Die New York Times hat am 2. November in Manhattan Klage gegen den Browser- und Suchanbieter Brave Software eingereicht. Laut Klage hat Brave mit einem Crawler ohne eigenen Namen einen Index von mehr als 30 Milliarden Webseiten aufgebaut und verkauft den Zugriff darauf an KI-Firmen.[1] Das sind bisher Vorwürfe, Brave hat auf Anfragen zunächst nicht geantwortet.
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Für Betreiber von Websites reicht der Fall über den Rechtsstreit hinaus: Eine Sperre in der robots.txt gibt es für diesen Crawler laut Brave nicht.[2]
Das Wichtigste in Kürze
- Die Times und drei weitere US-Zeitungen klagen am 2. November 2026 gegen Brave, in zwei getrennten Verfahren.
- Brave nennt seinen Crawler nicht und lässt sich laut eigener Hilfeseite nicht über die robots.txt aussperren.
- Ein Ausweg ist das noindex-Tag, das die Seite aber auch aus anderen Suchmaschinen nimmt.
- In Deutschland verlangt § 44b UrhG einen maschinenlesbaren Nutzungsvorbehalt gegen Text- und Data-Mining.
Was wirft die Times Brave vor?

Neben der Times klagen die Daily News, die Chicago Tribune und der Orlando Sentinel in einem eigenen Verfahren.[1] Als Kunden des Index nennt die Klage Anthropic, Perplexity, Mistral, xAI und Cohere. Beklagt ist allein Brave. Die Times nennt Brave einen „Lieferanten, Händler und Verteiler gestohlener urheberrechtlich geschützter Inhalte“ und verlangt Unterlassung und Schadensersatz. Außerdem richtet sich die Klage gegen eine Funktion, die Bezahlschranken umgeht, und gegen Braves Praxis, Werbung von Verlagen zu blockieren und eigene zu verkaufen.
Warum lässt sich der Crawler nicht aussperren?
Die robots.txt arbeitet mit Namen: Ein Betreiber sperrt einen Crawler, indem er dessen Kennung nennt. Brave gibt seinem Crawler laut Hilfeseite keine eigene Kennung, damit Seiten, die nur Google zulassen, ihn nicht ausschließen. Die robots.txt werde nicht genutzt, um die Indexierung zu verhindern. Darf der Googlebot eine Seite nicht abrufen, ruft Brave sie ebenfalls nicht ab.[2]
Daraus folgt eine Zwangslage: Betreiber können Brave nur gemeinsam mit Google sperren. Brave verzichtet auf eine Kennung, um kleinere Suchmaschinen nicht auszuschließen, und nimmt Betreibern damit die Möglichkeit, gezielt Nein zu sagen, sobald der Index für KI-Antworten genutzt wird. In Deutschland kommt § 44b UrhG hinzu: Ein Nutzungsvorbehalt gegen Text- und Data-Mining wirkt bei online zugänglichen Werken nur, wenn er maschinenlesbar erklärt wird.[3] Welche Form genügt, sagt das Gesetz nicht.
Ein Crawler ohne eigenen Namen lässt Betreibern nur die Wahl zwischen Sperre für alle oder Sperre für keinen.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Welcher Hebel wirkt wie?
| Hebel | Wirkung bei Brave |
|---|---|
| robots.txt | Brave verwendet sie laut Hilfeseite nicht, um die Indexierung zu verhindern |
| Googlebot sperren | Brave ruft die Seite dann ebenfalls nicht ab, sie fehlt aber auch bei Google |
| noindex-Tag | Seite verschwindet nach erneutem Abruf, in allen Suchmaschinen |
| Formular bei Brave | stößt den erneuten Abruf an, etwa nach einem noindex-Tag |
Die Klagevorwürfe sind unbewiesen. Die Zahl der Kennungen und die Wirkung der Hebel stammen von der Hilfeseite von Brave.
Was sollten Betreiber jetzt prüfen?
- Index-Stand: Die Suche
site:plus Domain auf search.brave.com zeigt, welche Seiten bereits im Brave-Index stehen. - noindex mit Bedacht: Das Tag nimmt Seiten aus dem Index, wirkt erst nach erneutem Abruf und gilt für alle Suchmaschinen. Brave bietet ein Formular, das den Abruf anstößt.[2]
- Vorbehalt dokumentieren: Wer Inhalte hinter Bezahlschranken oder Lizenzen führt, hält den Nutzungsvorbehalt maschinenlesbar fest, etwa in der robots.txt oder mit der geplanten gemeinsamen Regel von Google, Bing und OpenAI, und lässt die Rechtslage prüfen.
Wie Crawler den Serverbetrieb belasten, zeigt der Fall kernel.org, Grundlagen zur Sichtbarkeit in KI-Antworten stehen im Ratgeber zur Generative Engine Optimization.
FAQ: New York Times verklagt Brave wegen Suchindex für KI-Firmen
Kann ich Brave über die robots.txt aussperren?
Nein, nicht gezielt. Brave gibt seinem Crawler laut Hilfeseite keine eigene Kennung und nutzt die robots.txt nicht, um die Indexierung zu verhindern. Darf der Googlebot eine Seite nicht abrufen, ruft Brave sie ebenfalls nicht ab.
Wie nehme ich eine Seite aus dem Brave-Index?
Mit einem noindex-Tag. Brave muss die Seite danach erneut abrufen, was sich über ein Formular auf search.brave.com anstoßen lässt. Das Tag gilt für alle Suchmaschinen, die Seite verschwindet also auch bei Google.
Was ist mit den Klagen gegen Brave bewiesen?
Nichts. Die Times und drei weitere Zeitungen erheben Vorwürfe, ein Urteil gibt es nicht. Brave hat sich zur Klage bisher nicht geäußert.
Quellen
3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- TechCrunchNew York Times and other outlets sue web browser Brave over alleged content scraping, Rebecca Bellan
- Brave SearchHilfeseite zum Brave-Search-Crawler, abgerufen am 7. November 2026
- Gesetze im Internet§ 44b UrhG „Text und Data Mining“, Absatz 3
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