Lufthansa verlangt für den Online-Check-in ein Konto, Buchungscode und Nachname reichen nicht mehr. Für München gilt das ab dem 16. November, für Frankfurt ab dem 30. November. Am Schalter und am Kiosk bleibt alles beim Alten.
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Die Lufthansa Group knüpft den Online-Check-in seit dem 20. Oktober schrittweise an die Travel ID, ein Konto mit E-Mail-Adresse für alle Gesellschaften des Konzerns.[1] Betroffen sind Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Air Dolomiti, Edelweiss und Discover Airlines. Miles-&-More-Mitglieder müssen nichts tun, ihr Login zählt bereits als Travel ID.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Der Online-Check-in funktioniert bei sieben Konzerngesellschaften nur noch mit Travel ID.
- Die Pflicht kommt in vier Stufen: 20. Oktober, 2. November, 16. November (München, Zürich, Nordamerika) und 30. November (Frankfurt, übrige Regionen).
- Ausgenommen sind Schalter, Kiosk, Tickets anderer Airlines, Gruppenbuchungen und ausgewählte Veranstalter- und Charterbuchungen.
Was ändert sich für Passagiere?

Bisher genügten Buchungscode und Nachname, um online einzuchecken. Der sechsstellige Code steht in jeder Bestätigungsmail und im Strichcode der Bordkarte. Auch Dritte, die ihn kennen, brauchen dann nur den Nachnamen. Das ist eine Einordnung der Redaktion.
Nach Lufthansas Darstellung bringt die Travel ID einen Login für alle Gesellschaften, gespeicherte Angaben, weniger Formulare und personalisierte Angebote.[1]
Ausgenommen sind Schalter und Kiosk, Tickets anderer Airlines, Flüge anderer Gesellschaften unter Lufthansa-Ticket, Gruppenbuchungen und ausgewählte Veranstalter- und Charterbuchungen.[1] Eine Person darf mit ihrer eigenen Travel ID einen Mitreisenden unterstützen, gedacht ist das nur für Hilfsfälle.[1]
Warum drängen Airlines auf Konten?
Lufthansa ist nicht die erste Airline mit diesem Kurs. Ryanair hat am 12. November 2025 die Papierbordkarte abgeschafft und verlangt seitdem die App.[2] Passagiere, die online nicht einchecken, zahlen dort am Flughafen eine Gebühr.
Der Unterschied: Ryanair zwingt in die App, Lufthansa in ein Kundenkonto. Ein solches Konto kann Name, Kontaktdaten, Zahlungsdaten und Reisedokumente speichern, also genau die Angaben, die Angreifer interessieren. Wie schnell ein einziger fremder Login genügt, zeigte zuletzt die Kontoübernahme bei Dropbox.
Rechtlich setzt die DSGVO eine Grenze: Eine Einwilligung in personalisierte Angebote darf nach Artikel 7 Absatz 4 nicht zur Bedingung für eine Leistung werden, die diese Daten nicht braucht. Wie Lufthansa die Einwilligung beim Anlegen der Travel ID abfragt, hat die Redaktion nicht geprüft.
Der Buchungscode war nie ein Passwort. Das Konto ist sicherer, liefert Lufthansa aber auch mehr Daten über jeden Fluggast.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was sollten Vielflieger und Reisestellen jetzt tun?
Reisende ab München legen die Travel ID vor dem 16. November an, ab Frankfurt vor dem 30. November. Das Konto am Flughafen nachzuholen kostet Zeit, denn ohne Travel ID bleibt nur der Schalter.
Reisestellen und Assistenzen, die für Vorgesetzte einchecken, klären besser, wer welche Travel ID nutzt. Lufthansa sieht Hilfe durch Dritte nur für Unterstützungsfälle vor,[1] ob das regelmäßige Einchecken für den Chef dazugehört, bleibt unklar.
Das Konto selbst sichern Reisende mit einem langen, einmaligen Passwort aus einem Passwortmanager, denn ein Passwort für alles macht aus dem Fluglogin den Schlüssel zu vielen weiteren Konten.
Quellen
2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Lufthansa GroupTravel ID now required for online check-in
- RyanairDigitale Bordkarte
Mehr Newshunger?
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- Ein Passwort für alles? Warum diese Gewohnheit zum Sicherheitsrisiko wird
- Dropbox: Ein fremder Lenovo-Login genügte zur Kontoübernahme
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