Im Ordner liegen noch die Quittungen von 2022: die Monatskarte, die Rechnung für den Laptop, der Beleg über die Spende ans Tierheim. Abgeheftet ist nicht abgegeben. Laut Statistischem Bundesamt bekamen 13,2 Millionen Arbeitnehmer für 2022 im Schnitt 1.240 Euro zurück, 11,6 Millionen ließen sich gar nicht erst veranlagen.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenDrei Fristen laufen derzeit nebeneinander: eine für Pflichtfälle, eine längere für Steuerpflichtige mit Berater und eine vierjährige für alle, die freiwillig abgeben. Bei einer Nachzahlung kommt spätestens 14 Monate nach Jahresende ein Verspätungszuschlag hinzu, den das Finanzamt dann zwingend festsetzt. Hier lesen Sie, welche Frist für Sie gilt, was eine Verspätung kostet und was sich für die Erklärung 2026 ändert.
Das Wichtigste in Kürze
- Ohne Berater war die Erklärung 2025 bis zum 31. Juli 2026 fällig. Mit Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein läuft die Frist bis zum 1. März 2027.
- Freiwillige Erklärungen nimmt das Finanzamt vier Jahre lang an, für 2022 also bis zum 31. Dezember 2026. Für 2022 lag die durchschnittliche Erstattung bei 1.240 Euro.
- Bei einer Nachzahlung kostet jeder angefangene Monat Verspätung 0,25 Prozent, mindestens 25 Euro. Nach 14 Monaten wird der Zuschlag Pflicht, bei einer Erstattung fällt keiner an.
- Für 2026 gilt die Entfernungspauschale von 38 Cent ab dem ersten Kilometer, Gewerkschaftsbeiträge zählen zusätzlich zum Pauschbetrag.
1 Bis wann läuft die Frist für die Steuererklärung 2025, wenn ein Steuerberater sie erstellt? Aufklappen ↓
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2 Wie hoch ist der Verspätungszuschlag bei der Einkommensteuer mindestens, je angefangenem Monat? Aufklappen ↓
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3 Wie hoch war die durchschnittliche Erstattung für Arbeitnehmer im Steuerjahr 2022? Aufklappen ↓
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4 Wie lange können Sie eine Steuererklärung freiwillig abgeben? Aufklappen ↓
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5 Welche Entfernungspauschale gilt ab dem Steuerjahr 2026? Aufklappen ↓
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Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende müssen abgeben, sobald ihre Einkünfte den Grundfreibetrag übersteigen. Arbeitnehmer müssen abgeben, falls sie Nebeneinkünfte oder Lohnersatzleistungen über 410 Euro, mehrere Arbeitgeber, Steuerklasse V oder VI, einen Faktor oder einen Freibetrag haben.
Für Arbeitnehmer zählt § 46 des Einkommensteuergesetzes (EStG) die Anlässe einzeln auf. Der Arbeitgeber zieht die Lohnsteuer jeden Monat ab, und für viele Beschäftigte ist die Einkommensteuer damit erledigt. Eine Erklärung verlangt das Finanzamt nur dort, wo der monatliche Lohnsteuerabzug das Jahresergebnis voraussichtlich verfehlt.
Typisch ist das bei Ehepaaren mit der Kombination III und V.
Die Steuerklasse III entlastet den besser verdienenden Partner im Monat deutlich, die Klasse V belastet den anderen überproportional. Ob beides am Jahresende aufgeht, zeigt erst die Veranlagung. Dieselbe Pflicht gilt bei Steuerklasse IV mit Faktor, beim Zweitjob in Steuerklasse VI und für alle, die sich einen Freibetrag in die Lohnsteuerabzugsmerkmale haben eintragen lassen. Alle Anlässe kreisen um dieselbe Frage: Passt die einbehaltene Lohnsteuer zur tatsächlichen Jahressteuer?
Auch Lohnersatzleistungen lösen die Pflicht aus. Elterngeld, Kurzarbeitergeld, Krankengeld und Arbeitslosengeld bleiben selbst steuerfrei, erhöhen aber den Steuersatz auf das übrige Einkommen. Fachleute nennen diesen Mechanismus Progressionsvorbehalt (§ 32b EStG).
Mehr als 410 Euro solcher Leistungen im Jahr genügen für die Abgabepflicht, ein paar Wochen Elterngeld reichen also.
Selbstständige geben jedes Jahr ab
Für Selbstständige regelt § 56 der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung die Pflicht: Übersteigt der Gesamtbetrag der Einkünfte den Grundfreibetrag, für 2025 also 12.096 Euro, ist eine Erklärung fällig. Bei Gewinneinkünften schreibt § 25 Abs. 4 EStG zusätzlich die elektronische Übermittlung vor.
Die Pflicht trifft ebenso Angestellte, die sich nebenberuflich selbstständig gemacht haben. Liegt der Gewinn aus der Nebentätigkeit über 410 Euro im Jahr, verlangt das Finanzamt eine Erklärung, auch wenn der Hauptjob sauber über die Lohnsteuer läuft.
