Volkswagen hat in Europa rund 40 % Elektroautos im Auftragsbestand, unter den bis September ausgelieferten Fahrzeugen war erst jedes fünfte ein Stromer. Für Unternehmer entscheidet bei Abschreibung und Förderung deshalb der Tag der Übergabe, nicht der Tag der Bestellung.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenKnapp 150.000 Bestellungen hat Volkswagen kurz nach dem Marktstart für seine vier neuen Elektro-Kleinwagen ID. Polo, ID. Cross, Škoda Epiq und Cupra Raval gesammelt. Vertriebschef Martin Sander erklärt den Elektro-Trend im Heimatmarkt so: „Hauptgründe dafür sind die derzeit hohen Kraftstoffpreise und das größere Angebot an Einstiegsmodellen.“[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Im europäischen VW-Auftragsbestand liegt der Elektroanteil bei rund 40 %, bei den Auslieferungen bis September bei 20 %.
- Die Abschreibung von 75 % im ersten Jahr gilt nur für betriebliche Elektroautos, die vor dem 1. Januar 2028 geliefert werden.
- Die E-Auto-Förderung für Privathaushalte beantragen Halter erst nach der Zulassung.
Warum wachsen die Bestellungen schneller als die Auslieferungen?

Seit Ende 2025 hat sich der Auftragsbestand mit Elektroautos in Europa verdoppelt, die Auslieferungen stiegen von Januar bis September dagegen nur um 12,1 % auf 586.100 Fahrzeuge.[1] Jede neue Bestellung reiht sich damit hinter einen doppelt so langen Rückstau ein wie zum Jahreswechsel. Beim ID. Polo berichten Branchenmedien von rund zehn Monaten Lieferzeit.
Der Bestellboom trifft Volkswagen zudem mitten im Modellwechsel. In Zwickau läuft der überarbeitete ID.3 Neo vom Band, ID. Polo und ID. Cross kommen gerade erst in Serie.[1] Anfang 2027 löst der ID. Tiguan die Modelle ID.4 und ID.5 ab.[2] Neue Baureihen laufen in den Werken erst schrittweise hoch.
Nach dem Beginn des Irankriegs Ende Februar stiegen die Spritpreise auf Allzeithochs, am 7. Oktober kostete Super E10 im Schnitt noch 2,126 € je Liter.[3] Im September fuhr mehr als jeder dritte neue Pkw in Deutschland rein elektrisch.[4] In Deutschland zogen bei Volkswagen die Elektroautos im Auftragseingang an den Verbrennern vorbei. Die Verluste in China wiegen die Bestellungen aus Europa allerdings nicht auf.
In den USA brachen die Elektro-Auslieferungen des Konzerns nach dem Ende der Förderprogramme um 78 % ein.[1] Der deutsche Tankrabatt schmälert den Kostenvorteil des Stromers, senkt die Energiesteuer aber nur bis zum 31. Dezember 2026 um 14 Cent je Liter.[3]
Was bedeutet die Wartezeit für Steuer und Förderung?
Das Einkommensteuergesetz erlaubt bei Elektrofahrzeugen im Anlagevermögen eine Abschreibung von 75 % im ersten Jahr, sofern der Betrieb den Wagen nach dem 30. Juni 2025 und vor dem 1. Januar 2028 angeschafft hat.[5] Als Jahr der Anschaffung gilt das Jahr der Lieferung.[6] Ein im Frühjahr 2027 bestellter Wagen mit zehn Monaten Lieferzeit kann die Frist verpassen. Eine Übergabe im Januar statt im Dezember verschiebt die 75 % in das nächste Steuerjahr.
Bei Privatwagen richtet sich die E-Auto-Förderung nach dem Zulassungsdatum, einen Antrag vor der Zulassung nimmt das BAFA nicht an.[7] Bis zum 1. Oktober bewilligte das Amt 97.790 Anträge und zahlte 432 Millionen € aus, Modelle des VW-Konzerns führen die Statistik mit 20.624 Bewilligungen an.[8] Einkommensgrenzen und Zuschläge erklärt der Überblick zur E-Auto-Förderung 2026.
Im VW-Auftragsbuch stehen doppelt so viele Elektroautos wie zum Jahreswechsel. Über die Steuer entscheidet trotzdem allein der Tag, an dem der Wagen auf dem Hof steht.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Worauf achten Unternehmer bei der Bestellung?
Drei Punkte gehören in Kaufvertrag und Steuerplanung:
- Lassen Sie sich den Liefertermin schriftlich bestätigen und planen Sie Puffer bis zum 31. Dezember 2027 ein.
- Stimmen Sie den Übergabemonat mit Ihrer Steuerberatung ab, denn das Lieferjahr bestimmt, wann die 75 % greifen.
- Rechnen Sie Kauf und Leasing getrennt: Die 75 % gelten nur für Fahrzeuge im eigenen Anlagevermögen, Leasingkonditionen zeigt der Firmenwagen-Leasing-Vergleich.
Quellen
8 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Volkswagen GroupVolkswagen Group liefert bis September 6 Millionen Fahrzeuge aus, rund 40 Prozent des Auftragsbestands in Europa sind vollelektrische Modelle
- Volkswagen NewsroomEin Volkswagen-Bestseller wird elektrisch: Weltpremiere des neuen ID. Tiguan
- ADACBenzinpreis und Dieselpreis: Tankrabatt wirkt, aber nicht genug
- Kraftfahrt-BundesamtFahrzeugzulassungen im September 2026
- Bundesministerium der Justiz§ 7 Einkommensteuergesetz, Absatz 2a
- Bundesministerium der Justiz§ 9a Einkommensteuer-Durchführungsverordnung
- BAFAE-Auto-Förderung: Fördervoraussetzungen
- BAFAZwischenbericht zur E-Auto-Förderung (Stand 1. Oktober 2026, PDF)
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