Hunderte Tuttlinger kamen laut Stadt Ende September zu einer Informationsveranstaltung, viel Applaus bekam dort ein Autofahrer, der seinen künftigen Umweg vorrechnete. Auf der anderen Seite der Rechnung stehen 200 Meter Straße, 250 Arbeitsplätze und ein Konzern mit 66.821 Beschäftigten. Wie viel seine einzelnen Sparten verdienen, veröffentlicht B. Braun nicht.
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- Wer steckt hinter B. Braun und wie fing alles an?
- Wie wurde aus der Apotheke ein Weltkonzern?
- Wie verdient B. Braun tatsächlich sein Geld?
- Wie groß ist die Marktmacht von B. Braun?
- Wer ist bei B. Braun eigentlich das Produkt?
- Was kostet das Angebot wirklich, und wer trägt die Kosten?
- Wer profitiert und wer zahlt drauf?
- Wie politisch ist B. Braun?
- Was könnte B. Braun zu Fall bringen?
- Was bedeutet B. Braun für deutsche Unternehmer und Verbraucher?
- Glossar: 13 Fachbegriffe aus Klinikgeschäft und Bilanz
- FAQ: Was bleibt B. Braun von 9,4 Milliarden Euro Umsatz?
Aesculap, die Chirurgiesparte von B. Braun, legte am 5. November in Tuttlingen einen neuen Vorschlag vor: Eine Rampe an der Messerschmittstraße soll den Umweg für Autofahrer etwa halbieren, falls der Konzern ein Stück der Dornierstraße kauft. Laut einem Stadtsprecher beträgt er gut einen Kilometer. Die Arbeitsgruppe der Stadt stimmte bei einer Gegenstimme zu, den Verkauf beschließt später der Gemeinderat.
Ohne die Straße will B. Braun die Zentrallogistik von Aesculap ins Ausland verlegen, laut B.-Braun-Vorstand Jens von Lackum wären 250 Arbeitsplätze betroffen. Der Vorgang passt zu einem Muster, das sich durch die Firmengeschichte zieht: Der Konzern investiert in Deutschland und verlangt dafür Gegenleistungen.
Ob sich das rechnet, lässt sich im Geschäftsbericht nur für den ganzen Konzern ablesen.
Das Wichtigste in Kürze
- B. Braun setzte 2025 genau 9.396,4 Millionen Euro um. Als EBIT blieben 571,4 Millionen Euro, das sind 6,1 Prozent, unter dem Strich 307,2 Millionen Euro.
- Die Sparte Hospital Care mit Infusionen und Ernährung bringt 54,2 Prozent des Umsatzes. Gewinne je Sparte nennt der Konzernbericht nicht, deshalb bleibt offen, ob die Infusion dünn oder gut verdient.
- Ein Teil des Ergebnissprungs geht auf Bilanzeffekte zurück: 49,3 Millionen Euro stammen aus längeren Abschreibungsdauern, zudem sanken die Kosten für Rechtsstreitigkeiten von 109,5 auf 28,2 Millionen Euro.
- In Melsungen und Tuttlingen finanzieren die Beschäftigten neue Werke mit Arbeitsstunden, in Tuttlingen sind es 120 im Jahr. Im Gegenzug schließen die Verträge betriebsbedingte Kündigungen aus.
- In die Reihe Hidden Champions passt B. Braun nur am Rand: Die Grenze von 5 Milliarden Euro Umsatz hat der Konzern 2012 überschritten, doch der Name steht auf Kliniketiketten statt in Schaufenstern.
Fünf Fragen zwischen Rosen-Apotheke und Rampe
1 Womit begann die Geschichte von B. Braun im Jahr 1839? Aufklappen ↓
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2 Welchen Anteil am Umsatz hatte die Sparte Hospital Care 2025? Aufklappen ↓
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3 Wie hoch war die EBIT-Marge des Konzerns 2025? Aufklappen ↓
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4 Was leisten die Beschäftigten in Tuttlingen für den Kündigungsschutz bis Ende 2030? Aufklappen ↓
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5 Worüber verhandelt Tuttlingen mit Aesculap? Aufklappen ↓
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Wer steckt hinter B. Braun und wie fing alles an?
Hinter B. Braun steht eine Familie, die ihren Ursprung auf den Kauf der Rosen-Apotheke in Melsungen im Juni 1839 zurückführt. Heute führt Anna Maria Braun den Konzern, das oberste Mutterunternehmen ist die B. Braun Holding GmbH & Co. KG in Melsungen.
Julius Wilhelm Braun zahlte am 23. Juni 1839 laut Firmenchronik für die Apotheke in der nordhessischen Kleinstadt 14.000 Taler. Das klingt nach Heimatchronik. Der Grundzug des heutigen Geschäfts ist aber schon erkennbar: Verbrauchsware, die jemand immer wieder braucht.
Der erste große Schritt in die Klinik folgte laut Chronik 1908, als B. Braun steriles, resorbierbares Nahtmaterial auf den Markt brachte.
Die zweite Wurzel des heutigen Konzerns liegt in Süddeutschland. In Tuttlingen begann laut Chronik Gottfried Jetter 1867 mit der Fertigung chirurgischer Instrumente, aus seinem Betrieb wurde Aesculap.
Der Landrat nennt den Kreis heute Weltzentrum der Medizintechnik, und genau dort wird nun um die Dornierstraße verhandelt.
Die Familie führt, ein Fremder war die Ausnahme
Ludwig Georg Braun stand bis 2011 rund 34 Jahre an der Spitze. Zu Beginn seiner Amtszeit zählte das Unternehmen laut dem Branchendienst Apotheke Adhoc etwa 3.000 Beschäftigte und rund 517 Millionen D-Mark Umsatz. Zeitweise war er außerdem Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags.
Mit Heinz-Walter Große kam 2011 der erste Vorstandschef ohne den Namen Braun, im April 2019 übernahm Anna Maria Braun in sechster Generation. Als der Aufsichtsrat 2018 darüber entschied, führte ihn Ludwig Georg Braun. Wie sich die Anteile innerhalb der Familie verteilen, steht nicht im Geschäftsbericht. Er nennt nur die „Eigentümerfamilie“ und eine Familienholding als Bindeglied zum Unternehmen, darunter die B. Braun SE als operative Führung. Das private Vermögen der Beteiligten gehört nicht zum Geschäftsmodell und bleibt hier außen vor.
Die Übersicht der Hidden Champions zieht die Grenze bei 5 Milliarden Euro Umsatz, B. Braun lag laut Apotheke Adhoc schon 2012 darüber. Verborgen ist hier also nicht die Größe. Verborgen ist das Geschäft: Patienten kennen die Kanüle, kaum jemand kennt den Hersteller.
Wie wurde aus der Apotheke ein Weltkonzern?

B. Braun wurde groß, weil die Firma Einwegprodukte und passende Geräte an denselben Klinikkunden verkaufte: erst Kanülen und Lösungen, dann Pumpen, Dialysegeräte und eigene Zentren. Hinzu kamen der Schritt ins Ausland und die Chirurgie bei Aesculap.
