Anfang 2027 ersetzt der VW ID. Tiguan die Elektro-SUVs ID.4 und ID.5. An der Schnellladesäule kommt der Nachfolger auf höchstens 165 kW und lädt nicht schneller als der ID.4. Neu sind dafür Tasten statt Touch-Slidern und ein Modellname, unter dem Volkswagen mehr als 8,3 Millionen Autos gebaut hat.

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Der ID. Tiguan erbt den Namen eines Bestsellers: Vom Tiguan und dem Schwestermodell Tayron lieferte Volkswagen im vergangenen Jahr mehr als eine Million Exemplare aus.[1] ID.4 und ID.5 kommen seit 2021 zusammen auf gut 950.000 Auslieferungen. Unter der Tarnfolie steckt ein weiterentwickelter ID.4, wie erste Testfahrten rund um Wien zeigen.[2]

Das Wichtigste in Kürze

  • Der ID. Tiguan feiert Anfang Oktober Premiere und kommt Anfang 2027 in den Handel.
  • Den 58-kWh-Akku kombiniert Volkswagen mit 140 kW Heckantrieb, den 77-kWh-Akku mit 210 kW Heck- oder 220 kW Allradantrieb.
  • Von 10 auf 80 Prozent lädt der ID. Tiguan in 26 bis 29 Minuten, der BMW iX3 mit 800 Volt in 21 Minuten.
  • Gekaufte Elektro-Firmenwagen mit Lieferung vor 2028 lassen sich im Anschaffungsjahr zu 75 Prozent abschreiben.

Warum tauscht Volkswagen die Nummer gegen den Namen?

ID. Tiguan: Volkswagen setzt auf den großen Namen statt auf 800 Volt.
Volkswagen benennt seinen Elektro-SUV in Tiguan um. Der Name steht für ein klares Fahrzeugkonzept und soll Kunden orientieren. Foto: volkswagen-newsroom.com

Volkswagen begründet den Namenswechsel mit Orientierung für Kunden. Der etablierte Name soll für ein klar umrissenes Fahrzeugkonzept stehen.[1] Nach ID. Polo und ID. Cross überträgt der Hersteller mit dem Tiguan den dritten großen Modellnamen in die Elektrowelt. Markenchef Thomas Schäfer verbindet mit dem Tiguan das Versprechen eines vielseitigen und hochwertigen Modells: „Mit dem ID. Tiguan führen wir dieses Produktversprechen in die elektrische Zukunft.“[1]

Der Verbrenner-Tiguan bleibt parallel im Angebot. Die Zusammenlegung von ID.4 und ID.5 passt zum Zukunftsplan, mit dem Volkswagen die Angebotskomplexität um bis zu 75 Prozent senken will. Jede gestrichene Variante erspart dem Konzern Typgenehmigung und Software-Pflege über viele Jahre.

Wie viel Fortschritt steckt unter dem Blech?

Am Antrieb hat Volkswagen wenig verändert, an der Bedienung dafür einiges. Den Einstieg bildet ein Akku mit Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP), die ohne Nickel und Kobalt auskommen, günstiger sind, aber pro Kilogramm weniger Energie speichern. Am Schnelllader lädt die LFP-Version mit höchstens 105 kW, die Version mit Nickel-Mangan-Kobalt-Zellen (NMC) mit bis zu 165 kW.[2] Eine Verbesserung gegenüber dem ID.4 sieht der ADAC nicht.[2]

Der BMW iX3 lädt mit 800 Volt und bis zu 400 kW in 21 Minuten von 10 auf 80 Prozent.[3] Der ID. Tiguan braucht 26 bis 29 Minuten.[2]

Echte Tasten kehren zurück: Aus dem ID. Polo stammen das Lenkrad sowie die Tastenleiste für Klima und Warnblinker.[2] Seit 2026 bewertet Euro NCAP auch, ob häufig genutzte Funktionen über physische Schalter erreichbar sind.[4]

Der ID. Tiguan startet mit zwei Akkus und drei Antriebsvarianten
Die Werte zum ID. Tiguan sind vorläufige Angaben von Volkswagen vor der Weltpremiere.

58 kWh LFP, Heckantrieb

450 km
schafft das Einstiegsmodell nach WLTP
  • Leistung140 kW (190 PS)
  • Schnellladenbis 105 kW
  • Laden 10–80 %26 Min.
  • Wechselstrom11 kW

77 kWh NMC, Heckantrieb

600 km
schafft die Heckantriebsversion mit großem Akku nach WLTP
  • Leistung210 kW (286 PS)
  • Schnellladenbis 165 kW
  • Laden 10–80 %29 Min.
  • Wechselstrom11 kW

77 kWh NMC, Allradantrieb

560 km
schafft das vorläufige Topmodell nach WLTP
  • Leistung220 kW (299 PS)
  • Schnellladenbis 165 kW
  • Laden 10–80 %29 Min.
  • 0–100 km/hetwa 7 s

So lange dauert die Ladepause von 10 auf 80 Prozent

ID. Tiguan, 58 kWh26 Min.
ID. Tiguan, 77 kWh29 Min.
BMW iX3 mit 800 Volt21 Min.

Volkswagen schraubt dem ID.4-Nachfolger den Schriftzug seines meistverkauften Modells ans Heck, doch bis zu acht Minuten Rückstand auf den BMW iX3 an der Ladesäule bleiben. Im Flottengeschäft entscheidet deshalb der Preis, den der Hersteller zum geplanten Bestellstart Mitte Oktober nennen muss.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Was bedeutet der ID. Tiguan für Ihren Fuhrpark?

Bestellbar ist der ID. Tiguan voraussichtlich ab Mitte Oktober.[5] Steuerlich zählt der Liefertermin: Unternehmen können gekaufte Elektro-Dienstwagen, die vor dem 1. Januar 2028 angeschafft werden, im Anschaffungsjahr zu 75 Prozent abschreiben.[6] Maßgeblich ist das Jahr der Lieferung, nicht der Bestellung.[7]

Beim Akku entscheidet das Fahrprofil: Für regionale Touren genügt die 58-kWh-Version mit 450 Kilometern WLTP-Reichweite, im Außendienst mit langen Autobahnetappen spart die 77-kWh-Version Ladestopps. Am besten lassen Sie sich die Lieferung vor 2028 vertraglich zusichern und rechnen die Ladekosten mit den tatsächlich genutzten Tarifen durch.

Quellen

[1] Volkswagen AG: „Elektrische Zukunft, etablierter Name: Der neue ID. Tiguan startet im Oktober“ (28.09.2026)

[2] ADAC: „Neuer VW ID. Tiguan: So fährt der Nachfolger des ID.4“ (28.09.2026)

[3] BMW Group: „Der Anfang einer Ära: Der neue BMW iX3“ (05.09.2025)

[4] Euro NCAP: „Euro NCAP announces 2026 protocol changes to tackle modern driving risks“ (26.11.2025)

[5] Volkswagen: „Der neue ID. Tiguan“, Modellseite mit Fragen und Antworten (abgerufen am 28.09.2026)

[6] Einkommensteuergesetz: § 7 Absatz 2a EStG, Absetzung für Abnutzung bei Elektrofahrzeugen

[7] Einkommensteuer-Durchführungsverordnung: § 9a EStDV, Jahr der Anschaffung

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