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Sie legen bei Aldi die Butter aufs Band und sehen an der Kasse 1,15 Euro, vier Cent weniger als vor einer Woche. Solche Beträge merkt sich jeder. Bei den Kongresswahlen in den USA sorgten sich laut der Nachwahlbefragung von NBC News mehr als 80 Prozent der Wähler um Benzinpreise, Lebensmittelpreise und Gesundheitskosten.

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Inhalt 11 Abschnitte
  1. Warum drücken Lebensmittelpreise so auf die Stimmung?
  2. Nach welchen Regeln spielt die Supermarkt-WM?
  3. Wer gewinnt die Gruppenphase, Produkt für Produkt?
  4. Warum kostet Hähnchen in den USA weniger und Kaffee mehr?
  5. Wer gewinnt, wer zahlt beim Preiskampf an der Kasse?
  6. Wer gewinnt nach Arbeitsminuten?
  7. Was geht in der Rechnung nicht auf?
  8. Was heißt die Supermarkt-WM für Ihren Betrieb?
  9. Unsere Einordnung: Wer holt den Titel?
  10. Glossar: 15 wichtige Fachbegriffe zu Lebensmittelpreisen
  11. FAQ: Supermarkt-WM: Kauft Deutschland billiger ein als die USA?

Lebensmittel sind ein kleiner Posten im Haushaltsbudget, und doch bestimmt der Kassenbon, wie teuer sich das Leben anfühlt. Händler, Gastronomen und Hersteller spüren das an jeder Preiserhöhung, die ihre Kunden bemerken. Für diesen Vergleich tritt Aldi Süd gegen seinen Ableger in den USA an, mit 13 Artikeln und einem Wechselkurs nach festen Regeln.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Von 13 Artikeln ist Aldi Süd bei 8 günstiger als Aldi in den USA, darunter Kaffee, Kartoffeln, Spaghetti und Butter. Die USA gewinnen bei Milch, Eiern, Hähnchenbrust, Rinderhack und Äpfeln.
  • Der ganze Wocheneinkauf kostet in den USA umgerechnet 39,17 Euro, in Deutschland 41,72 Euro. Den Ausschlag geben die Hähnchenbrust und die deutsche Mehrwertsteuer.
  • Nach Arbeitszeit liegen die USA klar vorn: 70 Minuten zum durchschnittlichen Bruttostundenlohn gegen 89 Minuten in Deutschland.
  • Die vier großen Handelsgruppen haben in Deutschland mehr als 90 Prozent Marktanteil, in den USA kamen die vier größten Ketten 2019 auf 34 Prozent. Trotzdem ist Aldi Süd bei vielen Grundnahrungsmitteln billiger.
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Was wissen Sie über Lebensmittelpreise in Deutschland und den USA?
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 Welches Produkt ist bei Aldi in den USA am deutlichsten billiger als bei Aldi Süd? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Die Hähnchenbrust. Das Kilo kostet bei Aldi in den USA umgerechnet 4,29 Euro, bei Aldi Süd 11,32 Euro. Kaffee und Butter sind in Deutschland günstiger.
2 Wie viel Prozent ihres Budgets geben US-Haushalte laut der US-Statistikbehörde BLS im Supermarkt aus? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. 7,9 Prozent im Jahr 2025, Restaurantbesuche nicht mitgerechnet.
3 Welchen Anteil am Umsatz im deutschen Lebensmittelhandel haben Edeka, Rewe, Schwarz-Gruppe und Aldi zusammen? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: C. Laut Bundeskartellamt mehr als 90 Prozent. In den USA kamen die vier größten Ketten 2019 auf 34 Prozent.
4 Um wie viel Prozent stieg der Durchschnittspreis für gemahlenen Kaffee in den USA von September 2024 bis September 2025? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. Um 41 Prozent, von umgerechnet 12,66 auf 17,88 Euro je Kilo. Seither liegt er sogar etwas höher.
5 Wie viele Minuten arbeitet ein Beschäftigter in Deutschland zum durchschnittlichen Bruttostundenlohn für den Wocheneinkauf aus diesem Vergleich? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. Rund 89 Minuten. In den USA sind es 70 Minuten, weil der Einkauf billiger und der Stundenlohn höher ist.

Warum drücken Lebensmittelpreise so auf die Stimmung?

Zwei Einkaufswagen und ein Butterpäckchen auf einem Spielfeld unter einer Anzeigetafel
US-Haushalte geben nur 7,9 Prozent ihres Budgets für Lebensmittel aus, sehen aber wöchentlich den Kassenbon

Kein anderer Preis liegt so oft vor Augen. Ein US-Haushalt gibt laut der US-Statistikbehörde BLS nur 7,9 Prozent seines Budgets im Supermarkt aus. Den Kassenbon sieht er trotzdem jede Woche, die Rechnung der Autoversicherung einmal im Jahr.

Die Verbrauchsstichprobe des U.S. Bureau of Labor Statistics kommt für 2025 auf Ausgaben von umgerechnet rund 72.700 Euro je Haushalt. Davon gingen rund 5.760 Euro an den Supermarkt, Restaurantbesuche nicht mitgerechnet. In Deutschland gaben die Haushalte 2024 laut Statistischem Bundesamt 457 Euro im Monat für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren aus, 14 Prozent ihrer Konsumausgaben.

Ganz vergleichbar sind die beiden Anteile nicht. Die deutsche Statistik zählt Getränke und Tabak mit und rechnet nur mit den Konsumausgaben, die amerikanische mit allen Ausgaben einschließlich Versicherungen und Altersvorsorge. In beiden Ländern kosten Wohnen und Verkehr jedenfalls deutlich mehr als der Einkauf.

