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Mark Zuckerberg lehnt eine abgestimmte Verlangsamung der KI-Entwicklung ab, kaum dass Meta mit dem Modell Muse Wonder zu OpenAI und Anthropic aufgeschlossen hat. Mehr Sicherheit verspricht sich der Meta-Chef von vielen konkurrierenden Modellen. Den vollständigen Sicherheitsbericht zu Muse Wonder will der Konzern erst nachreichen.

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Eine KI-Bremse kommt für Mark Zuckerberg nicht in Frage. Im Interview mit der Financial Times zum Start von Muse Wonder am Montag wies der Meta-Chef die Forderung nach einem langsameren Tempo zurück, die Anthropic-Chef Dario Amodei im September aufgestellt hatte. KI lasse sich mit gewöhnlichen Leitplanken verantwortungsvoll bauen, sagte Zuckerberg der Zeitung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zuckerberg lehnt die branchenweite Verlangsamung ab, die Amodei am 12. September vorgeschlagen hatte.
  • Mit Muse Wonder sieht sich Meta auf Augenhöhe mit OpenAI und Anthropic, den ausführlichen Sicherheitsbericht reicht der Konzern nach.
  • Als größeres Risiko nennt Zuckerberg wenige starke Modelle in der Hand weniger Firmen.

Warum lehnt Zuckerberg die Bremse ab?

Rennwagen, orangefarbenes Pedal mit „Nicht benötigt“-Schild auf weißem Grund
Zuckerberg plädiert im Podcast für vielfältige KI-Modelle und gegenseitige Kontrolle statt Konzentration bei wenigen Firmen

Bei den wichtigen Sicherheitsfragen führe der Weg über viele verschiedene Angebote und gegenseitige Kontrolle, sagte Zuckerberg am selben Tag im Podcast Cheeky Pint des Stripe-Mitgründers John Collison. Nur ein paar gute Modelle in den Händen von ein paar Firmen hält er für „wahrscheinlich die riskantere Konstellation für die Zukunft“.[1]

Für Meta käme eine Bremse zur Unzeit. Vierzehn Monate lang baute der Konzern nach eigener Darstellung seine KI-Sparte um und sieht sich erst jetzt an der Spitze.[2] Ein gemeinsames Innehalten hätte die Rangfolge festgeschrieben, in der Meta bisher hinten lag. Amodeis Vorschlag hatten noch am selben Tag Sam Altman, Elon Musk und Demis Hassabis von Google Deepmind zugestimmt. Seither läuft in Kalifornien eine Sammelklage wegen mutmaßlich verbotener Absprache. Anfang Oktober hatte schon Peter Thiel jede KI-Pause abgelehnt.

Wie viel setzt Meta auf Muse Wonder?

Muse Wonder steht Entwicklern über die Schnittstelle Meta Model API und das Werkzeug Muse Code bereit, im Agenten Muse sollen zuerst die Abonnenten das neue Modell erhalten.[2] Die stärkste Fassung will Meta laut FT als geschlossenes Bezahlprodukt an Unternehmen verkaufen. Mit diesem Angebot greift der Konzern das Firmenkundengeschäft von Anthropic und OpenAI an. Bisher stammt der Umsatz fast vollständig aus Werbung, wie die Analyse zum Geschäftsmodell von Meta zeigt.

Ende vergangenen Jahres stand laut Zuckerberg ein Scheck über 100 bis 200 Milliarden Dollar an, umgerechnet 87 bis 174 Milliarden Euro, bevor das Team die neuen Modelle gesehen hatte. Das Risiko hält er dennoch für begrenzt: „Damit es nicht aufgeht, müssten nicht nur wir scheitern, sondern die KI insgesamt.“[1]

KI-Tempo: drosseln oder weiterfahren?
Was Tech-Chefs seit Dario Amodeis Vorschlag vom 12. September 2026 fordern und was Meta einsetzt
Tempo drosseln
Dario Amodei, Anthropic

Die Branche soll das Tempo der Fähigkeitssprünge gemeinsam drosseln. Sam Altman, Elon Musk und Demis Hassabis stimmen am selben Tag zu.

Weiterfahren
Peter Thiel, Founders Fund

Will so fest wie möglich aufs Gaspedal treten. Podcast-Clip vom 30. September 2026.

Mark Zuckerberg, Meta

Viele konkurrierende Modelle hält er für sicherer als wenige in der Hand weniger Firmen. 12. Oktober 2026.

Metas Rechnung
Zusage für Muse Wonder
87–174 Mrd. €

Ende 2025, bevor das Team die neuen Modelle zu sehen bekam.

Rechencluster mit 1 Gigawatt
13 Mrd. €

Betriebskosten im Jahr, nach Zuckerbergs Faustrechnung.

Ein Modell ohne veröffentlichten Sicherheitsbericht gehört in keinen Kundenprozess, egal wie gut die Benchmarks aussehen.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Was bedeutet das für Unternehmen in der EU?

In Europa regelt keine Absprache unter Konzernchefs die Sicherheitsprüfung großer Modelle, sondern die KI-Verordnung. Anbieter von Modellen mit systemischem Risiko müssen ihre Modelle nach Artikel 55 evaluieren, Angriffstests durchführen und schwerwiegende Vorfälle melden.[3] Bußgelder kann die EU-Kommission seit August 2026 verhängen. Den freiwilligen Verhaltenskodex, mit dem Anbieter die Einhaltung belegen können, hat Meta bis heute nicht unterzeichnet und muss den Nachweis deshalb auf anderem Weg erbringen.

Für Ihr Unternehmen folgen daraus zwei Schritte:

  • Fordern Sie vor dem Einsatz die Modelldokumentation an, die Anbieter nach Artikel 53 an Unternehmen weitergeben müssen, die das Modell in eigene Produkte einbauen. Warten Sie zudem den angekündigten Sicherheitsbericht ab.
  • Bauen Sie KI-Anwendungen so, dass sich das Modell ohne Umbau tauschen lässt. Wie Sie das passende Modell finden, zeigt unser Leitfaden zur Auswahl von KI-Modellen vor dem Lizenzkauf.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Cheeky PintMuse Wonder: Zuckerberg and Wang’s $100B AI (Podcast mit Transkript)12.10.2026
  2. MetaIntroducing Muse Wonder and Muse Wonder Full: Frontier Models for Agents12.10.2026
  3. EUR-LexVerordnung (EU) 2024/1689 zur Festlegung harmonisierter Vorschriften für künstliche Intelligenz (KI-Verordnung)

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