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Mit Version 15.83 schließt TeamViewer drei schwere Sicherheitslücken in seiner Fernwartungssoftware, zwei davon mit dem CVSS-Wert 8,8. Über eine der beiden kann ein präparierter Rechner Schadcode auf den Computer des Technikers schleusen, der sich zur Hilfe mit ihm verbindet. Angriffe sind dem Hersteller aus Göppingen bisher nicht bekannt.

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Inhalt 5 Abschnitte
  1. Wie greift der ferngesteuerte Rechner den Techniker an?
  2. Welche Versionen sind betroffen?
  3. Ist das ein Einzelfall?
  4. Was sollten IT-Abteilungen jetzt tun?
  5. Mehr Newshunger?

Stellen Sie sich vor, Ihr IT-Support schaltet sich per TeamViewer auf einen Rechner, den ein Angreifer vorbereitet hat. Nach einer Analyse des Sicherheitsunternehmens Remedio genügt schon das: Der Rechner schickt manipulierte Bildschirmdaten zurück und bringt ein Programm nach Wahl des Angreifers auf dem PC des Technikers zum Laufen.[2] Damit kehren sich die Rollen um: Der Helfer wird zum Opfer.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • TeamViewer 15.83 schließt drei Sicherheitslücken, zwei mit dem CVSS-Wert 8,8 und eine mit 7,8.
  • Die Lücke CVE-2026-111585 trifft den Rechner, der fernsteuert, nicht den ferngesteuerten.
  • Betroffen sind Windows, macOS, Linux und die Android-App, ältere Versionsreihen bekommen eigene Updates.
  • Ausgenutzt wurden die Lücken laut TeamViewer bisher nicht.

Wie greift der ferngesteuerte Rechner den Techniker an?

Zwei verbundene CRT-Monitore mit Pflaster, Thermometer und „Fernwartung“-Schild
Ferngesteuerter Rechner meldet extreme Bildschirmgröße, Pufferspeicher-Berechnung überläuft und reserviert statt 4 GB nur 4 MB

Zu Beginn einer Sitzung teilt der ferngesteuerte Rechner mit, wie groß sein Bildschirm ist. Der Rechner des Technikers legt dafür einen Bildspeicher an und berechnet dessen Größe mit 32-Bit-Zahlen.[2] Meldet der Angreifer absurde Maße wie 32.768 mal 32.768 Pixel, wird das Ergebnis zu groß für 32 Bit und beginnt wieder bei null: Statt gut 4 Gigabyte reserviert TeamViewer rund 4 Megabyte.

Die Prüfung danach vergleicht jeden neuen Bildausschnitt nur mit den gemeldeten Maßen, nicht mit dem tatsächlich reservierten Speicher. Deshalb schreibt TeamViewer die Bilddaten weit über das Ende des Puffers hinaus.[2] In einer Demonstration umging Remedio die Windows-Schutzfunktionen Control Flow Guard und Datenausführungsverhinderung (DEP) und startete eigenen Code auf dem steuernden Rechner. Der Hersteller spricht vorsichtiger von einem möglichen Absturz oder, je nach System, möglicher Codeausführung.[1]

Welche Versionen sind betroffen?

Die Lücke CVE-2026-111585 steckt in TeamViewer Full Client, der portablen Version und der Android-App Remote Control vor 15.83.[1] Eine zweite mit CVSS 8,8 betrifft die Fassungen für Linux und macOS und lässt sich auch über eine präparierte Sitzungsaufzeichnung im Format .tvs auslösen. Die dritte erlaubt angemeldeten Nutzern unter macOS, sich Root-Rechte zu verschaffen.

Für ältere Versionsreihen liefert TeamViewer eigene Updates, etwa 15.64.10 für Windows 7 und 8 sowie 14.7.48868 für Windows.[1] Remedio hatte den Fehler am 14. August gemeldet und ihn in Version 15.82 noch vorgefunden.[2] Den CVE-Eintrag hat TeamViewer am 27. Oktober veröffentlicht.[3]

Drei Sicherheitslücken, ein Update
TeamViewer-Sicherheitsmitteilung TV-2026-1011 vom 27. Oktober 2026
8,8
höchster CVSS-Wert, zweimal vergeben, die dritte Sicherheitslücke kommt auf 7,8
4 Systeme
Windows, macOS, Linux und die Android-App für die Fernsteuerung
15.83
behebt alle drei Sicherheitslücken, ältere Versionsreihen bekommen eigene Updates
74 Tage
von der Meldung durch Remedio bis zur abgesicherten Version

Von der Meldung bis zum Update

14. August 2026
Remedio meldet den Rechenfehler im Bildspeicher an TeamViewer
29. September 2026
Version 15.82 schließt fünf andere Sicherheitslücken
22. Oktober 2026
TeamViewer bestätigt den Fund und vergibt CVSS 8,8
27. Oktober 2026
Version 15.83 und die Sicherheitsmitteilung erscheinen

Der Rechner des IT-Supports ist ein Generalschlüssel und verdient denselben Schutz wie der wichtigste Server im Haus.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Ist das ein Einzelfall?

Seit dem 22. September berichtet Dr. Web damit zum dritten Mal über schwere Sicherheitslücken in TeamViewer. Damals ging es um einen präparierten Chat-Link unter Linux, Ende September um fünf Lücken, die Version 15.82 schloss.

Die Angriffsrichtung ist ebenfalls bekannt. Check Point zeigte 2019, dass ein präparierter Server den Remote-Desktop-Client angreifen kann, der sich mit ihm verbindet: 25 Lücken in rdesktop und FreeRDP, dazu eine im Microsoft-Client.[4] Schon damals lag eine der Ursachen in der Größenberechnung empfangener Bitmaps, die überlaufen konnte.

Was sollten IT-Abteilungen jetzt tun?

Zuerst gehört Version 15.83 auf die Rechner des Supports, auch auf portable Installationen und Android-Geräte. Das IT-Grundschutz-Kompendium des BSI empfiehlt im Baustein OPS.1.2.5 für erhöhten Schutzbedarf eigene Rechner, die ausschließlich der Administration dienen.[5] Ein übernommener Support-PC bringt dann kein Postfach und keine Kundendaten mit. Sitzungsaufzeichnungen im Format .tvs sollten Mitarbeiter nur aus bekannter Quelle öffnen.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. TeamViewerTV-2026-1011: Security Update for Vulnerabilities in TeamViewer Clients (27. Oktober 2026, aktualisiert am 28. Oktober 2026)
  2. Remedio, Omri DarTeamViewer RCE Vulnerability (CVE-2026-111585)Oktober 2026
  3. CVE ProgramCVE-2026-111585 (veröffentlicht am 27. Oktober 2026)
  4. Check Point ResearchReverse RDP Attack: Code Execution on RDP Clients05.02.2019
  5. Bundesamt für Sicherheit in der InformationstechnikIT-Grundschutz-Kompendium, Baustein OPS.1.2.5 Fernwartung (Edition 2023), Anforderung OPS.1.2.5.A14

Mehr Newshunger?

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