Chinas Kohlekraftwerke haben im dritten Quartal 3,3 Prozent weniger Strom erzeugt als im Vorjahr, die CO2-Emissionen des Landes sanken um 3,1 Prozent. Das ist der größte Rückgang seit den Lockdowns von 2022. Für das Gesamtjahr steht bisher ein Minus von 0,5 Prozent.
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Der Analyst Lauri Myllyvirta vom Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA) hat am 6. November für Carbon Brief ausgewertet, wie sich Chinas Energieverbrauch von Juli bis September entwickelt hat.[1] Die Zahlen sind seine Schätzung, keine amtliche Statistik: Der Kohleverbrauch fiel um 3 Prozent, der Ölverbrauch um 4 Prozent.
Das Wichtigste in Kürze
- Chinas CO2-Emissionen lagen im dritten Quartal 3,1 Prozent unter dem Vorjahreswert, seit Jahresbeginn geschätzt 0,5 Prozent.
- Solar, Wind und Kernkraft lieferten 110 Terawattstunden mehr Strom, mehr als doppelt so viel, wie der Verbrauch zulegte.
- Der Verbrauch von Transportöl sank um 9 Prozent.
- Teile des Rückgangs gehen auf den schrumpfenden Bausektor zurück.
Woher kommt der Rückgang?

Den größten Anteil trägt der Ökostrom. Solar-, Wind- und Kernkraftwerke erzeugten 110 Terawattstunden mehr als im Vorjahresquartal. Myllyvirta setzt diese Menge mit der gesamten Stromerzeugung Deutschlands im selben Zeitraum gleich.[1] Möglich macht das der Zubau auf zuletzt mehr als 2.000 Gigawatt Wind- und Solarleistung, außerdem blieb weniger Ökostrom ungenutzt. Die Kohleverstromung sank dadurch um 3,3 Prozent.
Den zweiten Hebel liefert der Verkehr. Der Verbrauch von Transportöl fiel um 9 Prozent, weil Elektroautos im September 67 Prozent der Pkw-Verkäufe erreichten. Bei schweren Lkw liegt der Elektroanteil bei 50 Prozent der Verkäufe.[1] Schon im zweiten Quartal hatte laut Carbon Brief erstmals sinkender Ölverbrauch die Emissionen insgesamt gedrückt, damals um 1 Prozent.[2]
Nicht jeder Rückgang ist Klimapolitik. Die Emissionen von Zement und Stahl sanken, weil der Bausektor stärker schrumpfte, und die Kohlechemie wuchs bei hohen Kohlepreisen und schwächerer Nachfrage langsamer. Mildes Wetter erklärt den Rückgang laut Myllyvirta nur teilweise.[1] Ein Teil des Minus geht damit auf Konjunkturschwäche zurück.
Chinas Emissionen fallen aus zwei Gründen: Ökostrom und schwache Baukonjunktur. Nur der erste Grund hält an.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was heißt das für Unternehmen in Deutschland?
Für Lieferketten zählt, was beim einzelnen Hersteller ankommt, nicht der Landesdurchschnitt. Unternehmen, die Scope-3-Emissionen bilanzieren, sollten Lieferanten in China nach standortbezogenen Strom- und Produktdaten fragen. Ein sinkender Kohleanteil im Netz senkt die Zahl für ein Vorprodukt erst, wenn die Datengrundlage mitzieht. Wie langsam sich Kohle auch hierzulande verabschiedet, zeigt die Braunkohle, von der Deutschland noch 84 Millionen Tonnen im Jahr baggert.
Für Importeure bleibt der CO2-Grenzausgleich CBAM maßgeblich: Seit dem 1. Januar 2026 gilt seine definitive Phase für Zement, Eisen und Stahl, Aluminium, Düngemittel, Strom und Wasserstoff.[3] Welche Emissionen in der eingeführten Ware stecken, bestimmt, was Importeure zahlen. Chinas Fortschritt beim Strom ändert daran nichts, solange der Hersteller ihn nicht nachweist.
Quellen
3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Carbon Brief (6. November 2026, Analyse von Lauri Myllyvirta, CREA)Analyse zu Chinas CO2-Emissionen im dritten Quartal 2026
- Carbon Brief (Analyse zum zweiten Quartal 2026)Analysis: China’s CO2 emissions fall in Q2 2026 due to plummeting oil use
- Europäische Kommission, Generaldirektion Steuern und ZollunionCO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM)
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