Apiiro hat 1.122 öffentliche Dateien gefunden, in denen Claude Code echte Zugangsdaten im Klartext gespeichert hat. Auslöser ist ein Klick auf „Yes, and don’t ask again“ bei einem Befehl, der ein Passwort enthält. Aus dem Projektordner wird so ein Schlüsselbund für jeden, der das Repository öffentlich lesen kann.
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Der Sicherheitsanbieter Apiiro hat Anfang November mehr als 100.000 öffentliche Kopien der Datei .claude/settings.local.json untersucht.[1] In 1.122 davon stehen echte Zugangsdaten, insgesamt 1.379 verschiedene aus 63 Organisationen.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Bei „Yes, and don’t ask again“ speichert Claude Code den kompletten Befehl samt Passwort als Regel in
.claude/settings.local.json. - Claude Code trägt die Datei nur in die globale Git-Ausschlussliste des Entwicklers ein, nicht in die
.gitignoredes Projekts. - Apiiro fand in 1.122 von mehr als 100.000 öffentlichen Kopien der Datei echte Zugangsdaten.
- Betroffene Zugangsdaten gelten als kompromittiert und werden getauscht, bevor jemand die Datei löscht.
Wie landet ein Passwort in dieser Datei?

Claude Code fragt vor vielen Shell-Befehlen um Erlaubnis. Wählt ein Entwickler „Yes, and don’t ask again“, legt das Programm den freigegebenen Befehl als Regel in .claude/settings.local.json ab.[2] Steht im Befehl ein Passwort, etwa hinter PGPASSWORD= oder sshpass -p, liegt es danach im Klartext in der Projektdatei.[1]
Anthropic beschreibt die Datei in der Dokumentation als persönliche Einstellung für ein Projekt. Beim ersten Schreiben trägt Claude Code sie in die globale Ausschlussliste von Git des Entwicklers ein, nicht in die .gitignore des Repositorys.[2] Der Schutz gilt damit nur auf diesem Rechner, nicht im Repository. Legt jemand die Datei von Hand an, muss er sie selbst in die .gitignore eintragen.[2] Eine Stellungnahme von Anthropic zu Apiiros Auswertung liegt der Redaktion nicht vor.
Ist das ein Einzelfall?
Nein. Im April meldeten Branchenmedien unter Berufung auf Check Point dasselbe Muster bei npm: Von rund 46.500 überwachten Paketen enthielten 428 die Datei, in 33 Dateien aus 30 Paketen standen Zugangsdaten.
Apiiro weist zudem darauf hin, dass Passwörter hinter PGPASSWORD= oder sshpass -p kein typisches Schlüsselformat haben und deshalb durch viele Secret-Scanner rutschen.[1] Ein betroffenes Unternehmen bestätigte laut Apiiro, dass ein offengelegter Schlüssel aktiv war.[1]
Ein Klick auf „Don’t ask again“ spart Sekunden und kann ein Datenbankpasswort kosten.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was bedeutet das für Betriebe in Deutschland?
Teams mit Claude Code prüfen zuerst, ob die Datei im Repository liegt. git ls-files .claude zeigt es. Liegt sie dort, gelten alle darin stehenden Zugangsdaten als kompromittiert und werden vor allem anderen getauscht, denn das Löschen der Datei entfernt weder die Git-Historie noch Forks.[1] Danach nimmt git rm --cached .claude/settings.local.json die Datei aus dem Tracking. Ein Eintrag in der .gitignore schützt anschließend alle Rechner im Team.[1] Wie teuer vergessene Zugangsdaten werden, zeigt der Einbruch bei Northflank, nach dem Kunden alle gespeicherten Zugangsdaten austauschen sollten.
Rechtlich ist das mehr als ein Hygienethema. Artikel 32 DSGVO verlangt eine angemessene Sicherheit der Verarbeitung. Wurde über ein geleaktes Passwort auf personenbezogene Daten zugegriffen, gilt nach Artikel 33 die Meldefrist von 72 Stunden an die Aufsichtsbehörde. Das ist eine Einordnung der Redaktion, ob ein Fall meldepflichtig ist, klärt der Datenschutzbeauftragte.
Befehle mit Passwörtern gehören nicht in die Dauerfreigabe. Umgebungsvariablen oder ein Secret-Manager halten das Passwort aus dem Befehl heraus. Das Secret-Scanning des Git-Anbieters fängt den Rest ab.[1] Welche Daten Claude Code außerdem ungefragt weitergibt, zeigt der Fall Claude Code gibt E-Mail-Adressen an Websites weiter. Auch Postman installiert KI-Plugins in Codex und Claude Code automatisch. Im LLMs-Ratgeber steht, wie Betriebe solche Werkzeuge einordnen.
Quellen
2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- ApiiroClaude Code’s Don’t Ask Again” exposes passwords in 1,122 public GitHub files“
- AnthropicSettings files and precedence (Claude-Code-Dokumentation)
Mehr Newshunger?
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