Mainsite, die Betreibergesellschaft des Industrie Centers Obernburg (ICO) bei Erlenbach am Main, hat am 2. November den Spatenstich für eine Fertigung der Vileda-Reinigungstücher gesetzt. Gebaut wird für Freudenberg Home and Cleaning Solutions, rund 7 Millionen Euro und über 20 Stellen stehen im Plan. Im selben Landkreis fallen bei Magna in Dorfprozelten zugleich 216 Stellen weg.
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Mainsite investiert als Bauherr rund 7 Millionen Euro in eine Produktionshalle von etwa 4.000 Quadratmetern, die Freudenberg Home and Cleaning Solutions (FHCS) für Vileda und Vileda Professional nutzt.[1] Nach Angaben der Betreiber entstehen mehr als 20 Arbeitsplätze, die Inbetriebnahme ist für Ende 2027 vorgesehen.[1][2]
Das Wichtigste in Kürze
- Mainsite baut im ICO Obernburg eine Halle von rund 4.000 Quadratmetern für FHCS, die Investition liegt bei rund 7 Millionen Euro.
- Mehr als 20 Arbeitsplätze entstehen, die Inbetriebnahme ist für Ende 2027 geplant, der Regelbetrieb für das erste Quartal 2028.
- Der Spatenstich markiert den Baubeginn. Förderung und Kosten der Produktionslinie nennt keine der Quellen.
Was entsteht im Industrie Center Obernburg?

Die Halle ist ein Massivbau mit Biodiversitätsdach und senkrecht montierten Photovoltaikmodulen. Als Generalunternehmer arbeitet Dreßler Bau aus Aschaffenburg, die Produktionslinie baut die Erbatech GmbH aus Erbach nach den Vorgaben von FHCS.[1] Veredelt werden Reinigungstücher der Marken Vileda und Vileda Professional. FHCS-Technikchef Alexander Thoma verweist auf die steigende weltweite Nachfrage nach PVA-beschichteten Reinigungstüchern, die das neue Werk bedienen soll.[1]
Die Arbeitsteilung ist klar getrennt: Mainsite investiert in die Halle, FHCS stellt die Technik und die Produktion hinein. Was die Linie von Erbatech kostet, nennt keine der Quellen. Die 7 Millionen Euro beschreiben deshalb die Investition des Betreibers, nicht die Gesamtsumme des Projekts. Zu Fördermitteln steht in den Berichten nichts.[1][2]
Thoma erklärt, FHCS habe sich mit Obernburg „bewusst für einen Standort in Deutschland entschieden“.[1] FHCS erzielte 2025 einen Umsatz von mehr als 1,3 Milliarden Euro und beschäftigt über 8.400 Menschen. Die Stufe im Verfahren ist dabei eindeutig: Standort und Bauherr stehen fest, gebaut wird seit dem Spatenstich, produziert wird noch nicht.
Was bedeutet die Zahl für die Region?
Das ICO umfasst 176 Hektar, beschäftigt mehr als 3.000 Menschen und beherbergt über 30 Unternehmen.[1] Gegen diese Belegschaft sind 20 neue Stellen weniger als ein Prozent. Rechnerisch kommen auf jede Stelle bis zu 350.000 Euro Investition, wobei die Anlage nicht eingerechnet ist.
Mainsite-Chef Johannes Huber sagt, die Neuansiedlung beweise die Attraktivität des Standorts. Zugleich räumt er ein, dass Ansiedlungen dieser Größe künftig nur noch auf neuen Flächen möglich sein werden, etwa im Süden.[1] Für Unternehmen auf Flächensuche am bayerischen Untermain ist das der wichtigere Satz: Große Parzellen im ICO sind Huber zufolge knapp.
Die Zahl steht zudem im Kontext einer Region, die gerade mehr Stellen verliert als gewinnt. Bei Magna in Dorfprozelten sind es 216 Stellen, die nach gescheiterten Verhandlungen Mitte 2027 wegfallen. Dass neue Industriearbeitsplätze in Deutschland nicht ausgeschlossen sind, zeigt auch Prysmian, das sein Seekabelwerk in Nordenham verdoppelt und bis zu 300 Beschäftigte sucht.
Vom Spatenstich zum Regelbetrieb: was bekannt ist
Zwanzig Stellen gleichen 216 verlorene nicht aus. Aber ein Konzern, der bewusst in Deutschland baut, ist im Landkreis Miltenberg gerade selten genug.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was sollten Unternehmen in der Region beobachten?
Offen bleiben zwei Punkte. Die Summe, die FHCS selbst in die Linie steckt, nennt keine Quelle. Ob die über 20 Stellen mit Beschäftigten aus dem Konzern oder von außen besetzt werden, sagt ebenfalls keine.
Für Zulieferer und Dienstleister am Untermain wird der Zeitplan relevant: Die Inbetriebnahme Ende 2027 und der Regelbetrieb im ersten Quartal 2028 entscheiden, wann Aufträge für Logistik, Wartung und Verpackung entstehen. Unternehmen mit Flächenbedarf im ICO sollten früh bei Mainsite anfragen. Mehr zum Konzern im Hintergrund steht in unserem Porträt Womit verdient Freudenberg seine 11,7 Milliarden Euro?