Die 1950er Jahre brachten laut Firmenchronik Infusionsgeräte aus Kunststoff zum einmaligen Gebrauch und die Braunüle, eine Venenverweilkanüle, deren Name in Kliniken zum Gattungswort wurde. 1951 kam der Vorläufer des Perfusors dazu, einer Pumpe, die Medikamente genau dosiert, 1962 mit Lipofundin die erste in Deutschland entwickelte Fettemulsion zur Infusion.
1971 folgte der Infusomat, in der Chronik als erste volumetrische Infusionspumpe geführt. Seit 2004 hat B. Braun in Melsungen eine Million Geräte der Baureihe Infusomat Space gebaut.
Ende der 1960er Jahre begann laut Chronik die eigene Fertigung von Dialysegeräten, 1991 eröffnete in Budapest das erste Dialysezentrum. Seitdem verkauft der Konzern nicht mehr nur die Maschine und das Zubehör, er behandelt auch selbst. Diese Linie reicht bis heute: 2025 kamen Zentren in Rumänien und Tschechien dazu.
- 1839Julius Wilhelm Braun kauft die Rosen-Apotheke in Melsungen.
- 1867Gottfried Jetter beginnt in Tuttlingen mit chirurgischen Instrumenten, der Keimzelle von Aesculap.
- 1908Steriles, resorbierbares Nahtmaterial kommt auf den Markt.
- 1950erInfusionsgeräte aus Kunststoff und die Braunüle entstehen.
- 1971Der Infusomat erscheint.
- 1991Das erste eigene Dialysezentrum öffnet in Budapest.
- 2001Der erste Standortvertrag für Melsungen wird geschlossen.
- 2012Der Umsatz überschreitet 5 Milliarden Euro.
- 2019Anna Maria Braun übernimmt den Vorstandsvorsitz.
- 2025Das Werk Active startet in Melsungen, in Tuttlingen fällt der Grundstein für die Technology Factory.
- 2026Die Arbeitsgruppe empfiehlt eine Rampe als Ausgleich für die Dornierstraße.
Wachstum mit langem Atem
Einschließlich der Forschung investierte der Konzern 2025 insgesamt 1.391,5 Millionen Euro, nach unserer Rechnung 14,8 Prozent des Umsatzes.
Das ist viel für ein Unternehmen, das nach Steuern 3,3 Prozent Umsatzrendite erzielt, und ein Börsenkonzern müsste es seinen Aktionären anders begründen.
Eine echte Wende mit einem einzelnen Datum gibt es nicht, und das unterscheidet die Firma von vielen Porträts dieser Reihe. Die Firma ging nie an die Börse, und kein Investor übernahm sie. Das Wachstum ergab sich aus Jahrzehnten der Zukäufe und neuer Werke, zuletzt mit dem vollständigen Kauf des US-Herstellers für Mikrochirurgie True Digital Surgery im September 2025.
2021 setzte B. Braun 7.859,8 Millionen Euro um, 2025 waren es 9.396,4 Millionen, ein Plus von 19,5 Prozent.
Der Konzern ist heute in 64 Ländern aktiv und bezieht 263 Gesellschaften voll in seinen Abschluss ein. Am kräftigsten wuchs 2025 in Euro gerechnet Osteuropa mit 7,4 Prozent auf 1.258,3 Millionen Euro, Nordamerika verlor wegen des schwachen Dollars 0,4 Prozent.
Im malaysischen Penang entstehen jährlich mehr als 600 Millionen Venenkatheter, seit dem Start 1984 waren es weltweit 10 Milliarden. Eine kleine Produktionslinie von damals ist heute eines der modernsten Werke der Gruppe, dazu kommen Standorte in Vietnam, Ungarn, Polen, Brasilien und den USA.
Ende 2025 meldete der Konzern 66.821 Menschen, Ende 2024 waren es 64.262. Das Plus von 4 Prozent ist aber kein reiner Stellenzuwachs, denn seit 2025 zählt B. Braun Langzeitabwesende mit. Wie viel davon auf die neue Zählung entfällt, gibt der Bericht nicht an.
In Deutschland sieht es ähnlich aus: 15.957 Beschäftigte zählte das Unternehmen Ende 2024, rund 17.200 nennt die Meldung zur Bilanz für Ende 2025. In Melsungen arbeiteten Ende 2024 genau 7.295 Menschen, in Tuttlingen 3.730.
Wie verdient B. Braun tatsächlich sein Geld?

B. Braun verdient vor allem mit Ware, die verbraucht wird: 86,9 Prozent des Umsatzes stammen aus Produkten, 13,1 Prozent aus Dienstleistungen wie Dialysezentren. Hospital Care bringt 5.090,8 Millionen Euro. Vom Gesamtumsatz bleiben 6,1 Prozent als EBIT, je Sparte nennt der Konzern keinen Gewinn.
Drei Sparten, ungleich groß
Hospital Care bündelt Infusionstherapie, klinische Ernährung und Schmerztherapie. Die Sparte wuchs 2025 in Konzernwährung um 3,3 Prozent, währungsbereinigt um 6,1 Prozent. Als Treiber nennt der Bericht Infusionssysteme samt Verbrauchsartikeln, Regionalanästhesie und ausdrücklich auch Preisanpassungen. In Nordamerika bremsten laut Bericht zeitweise Einschränkungen bei einzelnen Produktzulassungen, Einzelheiten nennt er nicht.
Aesculap kam mit Chirurgie auf 2.374,3 Millionen Euro, auch hier ein Plus von 3,3 Prozent. In Tuttlingen entstehen chirurgische Instrumente, Sterilcontainer, motorbetriebene Geräte und Implantate für Knie, Hüfte und Wirbelsäule.
Avitum erreichte mit Dialyse sowie Wund-, Stoma- und Kontinenzversorgung 1.900,5 Millionen Euro und legte nur um 0,9 Prozent zu, weil weniger Hämodialysegeräte verkauft wurden. Das Ergebnis der Sparte nennt der Bericht „verhalten“.
Das Loch im Bericht
Hier endet die öffentliche Spur. Der Geschäftsbericht führt Umsatz je Sparte auf den Tausender genau, aber keinen Spartengewinn, und eine Segmentberichterstattung fehlt.
Rechtswidrig ist das nicht: Kapitalmarktregeln wie IFRS 8 binden Konzerne mit börsengehandelten Papieren, und die Spartengesellschaften B. Braun Melsungen AG, Aesculap AG und B. Braun Avitum AG sind laut Bericht von der eigenen Offenlegung befreit.
Für das Erlösmodell ist die Lücke trotzdem der wichtigste Befund. Anders als das börsennotierte Sartorius, das 2025 für seine zwei Sparten bereinigte EBITDA-Margen von 31,7 und 21,5 Prozent auswies, muss B. Braun seine Sparten nicht einzeln vorrechnen. Naheliegend wäre die Annahme, Infusionslösungen seien Volumengeschäft mit dünner Marge, belegen lässt sie sich für B. Braun aber nicht.
