Die US-Regierung hat die für Freitag angesetzte Sitzung ihres Wissenschafts- und Technologierats abgesagt, dem unter anderem Mark Zuckerberg, Jensen Huang und Lisa Su angehören. Einen neuen Termin gibt es nicht, einen Grund nannte das Weiße Haus nicht. Für Unternehmen im DACH-Raum zeigt der Fall, wie eng die KI-Politik der USA an wenigen Konzernchefs hängt.
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Ein Sprecher des Energieministeriums hat am 6. November die Absage bestätigt.[1] Auf der Website der Behörde stand zeitweise der 13. November als Ersatztermin, per E-Mail nahm sie die Angabe zurück.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Sitzung des President’s Council of Advisors on Science and Technology (PCAST) fällt aus.
- Das Weiße Haus nennt keinen Grund und keinen neuen Termin.
- Der Rat sollte die neue KI-Arbeitsgruppe des Präsidenten beraten.
- Reuters nennt als Kontext den Kurssturz bei Tech-Aktien am Donnerstag, bestätigt ist ein Zusammenhang nicht.
Was sollte der Rat besprechen?

Der Rat sollte laut Reuters die Super Intelligence Task Force beraten, eine neue KI-Arbeitsgruppe aus Kabinettsmitgliedern, Ernannten des Präsidenten und Mitarbeitern des Weißen Hauses. „Super Intelligence“ sei der bevorzugte Begriff des Präsidenten für KI, schreibt die Agentur.[1] Den Vorsitz im Rat führen KI-Beauftragter David Sacks und Michael Kratsios, Direktor des Office of Science and Technology Policy.
Das Weiße Haus beantwortete die Frage nach dem Grund zunächst nicht. Reuters ordnet die Absage ein: Tech-Aktien waren am Donnerstag stark gefallen, weil Anleger fürchten, ein von den Demokraten kontrollierter Kongress könnte die KI-Entwicklung bremsen, und weil sie an der Rendite der hohen KI-Investitionen zweifeln.[1] Ob das die Absage erklärt, ist offen.
Welche Konzerne beraten das Weiße Haus bei KI?
Die erste Liste vom 25. März umfasst 13 Mitglieder, bis zu 24 sind möglich.[2] Auffällig ist die Gewichtung: Mit Huang, Su, Ellison, Safra Catz und Michael Dell sitzen fünf Chefs von Chip-, Cloud- und Rechnerkonzernen im Rat, dazu Zuckerberg und Sergey Brin von den großen Plattformen. Die Chefs der Modellentwickler fehlen: Weder Elon Musk noch Sam Altman noch Dario Amodei stehen auf der Liste.
Das Gremium berät nur, entscheiden darf es nichts. Sein Einfluss entsteht durch den Zugang zum Präsidenten. Dieselben Manager sind auch anderswo gefragt: Huang soll sich vor dem Kongress zum Spionagefall Megaspeed erklären, Su und er gehören zudem dem Beirat der Tsinghua-Universität an, der jährlich Pekings Führung trifft.
Was heißt das für Unternehmen im DACH-Raum?
Ein Beirat aus Konzernchefs entscheidet nichts, aber er zeigt, wessen Anrufe das Weiße Haus annimmt.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Europäische Firmen sind bei KI-Rechenleistung und Modellen auf US-Anbieter angewiesen, und deren Chefs prägen die Beratung in Washington mit. Zuckerberg etwa unterschrieb Trumps KI-Abkommen, nicht aber den EU-Kodex. Wie sich Exportregeln und KI-Auflagen in den USA entwickeln, bestimmt damit auch Preise und Verfügbarkeit hierzulande, die Rechenkapazität ist bei AWS schon weit im Voraus verkauft.
Geschäftsführer sollten KI- und Cloud-Verträge deshalb auf Preisanpassungsklauseln, Kündigungsfristen und einen zweiten Anbieter prüfen. Eine abgesagte Sitzung ist noch keine Richtungsänderung und kein Anlass für Notfallpläne, wohl aber für einen Blick in die Verträge.
Quellen
2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- ReutersTrump administration scraps meeting of panel that includes Meta’s Zuckerberg, Nvidia’s Huang (06.11.2026, englisch)
- FedScoopTrump taps Mark Zuckerberg, Larry Ellison for science and tech advisory panel (25.03.2026, englisch)
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