Die Ökonomen Francesco D’Acunto, Ulrike Malmendier, Juan Ospina und Michael Weber zeigten 2021 im Journal of Political Economy, wie das Gefühl steigender Preise entsteht. Verbraucher schätzen die Inflation nach den Preisänderungen ihres eigenen Einkaufs. Sie gewichten dabei, wie oft sie etwas kaufen, nicht wie viel sie dafür ausgeben, und Preiserhöhungen zählen für sie stärker als Senkungen. Butter, Milch und Kaffee wiegen im Kopf deshalb schwerer als die Waschmaschine, die man alle zehn Jahre kauft.

Im September hob Aldi den Preis für das 250-Gramm-Stück Milsani-Butter von 1,05 auf 1,19 Euro an, ein Plus von 13 Prozent, und begründete das mit höheren Rohstoffpreisen. Am 31. Oktober senkten Aldi Nord und Aldi Süd den Preis wieder auf 1,15 Euro, nachdem Lidl einen Tag zuvor vorgelegt hatte.

In den USA stimmten die Wähler am 3. November über den Kongress ab. In der Nachwahlbefragung von CBS News gaben mehr als doppelt so viele an, ihre finanzielle Lage habe sich verschlechtert, wie Wähler, deren Lage sich verbessert habe.

Nach den Daten des BLS kosteten Lebensmittel im US-Supermarkt im September 2026 knapp 32 Prozent mehr als im Februar 2020, vor der Pandemie. In Deutschland lag der Preisindex für Nahrungsmittel laut Statistischem Bundesamt im September knapp 37 Prozent über dem Durchschnitt des Jahres 2020.

Die laufende Teuerung ist in beiden Ländern dagegen gering: In den USA stiegen die Supermarktpreise binnen eines Jahres um 1,8 Prozent, in Deutschland die Preise für Nahrungsmittel um 0,4 Prozent.

Nach welchen Regeln spielt die Supermarkt-WM?

Metallpfeife liegt neben einem Bon mit orangefarbenem Aufkleber „Spielregeln“
Ohne feste Regeln vergleicht jede Preis-WM Äpfel mit Birnen, deshalb kommt in beiden Ländern derselbe Korb aufs Band.

Aldi spielt gegen Aldi. Aldi Süd will in den USA bis Ende 2026 fast 2.800 Filialen betreiben, nach demselben Prinzip wie in Deutschland: wenige Artikel, fast nur Eigenmarken, schlichte Läden. Verglichen werden 13 Artikel mit ihren Preisen vom 5. November 2026.

Ein Duell zwischen Edeka und Walmart würde zwei Geschäftsmodelle gegeneinander antreten lassen, einen Vollsortimenter mit Frischetheke gegen einen Konzern, der vom Fernseher bis zur Zahnpasta alles verkauft.

Bei diesem Duell bleibt das Geschäftsmodell gleich. Die Preise unterscheiden sich dann nur noch durch Löhne, Landwirtschaft, Steuern, Zölle und den Wettbewerb im jeweiligen Land.

Nach demselben Muster hat Dr. Web schon die Wohlstands-WM gegen die Niederlande ausgetragen, damals mit Vermögen statt Butter. Für die Supermarkt-WM gelten fünf Spielregeln:

  1. Gleicher Laden: Aldi Süd mit den Preisen seines Onlineshops tritt gegen Aldi in den USA an, dessen Onlineshop die Preise der dort ausgewählten Filiale zeigt.
  2. Gleicher Korb: In den Wagen kommen 13 Artikel des täglichen Bedarfs, jeweils die günstigste Eigenmarke. Die einzige Marke ist Coca-Cola, weil die Flasche in beiden Ländern dieselbe ist.
  3. Regulärer Preis: Wenn ein Artikel gerade im Angebot steht, zählt der Preis vor der Aktion.
  4. Gleiche Einheit: Gallonen, Pfund und Unzen rechnen wir in Liter und Kilogramm um, das Dutzend Eier auf zehn Stück.
  5. Ein Kurs: Alle amerikanischen Preise rechnen wir zum Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 4. November 2026 in Euro um.

Bei der Steuer haben die USA einen Vorteil. In Deutschland steckt im Regalpreis die ermäßigte Mehrwertsteuer von 7 Prozent, nur für die Cola gilt der volle Satz von 19 Prozent. In den USA kommt die Umsatzsteuer erst an der Kasse dazu, doch die meisten Bundesstaaten verzichten bei Lebensmitteln darauf. Laut der Seniorenorganisation AARP erheben 2026 nur noch acht Bundesstaaten eine eigene Steuer auf Lebensmittel, darunter Mississippi mit 5 Prozent und Tennessee mit 4 Prozent. Die Supermarkt-WM vergleicht deshalb, was an der Kasse auf dem Bon steht.

Die deutschen Eier stammen aus Bodenhaltung, die amerikanischen sind Standardeier der Güteklasse A. Gegen den Gouda tritt ein milder Cheddar an, gegen den Parboiled-Reis ein Langkornreis. Die Kartoffeln gab es bei Aldi Süd in dieser Woche nur zum Angebotspreis, der Onlineshop nennt keinen regulären Preis.

Die Supermarkt-WM auf einen Blick
Aldi Süd gegen Aldi in den USA, 13 Artikel zum Stichtag 5. November. Gezählt werden gewonnene Spiele, die Summe an der Kasse und die Arbeitszeit für den Einkauf.
13
Artikel im Korb, jeweils die günstigste Eigenmarke, dazu Coca-Cola
5.11.
Stichtag 2026, Preise aus den Onlineshops beider Länder
8:5
gewonnene Spiele für Aldi Süd gegen Aldi in den USA
41,72 €
kostet der Wocheneinkauf bei Aldi Süd, in den USA umgerechnet 39,17 €
89 Min.
Arbeit zum Bruttostundenlohn in Deutschland, in den USA 70 Minuten
über 90 %
Marktanteil der vier großen Handelsgruppen in Deutschland, in den USA 34 % (2019)

Aktionspreise sind durch reguläre Preise ersetzt, außer bei den Kartoffeln von Aldi Süd. US-Preise zum EZB-Referenzkurs vom 4. November 2026 umgerechnet, ohne örtliche Umsatzsteuer.