Der einzige öffentliche Vergleichswert spricht eher dagegen. Fresenius Kabi meldet für den Bereich IV Drugs & Fluids, also Infusionsarzneimittel und -lösungen, 2025 einen Umsatz von 3.735 Millionen Euro und ein EBIT von 813 Millionen Euro, das sind 21,8 Prozent. Reine Lösungen sind darin allerdings mit Infusionsarzneimitteln vermischt, der Wert lässt sich also nicht auf den Beutel mit Kochsalz übertragen.
Unsere Einschätzung: Klinikeinkäufer würden die Spartenmarge von B. Braun gern kennen, und der Konzern hat wenig Grund, sie zu verraten.
Was am Ergebnis von 2025 Substanz ist
2021 lag die EBIT-Marge bereits bei 6,0 Prozent, 2022 fiel sie auf 2,9 Prozent. Das starke Plus von 2025 bringt den Konzern also erst dorthin zurück, wo er vor vier Jahren schon einmal war. Der längere Vergleich fällt noch deutlicher aus. 2013 verdiente B. Braun laut Apotheke Adhoc bei 5,17 Milliarden Euro Umsatz unter dem Strich 315,5 Millionen Euro, damals das beste Ergebnis der Firmengeschichte. Zwölf Jahre später steht bei fast dem doppelten Umsatz mit 307,2 Millionen Euro weniger da.
Das EBIT stieg um 55,9 Prozent, der Gewinn um 85,9 Prozent. So stark wuchs das Geschäft nicht. Der größte Einzelposten liegt im Vorjahr: 2024 kosteten Rechtsstreitigkeiten 109,5 Millionen Euro, 2025 nur noch 28,2 Millionen.
Dazu kommt eine neue Schätzung, wie lange Maschinen und Anlagen halten. Die längeren Abschreibungsdauern hoben das Bruttoergebnis einmalig um 49,3 Millionen Euro.
Rechnet man das heraus, läge die Marge nach unserer Rechnung bei rund 40,0 statt 40,5 Prozent, gegenüber 39,1 Prozent im Vorjahr.
Der Fortschritt bleibt damit sichtbar, nur fällt er kleiner aus, als die Schlagzeile zum Gewinn vermuten lässt. Die US-Zölle kosteten im selben Jahr 39,2 Millionen Euro und wogen damit weniger als der Abschreibungseffekt.
Versteckte Erlöse und Quersubventionen
Die am wenigsten sichtbare Einnahmequelle sind die 1.227,1 Millionen Euro aus Dienstleistungen: Wartung, Beratung, Home Care und die eigenen Gesundheitszentren. Der Bericht nennt ihre Entwicklung bei Avitum stark, ohne eine Zahl für die Zentren. Auf noch nicht erfüllte Leistungsverpflichtungen entfallen weitere 229,9 Millionen Euro, die binnen fünf Jahren zu Umsatz werden sollen.
Das Modell dahinter heißt in den Unterlagen integrierte Lösung. Pumpe, Leitung, Software und Lösung gehören zusammen, eine Klinik mit vernetzten Infusionspumpen bestellt das passende Zubehör eher beim selben Hersteller. Ob Geräte dabei knapp kalkuliert sind und das Zubehör das Geld bringt, wie es etwa bei Druckern üblich ist, lässt sich aus dem Bericht nicht ablesen. B. Braun spricht selbst von einer Basis für wiederkehrende Umsätze.
Seit 2022 hat sich das Gewicht verschoben, allerdings langsam. Bis 2025 wuchs Aesculap um 15,5 Prozent und Hospital Care um 12,1 Prozent, Avitum nur um 2,1 Prozent. Aus dem US-Geschäft mit Implantaten zieht sich der Konzern zurück, die Forschungskosten stiegen seit 2021 um 40,1 Prozent auf 584,0 Millionen Euro. 2025 flossen sie vor allem in digitale Lösungen, Robotik und Dialysegeräte.
Wo Größe hilft und wo nicht
Skaleneffekte entstehen bei B. Braun in der Fabrik. Ein vollautomatisiertes Werk rechnet sich erst bei großen Stückzahlen, und die liefert ein Konzern, der Einmalartikel weltweit absetzt. Nach unserer Rechnung kam 2025 auf jeden Beschäftigten im Jahresdurchschnitt ein Umsatz von rund 141.000 Euro. Das erklärt die Automatisierung in den neuen Werken.
Netzwerkeffekte im Sinn einer Plattform gibt es nicht. Eine Klinik gewinnt nichts dadurch, dass eine andere dieselbe Pumpe nutzt. Einnahmen aus Daten spielen im Bericht ebenfalls keine eigene Rolle.
- Verbrauch: Das Geld kommt aus Ware, die Kliniken täglich nachbestellen.
- System: Pumpe, Leitung und Software erschweren den Wechsel.
- Lücke: Ob die Infusion mehr abwirft als die Chirurgie, verrät der Konzernbericht nicht.
Wie groß ist die Marktmacht von B. Braun?

B. Braun gehört in Infusion, Dialyse und Chirurgie zu den großen Anbietern, beherrscht aber keinen dieser Märkte allein. Marktanteile veröffentlicht der Konzern nicht, die Stärke liegt in der Breite und in der Bindung über Geräte. Im Bericht nennt er sich „ein führendes Unternehmen“.
Einer der größten Konkurrenten sitzt ebenfalls in Hessen. Fresenius Kabi aus Bad Homburg setzte 2025 genau 8.612 Millionen Euro um und kam auf eine EBIT-Marge von 16,4 Prozent. Der Umsatz liegt in derselben Größenordnung wie bei B. Braun, die Marge mehr als zweieinhalbmal so hoch, wobei Kabi mit Biopharma und Generika anders aufgestellt ist und keine Dialysezentren betreibt.
Der Vergleich misst also zwei Geschäfte, er beweist keine Schwäche. Er erklärt aber, warum B. Braun seine EBITDA-Marge auf über 14 Prozent steigern will. Dieses Ziel nennt der Konzern als mittel- bis langfristig, 2025 standen 13,0 Prozent.
In Nordamerika, der größten Region mit 2.397,3 Millionen Euro Umsatz, zeigte der Herbst 2024 die Struktur des Marktes.
Hurrikan Helene legte das Werk North Cove von Baxter lahm, laut der US-Gesundheitsbehörde CDC der größte Hersteller von Infusions- und Peritonealdialyselösungen im Land. Die CDC riet Gesundheitseinrichtungen, Lösungen sparsam einzusetzen.
B. Braun steigerte daraufhin die Produktion in Irvine und Daytona Beach und nannte den Standort in Florida einen zentralen Teil des Plans gegen den Ausfall. Das Werk gehört zu einem Programm, das die Firma 2019 mit umgerechnet rund 900 Millionen Euro ankündigte, ausdrücklich wegen früherer Engpässe.
Ein Engpass bei einem Rivalen ist für die Übrigen eine Bewährungsprobe und eine Gelegenheit zugleich.
Ob B. Braun dadurch dauerhaft Kunden gewann, gibt der Bericht nicht her, er meldet für Nordamerika 3,9 Prozent Wachstum zu konstanten Kursen und hebt Infusionslösungen und Infusionsbehälter hervor.