Dieselbe Grenze gilt für Mieteinkünfte und alle anderen Einkünfte, von denen niemand Steuer einbehält.
| Anlass | Grenze | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Nebeneinkünfte ohne Steuerabzug, etwa Gewinn oder Mieteinkünfte | mehr als 410 Euro im Jahr | § 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG |
| Lohnersatzleistungen wie Elterngeld, Kurzarbeitergeld, Krankengeld | mehr als 410 Euro im Jahr | § 46 Abs. 2 Nr. 1, § 32b EStG |
| Arbeitslohn von mehreren Arbeitgebern gleichzeitig | jeder Betrag | § 46 Abs. 2 Nr. 2 EStG |
| Ehepaar mit Steuerklasse V oder VI oder IV mit Faktor | jeder Betrag | § 46 Abs. 2 Nr. 3a EStG |
| Eingetragener Freibetrag | Arbeitslohn über Grundfreibetrag plus Pauschbeträgen | § 46 Abs. 2 Nr. 4 EStG |
| Selbstständige, Freiberufler, Gewerbetreibende | Einkünfte über dem Grundfreibetrag (2025: 12.096 Euro) | § 25 Abs. 3 EStG, § 56 EStDV |
Wie groß der Kreis ist, zeigt die Einkommensteuerstatistik: Für das Jahr 2022 zählte das Statistische Bundesamt 43.990.708 Einkommensteuerpflichtige, zusammen veranlagte Ehepaare als ein Fall gezählt. Mitgezählt sind Menschen, die nicht veranlagt wurden, weil der Lohnsteuerabzug ihre Steuer bereits abgegolten hatte.
Arbeitnehmer müssen abgeben, sobald der monatliche Lohnsteuerabzug das Jahresergebnis voraussichtlich verfehlt. Selbstständige geben ab dem Grundfreibetrag jedes Jahr ab, mit Gewinneinkünften elektronisch.
Welche Fristen gelten für die Steuererklärung 2025?

Ohne Berater war die Erklärung für 2025 bis zum 31. Juli 2026 fällig. Mit Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein läuft die Frist bis zum 1. März 2027, weil der 28. Februar auf einen Sonntag fällt. Freiwillige Erklärungen für 2025 nimmt das Finanzamt bis Ende 2029 an.
Die Fristen stehen in § 149 der Abgabenordnung (AO). Ohne Berater gilt die Regel „spätestens sieben Monate nach Ablauf des Kalenderjahres“, mit Berater der letzte Tag im Februar des übernächsten Jahres. Endet die Frist an einem Wochenende oder Feiertag, schiebt § 108 AO das Fristende auf den nächsten Werktag.
Für die meisten Angestellten mit Pflichtveranlagung ist die Frist für 2025 damit seit fast drei Monaten verstrichen.
Die Corona-Verlängerungen sind ausgelaufen. Für die Jahre 2020 bis 2024 hatte der Gesetzgeber die Fristen schrittweise gestreckt, für beratene Fälle des Jahres 2024 zuletzt bis zum 30. April 2026. Ab dem Steuerjahr 2025 gelten laut Bayerischem Landesamt für Steuern wieder die regulären Fristen nach § 149 Abs. 2 und 3 AO.
Fällt das Fristende auf ein Wochenende oder einen Feiertag, gilt der nächste Werktag (§ 108 Abs. 3 AO). Die Fristen für 2026 hat Dr. Web aus § 149 AO und dem Kalender berechnet.
Vorabanforderung: früher dran trotz Berater
Der Aufschub bis Ende Februar gilt nicht in jedem Fall.
Nach § 149 Abs. 4 AO darf das Finanzamt die Erklärung früher anfordern, etwa nach einer verspäteten Abgabe im Vorjahr, nach einer Abschlusszahlung von mindestens 25 Prozent der festgesetzten Steuer oder mehr als 10.000 Euro und im Jahr einer Betriebseröffnung oder Betriebsaufgabe. Auch nachträglich festgesetzte Vorauszahlungen, eine geplante Außenprüfung oder eine Abschlusszahlung von voraussichtlich mehr als 10.000 Euro im laufenden Fall berechtigen die Behörde dazu. Für die Abgabe bleiben dann vier Monate ab Bekanntgabe der Anordnung.
Gründer im ersten Geschäftsjahr gehören damit zum Kreis, den das Finanzamt früher zur Abgabe bitten darf. Zusätzlich erlaubt das Gesetz eine automationsgestützte Zufallsauswahl.
Fristverlängerung beantragen
Eine Verlängerung lässt sich nach § 109 AO beantragen, sogar rückwirkend. In beratenen Fällen ist die Behörde strenger: Über das Februar-Ende hinaus verlängert das Finanzamt nur, falls der Steuerpflichtige ohne Verschulden an der Abgabe gehindert war.
Stellen Sie den Antrag deshalb vor dem Fristende und mit Begründung.
Die Fristen für 2026 stehen schon fest
Für die Erklärung 2026 fällt der 31. Juli 2027 auf einen Samstag. Die Frist ohne Berater endet deshalb am Montag, dem 2. August 2027. Mit Berater bleibt Zeit bis zum 29. Februar 2028, das Jahr hat einen Schalttag.
Sieben Monate ohne Berater, gut 14 Monate mit Berater, vier Jahre für alle, die freiwillig abgeben. Das Finanzamt darf beratene Fälle vorab anfordern, Neugründungen eingeschlossen.
Was kostet eine verpasste Frist?

Bei einer Nachzahlung kostet jeder angefangene Monat Verspätung 0,25 Prozent der Nachzahlung, mindestens aber 25 Euro. Spätestens 14 Monate nach Ende des Steuerjahres muss das Finanzamt diesen Zuschlag festsetzen. Bekommen Sie Geld zurück oder liegt die Steuer bei null, fällt kein Zuschlag an.
Bis zur 14-Monats-Grenze entscheidet das Finanzamt nach Ermessen. Den Verspätungszuschlag nach § 152 Abs. 1 AO darf die Behörde festsetzen, eine Pflicht besteht nicht. Bei entschuldbarer Verspätung entfällt der Zuschlag, ein Versäumnis des Steuerberaters rechnet das Gesetz allerdings dem Mandanten zu.
