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Die TeamViewer-Aktie fiel am 3. November um rund ein Viertel. Hinter dem Umsatzminus von 2,2 Prozent im dritten Quartal steckt eine Kennzahl zur Kundenbindung: Bestandskunden zahlen heute 92 Euro, wo sie vor einem Jahr 100 Euro zahlten.

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Inhalt 3 Abschnitte
  1. Warum zählt die Net Retention mehr als der Umsatz?
  2. Was bedeutet das für TeamViewer-Kunden?
  3. Mehr Newshunger?

TeamViewer hat am 3. November seine Zahlen zum dritten Quartal 2026 vorgelegt und die Umsatzprognose für das Gesamtjahr gesenkt.[2] Statt eines Wachstums von bis zu 3 Prozent erwartet der Softwarekonzern jetzt einen Rückgang von 1 bis 2 Prozent, jeweils währungsbereinigt.[2]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Umsatz sank im dritten Quartal auf 184,5 Mio. €, die Marge des bereinigten EBITDA auf 42,8 Prozent.[1]
  • Die Jahresprognose für den Umsatz liegt jetzt bei minus 2 bis minus 1 Prozent, die Marge von rund 43 Prozent bleibt bestätigt.[2]
  • Die Net Retention fiel auf 92 Prozent (Vorjahr 97 Prozent), die Zahl der Kunden um 6 Prozent auf 606.900.[1]
  • Das Enterprise-Geschäft wächst, das Geschäft mit kleinen Kunden schrumpft.[1]

Warum zählt die Net Retention mehr als der Umsatz?

Keramikeimer, weiß, ein Griff, orange Plakette '92'. Weißer Tropfen fließt aus einem Loch
TeamViewer muss jährlich acht Prozent seiner Kundeneinnahmen durch Neukundengeschäfte ersetzen, da die Net Retention bei 92 Prozent liegt

Die Net Retention misst, wie viel Umsatz bestehende Kunden nach zwölf Monaten noch bringen, Zukäufe eingerechnet. Bei TeamViewer liegt sie bei 92 Prozent.[1] Rechnerisch muss das Unternehmen deshalb jedes Jahr acht Prozent seines Bestands durch Neugeschäft ersetzen, bevor es überhaupt wächst. Das ist eine Rechnung der Redaktion.

Am stärksten bremst das Geschäft mit kleinen Kunden. Auf SMB entfallen 499,3 Mio. € des wiederkehrenden Jahresumsatzes, gut zwei Drittel, und dieser Wert sank um 3,7 Prozent.[1] Im Enterprise-Geschäft wuchs er dagegen um 6,7 Prozent auf 237,6 Mio. €.[1]

Vorstandschef Oliver Steil sagt, die Abschlüsse in der Pipeline kämen zu langsam voran und die Kundenbindung sei zu niedrig.[1] Als Gründe für die Prognosesenkung nennt die Mitteilung verzögerte Abschlüsse großer Enterprise-Verträge und neue wirtschaftliche Unsicherheit in Europa.[2]

Prognosekorrekturen mitten im Jahr gibt es auch bei anderen deutschen Börsenwerten: Evotec hat die Prognose für 2026 gekappt und Volkswagen die Gewinnprognose gesenkt.

TeamViewer: Wo das Geschäft wächst und wo es schrumpft
Q3 2026, Veränderungen währungsbereinigt gegenüber dem Vorjahresquartal
184,5 Mio. €
Umsatz im dritten Quartal, minus 2,2 %
92 %
Net Retention, vor einem Jahr 97 %
606.900
Kunden insgesamt, minus 6 %
42,8 %
Marge des bereinigten EBITDA, Vorjahr 45,7 %

Zwei Geschäfte, zwei Richtungen

SMB
499,3 Mio. € wiederkehrender Jahresumsatz, gut zwei Drittel des Ganzen, minus 3,7 %
Enterprise
237,6 Mio. € wiederkehrender Jahresumsatz, rund ein Drittel, plus 6,7 %
Prognose
Umsatz 2026: von 0 bis plus 3 % auf minus 2 bis minus 1 %

Die Marge hält, der Bestand schrumpft: Bei 92 Prozent Net Retention muss TeamViewer jedes Jahr erst 8 Prozent wieder hereinholen.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Was bedeutet das für TeamViewer-Kunden?

Um die Existenz geht es nicht: Der operative Cashflow stieg im Quartal um 21 Prozent auf 41,2 Mio. €, die Nettoverschuldung sank auf 819 Mio. €.[1] Bestandskunden prüfen trotzdem Laufzeit und Kündigungsfrist ihrer Lizenz, bevor sich die nächste Verlängerung automatisch zieht, und halten eine Alternative für die Fernwartung bereit.

Wie genau der Blick auf den Anbieter sein sollte, zeigt die schwere Sicherheitslücke in Version 15.83, durch die ein präparierter Rechner den PC des Technikers übernehmen konnte. Für 2027 erwartet TeamViewer wieder mehr Wachstum beim wiederkehrenden Jahresumsatz, getragen vom Ausbau des Enterprise-Vertriebs in Europa.[2]

Quellen

2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. TeamViewer SEQ3 2026: TeamViewer sees strong new business momentum in TeamViewer ONE and its largest Enterprise accounts as DEX turnaround progresses, full-year revenue guidance adjusted reflecting softer Q4 2026 (Quartalsmitteilung)03.11.2026
  2. TeamViewer SETeamViewer publishes Q3 2026 results and adjusts full-year revenue guidance reflecting softer Q4 2026 outlook (Insiderinformation nach Art. 17 MAR)03.11.2026

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