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Microsoft hat bei Oracle gemietete Server mit älteren Nvidia-Chips abgeschaltet und den 2023 geschlossenen Vertrag nicht verlängert. Es ist die zweite KI-Miete bei Oracle, deren Ende in dieser Woche bekannt wird, nach dem Mietvertrag von Tencent.

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Was hat Microsoft bei Oracle gemietet?
  2. Warum läuft der Vertrag aus?
  3. Was bedeutet das für Unternehmen in Europa?
  4. Mehr Newshunger?

Microsoft beendet laut Bloomberg eine Vereinbarung, mit der es KI-Rechenleistung bei Oracle mietete. Der Konzern hat die gemietete Kapazität den Quellen zufolge in den vergangenen Monaten abgeschaltet.[1] Microsoft äußerte sich gegenüber Reuters zunächst nicht, auch die Höhe des Vertrags ist nicht öffentlich (Stand: Freitag, 6. November 2026, 21:15 Uhr).

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Microsoft verlängert einen 2023 geschlossenen Vertrag über gemietete KI-Rechenleistung bei Oracle nicht und hat die Kapazität abgeschaltet.
  • Die Oracle-Hardware nutzt laut Bloomberg eine ältere Nvidia-Chipgeneration und passt nicht mehr zu Microsofts Bedarf.
  • Microsoft prüft zugleich Cloud-Partnerschaften im Milliardenwert neu, laut TNW hat der Konzern mehr als 80 Mrd. Dollar bei anderen Anbietern zugesagt.
  • Oracle erklärt, die Nachfrage nach seiner KI-Infrastruktur bleibe stark, auch nach GPUs früherer Generationen.

Was hat Microsoft bei Oracle gemietet?

Ein Servergehäuse vor hellem Hintergrund, mit zwei Etiketten versehen
Oracle liefert Server an Microsoft für Bing-Suchdienst. Vereinbarung 2023 angekündigt, finanzielle Details und Nvidia-Chip-Typ bleiben undisclosed

Oracle hatte die mehrjährige Vereinbarung 2023 angekündigt. Microsoft sollte darüber Server für Bing erhalten, die KI-gestützte Suche des Konzerns. Die finanziellen Konditionen wurden nie offengelegt, auch Bloomberg konnte die Größe nach eigenen Angaben nicht ermitteln.[1] Welchen Nvidia-Chip die Oracle-Server nutzen, nennt der Bericht ebenfalls nicht.

Ein Oracle-Sprecher sagte laut Reuters, die Nachfrage nach der KI-Infrastruktur der Oracle Cloud bleibe stark, auch nach Chips früherer Generationen. Beziffert hat er das nicht. Erst am Mittwoch hatte die Financial Times berichtet, dass Oracle einen anderen Mietvertrag aufgelöst hat: Tencents Miete von 100.000 KI-Chips im Wert von rund 6,1 Mrd. Euro.

Warum läuft der Vertrag aus?

Die gemietete Kapazität verlor laut Bloomberg an Wert, weil sie nicht mehr zu Microsofts Anforderungen passt. Gemietete Rechenleistung ist für Microsoft keine Nebensache: Der Konzern hat laut TNW mehr als 80 Mrd. Dollar für Kapazität bei CoreWeave, Nscale und Nebius zugesagt, rund 70 Mrd. Euro (Kurs 0,87 Euro je Dollar).[2] Die Konzernführung sei mit Kosten und Verzögerungen unzufrieden, schreibt TNW.

Die Oracle-Meldung ist die jüngste in einer Reihe von drei Wochen. Am 19. Oktober hieß es laut Telegraph, Microsoft steige bei Nscale in Essex aus, weil der Netzanschluss erst in den 2030er-Jahren kommt. Am 29. Oktober räumte Finanzchefin Amy Hood ein, dass Lieferungen von Drittanbietern später kommen als geplant, weshalb Microsoft im Quartal nur 45,2 statt 50 Mrd. Dollar investierte. Ob die Fälle zusammenhängen, belegt keine Quelle.

Microsoft kauft Rechenleistung nach Bedarf ein und zahlt für ältere Chips nicht weiter, auch wenn Oracle sie weiter als gefragt bezeichnet.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Microsofts Mietverträge für KI-Rechenleistung
Was bekannt ist, Stand Freitag, 6. November 2026
2023
Jahr, in dem Oracle die mehrjährige Vereinbarung für Microsofts KI-Suche ankündigte
70 Mrd. €
Zusagen bei CoreWeave, Nscale und Nebius, laut TNW mehr als 80 Mrd. Dollar
45,2 Mrd. $
Investitionen im Quartal bis Ende September, geplant waren rund 50 Mrd. Dollar
6,1 Mrd. €
Wert der Tencent-Miete bei Oracle, laut Financial Times aufgelöst
Drei Wochen Rückzug bei gemieteter Rechenleistung
In den letzten Monaten
Microsoft schaltet die Oracle-Kapazität ab
19. Oktober
Telegraph: Microsoft steigt bei Nscale in Essex aus
29. Oktober
Hood: Lieferungen von Drittanbietern verspäten sich
4. November
FT: Oracle löst die Tencent-Miete auf
6. November
Bloomberg: Microsoft lässt den Oracle-Vertrag auslaufen

Was bedeutet das für Unternehmen in Europa?

Wer KI-Rechenleistung bei großen Cloud-Anbietern bucht, sieht an dem Fall, dass die Chipgeneration ein Vertragsrisiko ist: Gemietete Kapazität verliert an Wert, sobald neue Chips erscheinen. Gartner warnt laut TNW, dass ein Teil der KI-Infrastrukturinvestitionen wegen neuerer Chips abgeschrieben werden könnte.[2] Oracle, das sich zuletzt 20 Mrd. Dollar am Kapitalmarkt besorgt hat, muss seine Rechenzentren auslasten, und jeder Mieter, der geht, fällt dabei ins Gewicht.

Wenn Sie Grafikprozessoren (GPUs) mit mehrjähriger Laufzeit mieten, prüfen Sie im Vertrag drei Punkte: welche Chipgeneration geliefert wird, ob es eine Option auf neuere Hardware gibt und was bei Nichtverlängerung passiert. Wie eng Anbieter und Chiphersteller verflochten sind, zeigt unser Beitrag zu Nvidia, CoreWeave und Nebius. Bis zum Abend fehlen eine Stellungnahme von Microsoft sowie Angaben zur Vertragsgröße und zum Chiptyp.

Quellen

2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Reuters, über Investing.comMicrosoft is winding down Oracle deal to rent AI cloud capacity, Bloomberg News reports (6. November 2026); Erstmelder Bloomberg (Brody Ford), hinter Bezahlschranke
  2. The Next WebMicrosoft is winding down its deal to rent AI computing from Oracle06.11.2026

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