Wer gewinnt die Gruppenphase, Produkt für Produkt?

Aufreihung von Getränkekartons mit Banderolen, teilweise schräg, sowie Tafel und Pylon
13 Artikel, 13 Spiele: Aldi Süd gewinnt acht, Aldi in den USA fünf.

Deutschland gewinnt sie mit 8:5. Aldi Süd ist bei Butter, Toast, Spaghetti, Reis, Kaffee, Cola, Kartoffeln und Käse günstiger. Aldi in den USA gewinnt bei Milch, Eiern, Hähnchenbrust, Rinderhack und Äpfeln.

Beim Kaffee gewinnt Deutschland mit dem größten Abstand in Euro, und zwar mit derselben Marke. Barissimo heißt die Röstung von Aldi auf beiden Seiten des Atlantiks. Bei Aldi Süd kostet die 500-Gramm-Packung Mahlkaffee 5,49 Euro. In den USA verkauft Aldi den Kaffee in Beuteln zu 340 Gramm, 500 Gramm kommen dort umgerechnet auf 9,07 Euro, 65 Prozent mehr.

Prozentual liegen die Kartoffeln noch weiter vorn, allerdings zum Angebotspreis. Fünf Pfund kosten bei Aldi in den USA umgerechnet 3,63 Euro, das Kilo also 1,60 Euro, bei Aldi Süd 92 Cent. Spaghetti und Weißbrot sind in den USA jeweils knapp die Hälfte teurer.

Beim Fleisch dreht sich das Spiel. Ein Kilo Hähnchenbrustfilet kostet bei Aldi Süd 11,32 Euro, beim US-Ableger umgerechnet 4,29 Euro, und das ist der reguläre Preis der Familienpackung. Auch Milch und Eier gibt es dort deutlich billiger. Der Liter Vollmilch kostet umgerechnet 64 Cent statt 95 Cent, zehn Eier kosten 1,37 Euro statt 2,33 Euro.

Deutschland gewinnt 8:5 nach Spielen
So viel teurer oder billiger ist derselbe Artikel bei Aldi in den USA als bei Aldi Süd, je Einheit und in Euro umgerechnet.
In den USA teurer: Punkt für Deutschland
Kartoffeln (kg)
+75 %
Aldi Süd 0,92 €, Aldi USA 1,60 €
Mahlkaffee (500 g)
+65 %
Aldi Süd 5,49 €, Aldi USA 9,07 €
Spaghetti (500 g)
+48 %
Aldi Süd 0,69 €, Aldi USA 1,02 €
Toastbrot (500 g)
+45 %
Aldi Süd 0,89 €, Aldi USA 1,29 €
Reis (kg)
+38 %
Aldi Süd 1,39 €, Aldi USA 1,92 €
Butter (250 g)
+36 %
Aldi Süd 1,15 €, Aldi USA 1,56 €
Coca-Cola (l)
+15 %
Aldi Süd 1,27 €, Aldi USA 1,46 €
Käse in Scheiben (kg)
+5 %
Aldi Süd 6,13 €, Aldi USA 6,46 €
In den USA billiger: Punkt für die USA
Hähnchenbrust (kg)
−62 %
Aldi Süd 11,32 €, Aldi USA 4,29 €
Eier (10 Stück)
−41 %
Aldi Süd 2,33 €, Aldi USA 1,37 €
Vollmilch (l)
−33 %
Aldi Süd 0,95 €, Aldi USA 0,64 €
Rinderhack (kg)
−11 %
Aldi Süd 11,58 €, Aldi USA 10,35 €
Äpfel (kg)
−10 %
Aldi Süd 1,59 €, Aldi USA 1,43 €

Preise vom 5. November 2026. Rinderhack, Äpfel und Cola bei Aldi Süd sowie Hähnchenbrust in den USA zum regulären Preis statt zum Angebot. Eier in Deutschland aus Bodenhaltung, Käse Gouda gegen Cheddar.

Die Spiele beim Rinderhack, bei den Äpfeln und beim Käse gehen knapp aus. Das Kilo Rinderhack kostet in den USA umgerechnet 10,35 Euro, in Deutschland regulär 11,58 Euro.

Beim Käse in Scheiben liegen beide Länder nur 33 Cent je Kilo auseinander, zugunsten von Deutschland.

Die Coca-Cola kostet bei Aldi Süd regulär 1,59 Euro für 1,25 Liter, das sind 1,27 Euro je Liter, das Pfand kommt dazu. In den USA kostet die Zwei-Liter-Flasche umgerechnet 2,92 Euro, also 1,46 Euro je Liter. In dieser Woche steht die Flasche bei Aldi Süd für 1,19 Euro im Angebot. Der Preis fällt damit für ein paar Tage um 40 Cent und steigt danach wieder, und solche Sprünge merken sich Kunden genauer als jeden Durchschnitt.

Warum kostet Hähnchen in den USA weniger und Kaffee mehr?

Kaffeetasse und Ei auf einer Waage mit Anhänger „Zoll?“
Kaffee wurde in den USA binnen eines Jahres um 41 Prozent teurer, Eier kosten nach der Vogelgrippe weit weniger als zum Rekordhoch.

Beim Kaffee schlug in den USA ein Preissprung von 41 Prozent binnen eines Jahres durch, beim Hähnchen unterbietet Aldi den amerikanischen Durchschnitt um fast die Hälfte. In Deutschland unterbieten sich die Discounter bei der Butter, obwohl die Molkereien den Landwirten mehr für die Milch zahlen.

Das BLS erhebt jeden Monat Durchschnittspreise in den amerikanischen Städten, über alle Supermärkte hinweg. Im September 2024 kostete das Kilo gemahlener Kaffee dort umgerechnet 12,66 Euro, ein Jahr später 17,88 Euro. Seither liegt der Kaffeepreis sogar etwas höher, im September 2026 bei 18,26 Euro je Kilo. In dieselbe Zeit fielen die Zölle, die Washington 2025 auf fast alle Einfuhren verhängte, darunter ein Zusatzzoll von 40 Prozent auf Waren aus Brasilien. Im November 2025 nahm die Regierung Kaffee, Tee, Bananen und Rindfleisch per Erlass von diesen Zöllen aus.