Wo der Wechsel schwerfällt
Eine Lösung lässt sich leichter ersetzen als ein System. Kliniken schreiben Infusionslösungen europaweit aus, die Einkaufsgemeinschaft EKK plus etwa suchte 2023 Anbieter für ihre Mitglieder, aufgeteilt in Lose. Bei vernetzten Pumpen, Schnittstellen zum Kliniksystem und geschultem Personal hängt dagegen mehr am Wechsel, wenngleich B. Braun keine Zahl dazu veröffentlicht.
Im Rest der Welt verschärft sich der Wettbewerb. In Asien bauten chinesische Hersteller laut Bericht ihre Marktanteile aus, während deutsche Unternehmen sich wegen des Preisdrucks auf Hightechprodukte konzentrierten.
Ein Kartellverfahren gegen den Konzern ist uns aus den gelesenen Quellen nicht bekannt. Um 2014 rangen B. Braun und Fresenius um die Rhön-Kliniken, am Ende erhielt B. Braun laut Apotheke Adhoc einen langfristigen Rahmenliefervertrag. Rahmenverträge dieser Art binden Lieferant und Kunde über Jahre. Bei der Dialyse lief es 2025 schlechter als bei der Infusion. Der Absatz von Hämodialysegeräten ging 2025 zurück, und für die USA und China erwartet der Konzern bei Avitum nur eine leichte Steigerung. Mit der gebündelten Fertigung in Melsungen will er effizienter werden.
In der Chirurgie setzt Aesculap auf Robotik, unter anderem mit dem 3D-Mikroskopiesystem AEOS, das der Kauf von True Digital Surgery stärken soll.
Ein anderer Klinikausstatter, Dräger, weist als Börsenkonzern nach Sparten aus: Seine Medizintechnik kam 2025 auf eine EBIT-Marge von 2,9 Prozent. Bei B. Braun fehlt diese Probe.
Wer ist bei B. Braun eigentlich das Produkt?

Das Produkt ist bei B. Braun der gesicherte Ablauf im Krankenhaus: Lösung, Pumpe und Dokumentation müssen zusammenpassen. Die Klinik hängt am Lieferanten, weil Therapien nicht warten können. B. Braun hängt an Kliniken und Kassen, deren Geld knapp ist.
Patienten zahlen bei B. Braun fast nie selbst. Den Tropf bekommen sie in der Klinik, über den Lieferanten entschieden hat die Einkaufsabteilung, und am Ende bezahlt die Krankenversicherung.
Der Mensch, um den es geht, kommt in der Verhandlung nicht vor. Das gilt für die ganze Branche und ist kein Vorwurf an einen Hersteller.
Die Abhängigkeit ist gegenseitig. Kliniken brauchen Infusionslösungen täglich und können sie nicht aufschieben. Der Konzern wiederum wartet im Schnitt 60 Tage auf sein Geld und warnt im Risikobericht vor Forderungsausfällen im unteren zweistelligen Millionenbereich, weil die Finanzierung im Gesundheitswesen angespannt bleibt. Laut dem Krankenhaus-Barometer des Deutschen Krankenhausinstituts schlossen 66 Prozent der Allgemeinkrankenhäuser das Jahr 2024 mit einem Verlust ab. Für 2025 erwarteten rund 70 Prozent ein Defizit.
Deutschland macht bei B. Braun 15,3 Prozent des Umsatzes aus und wuchs 2025 trotzdem um 5,4 Prozent. Ein Kunde in den roten Zahlen kauft also weiter, weil er muss, dürfte aber härter verhandeln und später zahlen. Wie stark die Krankenhausreform das Geschäft verändert, beziffert der Konzern nicht.
Auf der Lieferantenseite wirkt die Größe stärker. B. Braun gab 2025 für Material und bezogene Waren 4.072,8 Millionen Euro aus und bezog im Schnitt 77,5 Prozent des Einkaufs aus dem jeweiligen Produktionsland. Für einen regionalen Zulieferer in Melsungen oder Tuttlingen ist ein solcher Abnehmer kaum zu ersetzen.
Auch Belegschaft und Stadt zahlen mit
Die Beschäftigten in Melsungen und Tuttlingen bezahlen neue Werke zum Teil mit Arbeitszeit, die Städte mit Flächen und Straßen. In Tuttlingen leisten sie im Jahr 120 Standortsicherungsstunden, die der SWR unbezahlte Überstunden nennt, und erhalten dafür den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Ende 2030.
Jens von Lackum sagte dem Sender 2025, ohne dieses Paket hätte sich Aesculap den Neubau nicht leisten können, der Unterschied bei den Lohnkosten sei zu groß.
Zur Abstimmung über das Paket nannte die Schwäbische Zeitung mehr als 90 Prozent Zustimmung unter den in der IG Metall organisierten Beschäftigten.
Was kostet das Angebot wirklich, und wer trägt die Kosten?

Klinikpreise für Lösungen und Kanülen veröffentlicht B. Braun nicht, sie entstehen meist in Ausschreibungen und Rahmenverträgen. Sichtbar ist nur der Aufbau: Von 100 Euro Umsatz gehen 59,51 Euro in die Herstellung, 22,19 Euro in den Vertrieb, und 6,08 Euro bleiben als EBIT.
| Von 100 Euro Umsatz 2025 | Euro | Betrag in Mio. Euro |
|---|---|---|
| Herstellung und Einkauf (Umsatzkosten) | 59,51 | 5.592,2 |
| Vertrieb | 22,19 | 2.085,3 |
| Forschung und Entwicklung | 6,22 | 584,0 |
| Verwaltung | 5,21 | 489,9 |
| Sonstiges und Beteiligungen, per Saldo | 0,79 | 73,6 |
| EBIT | 6,08 | 571,4 |
Die Tabelle beruht auf eigenen Berechnungen aus der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung, die Zeile „Sonstiges“ ist die Differenz. Quer dazu liegt die Sicht nach Kostenart: Der Personalaufwand erreichte 3.541,6 Millionen Euro, das sind 37,7 Prozent des Umsatzes, der Materialaufwand 4.072,8 Millionen Euro oder 43,3 Prozent.
Gut ein Fünftel des Umsatzes fließt in den Vertrieb. Medizintechnik verkauft sich nicht über den Preis allein, Außendienst und Schulung gehören zum Produkt.
B. Braun beziffert die Reichweite der Aesculap Academy für 2025 auf 135.000 Teilnehmende in 2.000 Kursen, auch das stärkt die Bindung der Kliniken.
Die Preise bewegt der Konzern durchaus. In Hospital Care glichen Preisanpassungen zusammen mit dem Mengenwachstum die Währungsverluste mehr als aus. Zahlungsziele vereinbart B. Braun einzeln, in der Regel zwischen 30 und 90 Tagen. Wie hoch die Preisanpassungen ausfielen und wer sie zahlte, steht nicht im Bericht, am Ende landen sie aber bei den Krankenhäusern und damit bei den Beitragszahlern.