Mit dem Ablauf von 14 Monaten endet dieses Ermessen. Für das Steuerjahr 2025 ist das Ende Februar 2027.
Ab dann setzt das Finanzamt den Zuschlag zwingend fest, berechnet für jeden angefangenen Monat seit dem Fristende, also seit dem 1. August 2026.
Die Höhe regelt § 152 Abs. 5 AO: 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer abzüglich Vorauszahlungen und Steuerabzügen, mindestens 25 Euro je angefangenem Monat, höchstens 25.000 Euro insgesamt. Gemeint ist also die Nachzahlung, nicht die gesamte Jahressteuer. Erst ab 10.000 Euro Nachzahlung liegt der Prozentsatz über dem Mindestbetrag, darunter zahlen alle denselben Sockel, ob 100 oder 9.000 Euro fällig werden. Eine Erstattung, eine Steuer von null oder eine Steuer, die Vorauszahlungen und Lohnsteuer schon abdecken, lösen nach § 152 Abs. 3 AO gar keinen Zuschlag aus.
Angenommen, eine Angestellte mit kleinen Nebeneinkünften gäbe ihre Erklärung 2025 am 15. April 2027 ab und müsste 100 Euro nachzahlen. Die Verspätung umfasst neun angefangene Monate. 0,25 Prozent von 100 Euro ergäben 25 Cent je Monat, der Mindestbetrag hebt den Zuschlag aber auf 225 Euro, mehr als das Doppelte der eigentlichen Nachzahlung.
| Fall (Abgabe für 2025 am 15.04.2027) | Nachzahlung | Zuschlag für neun angefangene Monate |
|---|---|---|
| Erstattung | keine | 0 Euro, Ausnahme nach § 152 Abs. 3 AO |
| Kleine Nachzahlung | 100 Euro | 225 Euro (9 × 25 Euro Mindestbetrag) |
| Mittlere Nachzahlung | 5.000 Euro | 225 Euro (0,25 Prozent wären 12,50 Euro je Monat) |
| Hohe Nachzahlung | 20.000 Euro | 450 Euro (9 × 50 Euro) |
Unsere Einschätzung: Der Mindestbetrag trifft vor allem kleine Fälle. Bei 20.000 Euro Nachzahlung wirken die 0,25 Prozent so, wie der Gesetzgeber sie gedacht hat, bei 100 Euro macht der Mindestbetrag aus dem Zuschlag einen Aufschlag von 225 Prozent.
Für einen Selbstständigen mit hoher Nachzahlung ist der Zuschlag eine Rechengröße, für die Rentnerin mit kleiner Nachzahlung ein Ärgernis.
Frist verpasst: jetzt abgeben
Ein verstrichener 31. Juli ist kein Grund, weiter zu warten. Bis Ende Februar 2027 liegt der Zuschlag für 2025 noch im Ermessen des Finanzamts, und jeder weitere angefangene Monat erhöht ihn bei einer Nachzahlung. Gründe, die eine Verspätung entschuldbar machen, nennen Sie am besten gleich in einem kurzen Begleitschreiben.
Zwangsgeld und Schätzung
Bleibt die Erklärung ganz aus, kann das Finanzamt ein Zwangsgeld androhen und festsetzen, im Einzelfall bis zu 25.000 Euro (§ 329 AO). Parallel schätzt die Behörde die Besteuerungsgrundlagen nach § 162 AO.
Mit der Schätzung ist die Sache nicht erledigt. Die Pflicht zur Abgabe bleibt nach § 149 Abs. 1 Satz 4 AO bestehen, und die geschätzten Werte liegen in der Hand des Finanzamts, nicht in Ihrer. Zur Nachzahlung kommen außerdem Zinsen: 15 Monate nach Ablauf des Steuerjahres, für 2025 also ab April 2027, verzinst das Finanzamt Nachzahlungen und Erstattungen mit 0,15 Prozent je vollem Monat (§§ 233a, 238 AO).
- Erstattung: kein Verspätungszuschlag, nach 15 Monaten sogar Zinsen zu Ihren Gunsten
- Nachzahlung: 0,25 Prozent je angefangenem Monat, mindestens 25 Euro
- Ab 14 Monaten: Zuschlag zwingend, gerechnet ab dem Fristende
- Keine Abgabe: Zwangsgeld bis 25.000 Euro und Schätzung, die Pflicht bleibt
Lohnt sich eine freiwillige Steuererklärung?

Für die meisten Arbeitnehmer ja. Laut Statistischem Bundesamt erhielten 13,2 von 15,2 Millionen veranlagten Arbeitnehmern für 2022 eine Erstattung, im Durchschnitt 1.240 Euro. Freiwillig abgeben können Sie vier Jahre lang, für 2022 noch bis zum 31. Dezember 2026.
Die Zahlen stammen aus der Lohn- und Einkommensteuerstatistik, die das Statistische Bundesamt im Juni 2026 veröffentlicht hat. Erfasst sind 26,8 Millionen Steuerpflichtige, die 2022 ausschließlich Arbeitslohn und eventuell Kapitalerträge hatten. 1,8 Millionen davon mussten nachzahlen, im Schnitt 1.263 Euro.
Mehr als die Hälfte der Erstattungen (53 Prozent) lag zwischen 100 und 1.000 Euro, nur 3 Prozent über 5.000 Euro.
| Steuerjahr 2022 | Erstattung | Nachzahlung |
|---|---|---|
| Betroffene Arbeitnehmer | 13,2 Millionen | 1,8 Millionen |
| Durchschnitt | 1.240 Euro | 1.263 Euro |
| Unter 100 Euro | 8 Prozent | 27 Prozent |
| 100 bis 1.000 Euro | 53 Prozent | 48 Prozent |
| Über 5.000 Euro | 3 Prozent | 4 Prozent |
Eine Erklärung bringt selten ein Vermögen, meist aber einen spürbaren Betrag.