Im Februar 2026 erklärte der Oberste Gerichtshof die Zölle für unzulässig, die die Regierung auf ein Notstandsgesetz gestützt hatte. Auch die neuen Zölle seit Juli 2026 lassen Kaffee außen vor.

Wie viel vom Preissprung auf den Zoll entfiel, hat das BLS nicht ausgewiesen.

Beim Kaffee liegt Aldi in den USA nur 13 Cent je Kilo unter dem Durchschnitt aller Supermärkte: Der Barissimo kostet umgerechnet 18,13 Euro, der Landesschnitt 18,26 Euro.

Bei Aldi Süd kostet das Kilo 10,98 Euro, und darin steckt schon die deutsche Kaffeesteuer von 2,19 Euro je Kilo Röstkaffee, die es in den USA nicht gibt.

Bei den Eiern läuft die Kurve umgekehrt. Nach Ausbrüchen der Vogelgrippe kostete das Dutzend in den USA im März 2025 im Schnitt umgerechnet 5,53 Euro, so viel wie nie zuvor. Im September 2026 waren es 2,02 Euro, bei Aldi umgerechnet rund 1,64 Euro.

In Deutschland stiegen die Eierpreise dagegen binnen eines Jahres um 15,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt für September meldet.

Bei der Butter wirkt in Deutschland der Preiskampf. Laut Statistischem Bundesamt war Butter im September 29,5 Prozent billiger als ein Jahr zuvor, und Ende Oktober senkten Lidl und Aldi den Butterpreis um vier Cent.

Beim Fleisch schlägt Aldi in den USA nicht nur Aldi Süd, sondern auch die amerikanische Konkurrenz. Das Kilo Hähnchenbrustfilet kostete im September im US-Durchschnitt umgerechnet 8,22 Euro, beim Discounter 4,29 Euro. Auch der Liter Vollmilch liegt dort mit 64 Cent weit unter dem Landesschnitt von 96 Cent, der fast genau dem Milchpreis bei Aldi Süd entspricht.

Die beiden Aldis spielen damit verschiedene Spiele. Aldi Süd verteidigt in Deutschland seinen Platz unter vier großen Gruppen, die US-Tochter jagt Walmart mit Preisen weit unter dem Landesschnitt Kunden ab. Bis Ende 2028 will sie 3.200 Filialen betreiben und investiert dafür über fünf Jahre umgerechnet rund 8 Milliarden Euro.

Wer gewinnt, wer zahlt beim Preiskampf an der Kasse?

Ein Schraubstock hält ein orange verpacktes Päckchen, daneben hängt ein Preisschild mit „-4 Cent“
Der Preiskampf der Discounter macht die Butter billiger, die Rechnung landet zum Teil bei den Milchbauern.

In Deutschland gewinnen die Kunden der Discounter, zahlen müssen Milchbauern und kleinere Händler. In den USA sparen die Aldi-Käufer beim Fleisch, während Zölle und Agrarhilfen bei Verbrauchern und Steuerzahlern landen.

Nirgends in dieser WM ist der Wettbewerb so hart wie im deutschen Discountregal. Aldi, Lidl, Penny, Netto und Norma kamen 2024 laut einer Auswertung des Marktforschers YouGov auf 38 Prozent des Umsatzes im Lebensmittelhandel. Die übrigen Händler müssen sich an den Einstiegspreisen der Discounter messen lassen. Wenn Lidl den Butterpreis um vier Cent senkt, zieht Aldi am nächsten Tag nach.

Molkereien und Landwirte zahlen den Preiskampf zum Teil mit. Die Molkereien liefern die Butter, die Milchbauern den Rohstoff, und beide verhandeln mit wenigen großen Abnehmern. Als die Discounter Ende Oktober die Butter verbilligten, stiegen laut der Agrarzeitung agrarheute der Rohstoffwert und der Erzeugerpreis der Milch.

Die Landwirte tragen zudem das Wetterrisiko, denn die Landwirtschaft gehört zu den Branchen, die der Klimawandel Geld kostet.

Die zweite Gruppe der Zahler sind kleinere Händler. Edeka, Rewe, die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland sowie Aldi Nord und Aldi Süd kommen laut Bundeskartellamt zusammen auf mehr als 90 Prozent des Umsatzes im Lebensmittelhandel. Allen übrigen bleiben weniger als 10 Prozent, und sie müssen mit den Discountpreisen mithalten.

„Die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel ist mit 90 Prozent des Umsatzes für vier Unternehmen sehr hoch“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt im Oktober.

Die Behörde prüft deshalb jede Übernahme der Großen genau, zuletzt die Übernahme von tegut-Märkten durch Edeka und Rewe, die sie nur mit Auflagen freigab.

In den USA verteilt sich der Markt breiter. Die vier größten Lebensmittelhändler kamen 2019 laut dem Agrarministerium USDA auf 34 Prozent des Umsatzes, 1990 waren es 13 Prozent. Walmart allein erreicht nach Zahlen des Marktforschers Numerator rund 20 Prozent der Lebensmittelausgaben. Gewinner sind hier die Aldi-Käufer, die Fleisch, Milch und Eier deutlich unter dem Landesdurchschnitt bekommen.

