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Nach Chinas Veto gegen den Kauf der ABB-Robotiksparte suchen SoftBank und ABB laut Bloomberg einen Ausweg. Das China-Geschäft soll in eine eigene, chinesisch geführte Gesellschaft, der Rest ginge für den vereinbarten Preis von 5,4 Mrd. Dollar (4,7 Mrd. Euro) an Masayoshi Sons Konzern. Zugesagt ist nichts.

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Was ist über die Rettungspläne bekannt?
  2. Warum soll ein chinesischer Eigner das Problem lösen?
  3. Was bedeutet das für Unternehmen im DACH-Raum?
  4. Mehr Newshunger?

SoftBank und ABB prüfen, das China-Geschäft der ABB-Robotiksparte aus dem Verkauf herauszulösen, berichtete Bloomberg am 7. November unter Berufung auf Eingeweihte.[1] Zwei Tage zuvor hatte ABB bestätigt, dass Chinas Behörden den Kauf in China untersagt haben.[2] Die Financial Times hatte das Veto zuerst gemeldet.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut Bloomberg erwägen SoftBank und ABB, das China-Geschäft der Robotiksparte abzuspalten und separat zu führen.
  • Der übrige Teil ginge an SoftBank. Die Gespräche sind vorläufig, Stellungnahmen der Konzerne liegen nicht vor.
  • ABB prüft als Alternativen den Verkauf an andere Käufer oder die frühere Abspaltung an die Börse.
  • Für Betreiber von ABB-Robotern ändert sich vorerst nichts, die Datenwege sollten sie trotzdem klären.

Was ist über die Rettungspläne bekannt?

Roboterarm greift Karton mit Schild „Eigene Gesellschaft“
SoftBank plant Abspaltung eines chinesischen Unternehmens zur Beruhigung der Behörden. Aktienkurs fiel um 11 Prozent

Vorgesehen ist laut Bloomberg ein separat geführtes chinesisches Unternehmen, das die Bedenken der Behörden ausräumen soll.[1] SoftBank treibe das Vorhaben voran, einen Wert für den chinesischen Teil nennt der Bericht nicht. Die Gespräche könnten laut Bericht ohne Einigung enden. SoftBank-Aktien verloren am Freitag in Tokio 11 Prozent, im Zuge eines breiten Tech-Ausverkaufs.[1]

Daneben prüft ABB Alternativen: den Verkauf an einen anderen Käufer oder die frühere Abspaltung mit Börsengang in der Schweiz und Schweden.[1] Für den Verkaufsfall nennt der Bericht 2 bis 3 Mrd. Dollar (1,7 bis 2,6 Mrd. Euro) und lässt offen, ob sich die Summe auf die ganze Sparte oder nur auf China bezieht. Ein Börsengang gilt nach der Vertragsunterzeichnung als schwierig. Vereinbart waren 5,4 Mrd. Dollar.[3]

Warum soll ein chinesischer Eigner das Problem lösen?

Eine offizielle Begründung für das Veto gibt es nicht.[2] Nach Berichten der Financial Times sorgen sich Chinas Behörden, Produktionsdaten aus Robotern könnten ins Ausland fließen und dort KI-Modelle trainieren, womöglich die von OpenAI, an dem SoftBank beteiligt ist. Belegt ist das nicht. Ein chinesisch geführtes Unternehmen würde genau dort ansetzen: Fertigung, Daten und geistiges Eigentum blieben im Land.

Dass China Übernahmen so stoppt, hat Präzedenz. Intels Kauf von Tower Semiconductor für 5,4 Mrd. Dollar (4,7 Mrd. Euro) platzte 2023, weil Chinas Zustimmung ausblieb, Intel zahlte 353 Mio. Dollar (307 Mio. Euro) Abbruchgebühr.[5] SoftBank und ABB versuchen diesmal, die Struktur zu ändern, statt den Vertrag aufzugeben.

Der ABB-Robotik-Verkauf nach Pekings Veto
Vereinbarter Preis, möglicher Wert bei anderem Käufer und Stand der Verhandlung
4,7 Mrd. €
Vereinbarter Preis: 5,4 Mrd. Dollar, umgerechnet zum Kurs von 0,87
1,7 bis 2,6 Mrd. €
Wert bei einem Verkauf an einen anderen Käufer: 2 bis 3 Mrd. Dollar laut Bloomberg
7.000
Beschäftigte der Robotiksparte, rund 7 Prozent des ABB-Umsatzes
Stand der Verhandlung
08.10.2025
SoftBank und ABB unterzeichnen den Kaufvertrag
05.11.2026
ABB bestätigt: Chinas Behörden untersagen den Kauf in China
07.11.2026
Laut Bloomberg prüfen beide eine Abspaltung des China-Geschäfts
Offen
Die Gespräche sind vorläufig, eine Einigung steht nicht fest

Ein Roboterkauf ist heute auch ein Datengeschäft, und Chinas Behörden prüfen genau, wohin die Daten fließen.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was bedeutet das für Unternehmen im DACH-Raum?

Für Betriebe mit ABB-Robotern ändert sich zunächst nichts: Die Sparte gehört weiter dem Schweizer Konzern, Verträge, Ersatzteile und Service laufen. Für ABB selbst geht es um Spielraum. Citi-Analyst Martin Wilkie schätzt laut Bloomberg, dass die Blockade den Spielraum des Konzerns für Zukäufe auf rund 5 Mrd. Dollar (4,4 Mrd. Euro) halbiert.[1] ABB-Aktien fielen am Freitag und verloren in der Woche mehr als 5 Prozent.

Betreiber vernetzter Roboter sollten ihre Betriebsdaten kennen. Der EU Data Act gibt Nutzern seit dem 12. September 2025 Zugriff auf die Daten ihrer Maschinen.[4] Lieferanten sollten schriftlich sagen, wo diese Daten liegen und ob sie für KI-Training dienen. Einen Marktüberblick liefert der Ratgeber Robotik 2026, zu Sons weiteren Plänen die Meldung zum Malaysia-Plan.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. BloombergSoftBank, ABB Consider China Carve-Out to Salvage Robotics Deal (07.11.2026, englisch, hinter Bezahlschranke)
  2. BloombergChina Blocks SoftBank’s $5.4 Billion ABB Robot Unit Takeover (05.11.2026, englisch, hinter Bezahlschranke)
  3. SoftBank GroupAcquisition of ABB Ltd’s Robotics Business, Mitteilung an die Börse Singapur (08.10.2025, englisch)
  4. Amtsblatt der Europäischen UnionVerordnung (EU) 2023/2854 (Data Act)
  5. FortuneBericht über das Ende der Übernahme von Tower Semiconductor durch Intel (16.08.2023, englisch)

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