Rechnerisch ließen sich 11,6 Millionen dieser Arbeitnehmer für 2022 gar nicht veranlagen. Wie viel Geld dort liegen blieb, beziffert das Statistische Bundesamt nicht. Ein Teil von ihnen hätte nichts zurückbekommen, wie groß der andere Teil ist, weiß niemand.
Eine Erstattung gleicht dem Pfand für das Leergut im Keller: Das Geld gehört Ihnen längst, den Automaten füttern müssen Sie selbst. Das Finanzamt zahlt in reinen Arbeitnehmerfällen nur auf Antrag aus, und der Antrag ist die Erklärung (§ 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG).
Vier Jahre Zeit, aber nicht länger
Die Frist für die freiwillige Abgabe folgt aus der Festsetzungsfrist für die Einkommensteuer. Vier Jahre lang darf das Finanzamt die Steuer festsetzen (§ 169 Abs. 2 AO), gerechnet ab dem Ende des Steuerjahres (§ 170 Abs. 1 AO). Für 2022 endet die Frist deshalb am 31. Dezember 2026, für 2023 ein Jahr später.
Bis Silvester muss die Erklärung für 2022 beim Finanzamt eingegangen sein.
Für Pflichtfälle gilt diese Rechnung nicht: Dort beginnt die Festsetzungsfrist erst mit der Abgabe, spätestens nach drei Jahren (§ 170 Abs. 2 AO). Ein Verspätungszuschlag droht bei einer reinen Antragsveranlagung dagegen nicht, weil das Gesetz für freiwillige Erklärungen keine Abgabefrist kennt.
Wo Arbeitnehmer zu viel bezahlen
Der Lohnsteuerabzug berücksichtigt pauschal 1.230 Euro Werbungskosten im Jahr, den Arbeitnehmer-Pauschbetrag (§ 9a EStG). Höhere Kosten erkennt das Finanzamt nur mit Erklärung an: Fahrten zur Arbeit, Arbeitsmittel, Fortbildungen, Umzüge aus beruflichem Anlass.
Zu den Werbungskosten zählen auch Reisekosten bei Dienstreisen, soweit der Arbeitgeber sie nicht erstattet hat. Für Tage im Homeoffice zählen 6 Euro je Tag, höchstens 1.260 Euro im Jahr (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6c EStG).
Angenommen, ein Angestellter wäre 2025 an 200 Tagen 25 Kilometer zur Arbeit gefahren. Für die ersten 20 Kilometer gelten 30 Cent, ab dem 21. Kilometer 38 Cent je Kilometer der einfachen Strecke. Das ergäbe 7,90 Euro je Arbeitstag und 1.580 Euro im Jahr, schon allein 350 Euro über dem Pauschbetrag.
Freiwillig heißt nicht risikolos. Ergibt die Veranlagung eine Nachzahlung, setzt das Finanzamt die Nachzahlung fest, wie bei jeder anderen Erklärung. Eine Steuersoftware rechnet das voraussichtliche Ergebnis vor der Abgabe aus, und erst dann entscheiden Sie, ob die Erklärung rausgeht.
87 Prozent der veranlagten Arbeitnehmer bekamen für 2022 Geld zurück, im Schnitt 1.240 Euro. Für 2022 nimmt das Finanzamt freiwillige Erklärungen nur noch bis zum 31. Dezember 2026 an.
Das Finanzamt verlangt bei verspäteter Nachzahlung mindestens 25 Euro je Monat, zahlt Erstattungen aber nur auf Antrag aus.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was ändert sich für die Steuererklärung 2026?

Für 2026 steigt der Grundfreibetrag auf 12.348 Euro, die Entfernungspauschale beträgt 38 Cent ab dem ersten Kilometer, und Gewerkschaftsbeiträge zählen zusätzlich zum Arbeitnehmer-Pauschbetrag. Mit der Aktivrente bleiben bis zu 24.000 Euro Arbeitslohn jenseits der Regelaltersgrenze steuerfrei.
Für die Erklärung 2025 gelten diese Neuerungen noch nicht.
Die größte Änderung für Pendler stammt aus dem Steueränderungsgesetz 2025 vom 22. Dezember 2025. Seit dem 1. Januar 2026 gilt die Entfernungspauschale von 38 Cent für jeden vollen Kilometer der einfachen Strecke, nicht mehr erst ab dem 21. Kilometer. Die Obergrenze von 4.500 Euro im Jahr gilt weiter, außer für Fahrten mit dem eigenen Auto.
Im Beispiel mit 25 Kilometern und 200 Arbeitstagen wächst der Betrag damit von 1.580 auf 1.900 Euro, also um 320 Euro an Werbungskosten. Bei kurzen Wegen fällt der Unterschied prozentual am stärksten aus: 10 Kilometer an 200 Tagen ergeben 760 statt 600 Euro, gut ein Viertel mehr.
Ebenfalls neu: Beiträge an Gewerkschaften berücksichtigt das Finanzamt ab 2026 neben dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag (§ 9a Satz 3 EStG). Bisher gingen die Beiträge im Pauschbetrag unter, sofern die übrigen Werbungskosten unter 1.230 Euro blieben. Gewerkschaftsmitglieder haben damit einen Grund mehr, eine Erklärung abzugeben.
Rechenbeispiel: einfache Strecke, 200 Arbeitstage im Jahr. Werbungskosten über 1.230 Euro wirken sich nur mit Steuererklärung aus.