Wer beim Lebensmittelpreis gewinnt und wer zahlt
Die wichtigsten Gewinner und Zahler in beiden Ländern, mit den Zahlen aus dem Artikel.
Deutschland
Gewinner
Kunden der Discounter
Aldi, Lidl, Penny, Netto und Norma kamen 2024 auf 38 % des Umsatzes. Butter war im September 29,5 % billiger als ein Jahr zuvor.
Zahler
Milchbauern und Molkereien
Die Butter wurde Ende Oktober billiger, während Rohstoffwert und Erzeugerpreis der Milch stiegen.
Zahler
Kleinere Händler
Vier Gruppen kommen auf mehr als 90 % des Umsatzes im Lebensmittelhandel.
USA
Gewinner
Aldi-Käufer
Hähnchenbrust kostet bei Aldi umgerechnet 4,29 € je Kilo, im Landesdurchschnitt 8,22 €.
Zahler
Kaffeetrinker
Der Durchschnittspreis für gemahlenen Kaffee stieg von September 2024 bis September 2025 um 41 %.
Zahler
Steuerzahler
Das Agrarministerium erwartet für 2026 direkte Zahlungen an die Farmer von umgerechnet rund 42 Mrd. €.

Dunkel markiert: Zahler. Agrarzahlungen als Prognose des USDA vom 3. September 2026, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 4. November 2026.

Die amerikanischen Verbraucher haben dagegen einen Teil der Zölle mitbezahlt. Seit Juli 2026 gelten auf viele Lebensmittel aus rund 60 Ländern neue Zusatzzölle von 10 bis 12,5 Prozent, etwa auf Schweinefleisch aus der EU und auf Hähnchen aus Brasilien oder Thailand. Ausgenommen sind Kaffee, Rindfleisch und Bananen. Die Zölle zahlen zunächst die Importeure, an der Kasse landen sie bei den Haushalten, soweit der Handel sie weitergibt.

Die zweite Rechnung geht an die Steuerzahler. Das Agrarministerium rechnet für 2026 mit direkten Zahlungen an die Farmer von umgerechnet rund 42 Milliarden Euro, nach knapp 25 Milliarden Euro im Jahr 2025. Deutschland bekommt aus dem EU-Agrarhaushalt rund 4,9 Milliarden Euro im Jahr an Direktzahlungen für seine Landwirte. Die Zahlen lassen sich nur grob vergleichen, weil die europäische Zahl ein Budget ist und die amerikanische eine Prognose.

Die Lebensmittelsteuer in acht Bundesstaaten trifft Haushalte mit kleinem Einkommen am stärksten, weil sie einen größeren Teil ihres Geldes im Supermarkt ausgeben.

Arkansas, Illinois, Kansas, Oklahoma und Virginia haben ihre Lebensmittelsteuer laut AARP inzwischen abgeschafft, Städte und Kreise dürfen eigene weiter erheben.

Wer gewinnt nach Arbeitsminuten?

Sanduhr und Einkaufskorb mit Anhänger „LETZTE CHANCE!“ vor weißem Hintergrund
Derselbe Wocheneinkauf kostet in den USA 70 Minuten Arbeit, in Deutschland 89 Minuten.

Die USA gewinnen deutlich. Der ganze Einkauf kostet bei Aldi in den USA umgerechnet 39,17 Euro, bei Aldi Süd 41,72 Euro. Bei durchschnittlichem Bruttostundenlohn arbeitet ein Amerikaner dafür 70 Minuten, ein Deutscher 89 Minuten.

Bei der Summe kommt es darauf an, was im Wagen landet. Unser Einkaufszettel sieht einen Wocheneinkauf für einen kleinen Haushalt vor: vier Liter Milch, ein Stück Butter, zehn Eier, ein Toastbrot, ein Kilo Hähnchenbrust, ein Pfund Hack, eine Packung Spaghetti, ein Kilo Reis, ein Pfund Kaffee, zwei Liter Cola, ein Sack Kartoffeln, ein Kilo Äpfel und eine Packung Käse.

Beim Gesamtpreis zählt vor allem die Hähnchenbrust. Allein beim Kilo spart der amerikanische Kunde rund 7 Euro, mehr als Deutschland bei Kaffee, Kartoffeln, Spaghetti, Reis, Toast und Butter zusammen herausholt. Deshalb verliert Deutschland beim Gesamtpreis, obwohl es mehr Einzelspiele gewinnt.

Den Rest erledigt die Mehrwertsteuer. Ohne sie kostete der deutsche Einkauf rund 38,75 Euro und wäre damit 42 Cent billiger als der amerikanische. Die USA gewinnen den Kassenbon also auch, weil die meisten Bundesstaaten Lebensmittel nicht besteuern.

Die privaten Arbeitgeber in den USA zahlten im September 2026 laut BLS im Schnitt umgerechnet 33,56 Euro brutto je Stunde. Das Statistische Bundesamt nennt für Deutschland einen durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von 28,19 Euro, gemessen im April 2025.

Deutschland (Aldi Süd)USA (Aldi)
Wocheneinkauf, 13 Artikel41,72 €39,17 €
Bruttostundenlohn28,19 € (April 2025)33,56 € (September 2026)
Arbeitszeit für den Einkauf89 Minuten70 Minuten
Steuer auf Lebensmittel7 % Mehrwertsteuer im Preis, Cola 19 %meist keine, in 8 Bundesstaaten Sales Tax an der Kasse
Eigene Rechnung. Preise vom 05.11.2026, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 04.11.2026. Löhne: Statistisches Bundesamt (durchschnittlicher Bruttostundenverdienst), BLS (durchschnittlicher Stundenverdienst, private Arbeitgeber). Steuer: Umsatzsteuergesetz, AARP.

Bruttolöhne sagen nichts über Steuern, Sozialabgaben und Krankenversicherung, die beide Länder sehr unterschiedlich regeln. Die deutsche Lohnzahl stammt außerdem aus dem April 2025 und ist damit anderthalb Jahre älter als die amerikanische. Selbst wenn die deutschen Löhne seither um fünf Prozent gestiegen wären, bliebe der Einkauf bei rund 85 Minuten, eine Viertelstunde mehr als in den USA.

Auf den Punkt

Nach Spielen liegt Deutschland vorn, nach Kassenbon und Arbeitszeit die USA. Den Ausschlag geben die Hähnchenbrust, die in den USA weniger als die Hälfte kostet, und die deutsche Mehrwertsteuer.