Die Energie ist der nächste Kostenblock, den Kliniken am Ende mitbezahlen. Die Herstellung braucht Strom für Maschinen und Wärme für Dampf, und 73,6 Prozent der knapp 2 Millionen Megawattstunden stammten 2025 aus fossilen Quellen. Die Meldung zur Bilanz nannte hohe Energiepreise, höhere Personal- und Frachtkosten sowie US-Zölle als Belastung. In China läuft es umgekehrt. Dort drücken Sammelausschreibungen über große Mengen die Preise, und der Konzern erwartet in Asien-Pazifik für Aesculap deshalb nur moderates Wachstum.
Die Lieferfähigkeit kostet ebenfalls Geld. B. Braun hielt Ende 2025 Vorräte von 2.129,6 Millionen Euro, das reicht für 19,8 Wochen. Der freie Cashflow fiel auch deshalb auf minus 19,0 Millionen Euro, nach plus 663,0 Millionen im Vorjahr, dazu kamen Zahlungen für Rechtsstreitigkeiten und geplante Stillstände in Werken 2026, für die der Konzern vorproduzierte.
- Klinik: Sie zahlt Ausschreibungspreise, die nicht öffentlich sind.
- Beitragszahler: Am Ende landen Preisanpassungen bei den Kassen.
- Konzern: Er finanziert hohe Lagerbestände, um liefern zu können.
Wer profitiert und wer zahlt drauf?

Am meisten profitiert die Eigentümerfamilie mit einem Konzern, der wenig ausschüttet und viel investiert: 32 Millionen Euro Dividende bei 307,2 Millionen Euro Gewinn. Die Beschäftigten bekommen Sicherheit für Mehrarbeit, Städte Arbeitsplätze für Zugeständnisse.
Die Ausschüttung fällt niedrig aus. Bezogen auf den Gewinnanteil der Gesellschafter von 264,8 Millionen Euro sind die 32 Millionen rund 12 Prozent, 0,04 Euro je Aktie bei 800 Millionen Aktien. Weitere 42,4 Millionen Euro entfallen auf Minderheitsgesellschafter von Tochterfirmen. Der Rest bleibt im Unternehmen, die Eigenkapitalquote stieg auf 48,0 Prozent. Der Wert wächst dadurch im Betrieb statt auf den Konten.
| Gruppe | Was sie bekommt | Was sie gibt |
|---|---|---|
| Eigentümerfamilie | Kontrolle, 32 Mio. Euro Dividende, wachsendes Eigenkapital | Verzicht auf höhere Ausschüttungen |
| Beschäftigte Tuttlingen | Kündigungsschutz bis Ende 2030 | 120 Stunden im Jahr |
| Beschäftigte Melsungen | Zusage über 300 Mio. Euro für den Standort | zusätzliche Arbeitsstunden |
| Tuttlingen | Neue Fabrik mit rund 350 Beschäftigten, bei einem Verkauf bleibt die Logistik | 200 Meter Straße, längere Wege |
| Kliniken | breites Sortiment, Lieferzusagen | Bindung über Systeme, Preisanpassungen |
In Melsungen läuft der Vertrag FIT2025 Plus: 300 Millionen Euro fließen in den Standort, die Belegschaft bringt zusätzliche Stunden ein. Daraus entstanden das Werk Active für Einmalartikel, laut Bericht 145 Millionen Euro teuer und mit rund 100 Beschäftigten im Dreischichtbetrieb, und die 60 Millionen Euro teure Erweiterung für Dialysegeräte und Infusionspumpen.
Die Zahl von 100 Stellen zeigt die Kehrseite. Hochautomatisierte Werke sichern den Standort, bringen aber wenig zusätzliche Arbeit. Gleichzeitig verlagert der Konzern die Kollagen-Produktion von Melsungen nach Polen.
Ein Viertel der Belegschaft arbeitet in Deutschland, aber nur 15,3 Prozent des Umsatzes entstehen hier.
Melsungen und Tuttlingen sind damit Exportstandorte, deren Kosten der Weltmarkt bezahlen muss, und genau darauf beruft sich der Konzern, wenn er über Lohnkosten spricht.
In Melsungen ist das Modell bisher aufgegangen: mehr als 7.000 Beschäftigte, davon etwa 650 in der Fertigung am Buschberg, dazu ein Anbau mit fast 10.000 Quadratmetern, der die Fläche des Werks um rund 70 Prozent vergrößert.
Was die Tuttlinger bekommen
Bei der Informationsveranstaltung Ende September hatte ein Großteil der Zuschauer laut Stadt kein Verständnis für die Pläne, berichtet der SWR.
Für die Stadt geht es um einen konkreten Tausch. Mit der neuen Fabrik steigt die Zahl der Werksfahrten an der Dornierstraße laut von Lackum von 600 auf 1.400, der Konzern will den Abschnitt deshalb aufs Werksgelände holen. Busse und Rettungsdienst sollen künftig über das Gelände fahren, dazu kommen eine Rampe mit sechs Grad Neigung als Fahrradstraße, die Autos bis 3,5 Tonnen nutzen dürfen, und eine Haltestelle für Rufbusse.
Die Stadt nennt bisher weder die Kosten der Rampe noch den Preis der Straße. Beides entscheidet darüber, wer bei diesem Tausch besser abschneidet.
Das alte Muster mit den Stunden
Neu ist der Tausch nicht. Die Firmenchronik datiert den ersten Standortvertrag für Melsungen auf 2001, Apotheke Adhoc berichtete 2014, B. Braun habe der Belegschaft am Stammsitz Jahre zuvor Mehrarbeit abgerungen, sonst wäre die Produktion nach Spanien gegangen. Bis 2014 galten dort bis zu 40 Wochenstunden, Gewinnbeteiligung und ein Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen.
Betriebsratschef Ralf Popp in Tuttlingen spricht von Dialog auf Augenhöhe, und Oberbürgermeister Michael Beck sagt, die Stadt müsse alles dafür tun, Arbeitsplätze zu erhalten. Für den Konzern spricht, dass er tatsächlich baut: Rund 90 Millionen Euro fließen in die Tuttlinger Fabrik, Kündigungen sind dort bis Ende 2030 ausgeschlossen.
Unsere Einordnung: Wenn ein Vorstand 250 Stellen gegen ein Straßenstück aufrechnet, ist das eine Verhandlung mit dem Ausland als Druckmittel, auch wenn die Rechnung aufgeht. „Wenn die Logistik einmal im Ausland ist, wird definitiv nicht mehr in Tuttlingen gebaut“, sagte Jens von Lackum im Gemeinderat, wie der SWR berichtet. Dass er es offen sagt, spricht für ihn, und die Rampe zeigt, dass Druck und Entgegenkommen zusammengehen können.
Bei B. Braun sind 120 unbezahlte Stunden im Jahr öffentlich, die Marge der Sparten nicht.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Wie politisch ist B. Braun?

B. Braun ist politisch gut vernetzt und legt das offen: Im Lobbyregister stehen für 2025 Ausgaben von 520.001 bis 530.000 Euro, 1,75 Vollzeitstellen und 19 Mitgliedschaften. Zugleich hängen Werke, Zölle und Kundenbudgets direkt an politischen Entscheidungen.