Aktivrente: steuerfrei nur für Angestellte
Das Aktivrentengesetz vom 22. Dezember 2025 stellt Arbeitslohn bis zu 24.000 Euro im Jahr steuerfrei, rechnerisch 2.000 Euro im Monat (§ 3 Nr. 21 EStG). Die Befreiung beginnt im Monat nach Erreichen der Regelaltersgrenze und gilt nur für Arbeitslohn aus einer Beschäftigung.
Selbstständige gehen leer aus.
Ein Berater, der mit 68 Jahren weiter Rechnungen schreibt, versteuert jeden Euro wie bisher, sein angestellter Kollege im selben Alter nicht. Diese Ungleichbehandlung halten wir für schwer erklärbar, gerade in einem Land, das über fehlende Fachkräfte klagt.
Familien und Ehrenamt
Das Kindergeld steigt 2026 auf 259 Euro je Kind und Monat, nach 255 Euro im Jahr 2025 (§ 66 EStG). Der Kinderfreibetrag wächst auf 3.414 Euro je Elternteil, dazu kommen 1.464 Euro für Betreuung, Erziehung und Ausbildung. Welche der beiden Leistungen günstiger ist, prüft das Finanzamt bei der Veranlagung selbst.
Für Übungsleiter, etwa im Sportverein, bleiben 3.300 Euro im Jahr steuerfrei, für andere Ehrenämter 960 Euro (§ 3 Nr. 26 und 26a EStG).
Für 2026 lohnt sich die Erklärung für Pendler mit kurzem Weg stärker als je zuvor. Die Aktivrente entlastet nur Angestellte, Selbstständige jenseits der Regelaltersgrenze zahlen weiter voll.
Wie gelingt die Steuererklärung am schnellsten?

Am schnellsten mit ELSTER und dem Belegabruf: Die Finanzverwaltung stellt Lohnsteuerbescheinigung, Rentenbezüge, Lohnersatzleistungen und Versicherungsbeiträge bereit, die Sie per Klick übernehmen. Prüfen müssen Sie die Daten trotzdem, denn übernommene Werte gelten als Ihre eigenen Angaben.
Im Belegabruf von ELSTER liegen die Daten der letzten vier Jahre: Stammdaten, Lohnsteuerbescheinigungen, Lohnersatzleistungen wie Elterngeld oder Krankengeld, Rentenbezugsmitteilungen, Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, Beiträge zu Riester- und Rürup-Verträgen sowie Kapitalerträge mit Freistellungsauftrag. Für Ehepartner oder Angehörige braucht der Abruf eine Berechtigung per Freischaltcode, der 90 Tage gilt.
Rechtlich gelten die übernommenen Daten nach § 150 Abs. 7 AO als Angaben des Steuerpflichtigen, sofern Sie keine abweichenden Werte eintragen.
Das sächsische Landesamt für Steuern und Finanzen formuliert deutlich: Die rechtliche Verantwortung für vollständige und korrekte Angaben liegt weiterhin bei den Steuerpflichtigen.
Die Erklärung mit einem Klick
Seit dem 1. Juli 2026 bietet die App MeinELSTER+ für das Steuerjahr 2025 eine „Steuererklärung mit einem Klick“ an. Nutzen dürfen die Funktion nur Ledige ohne Kinder, die ausschließlich Einkünfte als Arbeitnehmer, Rentner oder Pensionär haben. Für Selbstständige, Vermieter und Familien bleibt die Erklärung Handarbeit.
Elektronisch geht die Erklärung schneller durch. Das Finanzministerium Brandenburg meldet für das Steuerjahr 2024 einen Anteil von 79,4 Prozent elektronischer Erklärungen, die im Schnitt neun Tage schneller bearbeitet wurden als Papier.
| Weg | Kosten | Frist für 2025 | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| ELSTER mit Belegabruf | kostenlos | 31. Juli 2026 | alle, vor allem einfache Fälle |
| Steuersoftware | Kaufpreis oder Gebühr, zur Hälfte absetzbar | 31. Juli 2026 | Arbeitnehmer, Vermieter, Selbstständige mit Routine |
| Lohnsteuerhilfeverein | Jahresbeitrag nach Einkommen, bei der VLH 39 bis 399 Euro | 1. März 2027 | Arbeitnehmer, Rentner, Pensionäre, nicht für Selbstständige |
| Steuerberater | nach StBVV, für die Erklärung selbst 1/10 bis 6/10 einer vollen Gebühr | 1. März 2027 | alle, vor allem Selbstständige und Gewerbetreibende |
Software, Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater?
Neben ELSTER stehen drei Wege offen, die Geld kosten. Steuersoftware führt durch die Formulare und rechnet Varianten durch. Ein Lohnsteuerhilfeverein übernimmt die Erklärung für Mitglieder gegen einen Jahresbeitrag, der sich nach dem Einkommen richtet; bei der Vereinigten Lohnsteuerhilfe (VLH) reicht die Spanne von 39 bis 399 Euro, dazu kommen 10 Euro Aufnahmegebühr.
Für Selbstständige scheidet der Verein aus.
Nach § 4 Abs. 3 des Steuerberatungsgesetzes in der seit 1. September 2026 geltenden Fassung dürfen Lohnsteuerhilfevereine nicht helfen, sobald ein Mitglied Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder selbständiger Arbeit erzielt oder umsatzsteuerpflichtige Umsätze ausführt. Eine Ausnahme gilt für voll steuerfreie Einnahmen, etwa aus der Übungsleiterpauschale.
