OpenAI sagt US-Stromversorgern zu, den Verbrauch seiner eigenen Rechenzentren bei Engpässen im Netz zu senken. Der erste Campus in Georgia soll bis zu 1.000 seiner geplanten 3.200 Megawatt abgeben können. In Deutschland erlaubt das Energiewirtschaftsgesetz solche Verträge seit Februar 2025.
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OpenAI hat am Montag ein Programm angekündigt, nach dem die Rechenzentren, die der Konzern in den USA selbst baut, bei Unwettern und anderen Notlagen im Stromnetz weniger Strom beziehen.[1] Wie viel Leistung ein Standort abgibt, wie schnell und wie lange, handelt OpenAI laut Axios mit jedem Versorger einzeln aus. Den ersten Vertrag dieser Art hat OpenAI bereits mit Georgia Power für einen Campus in Effingham County geschlossen.
Das Wichtigste in Kürze
- Georgia Power darf die Lieferung an den OpenAI-Campus in Spitzenzeiten um bis zu 1.000 Megawatt kürzen.
- OpenAI zahlt die Netzanbindung selbst, der Versorger rechnet ab 2029 mit Einsparungen für alle Kunden.
- Deutsche Netzbetreiber können seit Februar 2025 flexible Netzanschlussvereinbarungen anbieten.
Was OpenAI in Georgia zugesagt hat

Die Regulierungsbehörde von Georgia hat den Vertrag im August genehmigt. Er umfasst 3.200 Megawatt neuen Bedarf, davon bis zu 1.000 Megawatt als abschaltbare Last: In Zeiten hoher Nachfrage darf Georgia Power die Lieferung an den Campus entsprechend kürzen und muss deshalb weniger neue Kraftwerke bauen. Die Leitungen und Anlagen für den Anschluss bezahlt OpenAI vollständig selbst.[2]
Georgia Power rechnet vor, dass seine Verträge mit Großverbrauchern den übrigen Kunden ab 2029 rund 950 Millionen Dollar im Jahr sparen, umgerechnet etwa 827 Millionen Euro (Kurs 0,87, Stand 2. November 2026). Ein typischer Haushalt soll rund 157 Euro im Jahr weniger zahlen. „Rechenzentren zahlen mehr, damit Familien und kleine Unternehmen weniger zahlen“, sagt Kim Greene, Chefin von Georgia Power.[2] Beide Zahlen gelten für alle Großkundenverträge des Versorgers, nicht für OpenAI allein.
Warum wenige Stunden Verzicht so viel bringen
Stromnetze sind für die wenigen Spitzenstunden im Jahr ausgelegt, den Rest der Zeit bleibt Kapazität ungenutzt. Forscher der Duke University haben 2025 berechnet, dass die US-Netze 76 Gigawatt zusätzliche Last aufnehmen könnten, wenn diese Verbraucher in 0,25 Prozent ihrer Betriebszeit weniger Strom ziehen. Das sind rund 85 Stunden im Jahr.[3]
Google hat 2025 ähnliche Abmachungen mit zwei Versorgern in Indiana und Tennessee geschlossen und drosselt dort in Spitzenzeiten Rechenaufgaben für maschinelles Lernen.[4] Der Strombedarf der Rechenzentren beschäftigt längst Politik und Gerichte: Pennsylvania hat die Umlage der Netzkosten für Rechenzentren auf alle Stromkunden beendet, und Musks xAI streitet vor Gericht über die Gasturbinen seines Rechenzentrums Colossus 2. OpenAI räumt selbst ein, dass die Flexibilität neue Kraftwerke und Leitungen nicht ersetzt.
Ein Rechenzentrum, das in der Spitze verzichtet, bekommt seinen Netzanschluss früher als eines, das auf voller Leistung besteht.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was in Deutschland schon gilt
Nach Paragraf 17 Absatz 2b des Energiewirtschaftsgesetzes dürfen Netzbetreiber eine flexible Netzanschlussvereinbarung anbieten. Der Netzbetreiber darf dann verlangen, dass ein Anschlussnehmer seine Leistung zeitweise oder dauerhaft begrenzt. Der Vertrag muss Höhe, Zeiträume und Dauer der Begrenzung festlegen, dazu die Technik und die Haftung bei Überschreitung.[5]
Auch hierzulande entscheidet oft der Netzbetreiber, ob ein Rechenzentrum kommt: Über das 300-Megawatt-Projekt in Wenzenbach befindet zuerst TenneT. Unternehmen mit Servern bei einem Colocation-Anbieter sollten deshalb zwei Punkte im Vertrag klären:
- Hat der Anbieter eine flexible Netzanschlussvereinbarung, und für wie viele Stunden im Jahr?
- Springen bei einer Begrenzung Notstrom oder Batterien ein, oder sinkt die zugesagte Verfügbarkeit?
Betreiber, die selbst bauen, sollten die flexible Vereinbarung früh beim Netzbetreiber ansprechen und vorher prüfen, welche Lasten sie tatsächlich verschieben können. Wo die Großverbraucher heute stehen, zeigt die Übersicht der größten Rechenzentren in Deutschland.
Quellen
5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- AxiosOpenAI pledges data center power cuts
- Georgia PowerGeorgia Power’s contract with OpenAI approved
- Nicholas Institute, Duke UniversityThree Key Takeaways: Rethinking Load Growth in US Power Systems
- GoogleHow we’re making data centers more flexible to benefit power grids
- Gesetze im Internet§ 17 Energiewirtschaftsgesetz, Netzanschluss
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