Bosch Rexroth meldet für 2025 eine Kennzahl, die seit drei Jahren niemand mehr gesehen hat: Der Auftragseingang übertrifft wieder den Umsatz. Für den Maschinenbau-Riesen aus Lohr am Main ist das ein vorsichtiges Signal, dass die lange Investitionsflaute der Branche ihren Boden gefunden haben könnte.

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Bosch Rexroth hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem stabilen Umsatz und einem kräftig wachsenden Auftragseingang abgeschlossen. Für Entscheider im Maschinen- und Anlagenbau liefert die Bilanz des Antriebs- und Automatisierungsspezialisten einen seltenen Lichtblick in einem schwierigen Marktumfeld.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Umsatz lag 2025 bei rund 6,45 Milliarden Euro, ein leichtes Minus von 1,4 Prozent.
  • Der Auftragseingang stieg um 8,9 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro und übertraf erstmals seit 2022 wieder den Umsatz.
  • Den stärksten Zuwachs an Aufträgen brachte China, gefolgt von Europa und Deutschland.
  • Rund 560 Millionen Euro flossen in Forschung, Entwicklung sowie Gebäude und Anlagen.

Was steckt hinter dem Auftragsplus?

Fast leerer Drahtkorb links und ein voller mit Zahnrädern rechts, ein grünes Erfolgs-Schild daranhängend
Umsatz stabil bei 6,45 Mrd. Euro, Auftragseingang steigt um 540 Mio. Euro auf 6,6 Mrd. Euro – positives Zeichen für kommende Geschäftsentwicklung

Der Umsatz blieb mit 6,45 Milliarden Euro nahezu auf Vorjahresniveau, wechselkursbereinigt ergab sich sogar ein kleines Plus von 0,9 Prozent. Spannender ist der Auftragseingang: Mit 6,6 Milliarden Euro lag er rund 540 Millionen Euro über dem Vorjahr. Diese Kennzahl gilt als Frühindikator für die kommende Geschäftsentwicklung, und sie zeigt nach oben.

Den größten Schub brachte das China-Geschäft, wo Bosch Rexroth seine Aktivitäten zuletzt neu aufgestellt hat. Auch in Europa und in Deutschland zogen die Bestellungen deutlich an. Dr. Jochen Peter, seit März 2026 Vorstandsvorsitzender, ordnet die Lage mit Blick auf die Wettbewerber aus Asien ein.

Das wirtschaftliche und geopolitische Umfeld bleibt für uns alle eine Herausforderung. Auch drängen Wettbewerber aus Asien auf die Heimatmärkte. Innovationskraft, Kundennähe, Anpassungsfähigkeit und Kostenbewusstsein sind deshalb stets wichtige Erfolgsfaktoren für uns.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Worin investiert der Antriebsspezialist?

Ein Metall-Gelenkarm-Roboter mit einem integrierten Taschenmesser
Bosch Rexroth investiert 2025 560 Millionen Euro in Zukunftsfähigkeit, davon 57 Millionen in deutsche Werke und weitere Mittel in Mexiko, USA und Schweden

Trotz des schwierigen Umfelds hat Bosch Rexroth 2025 rund 560 Millionen Euro in die Zukunftsfähigkeit gesteckt, davon allein 57 Millionen Euro in die deutschen Werke in Lohr, Elchingen, Nürnberg und Horb. Weitere große Investitionen flossen nach Mexiko, in die USA und nach Schweden. Da in den Vorjahren bereits umfangreich in den Fertigungsverbund investiert wurde, stehen für ein anziehendes Geschäft ausreichend Kapazitäten bereit.

Technologisch setzt das Unternehmen auf KI in der Automatisierung. Die Plattform ctrlX AUTOMATION wurde um KI-Funktionen und zusätzliche Rechenleistung erweitert, dazu kam ein Security Scanner, mit dem sich Maschinenparks auf Sicherheitslücken prüfen lassen. Damit reiht sich Bosch Rexroth in einen Trend ein, den der gesamte deutsche Maschinenbau gerade vollzieht. Wie tief humanoide Roboter inzwischen in die Fertigung vordringen, zeigt unsere Übersicht zu sieben Roboter-Typen, die Ihre Branche verändern. Die strategische Einordnung für den Mittelstand liefert der Beitrag Robotik 2026: Wer braucht wirklich einen Roboter?

Wenn beim Maschinenbauer die Bestellungen wieder schneller steigen als der Umsatz, ist das mehr als eine Bilanzfußnote. Es ist das erste belastbare Lebenszeichen einer Branche, die drei Jahre lang vor allem von Lagerbeständen gezehrt hat.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Für das laufende Jahr formuliert Bosch Rexroth einen vorsichtig positiven Ausblick: Der bisherige Auftragseingang liegt über den Vorjahreswerten, der Umsatz zieht behutsam an. Ob daraus ein breiter Aufschwung wird, hängt an der geopolitischen Lage. Für Investitionsentscheider im Maschinenbau ist die Botschaft dennoch klar: Die Talsohle scheint durchschritten, der Kostendruck bleibt.

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