Die Energiekosten eines E-Autos liegen in Großbritannien bei umgerechnet 2,7 Cent pro Meile, sofern der Halter nachts zu Hause mit einem Spartarif lädt. Ein Diesel kostet nach einer Analyse von Carbon Brief 24,4 Cent pro Meile, ein Benziner 23,4 Cent.[1] Allerdings gilt der Faktor neun nur für die günstigste Ladeart.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenSeit Beginn des Iran-Kriegs im Februar stieg der britische Dieselpreis um 38 % auf umgerechnet 2,28 € je Liter.[1] In Deutschland kostete der Liter Diesel am 22. September laut ADAC sogar 2,428 €.[2]
Das Wichtigste in Kürze
- Mit Nachtstrom kostet das E-Auto in Großbritannien ein Neuntel der Spritkosten eines Diesels.
- Mit Haushaltsstrom zum regulierten Höchstpreis schrumpft der Vorsprung auf den Faktor drei.
- An britischen Schnellladern fährt ein E-Auto etwa so teuer wie ein Benziner.
- In Deutschland fährt ein E-Auto mit Haushaltsstrom nach einer Dr.-Web-Rechnung rund 60 % günstiger als ein Diesel.
Woher kommt der Faktor neun?

Den Ausschlag gibt der Stromtarif, nicht das Auto. Nachttarife britischer Versorger kosten laut dem Ladedienst Zapmap rund 10 Cent je Kilowattstunde, der von der Behörde Ofgem gedeckelte Haushaltspreis liegt bei umgerechnet gut 30 Cent.[4] Mit Haushaltsstrom kostet die Meile deshalb 8,1 Cent statt 2,7 Cent, also ein Drittel der Spritkosten.[1] Rund 90 % aller Ladevorgänge finden nach Schätzung der britischen Regierung zu Hause statt.[1]
Im August kostete die Kilowattstunde an britischen Säulen ab 50 kW nach dem Preisindex von Zapmap im Schnitt umgerechnet rund 89 Cent.[4] Aus den Carbon-Brief-Werten ergibt sich ein Verbrauch von etwa 0,27 kWh pro Meile. Am Schnelllader kostet die Meile damit rund 24 Cent und liegt gleichauf mit dem Benziner. Halter, die überwiegend schnell laden, sparen also kaum etwas.
Was bedeutet die Rechnung für Deutschland?
Für den deutschen Vergleich hat Dr. Web typische Verbräuche angesetzt: 6 Liter Diesel, 7 Liter Super E10 oder 18 kWh Strom auf 100 Kilometer. Mit den ADAC-Preisen vom 22. September kosten 100 Kilometer im Diesel 14,57 € und im Benziner 15,87 €.[2] Mit Haushaltsstrom zum Verivox-Durchschnitt von 32,3 Cent je Kilowattstunde zahlen E-Auto-Fahrer 5,81 €.[3] Selbst mit dem Tankrabatt ab Oktober von knapp 17 Cent je Liter bleibt der Diesel bei voller Weitergabe mehr als doppelt so teuer.[2]
Zum britischen Faktor neun fehlt in Deutschland vor allem der Nachtstrom. Seit Januar 2025 muss zwar jeder Stromlieferant einen dynamischen Tarif anbieten, allerdings nur für Haushalte mit intelligentem Messsystem.[5] Ohne Smart Meter bleibt Haltern der Einheitspreis. Die Ladetarife an öffentlichen Säulen schwanken zudem stark: Zum selben Stichtag senkte Aral seine Preise, während Ionity die eigenen erhöhte.
Großbritannien: Cent pro Meile
Deutschland: Euro pro 100 Kilometer
Dr.-Web-Rechnung mit 18 kWh, 6 Litern Diesel oder 7 Litern E10 auf 100 Kilometer, Preise vom 22. September und aus dem August 2026.
Woran scheitert die Rechnung in der Praxis?
Die Carbon-Brief-Analyse vergleicht nur die Energiekosten, ohne Anschaffung, Versicherung und Restwert. Gerade der Wertverlust beim Elektroauto kippt manche Kalkulation: Die Schwarz Gruppe stoppte neue Elektro-Dienstwagen wegen des Restwerts. Großbritannien plant zudem ab April 2028 eine Kilometersteuer für E-Autos von umgerechnet 3,5 Cent pro Meile.[1]
Neunmal günstiger fährt ein E-Auto nur aus der Garage mit Nachttarif, nicht vom Schnelllader an der Autobahn. Über die Ersparnis entscheidet der Ladeort stärker als der Antrieb.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Für Unternehmen mit Dienstwagen folgen daraus zwei Aufgaben:
- Ermitteln Sie, wie viel Prozent der Kilowattstunden Ihre Fahrer zu Hause, am Firmenstandort und an Schnellladern laden. Nur mit diesem Mix lassen sich die Energiekosten realistisch vergleichen.
- Prüfen Sie für Firmenparkplätze und die Wallboxen Ihrer Mitarbeiter ein intelligentes Messsystem mit dynamischem Tarif. Erst damit profitieren die Fahrzeuge von günstigen Stunden am Strommarkt.
In Deutschland spart ein E-Auto mit Haushaltsstrom gut die Hälfte der Spritkosten, solange der Halter überwiegend am Hausanschluss lädt. Diesen Kostenvorteil sollten Sie vor der nächsten Flottenentscheidung mit Ihrem echten Lademix nachrechnen.
Quellen
[1] Carbon Brief: „Analysis: EVs are now nine times cheaper than petrol or diesel to drive in the UK“, 24. September 2026
[3] Verivox: „Strompreisentwicklung 2026: So entwickelt sich der Strompreis“, Haushaltspreis August 2026
[4] Zapmap: „UK EV Charging Price Index 2026“, Stand August 2026
[5] Bundesministerium der Justiz: „§ 41a Energiewirtschaftsgesetz: Lastvariable, tageszeitabhängige oder dynamische und sonstige Stromtarife“
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