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Der Kimi-Entwickler Moonshot AI wollte laut CNBC in Europa mindestens 8.000 Blackwell-GPUs von Nvidia mieten. Die Firma aus Peking darf diese Chips nicht nach China einführen, Rechenzeit auf ihnen im Ausland zu mieten, verbieten die US-Exportkontrollen bisher nicht. Europäische Betreiber müssen damit entscheiden, an wen sie ihre Chips vermieten.

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Warum sucht Moonshot Rechenleistung ausgerechnet in Europa?
  2. Was kostet den Kunden der Umweg über Europa?
  3. Was heißt das für Betreiber und Nutzer in Europa?
  4. Mehr Newshunger?

CNBC hat am 5. November unter Berufung auf vier mit der Sache vertraute Personen berichtet, Moonshot AI habe in diesem Jahr mit europäischen Betreibern über Blackwell-Rechenzeit gesprochen.[1] Von einem Abschluss berichtet CNBC nicht, Betreiber nennt der Bericht ebenfalls nicht. Moonshot, Nvidia und das Weiße Haus beantworteten Anfragen nicht (Stand: Samstag, 7. November 2026).

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Moonshot AI wollte laut CNBC in Europa Blackwell-Cluster mit mindestens 8.000 GPUs mieten, vor allem für den Betrieb der Kimi-Modelle.
  • Eine Quelle nennt einen Vorkasse-Aufschlag von 30 bis 50 Prozent für chinesische Kunden.
  • Die US-Exportkontrollen regeln die Einfuhr der Chips nach China, nicht die Miete von Rechenzeit im Ausland.
  • Nvidia soll laut FT von Cloud-Partnern verlangen, mindestens 51 Prozent ihrer Dienste an Kunden außerhalb Chinas zu verkaufen.

Warum sucht Moonshot Rechenleistung ausgerechnet in Europa?

Weißer Karton mit Aufkleber „Neue Adresse“ vor beigem Hintergrund
US-Exportkontrollen verbieten Blackwell-Chips-Import nach China, nicht deren Fernnutzung. Moonshot nutzte sie über Thailand, Gespräche laufen in Europa

Die US-Exportkontrollen sperren die Einfuhr der Blackwell-Chips nach China, nicht die Nutzung aus der Ferne. Laut CNBC gibt das geltende Recht den US-Behörden keine breite Handhabe über den Chipzugang aus ausländischen Clouds. Das Weiße Haus hatte im Juli erklärt, Moonshot habe Blackwell-Chips über eine Anlage in Thailand genutzt, und laut einer Quelle liefen die Gespräche in Europa seither.[1] Die Route führt damit von Südostasien nach Europa: Auch Tencent wollte 100.000 Chips in Südostasien mieten, bis Oracle den Vertrag laut FT auflöste.

Der Bedarf ist akut. Nach dem Start von Kimi K3 pausierte Moonshot zeitweise neue Abonnements und schrieb auf LinkedIn, man baue die Kapazität so schnell wie möglich aus. Zwei Quellen sagten CNBC, Moonshot wolle die Cluster für Inferenz nutzen, also um die Modelle für Endnutzer auszuliefern. Eine Quelle kennt zusätzlich Interesse am Training.[1]

Was kostet den Kunden der Umweg über Europa?

Eine Quelle nannte CNBC einen Vorschlag, nach dem Moonshot 30 bis 50 Prozent mehr Vorkasse zahlt als ein Kunde außerhalb Chinas. Vorkasse ist ein Anteil am Gesamtwert des Vertrags über die Laufzeit. Laut CNBC können Betreiber und ihre Geldgeber chinesischen Kunden mehr berechnen, um sich gegen ein mögliches Verbot solcher Fernzugriffsverträge abzusichern.[1]

Das Verbot ist nicht beschlossen. Das US-Repräsentantenhaus hat den Remote Access Security Act im Januar mit 369 zu 22 Stimmen verabschiedet,[2] der Senat nicht. Bis dahin setzt Nvidia selbst die Grenze: Laut FT verlangt der Konzern von Cloud-Partnern, mindestens 51 Prozent ihrer Dienste an Kunden außerhalb Chinas zu verkaufen. Bestätigt hat Nvidia das laut CNBC nicht. Ein Sprecher sagte, Amerika könne das KI-Rennen nur gewinnen, wenn seine KI-Infrastruktur weltweit gewinne.[1]

Einführen darf Moonshot die Chips nicht, mieten schon. Das Schlupfloch ist dasselbe, nur die Adresse ist neu.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Moonshots Suche nach Blackwell-Chips
Zahlen aus dem CNBC-Bericht vom 5. November 2026
8.000+
Blackwell-GPUs, über die laut CNBC in Europa gesprochen wurde
30 bis 50 %
mehr Vorkasse als nicht chinesische Kunden, laut einer Quelle
51 %
Mindestanteil außerhalb Chinas, den Nvidia laut FT von Cloud-Partnern verlangt
4
mit der Sache vertraute Personen, auf die sich CNBC stützt
Der Weg nach Europa
Januar 2026
US-Repräsentantenhaus beschließt den Remote Access Security Act, 369 zu 22 Stimmen
Juli 2026
Weißes Haus: Moonshot habe Blackwell-Chips über eine Anlage in Thailand genutzt
3. November 2026
FT: Nvidia verlangt von Cloud-Partnern mindestens 51 % Kunden außerhalb Chinas
5. November 2026
CNBC: Moonshot suchte Blackwell-Rechenzeit bei Betreibern in Europa

Was heißt das für Betreiber und Nutzer in Europa?

Für europäische Betreiber stellt sich die Frage, an wen sie vermieten, bevor Washington oder Nvidia sie beantworten. Verträge mit Kunden aus China brauchen ein Kündigungsrecht für den Fall, dass sich die US-Exportkontrollen ändern oder Nvidia seine Vorgabe verschärft. Mieter von Blackwell-Rechenzeit in Europa sollten sich zusichern lassen, dass ihre Kapazität nicht zu den Kontingenten für chinesische Kunden zählt.

Nutzer von Kimi sollten den Ort der Chips nicht mit dem Ort der Verantwortung verwechseln. Auch bei einem Rechenzentrum in Europa bleibt Moonshot ein Unternehmen aus Peking, und in der Datenschutzerklärung fehlte zuletzt die DSGVO. Ob Betreiber in Europa den Dienst von Moonshot oder nur Chips hosten würden, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Quellen

2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. CNBCChinese AI lab Moonshot turned to Europe for Nvidia Blackwell access amid U.S. China curbs, sources tell CNBC (5. November 2026, aktualisiert 6. November)
  2. Congress.govH.R.2683 Remote Access Security Act

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