Was geht in der Rechnung nicht auf?

Ein Thermometer mit orangener Flüssigkeit und der Aufschrift „gemessen“ steckt in einem Butterblock
Die gefühlte Inflation liegt im Euroraum bei 3,6 Prozent, Lebensmittel werden in Deutschland kaum noch teurer.

Deutschland hat den viel stärker konzentrierten Handel und trotzdem oft die niedrigeren Preise, während die Amerikaner weniger für ihren Einkauf arbeiten und sich mehr sorgen. Die gefühlte Inflation liegt zudem über der gemessenen, obwohl Lebensmittel kaum noch teurer werden.

Nach dem Lehrbuch müssten vier Händler mit 90 Prozent Marktanteil die Preise diktieren können. Kritiker der Handelskonzerne sehen genau das. In einer Kleinen Anfrage im Bundestag fragten Abgeordnete im Sommer nach Gegenmaßnahmen, darunter eine Preisbeobachtungsstelle nach dem Vorbild Frankreichs und Spaniens, dazu eine Übergewinnsteuer für den Lebensmittelhandel.

Die Bundesregierung lehnt solche Eingriffe ab. In ihrer Antwort, über die topagrar im Juli berichtete, setzt sie auf Wettbewerb und auf die Missbrauchsaufsicht des Bundeskartellamts, eine niedrigere Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel will sie ebenfalls nicht.

Für diese Sicht spricht die Supermarkt-WM. Trotz der hohen Konzentration kosten Butter, Brot, Nudeln und Kaffee bei Aldi Süd weniger als beim US-Ableger. Die Zahl der Konzerne allein erklärt die Preise also nicht.

In den USA stellte die Wettbewerbsbehörde FTC 2024 fest, dass die Umsätze der großen Händler 2021 ihre Gesamtkosten um mehr als 6 Prozent überstiegen, in den ersten drei Quartalen 2023 um rund 7 Prozent.

Ein Amerikaner arbeitet für den Wocheneinkauf knapp 20 Minuten weniger als ein Deutscher, und trotzdem sorgte sich bei der Wahl die große Mehrheit um die Preise. Die Studie von D’Acunto und seinen Kollegen liefert die Erklärung: Im Kopf zählt vor allem die Veränderung eines Preises. Der Kaffee legte in den USA binnen eines Jahres allein 41 Prozent zu.

In Deutschland liegt der Anstieg seit 2020 mit knapp 37 Prozent sogar höher. In den USA sind es auf dieselbe Basis gerechnet knapp 29 Prozent.

Die Verbraucher im Euroraum schätzten die Inflation der vergangenen zwölf Monate im September auf 3,6 Prozent, wie die Europäische Zentralbank in ihrer Verbraucherumfrage ermittelt hat. Die Lebensmittel erklären das Gefühl diesmal kaum, denn Nahrungsmittel kosteten in Deutschland zuletzt nur 0,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Energie kostete laut Statistischem Bundesamt im Oktober dagegen 12,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Auf den Punkt

Marktmacht allein erklärt die Preise nicht: Der deutsche Handel ist mehr als zweieinhalbmal so stark konzentriert wie der amerikanische von 2019 und bei Butter, Brot und Nudeln trotzdem billiger. Über die Stimmung entscheidet, wie stark sich ein Preis verändert.

Was heißt die Supermarkt-WM für Ihren Betrieb?

Haken mit Karte: Zahl 1,15, oranges Smiley
Eckartikel wie Butter, Milch, Kaffee und Cola bestimmen, wie teuer ein Laden wirkt.

Ihre Kunden merken sich wenige Preise, die aber genau. Händler und Gastronomen sollten ihre Eckpreise kennen und große Sprünge vermeiden. Lebensmittelhersteller mit US-Geschäft zahlen seit Juli 2026 neue Zölle, und Arbeitgeber haben es mit Belegschaften zu tun, die mehr Inflation spüren, als die Statistik misst.

Butter, Milch, Kaffee und Cola sind die Eckartikel, an deren Preis Kunden einen ganzen Supermarkt messen. In der Bäckerei sind es Brötchen und Kaffee, in der Kantine das Tagesgericht. Eine Erhöhung um 13 Prozent in einem Schritt, wie bei der Butter im September, bleibt im Gedächtnis. Höhere Preise bei Artikeln, die Kunden selten kaufen, fallen dagegen weniger auf, das legen die Befunde von D’Acunto und seinen Kollegen nahe.

Ihre Eckpreise sollten Sie deshalb genauso sorgfältig planen wie Ihre Marge.

Die Cola, die bei Aldi Süd diese Woche 1,19 Euro kostet und sonst 1,59 Euro, gewöhnt die Kunden an den niedrigen Preis. Ein Betrieb, der oft mit Aktionen arbeitet, riskiert, dass die Rückkehr zum Normalpreis wie eine Preiserhöhung wirkt, weil Erhöhungen im Kopf stärker zählen als Senkungen.

Auf viele Waren deutscher Lebensmittelhersteller erheben die USA seit Juli 2026 einen Zusatzzoll von 10 Prozent, Kaffee, Rindfleisch und Bananen sind ausgenommen. Prüfen Sie gerne die Zolltarifnummern Ihrer Produkte, bevor Sie Preise für 2027 zusagen.

Solche Ausfuhren sichern Arbeit, die das Ausland bezahlt, und davon gibt es in Deutschland immer weniger.

In Lohngespräche bringen Beschäftigte ihre gefühlte Inflation mit. Im Euroraum liegt sie laut der Verbraucherumfrage der EZB bei 3,6 Prozent, die gemessene Teuerung in Deutschland lag im Oktober bei 2,8 Prozent. Arbeitgeber haben in solchen Gesprächen die Statistik auf ihrer Seite, die Belegschaft ihren Kassenbon.

Rechnen Sie in solchen Gesprächen gerne mit den Preisen, die Ihre Belegschaft tatsächlich zahlt, etwa in der Kantine.