Ein Steuerberater rechnet nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) ab. Für die Erklärung selbst sieht § 24 StBVV 1/10 bis 6/10 einer vollen Gebühr vor, bei einer Summe der positiven Einkünfte von 50.000 Euro also 130,40 bis 782,40 Euro netto. Die Ermittlung der einzelnen Einkünfte, etwa eines Gewinns, kostet gesondert.
Privat veranlasste Beratungskosten sind nicht absetzbar. Für Beiträge an Lohnsteuerhilfevereine, Steuersoftware und Fachliteratur akzeptiert die Finanzverwaltung nach einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 21. Dezember 2007 aber eine Aufteilung von 50 Prozent als Werbungskosten oder Betriebsausgaben.
ELSTER mit Belegabruf ist kostenlos und für einfache Fälle der schnellste Weg. Selbstständige brauchen eine Software oder einen Steuerberater, Lohnsteuerhilfevereine dürfen ihnen nicht helfen.
Was passiert nach der Abgabe?

Das Finanzamt prüft die Erklärung und verschickt den Steuerbescheid, je nach Bundesland im Schnitt nach gut sechs bis knapp elf Wochen. Ab Bekanntgabe haben Sie einen Monat Zeit für einen Einspruch. Seit 2025 gilt ein Bescheid am vierten Tag nach der Aufgabe zur Post als bekannt gegeben.
Amtliche Bundeszahlen zur Bearbeitungsdauer veröffentlichen die Finanzverwaltungen nicht. Der Online-Steuerdienst Lohnsteuer kompakt hat rund eine Million Erklärungen in 482 Finanzämtern ausgewertet: Berlin brauchte 2025 im Schnitt 46,3 Tage, Hamburg 46,9 und Sachsen 47,1 Tage. Schlusslicht war Bremen mit 74,3 Tagen, das schnellste einzelne Finanzamt war Zwiesel mit 28,4 Tagen.
Bescheid prüfen, Einspruch einlegen
Legen Sie den Bescheid neben Ihre Erklärung.
Weicht das Finanzamt ab, steht die Begründung meist in den Erläuterungen am Ende des Bescheids. Stimmt etwas nicht, legen Sie innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Einspruch ein (§ 355 AO). Vor dem Bescheid genügt dagegen eine berichtigte Erklärung.
Bekannt gegeben ist ein Brief bei einer Übermittlung im Inland seit dem 1. Januar 2025 am vierten Tag nach der Aufgabe zur Post, zuvor galt der dritte Tag (§ 122 Abs. 2 AO). Für elektronisch bereitgestellte Bescheide gilt ebenfalls der vierte Tag nach der Absendung. Die Monatsfrist beginnt erst danach zu laufen.
Vorauszahlungen im Blick behalten
Zeigt die Veranlagung eine hohe Nachzahlung, kann das Finanzamt für die Folgejahre Vorauszahlungen festsetzen. Die Termine sind der 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember (§ 37 EStG).
Für Gründer heißt das: Mit dem ersten Bescheid können die Nachzahlung für das Vorjahr und Vorauszahlungen für das laufende Jahr zusammenfallen.
Bescheid gegen die eigene Erklärung prüfen, Abweichungen in den Erläuterungen lesen, binnen eines Monats Einspruch einlegen. Nach einer hohen Nachzahlung mit Vorauszahlungen rechnen.
Wird die Steuererklärung bald einfacher?

Schrittweise. Seit Juli 2026 bietet ELSTER für einfache Fälle die Erklärung mit einem Klick, und in der Politik mehren sich Stimmen für mehr Pauschalen. Für Selbstständige, Vermieter und Familien bleibt die Erklärung vorerst ein jährlicher Termin mit Belegen.
Baden-Württembergs Finanzminister Danyal Bayaz wirbt für mehr Pauschalen bei der Einkommensteuer, etwa einen höheren Arbeitnehmer-Pauschbetrag. Je mehr Kosten eine Pauschale abdeckt, desto weniger Beschäftigte brauchen überhaupt eine Erklärung.
Unsere Haltung: Der Belegabruf beweist, dass die Finanzverwaltung Lohn, Rente, Elterngeld und Versicherungsbeiträge längst kennt. Ein Staat mit diesem Wissen könnte reinen Arbeitnehmerfällen die Erstattung von sich aus anbieten, statt auf einen Antrag zu warten, den Millionen nie stellen. Die Erklärung mit einem Klick zeigt, dass die Technik dafür bereitsteht, beschränkt sich aber auf Ledige ohne Kinder und ohne Nebeneinkünfte. Solange das Antragsprinzip gilt, bleibt die Erklärung für Arbeitnehmer eine Pflicht gegenüber dem eigenen Konto.
Bis dahin hilft ein fester Ablauf, damit keine Frist verstreicht:
- Für 2022 bis zum 31. Dezember 2026 freiwillig abgeben, sofern eine Erstattung zu erwarten ist
- Die Pflichterklärung 2025 sofort nachholen, falls sie fehlt, oder dem Steuerberater die Unterlagen rechtzeitig vor dem 1. März 2027 geben
- Für 2023 und 2024 prüfen, ob eine Erklärung noch Geld bringt
- Belege für 2026 laufend sammeln, vor allem Fahrten, Homeoffice-Tage und Gewerkschaftsbeiträge
Mit diesem Ablauf liegt im nächsten Sommer nur eine Erklärung auf dem Schreibtisch, nicht vier.
Glossar: 14 wichtige Fachbegriffe zur Steuererklärung

Abgabenordnung
Abgabenordnung (AO) heißt das Grundgesetz des Steuerverfahrens. Das Gesetz regelt Erklärungsfristen, Verspätungszuschlag, Zinsen, Bekanntgabe von Bescheiden und den Einspruch, und zwar für alle Steuerarten. Was im Einzelnen zu versteuern ist, steht dagegen in den Einzelgesetzen wie dem Einkommensteuergesetz.
