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Claude Sonnet 3.7 schrieb beim Pokémon-Spielen 413 Notizdateien und holte einen Orden, Fable 5 brauchte neun Dateien für vier Orden. Anthropic erklärt den Abstand damit, dass Fable 5 nur festhielt, was der Bildschirm nicht verrät. Betriebe mit Agenten im Dauereinsatz müssen deshalb fragen, welche Notizen ein Agent über Kunden und Mitarbeiter anlegt.

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Was gehört ins Gedächtnis eines Agenten?
  2. Wie korrigiert ein Agent falsche Erinnerungen?
  3. Was heißt das für Betriebe in Deutschland?
  4. Mehr Newshunger?

Anthropic hat am 6. November in seinem Engineering-Blog beschrieben, wie Claude Wissen über einzelne Sitzungen hinaus behält.[1] In Leerlaufzeiten liest Claude seine Protokolle erneut, prüft die Notizen daran und räumt sie auf. Anthropic nennt das „Dreaming“, auf Deutsch Träumen.[1]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Claude entscheidet selbst, was es notiert. Feste Vorgaben wie „nur Fehler notieren“ büßten Opus 5 und Opus 4.7 einen Großteil ihres Leistungszuwachses ein.
  • Beim „Dreaming“ korrigiert Claude falsche Notizen anhand der Protokolle.
  • Ein Wiki aus 128 Sitzungen beantwortete 25 Fragen zu einem Firmenarchiv so, dass 48 Prozent der Bewertungskriterien erfüllt waren, nach zwei Sitzungen waren es 13 Prozent.

Was gehört ins Gedächtnis eines Agenten?

Weißer Ordner mit blauem Etikett und Schild „Nur das Nötige“
Sonnet 3.7 erstellte 413 Dateien in 225 Ordnern und holte einen Orden. Fable 5 nutzte neun Dateien in zwei Ordnern und sammelte vier Orden

Anthropic verglich zwei Pokémon-Läufe nach rund 10.000 Spielschritten. Sonnet 3.7 hatte 413 Dateien in 225 Ordnern angelegt und einen Orden geholt. Fable 5 kam auf neun Dateien in zwei Ordnern und vier Orden.[1]

Sonnet 3.7 notierte auch Kontostand und Standort, die der Bildschirm in jedem Zug zeigt. Die Einträge veralteten laufend, und das Modell durchsuchte sie länger, als es spielte. Fable 5 hielt dagegen Strategien und erprobte Regeln fest, die ohne Notiz verloren gehen.[1]

Wie korrigiert ein Agent falsche Erinnerungen?

Eine falsche Notiz gilt in der nächsten Sitzung als Wissen. Im Spiel hatte Claude das Pokémon-Center auf der falschen Seite des Mt. Moon notiert und fiel dreimal von derselben Kante zurück auf die Ausgangsroute. Mit der Notiz, die ein „Dreaming“-Durchlauf gegen das Protokoll geprüft und korrigiert hatte, ging Claude direkt in die Höhle zurück und erreichte Cerulean City.[1]

Die Idee stammt aus einer Arbeit von Letta und der UC Berkeley vom April 2025.[2] Für ein Archiv mit rund 350.000 Dateien baute Opus 5 ein Wiki auf. Zusammen mit der Suche stieg das Ergebnis von 54 auf 61 Prozent, die Suche allein erreichte 53 Prozent.[1]

Agentengedächtnis in Zahlen
Messwerte aus Anthropics Beitrag vom 6. November 2026
413 gegen 9
Notizdateien bei Sonnet 3.7 und Fable 5 im Pokémon-Test
13 auf 48
Prozent der Bewertungskriterien erfüllt, nur aus dem Wiki, nach 2 und nach 128 Sitzungen
41 von 57
Vertragsfakten bei gemeinsamer Tabelle, bei einer Seite je Vertrag alle 57
200 Zeilen
oder 25 KB lädt Claude Code aus MEMORY.md in jede Sitzung

Ein Agent, der alles notiert, findet irgendwann nichts mehr. Ein Gedächtnis ohne Korrektur merkt sich auch Fehler.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was heißt das für Betriebe in Deutschland?

Agenten im Dauereinsatz, wie sie Perplexity mit dem Produkt Teammates anbietet, brauchen einen kleinen Index. Claude Code lädt aus der Datei MEMORY.md nur die ersten 200 Zeilen oder 25 KB in jede Sitzung.[1] Welche Daten ein Agent ungefragt weiterreicht, zeigt Claude Code, das E-Mail-Adressen an Websites weitergibt.

Rechtlich greift die DSGVO, sobald Notizen Personen betreffen. Artikel 5 Absatz 1 verlangt Datenminimierung und Speicherbegrenzung, Artikel 17 gibt Betroffenen ein Recht auf Löschung. Ein Agent, der Kundenvorlieben sammelt, braucht deshalb einen Weg, einzelne Einträge zu entfernen. Ein Wiki erschwert das, weil dieselbe Angabe auf mehreren Seiten stehen kann. Das ist eine Einordnung der Redaktion, Anthropic äußert sich dazu nicht.

Betriebe starten besser mit einem kleinen Notizordner und prüfen die Einträge regelmäßig gegen die Protokolle.

Quellen

2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. AnthropicThe components of agent memory
  2. Lin et al. (Letta, UC Berkeley)Sleep-time Compute: Beyond Inference Scaling at Test-time

Mehr Newshunger?

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