Unsere Einordnung: Wer holt den Titel?

Silberner Pokal auf Förderband, „KASSEN-CHAMPION“-Inschrift, orange Henkel mit Einkaufswagen
Nach Spielen gewinnt Deutschland, nach Kassenbon und Arbeitszeit holen die USA den Titel.

Die USA holen den Titel. Deutschland gewinnt mehr Spiele, 8:5, aber den Wocheneinkauf bekommen die Amerikaner billiger und mit knapp 20 Minuten weniger Arbeit. Den Ausschlag geben die Hähnchenbrust und die deutsche Mehrwertsteuer.

Die Supermarkt-WM zeigt, woher niedrige Lebensmittelpreise kommen: aus dem Wettbewerb an der Kasse. Aldi Süd hält Butter, Brot und Nudeln billig, weil Aldi und Lidl einander keinen Cent schenken, auch wenn vier Gruppen den deutschen Markt fast unter sich aufteilen. Die US-Tochter drückt die Preise, weil sie Walmart die Kunden abjagen will. In beiden Ländern sorgt der Konkurrent für den niedrigen Preis.

Den Kassenbon entscheidet am Ende trotzdem der Staat. Ohne Mehrwertsteuer wäre der deutsche Wocheneinkauf 42 Cent billiger als der amerikanische, nach Arbeitszeit lägen die USA mit 70 gegen 82 Minuten weiter vorn.

Trotz 90 Prozent Marktanteil für vier Gruppen kostet die Butter bei Aldi Süd ein Viertel weniger als in den USA.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Preisbremsen, Preisbeobachtungsstellen und niedrigere Steuern auf Lebensmittel setzen beim Gefühl an. Eine niedrigere Mehrwertsteuer kostet den Staat Geld, und ob sie beim Kunden ankommt, entscheidet wieder der Wettbewerb im Regal.

Wer günstige Lebensmittel will, muss deshalb den Wettbewerb schützen: Übernahmen streng prüfen und auf Zölle für Lebensmittel verzichten, gleich ob Washington oder Brüssel sie erhebt. In den USA zahlen die Steuerzahler zusätzlich Agrarhilfen von rund 42 Milliarden Euro.

Für Deutschland heißt das: Den Preiskampf gibt es nur, solange genug Händler mitkämpfen. Bei mehr als 90 Prozent Marktanteil für vier Gruppen ist der Spielraum für weitere Übernahmen erschöpft.

Die Wähler in den USA haben recht, auch wenn die Arbeitsminuten etwas anderes sagen. Der Kassenbon ist die ehrlichste Preisstatistik, weil jeder Haushalt sie jede Woche selbst führt.

Glossar: 15 wichtige Fachbegriffe zu Lebensmittelpreisen

Aufgeschlagenes Notizbuch, Stift, Kassenzettel, orangefarbener Kreis mit Text
Von Bruttostundenverdienst bis Zusatzzoll: die Fachbegriffe zur Supermarkt-WM.

Bruttostundenverdienst

Bruttostundenverdienst ist der Lohn je bezahlter Arbeitsstunde vor Steuern und Sozialabgaben. Das Statistische Bundesamt ermittelt ihn in der Verdiensterhebung, das BLS in den USA als durchschnittlichen Stundenlohn der privaten Arbeitgeber. Netto bleibt in beiden Ländern unterschiedlich viel davon übrig.

Direktzahlungen

Direktzahlungen sind Gelder, die Landwirte unabhängig von Marktpreisen vom Staat bekommen, in der EU vor allem je Hektar Fläche aus der Gemeinsamen Agrarpolitik. In den USA zahlt das Agrarministerium Farmern zusätzlich Hilfen in Krisen, etwa bei Ernteausfällen oder in einem Handelsstreit.

Discounter

Discounter sind Lebensmittelhändler mit kleinem Sortiment, vielen Eigenmarken und schlichten Läden, die über niedrige Preise und hohe Mengen verdienen. In Deutschland gehören Aldi, Lidl, Penny, Netto und Norma dazu. Sie kamen 2024 auf 38 Prozent des Umsatzes im Lebensmittelhandel.

Eckartikel

Eckartikel nennt der Handel häufig gekaufte Waren, an deren Preis Kunden ein ganzes Geschäft messen, etwa Butter, Milch oder Kaffee. Steigt ihr Preis sprunghaft, wirkt der ganze Laden teurer, auch wenn andere Preise gleich bleiben. Händler kalkulieren solche Eckpreise deshalb oft besonders knapp.

Eigenmarke

Eigenmarke nennt der Handel Produkte, die er unter eigenem Namen verkauft, etwa Milsani oder Barissimo bei Aldi. Hergestellt werden sie oft von denselben Molkereien und Röstereien wie Markenware. Eigenmarken sind meist günstiger, weil Werbung und Markenaufschlag entfallen.

Gefühlte Inflation

Gefühlte Inflation beschreibt die Teuerung, die Verbraucher selbst wahrnehmen. Sie richtet sich nach häufig gekauften Waren wie Lebensmitteln und Benzin und liegt oft über der gemessenen Rate. Die EZB fragt sie monatlich in ihrer Verbraucherumfrage ab, im September 2026 lag sie bei 3,6 Prozent.

Kaffeesteuer

Kaffeesteuer heißt die Verbrauchsteuer, die Deutschland auf Röstkaffee und löslichen Kaffee erhebt. Für ein Kilo Röstkaffee beträgt sie 2,19 Euro und steckt bereits im Regalpreis. Die USA kennen keine vergleichbare Steuer, dort verteuerten zuletzt Einfuhrzölle den Kaffee.

Konsumausgaben

Konsumausgaben sind alle Ausgaben eines Haushalts für Waren und Dienstleistungen, von Miete und Strom über Lebensmittel bis zur Reise. Steuern, Versicherungsbeiträge und Sparen zählen nicht dazu. Das Statistische Bundesamt erhebt sie in den Laufenden Wirtschaftsrechnungen.

