedia alle bis auf eine gegen die Branche aus.[2] Googles Paket liest sich wie eine Antwort darauf: eigene Stromrechnung und Luftkühlung statt Wasserverbrauch, dazu mehrere hundert Millionen Dollar Grundsteuer für Laramie County und den örtlichen Schulbezirk.[1]
Das Muster ist nicht neu. Einen Tag zuvor hatte Google in Malaysia ebenfalls Strom und Netzanschluss übernommen und ein Wasserwerk zugesagt. Die Börse bewertet das Risiko schon: Die Aktie von Bloom Energy fiel laut Reuters um mehr als 14 Prozent, weil Einschränkungen für die Branche drohen.[2] Auch Microsoft bremst: Der Konzern weitet laut Reuters eine Vereinbarung mit dem Anbieter Nscale in Texas nicht aus, nachdem er seine Investitionen bereits gekürzt hatte.[2]
Beim KI-Ausbau zählt inzwischen weniger der Chip als der Stromanschluss und die Zustimmung vor Ort.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was bedeutet das für Unternehmen in Europa?
In Deutschland genügt Erdgasstrom nicht: Rechenzentren müssen ihren Strom laut Energieeffizienzgesetz ab Januar 2027 bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien decken.[3] Trotzdem wächst der Bedarf auch hier, etwa mit 500 Megawatt in Rackwitz. Wie viel Rechenleistung Deutschland schon hat, zeigt die Übersicht der größten Rechenzentren Deutschlands.
Für Unternehmen, die Cloud- und KI-Leistung mieten, folgt daraus zweierlei. Fragen Sie Ihren Anbieter nach dem Strommix des genutzten Rechenzentrums, denn berichtspflichtige Firmen müssen die Emissionen bezogener Cloud-Leistungen ausweisen. Außerdem gehört die Region, in der Ihre Daten liegen, in den Vertrag, damit sie nicht unbemerkt auf einem Gasstrom-Campus in den USA landen.
Quellen
3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- GoogleInvesting in Wyoming’s infrastructure, energy and workforce (Steve Walter)
- ReutersGoogle plans $17 billion Wyoming data center amid rising threats of curbs (5. November 2026, abgerufen über Yahoo Finance)
- Gesetze im Internet§ 11 Energieeffizienzgesetz (EnEfG), Rechenzentren
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