Tesla beziffert den Anteil chinesischer Teile im Shanghai-Werk auf 98 Prozent, im April lag die angegebene Zahl noch bei über 95 Prozent. Ob nach Teilen oder nach Wert gerechnet wird, steht im Bericht nicht. Der EU-Zoll auf in China gebaute Elektroautos richtet sich nach dem Hersteller, nicht nach dem Teileanteil.
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Tesla hat zur Importmesse CIIE in Shanghai den Anteil chinesischer Teile (Lokalisierungsgrad) seines Werks dort auf 98 Prozent beziffert, wie CnEVPost am 6. November berichtet.[1] Mehr als 400 chinesische Direktzulieferer (Tier 1) liefern nach Unternehmensangaben an Tesla, über 60 davon sind in die weltweite Lieferkette des Konzerns aufgenommen.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Tesla nennt für Shanghai 98 Prozent Teile aus China, zuvor hieß es „über 95 Prozent“.
- Mehr als 400 chinesische Direktzulieferer, über 60 davon in der weltweiten Lieferkette von Tesla.
- Im Oktober setzte Tesla China 67.829 Fahrzeuge an Handel und Export ab, 10,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.
- Der EU-Ausgleichszoll liegt für Tesla (Shanghai) bei 7,8 Prozent, für BYD bei 17,0 Prozent.
Was sagt ein Lokalisierungsgrad von 98 Prozent aus?

Eine genormte Kennzahl ist der Lokalisierungsgrad nicht. Ein Hersteller kann ihn nach der Zahl der Bauteile, nach dem Einkaufswert oder nach dem Fahrzeugpreis rechnen, und die Ergebnisse weichen je nach Methode stark ab. Der Bericht nennt keine Rechenweise, von außen lässt sich die Zahl deshalb nicht prüfen.[1]
Im April hatte Allan Wang, Präsident von Tesla China, für die Bauteile noch über 95 Prozent angegeben.[2] Welche Teile die restlichen 2 Prozent ausmachen, geht aus beiden Angaben nicht hervor. Beim Model Y L haben chinesische Zulieferer die Komfortausstattung der Sitze, etwa Armlehne und Beinstützen, mitentwickelt.[1]
Der Absatz von Tesla China an Händler und Export lag im Oktober laut CPCA bei 67.829 Fahrzeugen, 10,3 Prozent mehr als im Oktober 2025 und 28,9 Prozent weniger als im September.[1] Von Januar bis Oktober waren es 810.889 Fahrzeuge, 21,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, einschließlich Export.[1]
Warum entscheidet beim EU-Zoll das Werk und nicht der Teileanteil?
Die EU erhebt seit dem 30. Oktober 2024 für fünf Jahre Ausgleichszölle gegen staatliche Subventionen auf reine Elektroautos aus China.[3] Der Satz richtet sich nach dem Hersteller: Tesla (Shanghai) zahlt 7,8 Prozent, festgelegt nach einer Einzelprüfung auf Antrag, BYD 17,0 Prozent, Geely 18,8 Prozent und SAIC 35,3 Prozent.[3] Wie hoch der Anteil chinesischer Teile ist, kommt in dieser Tabelle nicht vor.
Nach Wangs Angaben geht rund ein Drittel der Produktion nach Asien-Pazifik und Europa, im März waren es etwa 30.000 Fahrzeuge.[2] Für in Shanghai gebaute Fahrzeuge, die in die EU gehen, gilt damit der Satz für Tesla (Shanghai), der Standort entscheidet.
98 Prozent chinesische Teile sind eine Tesla-Zahl, der Zollsatz dagegen steht in einer EU-Verordnung.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was sollten Einkäufer bei Tesla-Angeboten prüfen?
Fuhrparkleiter und Händler lassen sich im Angebot das Herstellungsland des Fahrzeugs bestätigen, nicht den Teileanteil. Eine Herstellerangabe zum Teileanteil ersetzt diese Bestätigung nicht. Die Zahlen zum Tesla-Standort Deutschland stehen im Bericht über das Entwicklungszentrum in Berlin-Köpenick.
Solange die Rechenweise unbekannt ist, bleibt die 98 eine Herstellerangabe. Für die Kalkulation von Fuhrparks und Leasingraten zählen der Zollsatz und das Herstellungsland.
Quellen
3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- CnEVPostTesla pushes Shanghai plant localization to 98%, bringing joint developments with Chinese suppliers global (06.11.2026; der Bericht beruft sich auf eine Tesla-Mitteilung zur CIIE, die Mitteilung selbst konnte die Redaktion nicht einsehen)
- China Services InfoTesla exec: Shanghai factory key to company’s technological advancement (18.04.2026, Gruppeninterview mit Allan Wang)
- EU-Kommission, Access2MarketsEU-Kommission verhängt Ausgleichszölle auf Einfuhren von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen (BEV) aus China (Durchführungsverordnung (EU) 2024/2754)
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