Antragsveranlagung
Antragsveranlagung nennt man die Einkommensteuerveranlagung, die ein Arbeitnehmer ohne Abgabepflicht selbst beantragt (§ 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG). Als Antrag gilt die Abgabe der Erklärung. Möglich ist das vier Jahre lang, meist mit dem Ziel einer Erstattung zu viel gezahlter Lohnsteuer.
Arbeitnehmer-Pauschbetrag
Arbeitnehmer-Pauschbetrag heißt der Werbungskostenbetrag von 1.230 Euro im Jahr, den das Finanzamt ohne Nachweis anerkennt (§ 9a EStG). Der monatliche Lohnsteuerabzug berücksichtigt den Betrag bereits. Erst Werbungskosten oberhalb dieses Betrags senken die Steuer zusätzlich, Gewerkschaftsbeiträge ab 2026 auch daneben.
Belegabruf
Belegabruf heißt die Funktion in ELSTER, mit der Sie Daten von Arbeitgebern, Rentenversicherung, Krankenkassen und Sozialleistungsträgern in die Erklärung übernehmen. Bereit liegen die Daten der letzten vier Jahre. Übernommene Werte gelten nach § 150 Abs. 7 AO als Ihre eigenen Angaben, prüfen sollten Sie diese Werte deshalb selbst.
Entfernungspauschale
Entfernungspauschale nennt man den Betrag, den Sie für den Weg zur ersten Tätigkeitsstätte als Werbungskosten ansetzen, unabhängig vom Verkehrsmittel. Ab 2026 sind das 38 Cent je vollem Kilometer der einfachen Strecke, bis 2025 galten 30 Cent für die ersten 20 Kilometer. Die Obergrenze liegt bei 4.500 Euro, außer bei Fahrten mit dem eigenen Auto.
Festsetzungsfrist
Festsetzungsfrist heißt der Zeitraum, in dem das Finanzamt eine Steuer festsetzen oder ändern darf. Bei der Einkommensteuer beträgt die Frist vier Jahre ab Ende des Steuerjahres (§§ 169, 170 AO). Für freiwillige Erklärungen bildet die Frist die Grenze, in Pflichtfällen beginnt der Fristlauf erst mit der Abgabe.
Grundfreibetrag
Grundfreibetrag heißt das Einkommen, das steuerfrei bleibt, damit das Existenzminimum unbesteuert ist. Der Betrag lag 2025 bei 12.096 Euro und steigt 2026 auf 12.348 Euro, bei zusammen veranlagten Ehepaaren gilt das Doppelte. Für Selbstständige markiert der Freibetrag zugleich die Grenze der Erklärungspflicht.
Lohnsteuerhilfeverein
Lohnsteuerhilfeverein nennt man einen Verein, der seinen Mitgliedern gegen einen Jahresbeitrag bei der Einkommensteuer hilft. Erlaubt ist das für Arbeitnehmer, Rentner und Pensionäre. Bei Einkünften aus Gewerbebetrieb, selbständiger Arbeit oder umsatzsteuerpflichtigen Umsätzen darf der Verein nicht tätig werden (§ 4 Abs. 3 StBerG).
Pflichtveranlagung
Pflichtveranlagung heißt die Einkommensteuerveranlagung, zu der das Gesetz verpflichtet, etwa bei Nebeneinkünften über 410 Euro, Steuerklasse V oder VI, mehreren Arbeitgebern oder einem eingetragenen Freibetrag (§ 46 Abs. 2 EStG). Für Pflichtfälle gelten die Fristen des § 149 AO und bei Verspätung der Zuschlag nach § 152 AO.
Progressionsvorbehalt
Progressionsvorbehalt nennt man die Regel, nach der steuerfreie Lohnersatzleistungen wie Elterngeld, Kurzarbeitergeld oder Krankengeld den Steuersatz auf das übrige Einkommen erhöhen (§ 32b EStG). Die Leistung selbst bleibt steuerfrei. Ab mehr als 410 Euro solcher Leistungen im Jahr wird eine Erklärung Pflicht.
Verspätungszuschlag
Verspätungszuschlag heißt der Aufschlag für eine zu spät abgegebene Steuererklärung (§ 152 AO). Bei der Einkommensteuer beträgt der Zuschlag 0,25 Prozent der Nachzahlung je angefangenem Monat, mindestens 25 Euro je Monat und höchstens 25.000 Euro. Nach 14 Monaten ist der Zuschlag zwingend, bei einer Erstattung entfällt er.
Vorabanforderung
Vorabanforderung heißt die Anordnung des Finanzamts, eine Erklärung schon vor Ablauf der verlängerten Beraterfrist abzugeben (§ 149 Abs. 4 AO). Anlass sind etwa eine verspätete Abgabe im Vorjahr, eine hohe Abschlusszahlung oder eine Betriebseröffnung. Für die Abgabe bleiben dann vier Monate.
Vorauszahlung
Vorauszahlung nennt man die Zahlung auf die Einkommensteuer des laufenden Jahres, die das Finanzamt nach der erwarteten Steuer festsetzt (§ 37 EStG). Fällig sind die Beträge am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember. Betroffen sind vor allem Selbstständige und Vermieter.
Zwangsgeld
Zwangsgeld heißt das Druckmittel, mit dem das Finanzamt eine ausstehende Erklärung erzwingen kann. Die Behörde droht das Zwangsgeld zunächst an und setzt den Betrag dann fest, im Einzelfall bis zu 25.000 Euro (§ 329 AO). Die Abgabepflicht bleibt bestehen, auch wenn das Finanzamt parallel schätzt.