Zu den Mitgliedschaften zählen die Branchenverbände BVMed und Spectaris, dazu sowohl der Wirtschaftsrat der CDU als auch das Wirtschaftsforum der SPD. Konkrete Regelungsvorhaben führt der Eintrag vom 2. Oktober 2026 nicht auf, die Liste steht bei null. Das Register nennt für 2025 neun öffentliche Zuwendungen über 10.000 Euro, darunter Forschungsprojekte des Bundes. Addiert man die Spannen, ergibt das nach unserer Rechnung 360.000 bis 450.000 Euro. Gegenüber einer Forschungssumme von 584,0 Millionen Euro fällt das kaum ins Gewicht.
Zur Eröffnung von Active kam Hessens Ministerpräsident Boris Rhein und lobte den „Unternehmergeist“. Große Arbeitgeber haben überall Zugang zur Landespolitik, unter jeder Regierung. B. Braun führt dafür die Abteilung „Global Government Affairs“ und beschreibt sein Ziel im Register so: die Sicht der Praxis vermitteln.
Zölle, Vorräte, lokale Fertigung
Am stärksten trifft die Handelspolitik. Die US-Zölle kosteten 2025 die genannten 39,2 Millionen Euro, für 2026 rechnet der Konzern mit einer Belastung in ähnlicher Höhe, wobei der Bericht die Lage nach Gerichtsentscheidungen über einen Teil der Zölle offen nennt. Mit Werken in Allentown, Daytona Beach und Irvine ist B. Braun zumindest bei Lösungen im Land selbst präsent.
China, Indien und Brasilien verlangen zunehmend lokale Fertigung, während die EU über Vorrang für Waren aus Europa bei öffentlichen Aufträgen berät. Für einen Hersteller mit 77,5 Prozent lokalem Einkauf kann das sogar ein Vorteil sein. Im Risikobericht beklagt der Konzern den Aufwand der europäischen Medizinprodukteverordnung und warnt vor doppelter Zertifizierung durch die KI-Verordnung. Weniger Nachweise würden auch die eigenen Kosten des Konzerns senken. Der Nutzen der Regeln für die Sicherheit steht in dieser Rechnung nicht.
Beim Thema Steuern gibt der Bericht eine Quote von 33,4 Prozent an, 153,7 Millionen Euro bei 460,9 Millionen Euro Ergebnis vor Steuern. Hinweise auf besondere Steuerkonstruktionen fanden wir in den gelesenen Unterlagen nicht. Die Nachfolge ist vorerst geregelt: Anna Maria Braun führt, sechs Vorstände verteilen die Ressorts. Der 16-köpfige Aufsichtsrat wird zur Hälfte von den Beschäftigten gewählt.
Was könnte B. Braun zu Fall bringen?

Ein einzelner Schlag dürfte den Konzern kaum zu Fall bringen, der Vorstand sieht keine bestandsgefährdenden Risiken. Gefährlich wären eher schleichender Margenverlust, Cyberangriffe mit Schäden im mittleren dreistelligen Millionenbereich und wiederkehrende Rechtsfälle.
Den höchsten bezifferten Einzelposten nennt der Bericht bei der Informationssicherheit: Als Nettorisiko setzt er einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag an und schätzt die Eintrittswahrscheinlichkeit branchenüblich als mittel bis hoch ein. Das läge in der Größenordnung eines Jahres-EBIT von 571,4 Millionen Euro.
In den USA laufen Klagen um Ethylenoxid-Emissionen einer Sterilisationsanlage in Allentown. Kläger behaupten, die Emissionen hätten Personenschäden verursacht, darunter stehen zwei Sammelklagen wegen eines angeblich höheren Krebsrisikos für Anwohner. B. Braun bestreitet das. Im Dezember 2024 entschied eine Jury in Philadelphia zugunsten der US-Töchter, mit 82 Anspruchstellern schloss der Konzern laut Bericht Vergleiche, 25 Klagen blieben Ende 2025 offen. Der Konzern hält eine außergerichtliche Beilegung für wahrscheinlich und hat dafür Rückstellungen gebildet, deren Höhe er nicht nennt.
Eine Sammelklage ließ ein Gericht in Lehigh County am 31. Dezember 2025 nicht zu. Über die Emissionen selbst entschied es damit nicht, wie die Lokalpresse festhält. B. Braun begrüßte die Entscheidung und kündigte an, sich weiter zu verteidigen.
Auch die neue EU-Produkthaftungsrichtlinie sieht der Konzern als Risiko, weil sie die Beweislast zulasten der Hersteller verschieben kann. Gegen Schäden aus Produkten unterhält er ein internationales Versicherungsprogramm mit zehn Erstversicherern.
Bei der Produktsicherheit führt die US-Behörde FDA zwei jüngere Rückrufe der Klasse 2. Im Oktober 2025 meldete die Firma Infusionsbestecke, etwa mit 19.392 Einheiten einer Katalognummer, im Februar 2026 rund 21.000 Flügelkanülen. Klasse 2 ist die mittlere von drei Stufen. Beide Fälle standen am 7. November auf „offen“, die FDA ordnet die Ursache Abläufen in der Fertigung zu. Eine finanzielle Belastung nennt B. Braun dafür nicht.
Strukturell zählt mehr, dass sich die Lage in China ändert: Dort gewinnen heimische Hersteller laut Bericht Marktanteile, und die Preise sinken durch Sammelausschreibungen über große Mengen. Auch die Finanzierung setzt Grenzen. Die Nettofinanzschulden liegen bei 1.968,5 Millionen Euro, zwei Konsortialkredite werden 2027 und 2029 fällig, der Verschuldungsgrad von 1,6 wirkt aber solide.
Ein dritter Risikoblock liegt in den Wechselkursen. Der Abstand zwischen 5,1 Prozent Wachstum zu konstanten Kursen und 2,8 Prozent in Euro entspricht 2025 knapp der Hälfte des bereinigten Zuwachses, und der schwache Dollar dürfte auch 2026 belasten. Außerdem nennt der Bericht den Fachkräftemangel und die steigende Zahl der Krankheitstage in Deutschland.
Offene Investitionsverpflichtungen von 241,8 Millionen Euro binden zudem Geld, auch wenn das Geschäft einmal schwächer läuft.
Die stärkste Absicherung ist der Eigentümer selbst. Ein Familienkonzern mit 48,0 Prozent Eigenkapitalquote muss keinem Quartalsziel folgen. Der Preis dafür ist die Verschwiegenheit, um die es in diesem Text immer wieder geht.
Drei Szenarien bis 2031
Im günstigen Fall erreicht B. Braun sein Ziel von über 14 Prozent EBITDA-Marge, vernetzte Systeme binden Kliniken stärker, und die neuen Werke senken die Kosten. Im mittleren Fall wächst der Konzern weiter im Korridor von 5 bis 7 Prozent, verliert aber einen Teil durch Preisdruck und Währungen. Im ungünstigen Fall treffen Zölle, ein großer Cyberangriff und klamme Kunden zugleich, dann fehlt das Geld für den Umbau. Das sind unsere Einschätzungen, keine Prognosen des Unternehmens.
