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Marc Benioff benannte die KI-Plattform von Salesforce am Freitag von AIForce in SIForce um und übernahm damit eine Sprachregel, die Donald Trump nur den US-Bundesbehörden vorschreibt. Rechtlich ändert der neue Name nichts, selbst die Order aus Washington verweist auf die alte KI-Definition. Die Spur führt zu den Behörden, denen Salesforce seit dem Sommer KI-Agenten verkauft.

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Die Umbenennung in SIForce verkündete Marc Benioff, Chef und Verwaltungsratsvorsitzender von Salesforce, am Freitagabend auf X: „Die Ära der Superintelligenz ist da. AIForce heißt offiziell SIForce.“[1] Betroffen ist die Plattform, über die Mitarbeiter Salesforce-Daten aus Claude, Slack und anderen KI-Werkzeugen heraus bearbeiten. Der Konzernname bleibt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Benioff benannte die Salesforce-Plattform AIForce am 9. Oktober auf X in SIForce um.
  • Eine Executive Order vom 29. September verpflichtet allein die US-Bundesbehörden, „Super Intelligence“ statt „Artificial Intelligence“ zu schreiben.
  • Juristisch meint „SI“ in der Order dieselben Systeme wie die bisherige KI-Definition im US-Recht.
  • In der EU richten sich die Pflichten nach der Definition der KI-Verordnung, nicht nach dem Produktnamen.

Was hat Trump angeordnet?

Grauer Karton mit Aufschrift „Superintelligenz“ und „Vorsicht: Denkt nach.“ auf weißem Grund
Trump unterzeichnet Executive Order zur Förderung von „Super Intelligence“ und verpflichtet US-Behörden zur Verwendung des Begriffs in offiziellen Dokumenten

Am 29. September unterzeichnete Trump die Order „Inaugurating the Era of Super Intelligence“. Bundesbehörden sollen im gesetzlich zulässigen Rahmen in Schreiben, Berichten und auf Websites „Super Intelligence“ und „SI“ verwenden.[2] Bestehende Verträge und Vorschriften bleiben unverändert. Für die Definition verweist die Order auf das bisherige US-Gesetz über künstliche Intelligenz, einen eigenen Rechtsbegriff soll der Wissenschaftsberater des Präsidenten binnen 60 Tagen als Gesetzesvorschlag liefern.

Die Order bindet keine Unternehmen. Am selben Tag unterschrieben Musk, Zuckerberg und vier weitere Tech-Manager das freiwillige KI-Abkommen des Weißen Hauses. Am vergangenen Donnerstag bezeichnete Trump laut Business Insider auf Truth Social jeden als Feind, der weiter von künstlicher Intelligenz spricht.

Warum zieht Benioff mit?

Benioff begründete den neuen Namen nicht. Einen Hinweis liefert die Kundenliste, denn die US-Regierung kauft bei Salesforce zunehmend KI-Agenten. Im Juli vergab die Veteranenbehörde einen Auftrag über bis zu 1,39 Milliarden Euro, im August erhielt Salesforce die Freigabestufe IL5 für Personaldaten der Armee. Ein Produkt namens AIForce passt schlecht in Behördenschreiben, in denen „AI“ nicht mehr vorkommen soll.

Salesforce wechselt seine Produktnamen in kurzer Folge. Im Herbst 2025 bekamen rund zwei Dutzend Produkte den Zusatz Agentforce, Mitte September 2026 verschwand der Zusatz wieder, weil Einkäufer die Produkte laut The Information schlecht wiederfanden. Die Dachmarke AIForce war erst wenige Wochen alt. Elon Musk hatte am 4. Oktober auf X zugesagt, SpaceXAI in SpaceXSI umzubenennen, einen Termin nannte er nicht.

Drei Namen in zwölf Monaten
Wie Salesforce seine KI-Produkte umbenennt und wie Washington die Sprache vorgibt
Herbst 2025
Agentforce überall

Rund zwei Dutzend Salesforce-Produkte bekommen den Zusatz Agentforce, etwa Agentforce Sales.

Mitte September 2026
Rückzieher, neue Dachmarke

Agentforce Sales heißt wieder Sales Cloud. Als neue Dachmarke für den Zugriff aus Claude und Slack dient AIForce.

29. September 2026
Order aus dem Weißen Haus

US-Bundesbehörden schreiben künftig „Super Intelligence“. Die Definition bleibt die des bisherigen KI-Gesetzes.

4. Oktober 2026
Musk sagt zu

Elon Musk kündigt auf X an, SpaceXAI in SpaceXSI umzubenennen, ohne Termin.

9. Oktober 2026
Aus AIForce wird SIForce

Benioff verkündet den neuen Namen auf X. Der Konzernname Salesforce bleibt.

SIForce ändert an der Software nichts, nur die Ansprache: Salesforce schreibt jetzt so, wie Washingtons Einkäufer schreiben müssen.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Was ändert der neue Name für Kunden in Europa?

An den Pflichten ändert sich nichts. Die KI-Verordnung knüpft an die Funktion eines Systems an, also an Autonomie und die Fähigkeit, aus Eingaben Ergebnisse abzuleiten.[3] Ein Markenname mit „SI“ statt „AI“ verschiebt keine Risikoklasse und hebt keine Transparenzpflicht auf.

Salesforce-Kunden sollten den alten und den neuen Namen in Verarbeitungsverzeichnis und Auftragsverarbeitungsvertrag nebeneinander festhalten, damit Prüfer dasselbe Produkt wiedererkennen. Vor einer Vertragsverlängerung lohnt ein Blick auf die Alternativen im CRM-Vergleich. Wie Salesforce sein Geld verdient, zeigt die Analyse zum Geschäftsmodell von Salesforce, weitere Meldungen über die prägenden Köpfe der Branche sammelt das Archiv der Tech-Titanen.

Quellen

[1] Marc Benioff auf X: „The era of Super Intelligence is here. AIForce is officially SIForce.“, 9. Oktober 2026

[2] The White House: „Inaugurating the Era of Super Intelligence“, 29. September 2026, Sektionen 2 und 3

[3] EUR-Lex: „Verordnung (EU) 2024/1689 zur Festlegung harmonisierter Vorschriften für künstliche Intelligenz“, Artikel 3 Nummer 1

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