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Bosch Rexroth will bis Ende 2030 bundesweit 370 Stellen in den Zentralbereichen und im zentralen Einkauf streichen. Betroffen ist auch der Hauptsitz in Lohr am Main. Wie viele Stellen dort wegfallen, ist offen. Im Einkauf plant der Konzern laut Main-Echo neue Stellen in Indien.

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Am Montag informierte die Unternehmensleitung die Beschäftigten in Lohr über den Abbau, berichtet das Main-Echo.[1] Auf der Presseseite von Bosch Rexroth steht dazu bis Donnerstagmorgen keine Mitteilung. Lohr erlebt damit die dritte Abbauankündigung seit Herbst 2024.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Bosch Rexroth will bis Ende 2030 bundesweit 370 Stellen in Zentralbereichen und zentralem Einkauf abbauen.
  • Der Hauptsitz Lohr am Main ist betroffen, eine Zahl für den Standort nennt der Bericht nicht.
  • Im Einkauf entstehen laut Main-Echo neue Stellen in Indien.
  • Der Auftragseingang stieg 2025 um 8,9 %, in Deutschland sank der Umsatz leicht.

Was plant Bosch Rexroth?

Ein weißer Bürostuhl mit einem Anhänger mit der Aufschrift 2030 auf weißem Hintergrund
Bosch Rexroth baut 370 Stellen in Deutschland ab, verteilt über vier Jahre. Betroffen sind Zentralbereiche und zentraler Einkauf, 2,8 % der 13.200 deutschen Mitarbeiter

Der Abbau trifft die Zentralbereiche und den zentralen Einkauf, also Abteilungen, die für den ganzen Konzern arbeiten.[1] Gestreckt ist er über gut vier Jahre. Die 370 Stellen entsprechen 2,8 % der rund 13.200 Beschäftigten, die Bosch Rexroth Ende 2025 in Deutschland hatte. Weltweit beschäftigte das Unternehmen rund 31.900 Menschen, gut 700 weniger als ein Jahr zuvor.[3]

Zugleich baut der Konzern anderswo auf: Das Main-Echo berichtet von neuen Stellen im Einkauf bei Rexroth in Indien.[2] Einkauf und Verwaltung hängen anders als eine Fertigungslinie nicht an einem Werk. Ähnlich verlagert BASF die Digitalservices seiner IT-Tochter nach Indien.

Warum streicht der Konzern trotz mehr Aufträgen?

Nach einer Krise sehen die Geschäftszahlen nicht aus. 2025 stieg der Auftragseingang um 8,9 % auf rund 6,6 Mrd. € und lag erstmals seit 2022 wieder über dem Umsatz von 6,45 Mrd. €. In Deutschland, dem umsatzstärksten Land, ging der Umsatz dagegen leicht zurück, das Wachstum kam vor allem aus China.[3]

Den Kostendruck beschrieb Vorstandschef Jochen Peter schon im April: „Außerdem drängen Wettbewerber aus Asien auf unsere Heimatmärkte.“ Der damalige Finanzvorstand Holger von Hebel sagte: „Wir arbeiten daher kontinuierlich an Kostensenkungen.“[3]

Bosch Rexroth: Abbau trotz mehr Aufträgen
Die neue Runde im Verhältnis zur Belegschaft und die Ankündigungen seit 2024
370
Stellen bundesweit bis Ende 2030, in Zentralbereichen und zentralem Einkauf
2,8 %
der rund 13.200 Beschäftigten in Deutschland (Ende 2025)
rund 5.300
Beschäftigte am Hauptsitz Lohr am Main (Stand November 2024)
+8,9 %
Auftragseingang 2025, auf rund 6,6 Mrd. €
Chronologie
September 2024
In Lohr sollen bis 2026 rund 240 Stellen in verschiedenen Bereichen wegfallen.
November 2024
Weitere 15 Stellen in Lohr, dazu 180 in Elchingen und 135 in Haßfurt-Augsfeld.
Dezember 2024
Einigung für Schweinfurt und Volkach: 160 statt 240 Stellen bis Ende 2028.
19. Oktober 2026
Ankündigung an die Belegschaft: 370 Stellen in Zentralbereichen und Einkauf bis Ende 2030.

Wie liefen die früheren Abbaurunden?

Im September 2024 kündigte Bosch Rexroth an, in Lohr bis 2026 rund 240 Stellen in verschiedenen Bereichen abzubauen. Im November kamen dort 15 Stellen hinzu, zugleich 180 in Elchingen bei Neu-Ulm und 135 in Haßfurt-Augsfeld.[4] Für Schweinfurt und Volkach handelten Betriebsrat und IG Metall die Zahl von 240 auf 160 Stellen bis Ende 2028 herunter. Bosch Rexroth verzichtete dort auch darauf, 40 % der Schweinfurter Produktion nach Rumänien zu verlagern, so Betriebsratschef Sebastian Schierling. Für den Abbau vereinbarte Bosch Rexroth freiwillige Wege wie Altersteilzeit, Vorruhestand und nicht nachbesetzte Stellen.[5]

Als die Konzernmutter Bosch im September 2025 den Abbau von 13.000 Stellen in Deutschland ankündigte, blieben Lohr und Schweinfurt laut Main-Post verschont.[6] In Unterfranken häufen sich die Fälle: Bei Magna in Dorfprozelten fallen 216 Stellen weg, eine Einigung mit dem Betriebsrat kam nicht zustande.

Noch ist der Abbau nur angekündigt, eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat ist nicht bekannt. Wie die Arbeitnehmervertreter reagieren, schildert das Main-Echo unter der Überschrift „Entsetzen über Stellenabbau“.[2] Lieferanten von Bosch Rexroth sollten sich darauf einstellen, dass Ansprechpartner im Einkauf bis 2030 wechseln und mehr Bestellvorgänge über das Team in Indien laufen können.

Quellen

6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Main-EchoBosch Rexroth: Entsetzen über Stellenabbau + Grafik Entwicklung der Mitarbeitendenzahl (21.10.2026, hinter Bezahlschranke)
  2. Main-EchoRexroth: Entsetzen über Stellenabbau (21.10.2026, hinter Bezahlschranke)
  3. Bosch RexrothBosch Rexroth hält Umsatz 2025 stabil und sieht 2026 Perspektive für WachstumApril 2026
  4. BR24Bosch Rexroth streicht bayernweit über 300 Stellen06.11.2024
  5. BR24Bosch-Rexroth: Weniger Stellen werden abgebaut02.12.2024
  6. Main-PostMassiver Stellenabbau bei Bosch: Standorte in Lohr und Schweinfurt bleiben verschont28.09.2025

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