Artikel teilen

Der Non-Food-Discounter Mäc Geiz will 123 seiner 183 Filialen weiterführen und rund 60 schließen, also etwa jede dritte. Im August war noch von rund 50 Schließungen die Rede gewesen. Bis zu 850 der zuletzt knapp 1.200 Arbeitsplätze könnten bleiben, wie viele wegfallen, nennt das Unternehmen nicht.[1]

Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügen
Inhalt 4 Abschnitte
  1. Wie viele Filialen und Stellen bleiben bei Mäc Geiz?
  2. Warum schrumpft die Kette weiter?
  3. Was bedeutet das für Lieferanten, Vermieter und Beschäftigte?
  4. Mehr Newshunger?

Welche Läden zumachen, hat Mäc Geiz bislang nicht veröffentlicht. Die Gläubiger sollen voraussichtlich im Dezember beim Amtsgericht Halle (Saale) über den Sanierungsplan abstimmen, ein Beschluss liegt damit noch nicht vor.[2]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Mäc Geiz will 123 von 183 Filialen behalten und rund 60 schließen, im August hatte das Unternehmen rund 50 Schließungen genannt.
  • Bis zu 850 Arbeitsplätze könnten erhalten bleiben, im August beschäftigte die Kette 1.175 Menschen. Eine Zahl der wegfallenden Stellen fehlt.
  • Die Gläubiger stimmen voraussichtlich im Dezember über den Sanierungsplan ab, bis dahin ist der Abbau ein Plan und kein Beschluss.

Wie viele Filialen und Stellen bleiben bei Mäc Geiz?

Einkaufskorb aus Drahtgitter, mit einem orangen Preisschild und einem Papieraufsteller
Mäc Geiz schließt 60 Filialen und reduziert sein Netz von 183 auf 123 Standorte. Besonders betroffen sind Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin

Die Kette führt künftig 123 Filialen statt der bisherigen 183, das sind 67 Prozent des Netzes. Rund 60 Läden schließen, ein Drittel. Nach der Eröffnung des Verfahrens am 1. August hatte Mäc Geiz noch mit rund 50 Schließungen gerechnet und die Klarheit über die Standorte bis zum Herbst angekündigt.[3] Die Läden liegen vor allem in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin. Das Logistik- und Dienstleistungszentrum in Landsberg (Sachsen-Anhalt) bleibt laut Unternehmen Teil des künftigen Betriebs.[2]

Bei den Stellen bleibt die Meldung vage: Bis zu 850 Arbeitsplätze könnten erhalten bleiben.[1] Im August nannte das Unternehmen 1.175 Beschäftigte.[3] Zieht man 850 davon ab, entfallen mindestens 325 Stellen. Das ist eine Rechnung der Redaktion, Mäc Geiz nennt keine Zahl. Schon im August hatte die Kette 71 Stellen in Vertrieb, Logistik und Dienstleistungszentrum gestrichen, ob sie in dieser Differenz stecken, ist offen.[3]

Der Abbau ist damit bisher nur angekündigt und geplant: Das Unternehmen hat die Zahlen genannt, die Gläubiger haben noch nicht zugestimmt, und eine Liste der Standorte fehlt.

Warum schrumpft die Kette weiter?

Als Gründe für den Antrag im Mai hat Mäc Geiz die Konsumzurückhaltung, gestiegene Lebenshaltungskosten, digitale Konkurrenz sowie hohe Energie- und Lohnnebenkosten genannt.[3] Auf dem Markt konkurriert die Kette laut dpa mit Action, Tedi und Woolworth.[1] Geschäftsführer Rüdiger Grommes hat im August gesagt: „Die planmäßige Verfahrenseröffnung bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“[3] Drei Monate später liegt die Zahl der Schließungen höher als damals.

So etwas hat die Gruppe schon erlebt. Die Kodi Beteiligungs GmbH hat Mäc Geiz zum Jahresbeginn übernommen, im Juli hat dann der Discounter Kodi selbst Insolvenz beantragt.[1] Dort schließen 43 von 144 Filialen und die Zentrale in Oberhausen, ebenfalls knapp ein Drittel. Der Zukauf hat damit keine der beiden Ketten stabilisiert. Fachleute erwarten für 2026 mehr als 500 Großinsolvenzen in Deutschland.

Mäc Geiz: von 183 auf 123 Filialen
Filialnetz, Stellen und Termine im Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung
123 von 183
Filialen will Mäc Geiz weiterführen, das sind rund zwei Drittel des Netzes
rund 60
Filialen sollen schließen, etwa jede dritte; im August war von rund 50 die Rede
bis zu 850
Arbeitsplätze könnten bleiben, im August hatte das Unternehmen 1.175 Beschäftigte
Dezember
Gläubiger stimmen beim Amtsgericht Halle (Saale) über den Sanierungsplan ab
Vier Stationen im Verfahren
12. Mai 2026
Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Halle.
1. August 2026
Verfahren eröffnet, rund 50 von 183 Filialen sollen schließen, 71 Stellen entfallen in der Verwaltung.
6. November 2026
Das Unternehmen nennt 123 bleibende und rund 60 schließende Filialen.
Dezember 2026
Abstimmung der Gläubiger über den Sanierungsplan, Termin voraussichtlich.

Was bedeutet das für Lieferanten, Vermieter und Beschäftigte?

Über den Sanierungsplan stimmen die Gläubiger ab, dazu zählen Lieferanten und Vermieter. Wer an einen Mäc-Geiz-Laden in Sachsen, Thüringen oder Berlin vermietet, erfährt erst mit der Standortliste, ob die eigene Fläche zu den rund 60 gehört. Ein früher Anruf beim Mieter klärt das schneller als das Warten auf die Gläubigerversammlung. Wo Läden schließen, werden Flächen frei, ob Wettbewerber sie übernehmen, ist offen.

Für die Beschäftigten ist offen, wie viele Stellen wegfallen und ob ein Sozialplan greift. Die Meldung enthält dazu keine Angaben, eine Stellungnahme von Betriebsrat oder Gewerkschaft lag nicht vor.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. dpa über t-onlineNach Insolvenz: Bekannte Discounter-Kette schließt jede dritte Filiale06.11.2026
  2. Retail-NewsMäc Geiz sichert 123 Filialen und plant Neustart mit kleinerem Netz06.11.2026
  3. Lebensmittel PraxisNon-Food-Discounter: Mäc-Geiz muss rund 50 Filialen schließen03.08.2026

Mehr Newshunger?

4,1 23 Bewertungen

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Dr. Web Newsletter

Jede Woche ein bisschen klüger.

Der Dr. Web Newsletter: die besten Artikel, Anbieter-Tipps und neue Tools, kompakt zusammengefasst, jeden Donnerstag. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.