Bosch will am Standort Abstatt bei Heilbronn zusätzlich 750 Stellen in der Mobilitätssparte abbauen, bis Ende 2029. Das Unternehmen bestätigte die Zahl dem Handelsblatt.[1] Als Gründe nennt Bosch den Preiswettbewerb mit chinesischen Anbietern und die Entwicklung von Brake-by-Wire-Bremssystemen, die in China und nicht in Abstatt stattfand.
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Das Handelsblatt hat den Schritt am Donnerstag, 5. November, gemeldet. Bosch will den Abbau möglichst sozialverträglich gestalten.[1] Ob der Betriebsrat zugestimmt hat, ist nicht bekannt, es handelt sich um eine bestätigte Ankündigung und nicht um einen Beschluss mit Interessenausgleich. Stand: Donnerstag, 5. November.
Das Wichtigste in Kürze
- Bosch baut in Abstatt zusätzlich 750 Stellen in der Mobilitätssparte ab, der Abbau soll bis Ende 2029 laufen.
- Bosch begründet das mit dem Preiswettbewerb aus China und damit, dass Brake-by-Wire-Systeme dort mit den Kunden entwickelt wurden.
- Das Handelsblatt beziffert die wegfallenden Bosch-Stellen in Deutschland insgesamt auf 24.000.
- Zu Betriebsrat, Interessenausgleich und Sozialplan liegt noch nichts vor, die Zahl der Beschäftigten in Abstatt nennt der Bericht nicht.
Was plant Bosch in Abstatt?

Bosch will bis Ende 2029 in Abstatt 750 Stellen zusätzlich streichen, alle in der Mobilitätssparte. In Abstatt hat auch die Tochter Bosch Engineering ihren Hauptsitz. Wie viele Menschen am Standort arbeiten und wie sich die 750 zu früheren Runden verhalten, geht aus dem zugänglichen Teil des Berichts nicht hervor, eine Relation zur Belegschaft lässt sich deshalb nicht angeben.[1]
Bereichsfinanzvorstand Mohammed Abraham begründete den Schritt mit dem Geschäft in China: „Kundennahe Aufgaben entfallen dadurch in Abstatt.“[1] Gemeint ist Brake-by-Wire, also eine Bremse ohne mechanische Verbindung zum Pedal. Chinesische Autobauer führten sie früher ein als deutsche Hersteller, Bosch entwickelte die Systeme gemeinsam mit den Kunden am Standort in China.[1]
Dazu kommt der Preis. Bei integrierten Bremssystemen wird der Wettbewerb härter, weil asiatische Anbieter mit günstigeren Lösungen auf den europäischen Markt drängen.[1] Daraus ergibt sich der Mechanismus: Wo die Kunden sitzen und früh in Serie gehen, wandert die Entwicklung dorthin, und am bisherigen Standort entfallen die dazugehörigen Stellen.
Ist Abstatt ein Einzelfall bei Bosch?
Nein. Das Handelsblatt beziffert die wegfallenden Bosch-Stellen in Deutschland inzwischen auf insgesamt 24.000.[1] Zuvor war von rund 22.000 Stellen bis 2030 in der deutschen Zuliefersparte die Rede, worauf der Unterschied beider Zahlen beruht, erklärt der zugängliche Teil des Berichts nicht. Abstatt stand schon im November 2024 auf der Liste: Der Betriebsrat nannte den Standort damals unter den Orten, an denen im Bereich Cross-Domain Computing Solutions Stellen wegfallen sollten.[2]
Die Fälle der vergangenen Wochen haben verschiedene Ursachen. Im Werk Nürnberg will Bosch bis Ende 2029 900 von 1.800 Stellen streichen, weil die Nachfrage nach Hochdruckpumpen für Benzinmotoren hinter den Planungen zurückbleibt. Bei Bosch Rexroth sollen bis 2030 370 Stellen in Zentralbereichen wegfallen. In Abstatt trifft es dagegen die Entwicklung und nicht die Fertigung. Parallel führt Bosch Mobility ab August 2027 als eigene Tochtergesellschaft, während das Werk Bamberg mit einer Standortsicherung bis 2032 das Gegenbeispiel liefert.
Was bedeutet das für die Region und die Beschäftigten?
Bei einer Betriebsänderung dieser Größe muss Bosch mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan verhandeln (§§ 111, 112 BetrVG). Bosch sagt, der Abbau solle möglichst sozialverträglich verlaufen, welche Instrumente das umfasst, hat das Unternehmen bisher nicht genannt.
Für die Region sind Entwickler aus Systemtechnik und Software ein knappes Gut. Der Rüstungselektroniker Hensoldt will in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart rund 300 Stellen vorrangig mit Entwicklern aus der Autoindustrie besetzen. Da der Abbau in Abstatt bis Ende 2029 läuft, kommen die Profile voraussichtlich gestaffelt auf den Arbeitsmarkt. Arbeitgeber in der Region Heilbronn können früh Kontakt aufnehmen, Betroffene sollten die Verhandlungen des Betriebsrats abwarten, bevor sie Angebote annehmen.
Quellen
2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Handelsblatt (Martin-W. Buchenau)Autozulieferer: Bosch verschärft seinen Personalabbau (5. November 2026, hinter Bezahlschranke)
- echo24Bericht über den Abbau von 5.500 Stellen bei Bosch
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