Was bedeutet B. Braun für deutsche Unternehmer und Verbraucher?

Verbraucher begegnen B. Braun vor allem im Krankenhaus und zahlen über ihre Beiträge mit, Unternehmer als Zulieferer, Kunde oder Standortnachbar. Für den Mittelstand ist der Konzern ein Lehrstück: Tuttlingen zeigt, wie teuer Standorttreue geworden ist und wie sie sich verhandeln lässt.
Die Rampe in Tuttlingen entscheidet nicht über den Konzern, aber sie setzt einen Maßstab. B. Braun spricht die Bedingung für seine Standorttreue offen aus, und die Kommune muss entscheiden, wie viel ihr eine Straße wert ist. Privatleuten begegnet die Marke vor allem außerhalb der Klinik bei Stoma- und Kontinenzversorgung, Home Care und Dialyse. Dort legte der Konzern 2025 zu, und in Deutschland betreibt er Gesundheitszentren in mehreren Städten. Selbst zahlen die Betroffenen selten, die Rechnung geht in der Regel an die Krankenkasse.
Klinikeinkäufer sollten ihre eigene Abhängigkeit prüfen. Die Erfahrung aus den USA von 2024 spricht für einen zweiten Lieferanten bei kritischen Lösungen und für klare Lieferzusagen im Vertrag. Bei vernetzten Pumpen gehört die Frage nach Schnittstellen und Wechselkosten vor den Kauf, nicht danach. Zulieferer aus Nordhessen und dem Raum Tuttlingen erleben einen Kunden, der viel lokal einkauft, aber auch automatisiert und verlagert. Fragen Sie gerne früh nach, wo Ihre Teile nach dem Start der neuen Fabrik in Tuttlingen im Sommer 2027 noch gebraucht werden.
Kommunen sehen in Tuttlingen, was eine Stadt erreichen kann, wenn sie Ausgleich zur Bedingung macht: Erst der neue Vorschlag des Konzerns halbiert den Umweg. Die Maßnahmen sollen im Kaufvertrag stehen, das schafft mehr Sicherheit als eine bloße Absichtserklärung. Mittelständler können vom Standortvertrag lernen, wie Kündigungsschutz gegen Arbeitszeit funktioniert, sollten aber die Laufzeit im Blick behalten. In Tuttlingen endet der Schutz Ende 2030, mit Option auf zwei weitere Jahre.
Die nächsten zwölf Monate
Der Konzern plant für 2026 ein Ergebnis vor Steuern von 470 bis 510 Millionen Euro, ein EBITDA von 1.240 bis 1.290 Millionen Euro und währungsbereinigt 5 bis 7 Prozent Wachstum. Halbjahreszahlen fanden wir nicht, die nächste belastbare Prüfung bringt also die Bilanz im Frühjahr 2027. Im besten Fall stimmt der Gemeinderat dem Verkauf zu, die Logistik bleibt, und der Plan geht auf.
Realistisch ist ein Verkauf mit weiteren Auflagen und ein Ergebnis in der Spanne, der Preisdruck kostet aber einen Teil davon. Im schlechtesten Fall scheitern die Verhandlungen, und 250 Stellen stehen zur Disposition. Darüber entscheidet der Gemeinderat nach den Vertragsverhandlungen.
Von 9,4 Milliarden Euro Umsatz bleiben dem Konzern 571,4 Millionen Euro EBIT und 307,2 Millionen Euro Gewinn, an die Familie gehen davon 32 Millionen.
Was die Infusion selbst beisteuert, weiß außerhalb des Konzerns niemand, und solange kein Gesetz es verlangt, wird sich das kaum ändern.
- Klinikeinkauf: Sichern Sie kritische Lösungen bei einem zweiten Lieferanten ab.
- Zulieferer: Klären Sie früh, welche Teile die neuen Fabriken noch brauchen.
- Kommunen: Halten Sie Zusagen eines Investors im Kaufvertrag fest.
Glossar: 13 Fachbegriffe aus Klinikgeschäft und Bilanz

Abschreibungsdauer
Die Abschreibungsdauer legt fest, über wie viele Jahre ein Unternehmen die Kosten einer Maschine im Ergebnis verteilt. Verlängert es sie, sinkt der jährliche Aufwand, ohne dass mehr Geld hereinkommt. B. Braun prüfte die Dauern 2025 und verbesserte damit die Bruttomarge einmalig um 49,3 Millionen Euro.
Bruttomarge
Die Bruttomarge zeigt, wie viel vom Umsatz nach den direkten Kosten der Herstellung übrig bleibt. Vertrieb, Verwaltung und Forschung sind darin noch nicht abgezogen. Bei B. Braun stieg der Wert 2025 von 39,1 auf 40,5 Prozent, was der Konzern auch auf profitablere Produkte zurückführt.
EBIT
Das EBIT ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern und zeigt, was das Geschäft ohne Finanzierung und Steuer abwirft. Geteilt durch den Umsatz ergibt sich die EBIT-Marge. B. Braun erreichte 2025 ein EBIT von 571,4 Millionen Euro und damit 6,1 Prozent, nach 366,5 Millionen Euro im Vorjahr.
EBITDA
Das EBITDA ist das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Es blendet aus, wie stark Maschinen und Gebäude an Wert verlieren, und eignet sich deshalb für den Vergleich anlagenintensiver Firmen. B. Braun steuert nach dieser Größe und strebt eine Marge von über 14 Prozent an.
Ethylenoxid
Ethylenoxid ist ein Gas, mit dem Hersteller medizinische Produkte sterilisieren, die Hitze nicht vertragen. Die Emissionen solcher Anlagen stehen in den USA in der Kritik und sind Gegenstand von Klagen. Bei B. Braun betrifft der Streit eine Anlage in Allentown im Bundesstaat Pennsylvania.
Freier Cashflow
Der freie Cashflow ist das Geld, das nach laufendem Geschäft und Investitionen übrig bleibt. Er zeigt besser als der Gewinn, ob ein Unternehmen seine Ausgaben selbst finanziert. Bei B. Braun lag er 2025 bei minus 19,0 Millionen Euro, weil Vorräte und Zahlungen aus Rechtsstreitigkeiten Geld banden.
Hämodialyse
Die Hämodialyse ist ein Verfahren, das bei Nierenversagen das Blut außerhalb des Körpers reinigt. Die Behandlung läuft meist mehrmals pro Woche in Zentren und benötigt Geräte, Filter und Lösungen. B. Braun baut die Maschinen künftig gebündelt in Melsungen und betreibt zugleich eigene Zentren.
IFRS 8
IFRS 8 ist der internationale Rechnungslegungsstandard für Segmentberichte. Er verlangt von kapitalmarktorientierten Konzernen, Ergebnisse je Geschäftsbereich zu veröffentlichen. Familienunternehmen ohne börsengehandelte Papiere müssen das nicht. Deshalb nennt B. Braun für seine drei Sparten zwar den Umsatz, nicht aber einen Gewinn.