Marktkonzentration

Marktkonzentration misst, wie stark wenige Anbieter einen Markt beherrschen, häufig als gemeinsamer Anteil der vier größten Unternehmen. Im deutschen Lebensmittelhandel liegt er laut Bundeskartellamt über 90 Prozent, in den USA kamen die vier größten Ketten 2019 auf 34 Prozent.

Mehrwertsteuer

Mehrwertsteuer ist die Umsatzsteuer, die in Deutschland im Endpreis steckt. Der Regelsatz beträgt 19 Prozent, für die meisten Lebensmittel gilt der ermäßigte Satz von 7 Prozent. Für Erfrischungsgetränke wie Cola gilt der volle Satz, weil sie nicht zu den begünstigten Waren zählen.

Nachwahlbefragung

Nachwahlbefragung heißt eine Umfrage unter Wählern direkt nach der Stimmabgabe, in den USA Exit Poll genannt. Fernsehsender wie NBC News und CBS News lassen sie erheben, um zu erklären, welche Themen die Wahl bestimmt haben. Die Ergebnisse werden in den Tagen danach noch angepasst.

Referenzkurs

Referenzkurs heißt der Wechselkurs, den die Europäische Zentralbank an jedem Arbeitstag für den Euro gegenüber wichtigen Währungen veröffentlicht. Er dient Behörden und Unternehmen als neutrale Umrechnungsgrundlage. Die Supermarkt-WM rechnet alle amerikanischen Preise zum Kurs vom 4. November 2026 um.

Sales Tax

Sales Tax ist die Umsatzsteuer der US-Bundesstaaten und Gemeinden. Anders als die deutsche Mehrwertsteuer steht sie nicht im Regalpreis, sondern kommt erst an der Kasse dazu. Die meisten Bundesstaaten befreien Lebensmittel, 2026 besteuern laut AARP noch acht Staaten den Einkauf im Supermarkt.

Verbraucherpreisindex

Verbraucherpreisindex heißt das Preismaß, mit dem Statistikämter die Inflation messen. Es erfasst die Preise eines festen Warenkorbs und gewichtet sie nach den durchschnittlichen Ausgaben. Für Nahrungsmittel lag der deutsche Index im September 2026 bei 136,6 Punkten, gemessen am Jahr 2020.

Zusatzzoll

Zusatzzoll ist ein Zoll, den ein Staat über den regulären Zollsatz hinaus erhebt, oft befristet und nur gegen bestimmte Länder. Die USA verhängten 2025 solche Zölle gestützt auf ein Notstandsgesetz, die der Oberste Gerichtshof im Februar 2026 kippte. Seit Juli 2026 gelten neue Zusatzzölle auf anderer Rechtsgrundlage.

FAQ: Supermarkt-WM: Kauft Deutschland billiger ein als die USA?

Drei weiße, ein oranges Fragezeichen mit „Sonderangebot“-Anhänger und ein Einkaufskorb
Häufige Fragen zu Lebensmittelpreisen in Deutschland und den USA.

Ist Einkaufen in den USA teurer als in Deutschland?

Das hängt vom Produkt ab. Im Vergleich von Aldi Süd mit Aldi in den USA sind Kaffee, Brot, Nudeln, Reis und Kartoffeln in Deutschland günstiger, Fleisch, Milch und Eier in den USA. Der ganze Wocheneinkauf ist in den USA umgerechnet rund 6 Prozent billiger.

Warum ist Hähnchen bei Aldi in den USA so billig?

Aldi unterbietet in den USA den Landesschnitt, um Walmart Kunden abzujagen. Das Kilo Hähnchenbrust kostet dort umgerechnet 4,29 Euro, im US-Durchschnitt 8,22 Euro und bei Aldi Süd 11,32 Euro.

Warum ist Kaffee in den USA so teuer?

Der Durchschnittspreis für gemahlenen Kaffee stieg in den USA von September 2024 bis September 2025 um 41 Prozent und liegt seither etwas höher. In diese Zeit fielen auch Zusatzzölle auf Einfuhren, die für Kaffee inzwischen wieder aufgehoben sind.

Ist Aldi in den USA dasselbe Unternehmen wie Aldi Süd?

Ja, Aldi in den USA gehört zur Unternehmensgruppe Aldi Süd und arbeitet mit demselben Prinzip aus wenigen Artikeln und Eigenmarken. Bis Ende 2026 will Aldi dort fast 2.800 Filialen betreiben, bis Ende 2028 rund 3.200.

Was ist gefühlte Inflation?

Gefühlte Inflation ist die Teuerung, die Verbraucher selbst wahrnehmen. Im Euroraum lag sie im September 2026 laut EZB bei 3,6 Prozent, weil Verbraucher Erhöhungen bei oft gekauften Waren stärker gewichten als Senkungen.

Wie stark sind Lebensmittel seit 2020 teurer geworden?

In Deutschland lag der Preisindex für Nahrungsmittel im September 2026 knapp 37 Prozent über dem Durchschnitt von 2020. In den USA kosteten Lebensmittel im Supermarkt knapp 32 Prozent mehr als im Februar 2020.

Quellen

63 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 05.11.2026
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  17. ALDI SÜDProduktseite Butter
  18. ALDI SÜDProduktseite Eier
  19. ALDI SÜDProduktseite Toastbrot
  20. ALDI SÜDProduktseite Hähnchenbrust
  21. ALDI SÜDProduktseite Rinderhack
  22. ALDI SÜDProduktseite Spaghetti
  23. ALDI SÜDProduktseite Reis
  24. ALDI SÜDProduktseite Mahlkaffee
  25. ALDI SÜDProduktseite Coca-Cola
  26. ALDI SÜDProduktseite Kartoffeln
  27. ALDI SÜDProduktseite Äpfel
  28. ALDI SÜDProduktseite Käse in Scheiben
  29. ALDI USProduktseite Vollmilch
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