FAQ: Wie viel Zeit bleibt für die Steuererklärung?

Kann ich die Steuererklärung noch auf Papier abgeben?
Arbeitnehmer, Rentner und Pensionäre dürfen die Erklärung weiterhin auf Papierformularen abgeben. Mit Gewinneinkünften, also als Selbstständiger, Freiberufler oder Gewerbetreibender, schreibt das Gesetz die elektronische Übermittlung vor. Elektronische Erklärungen bearbeiten die Finanzämter zudem schneller.
Muss ich als Rentner eine Steuererklärung machen?
Ja, sobald der steuerpflichtige Teil der Rente zusammen mit anderen Einkünften den Grundfreibetrag übersteigt, für 2025 also 12.096 Euro, bei Ehepaaren das Doppelte. Rentenbezüge und Krankenkassenbeiträge stehen im Belegabruf von ELSTER bereit.
Bekomme ich Zinsen, wenn die Erstattung spät kommt?
Ja, ab 15 Monaten nach Ende des Steuerjahres verzinst das Finanzamt Erstattungen mit 0,15 Prozent je vollem Monat. Für 2025 beginnt der Zinslauf also im April 2027. Dieselben Zinsen fallen umgekehrt auf Nachzahlungen an.
Kann ich eine abgegebene Steuererklärung noch ändern?
Vor dem Bescheid reichen Sie eine berichtigte Erklärung nach. Nach dem Bescheid bleibt der Einspruch, innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe. Als bekannt gegeben gilt ein Bescheid seit 2025 am vierten Tag nach der Aufgabe zur Post.
Kann ich die Kosten für Steuerberater oder Steuersoftware absetzen?
Zum Teil. Beratungskosten für die private Steuererklärung gelten als Kosten der Lebensführung. Bei Lohnsteuerhilfeverein, Software und Fachliteratur akzeptiert die Finanzverwaltung eine Aufteilung von 50 Prozent als Werbungskosten oder Betriebsausgaben. Kosten für die Gewinnermittlung sind Betriebsausgaben.
Gilt der 31. Juli auch für die freiwillige Steuererklärung?
Nein, freiwillige Erklärungen nimmt das Finanzamt vier Jahre lang an, für 2025 also bis Ende 2029. Ein Verspätungszuschlag droht bei einer reinen Antragsveranlagung nicht. Stellt sich eine Abgabepflicht heraus, gelten die Pflichtfristen.
Quellen
36 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 24.10.2026
- dejure.org§ 149 AO Abgabe der Steuererklärungen
- dejure.org§ 152 AO Verspätungszuschlag
- dejure.org§ 109 AO Verlängerung von Fristen
- dejure.org§ 162 AO Schätzung von Besteuerungsgrundlagen
- dejure.org§ 169 AO Festsetzungsfrist
- dejure.org§ 170 AO Beginn der Festsetzungsfrist
- dejure.org§ 46 EStG Veranlagung bei Bezug von Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit
- dejure.org§ 25 EStG Veranlagungszeitraum, Steuererklärungspflicht
- buzer.de§ 56 EStDV Steuererklärungspflicht
- buzer.de§ 32b EStG Progressionsvorbehalt
- buzer.de§ 32a EStG Einkommensteuertarif
- buzer.de§ 9 EStG Werbungskosten (Entfernungspauschale ab 2026)
- buzer.de§ 9a EStG Pauschbeträge für Werbungskosten
- buzer.de§ 4 EStG Gewinnbegriff (Tagespauschale Homeoffice)
- buzer.de§ 3 EStG Steuerfreie Einnahmen (Aktivrente, Übungsleiter, Ehrenamt)
- buzer.de§ 32 EStG Kinder, Freibeträge für Kinder
- buzer.de§ 66 EStG Höhe des Kindergeldes
- buzer.de§ 37 EStG Einkommensteuer-Vorauszahlung
- buzer.de§ 122 AO Bekanntgabe des Verwaltungsakts
- buzer.de§ 150 AO Form und Inhalt der Steuererklärungen
- buzer.de§ 233a AO Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen
- buzer.de§ 238 AO Höhe und Berechnung der Zinsen
- buzer.de§ 329 AO Zwangsgeld
- buzer.de§ 355 AO Einspruchsfrist
- buzer.de§ 24 StBVV Steuererklärungen
- buzer.deAnlage 1 StBVV Tabelle A
- buzer.de§ 4 StBerG Lohnsteuerhilfevereine (Fassung ab 01.09.2026)
- Bayerisches Landesamt für SteuernAblauf der Steuererklärungsfristen 2020 bis 2025 gemäß § 149 AO i. V. m. Artikel 97 § 36 Absatz 3 EGAO
- Statistisches BundesamtSteuererklärung: Durchschnittliche Rückerstattung lag bei 1 240 Euro
- Statistisches BundesamtEinkommensteuerpflichtige der Einkommensteuerstatistik einschließlich nichtveranlagte Steuerpflichtige
- ELSTERVorausfüllen der Steuererklärung (Belegabruf)
- Landesamt für Steuern und Finanzen SachsenMedieninformation vom 15.07.2026
- Ministerium der Finanzen und für Europa BrandenburgBis 31. Juli Einkommensteuererklärung abgeben (Pressemitteilung vom 15.07.2026)
- Lohnsteuer kompaktDas schnellste Finanzamt 2025
- Vereinigte LohnsteuerhilfeLohnsteuerhilfeverein: Kosten und Leistungen auf einen Blick
- Betriebs-BeraterBMF-Schreiben vom 21.12.2007: Zuordnung der Steuerberatungskosten