Kollagen
Kollagen ist ein Eiweiß aus dem Bindegewebe, das in der Chirurgie unter anderem für blutstillende Produkte und Implantate genutzt wird. B. Braun bereitet vor, die Fertigung solcher Kollagenprodukte von Melsungen nach Polen zu verlegen. Der Fall zeigt, dass neben neuen Werken auch Verlagerungen stattfinden.
Medizinprodukteverordnung
Die Medizinprodukteverordnung, kurz MDR, regelt in der EU, wann ein Medizinprodukt auf den Markt darf. Sie verlangt umfangreiche Nachweise und Prüfungen durch benannte Stellen. Hersteller wie B. Braun beklagen hohe Kosten und lange Verfahren, Befürworter verweisen auf den Schutz von Patienten.
Nicht beherrschende Anteile
Nicht beherrschende Anteile sind die Teile von Tochterfirmen, die nicht dem Mutterkonzern gehören. Der auf sie entfallende Gewinn wird im Konzernabschluss getrennt ausgewiesen. Bei B. Braun betrug er 2025 genau 42,4 Millionen Euro von insgesamt 307,2 Millionen Euro Konzernjahresüberschuss.
Standortsicherung
Die Standortsicherung ist eine Vereinbarung zwischen Unternehmen und Belegschaft: Der Arbeitgeber verspricht Investitionen und schließt betriebsbedingte Kündigungen aus, die Beschäftigten leisten etwa zusätzliche Stunden. B. Braun schloss die erste für Melsungen 2001. Aktuell gilt in Tuttlingen ein Vertrag mit Laufzeit bis Ende 2030.
Venenverweilkanüle
Eine Venenverweilkanüle ist ein dünner Kunststoffschlauch, der in einer Vene bleibt, damit Infusionen und Medikamente ohne neuen Einstich gegeben werden können. Unter dem Namen Braunüle wurde das Produkt von B. Braun in Kliniken so bekannt, dass viele den Markennamen für die ganze Gattung verwenden.
FAQ: Was bleibt B. Braun von 9,4 Milliarden Euro Umsatz?

Wem gehört B. Braun?
B. Braun gehört der Familie Braun. Oberstes Mutterunternehmen ist die B. Braun Holding GmbH und Co. KG in Melsungen, darunter steht die B. Braun SE als operative Führung. Wie sich die Anteile innerhalb der Familie verteilen, veröffentlicht das Unternehmen im Geschäftsbericht nicht.
Ist B. Braun an der Börse?
Nein. B. Braun ist ein Familienunternehmen, dessen Aktien nicht an der Börse gehandelt werden. Die 800 Millionen Aktien der B. Braun SE bringen 0,04 Euro Dividende je Stück. Deshalb muss der Konzern auch keine Gewinne je Sparte veröffentlichen.
Wie viele Mitarbeiter hat B. Braun?
Ende 2025 waren es weltweit 66.821 Beschäftigte, einschließlich Langzeitabwesender. Die Zählung änderte sich 2025, Ende 2024 standen 64.262 im Bericht. In Melsungen arbeiteten Ende 2024 genau 7.295 Menschen, in Tuttlingen 3.730.
Was stellt B. Braun her?
B. Braun fertigt Infusionslösungen, Kanülen, Infusionspumpen, klinische Ernährung, chirurgische Instrumente, Implantate, Nahtmaterial und Dialysegeräte. Außerdem betreibt der Konzern Gesundheitszentren und bietet Stoma-, Kontinenz- und Wundversorgung an. Bekannte Produkte sind die Braunüle und der Infusomat.
Gehört Aesculap zu B. Braun?
Ja. Aesculap ist eine der drei Sparten von B. Braun und bündelt die Chirurgie. Die Aesculap AG sitzt in Tuttlingen, die Sparte setzte 2025 genau 2.374,3 Millionen Euro um. Vorstand Jens von Lackum verantwortet sie.
Warum gibt es einen Streit um die Dornierstraße in Tuttlingen?
Aesculap will ein 200 Meter langes Stück der Straße kaufen, um das Werk zu erweitern. Ohne die Fläche soll die Zentrallogistik mit 250 Stellen ins Ausland gehen. Anwohner fürchten Umwege, eine Rampe soll diese nun etwa halbieren. Der Gemeinderat hat noch nicht über den Verkauf entschieden.
Quellen
32 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 07.11.2026
- B. Braun SEGeschäftsbericht 2025
- B. BraunFiscal Year 2025: B. Braun meets targets and drives innovation
- B. BraunZahlen und Fakten, Geschäftsjahr 2024
- B. BraunFrom pharmacy to global player, Firmenchronik
- B. BraunGrundstein für die Zukunft: B. Braun baut Technology Factory in Tuttlingen
- B. Braun USLehigh County Court denies class action in ethylene oxide case
- Stadt TuttlingenDornierstraße: Lösung zeichnet sich nun ab
- Stadt TuttlingenDornierstraße: Gemeinderat stimmt Verkaufsverhandlungen zu
- Stadt TuttlingenDornierstraße: Verkauf nur gegen Ausgleichsmaßnahmen
- SWRAesculap droht mit Abwanderung, wenn sie Straße nicht kaufen darf
- SWRUnbezahlte Überstunden für Fabrik-Neubau: Deal bei Aesculap
- Schwäbische ZeitungAesculap stärkt Tuttlinger Standort: Mitarbeiter stimmen für neue Fabrik
- hessenschau150-Millionen-Investition: B. Braun eröffnet neues Werk in Melsungen
- Deutsches ÄrzteblattB. Braun investiert 60 Millionen Euro in Werkserweiterung
- Deutsches ÄrzteblattB. Braun steigert Gewinn und investiert
- Deutsches ÄrzteblattZwei von drei Krankenhäusern haben rote Zahlen geschrieben
- transkriptB. Braun baut Produktion in Melsungen aus
- Klinik EinkaufB. Braun: Erweiterung der Produktionsfläche abgeschlossen
- Apotheke AdhocMedizintechnik: B. Braun feiert 175 Jahre Melsungen
- Pharmazeutische ZeitungVon der Apotheke zum Weltkonzern
- CHEManagerB. Braun Melsungen: Anna Maria Braun folgt Heinz-Walter Große
- FreseniusAnnual Report 2025, Results of operations
- Deutscher BundestagLobbyregister, Eintrag R002089 B. Braun SE, Stand 02.10.2026
- CDCShortage of IV and peritoneal dialysis solutions
- MedTech DiveFresenius Medical Care increasing IV, dialysis solutions production to alleviate shortages
- DCAT Value Chain InsightsB. Braun Medical To Invest $1 Billion to Expand IV Therapy Mfg
- Lehigh Valley Public MediaLehigh County judge throws out class action suit against B. Braun
- U.S. FDAClass 2 Device Recall, Anesthesia IV Set, Z-0611-2026
- U.S. FDAClass 2 Device Recall, 21GA Winged Infusion, Z-1482-2026
- EKK plus GmbHEU-Bekanntmachung Infusionslösungen 2023, 291330-2023
- DrägerwerkGeschäftsbericht 2025, Segment Medizintechnik
- SartoriusSartorius achieves considerable profitable growth in 2025 (Unternehmensmitteilung)
