Alphabets Drohnentochter Wing will bis zu 125 Mio. Dollar, umgerechnet 109 Mio. Euro, in ein neues Werk in Fort Worth, Texas, stecken. Das Werk soll Zehntausende Drohnen im Jahr bauen. Die US-Vorschrift für Drohnenflüge außer Sichtweite steht dagegen noch aus.
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Die Investition verteilt sich auf zwei Jahre, am Freitag hat die Wirtschaftszeitung Wall Street Journal als Erste darüber berichtet.[1] Ob Fort Worth dem Unternehmen Förderung gewährt, geht aus den Berichten nicht hervor. Stand: Freitag, 6. November 2026, abends.
Das Wichtigste in Kürze
- Wing investiert laut Wall Street Journal bis zu 109 Mio. Euro in zwei Jahren in die Fertigung in den USA.
- Das Werk in Fort Worth misst 15.000 Quadratfuß, etwa 1.400 Quadratmeter, und soll bis zu 100 Stellen schaffen.
- Wing beliefert in den USA über 70 Standorte und hat dieses Jahr mehr als eine Million Lieferungen ausgeflogen.
- Die Endfassung der US-Vorschrift für Drohnenflüge außer Sichtweite ist noch nicht erschienen.
Was soll in Fort Worth entstehen?

Das Werk soll Zustelldrohnen in Serie fertigen, nach Angaben des Unternehmens Zehntausende pro Jahr.[2] Ein Fluggerät nennen die Berichte nicht. Wing zahlt dazu auch Forschung und Entwicklung in Kalifornien und an seinen Einsatzorten, die Aufteilung der Summe bleibt offen.[3]
Wing-Chef Adam Woodworth begründet den Schritt mit der Nachfrage der Partner und ihrer Kunden.[2]
Warum baut Wing jetzt selbst in den USA?
Das Liefernetz wächst schneller als die Zahl der Fluggeräte. Wing fliegt in den USA von über 70 Standorten, fast 70 davon bei Walmart, und will bis 2027 in knapp 20 Märkten über 40 Millionen Amerikaner erreichen.[3] Walmart und Wing planen laut Fort Worth Report mehr als 270 Filialen in sieben weiteren Märkten.[2]
Auch die Konkurrenz rüstet auf. Zipline hat gerade 1,3 Mrd. Euro für den Ausbau seiner Fabriken eingesammelt, Amazon will seine Lieferdrohnen bis Ende 2026 in knapp 500 US-Städten einsetzen. Wing selbst verweist auf den Entwurf der Luftfahrtbehörde FAA, Part 108, der Flüge außer Sichtweite regeln soll.[3]
Nach Zipline baut nun auch Wing seine Fabrik, bevor die Regel steht. Die Drohne wird zur Serienware, und die FAA bestimmt das Tempo.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bremst die Lieferdrohnen in den USA?
Für den flächendeckenden Betrieb fehlt die Vorschrift. Die FAA hat den Entwurf für Part 108 im August 2025 veröffentlicht.[4] Eine Endfassung ist im Federal Register nicht erschienen, bis dahin brauchen Betreiber Ausnahmegenehmigungen für Fluggeräte und Einsatzgebiete. Wing baut also, bevor der Rahmen feststeht.
Was heißt das für Händler in Deutschland?
In der EU gilt seit Januar 2023 der Rechtsrahmen für den U-Space, einen Luftraum mit digitaler Verkehrsführung für Drohnen.[6] Deutschland muss ihn laut Deutschem Zentrum für Luft- und Raumfahrt erst in nationales Recht überführen.[5] Ein Liefernetz wie in Texas ist hier deshalb vorerst nicht in Sicht.
Rechnen Sie dennoch durch, welche Kunden Sie heute wegen der Lieferzeit nicht bedienen. Welche Automatisierung sich jetzt lohnt, zeigt unser Überblick Robotik 2026.
Quellen
6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Wall Street JournalExclusive: Alphabet’s Drone Unit to Invest Up to $125 Million in New Texas Facility (6. November 2026, hinter Bezahlschranke)
- Fort Worth ReportWing Aviation to invest $125M into Fort Worth drone manufacturing factory
- DroneLifeWing to Invest Up to $125 Million in U.S. Drone Manufacturing to Support Delivery Expansion
- Federal Aviation AdministrationNormalizing Unmanned Aircraft Systems Beyond Visual Line of Sight Operations, Proposed Rule, Dok. 2025-14992, Federal Register
- Deutsches Zentrum für Luft- und RaumfahrtU-Space in Deutschland weiterentwickeln
- Europäische KommissionDurchführungsverordnung (EU) 2021/664 über einen Rechtsrahmen für den U-Space, EUR-Lex
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