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Chinas Aufsicht über die Staatsbeteiligungen hat dem Chipmontage-Spezialisten JCET eine Kapitalerhöhung über bis zu 871 Mio. Euro (6,5 Mrd. Yuan) genehmigt. Zugleich hob der Verwaltungsrat das Investitionsbudget für 2026 auf 2,44 Mrd. Euro an. Den bisherigen Ausbau bezahlte JCET vor allem mit Krediten.

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Für Maschinen und Gebäude gab JCET von Januar bis September 1,19 Mrd. Euro aus, gut doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.[2] Alle Beträge sind zum EZB-Kurs vom 26. Oktober 2026 umgerechnet (7,46 Yuan je Euro).

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • JCET erhöht das Investitionsbudget 2026 von 1,48 auf 2,44 Mrd. Euro, die Hauptversammlung muss noch zustimmen.
  • Die Aufsicht über Staatsbeteiligungen (SASAC) genehmigte die Kapitalerhöhung über bis zu 871 Mio. Euro.

Wofür braucht JCET so viel mehr Geld?

Orangene Box mit CPU und einem Preisschild mit der Aufschrift „+65 %“
JCET erhöht Investitionen in Sachanlagen für Fabriken und Maschinen von 1,34 auf 2,32 Milliarden Euro

Fast die gesamte Erhöhung fließt in Sachanlagen: JCET plant für Fabriken und Maschinen nun 2,32 statt 1,34 Mrd. Euro ein.[1]

Gemeint ist Advanced Packaging, das Verbinden mehrerer Chips in einem gemeinsamen Gehäuse. Chinas Chipindustrie gleicht mit der Technik teilweise das Fehlen der EUV-Lithografie aus, deren Export gesperrt ist, wie Dr. Web zur Ankündigung der Kapitalerhöhung im September beschrieb. Zum Ausbau gehört außerdem ein neues Werk im Shanghaier Industriegebiet Lingang für 1,05 Mrd. Euro.[2]

Chips für Rechenzentren und Computer treiben das Geschäft: Mit deren Packaging setzte JCET in den ersten neun Monaten 54 Prozent mehr um als ein Jahr zuvor, der Bereich macht 30,9 Prozent des Umsatzes aus.[2] Insgesamt stieg der Umsatz um knapp 8 Prozent auf 4,15 Mrd. Euro, der Gewinn um 69,6 Prozent auf 217 Mio. Euro.

Woher kommt das Geld für die neuen Linien?

Bislang finanziert JCET den Ausbau vor allem über Kredite. Seit Jahresbeginn verdreifachten sich die kurzfristigen Bankkredite bis Ende September auf 433 Mio. Euro, die ausstehenden Anleihen verdoppelten sich auf 643 Mio. Euro.[2] Von der Kapitalerhöhung fließen 255 Mio. Euro in Betriebsmittel und die Tilgung von Bankkrediten, der Rest in vier Packaging-Projekte.

Neue Aktien darf auch der größte Aktionär zeichnen: Panshi Runqi hält 22,53 Prozent und gehört als staatliche Gesellschaft seit 2024 zum Konzern China Resources.[2][4] Wegen dieses Großaktionärs musste zuerst die SASAC zustimmen. Die Behörde billigte bis zu 127,9 Mio. neue Aktien, gut 7 Prozent des bisherigen Kapitals.[3] Hauptversammlung, Börse Shanghai und Wertpapieraufsicht CSRC müssen noch zustimmen.

Europa baut die Maschinen fürs Chip-Packaging, Asien betreibt die Fabriken. Ohne eigene Chipmontage bleibt der Chips Act Stückwerk.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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JCETs Ausbau in Euro
Investitionen und Kredite des Chipmontage-Spezialisten
2,44 Mrd. €
Investitionsbudget 2026, ursprünglich geplant: 1,48 Mrd. €
871 Mio. €
Kapitalerhöhung, von der Aufsicht über Staatsbeteiligungen (SASAC) genehmigt
1,19 Mrd. €
Ausgaben für Anlagen von Januar bis September, gut doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum
433 Mio. €
kurzfristige Bankkredite Ende September, zu Jahresbeginn 138 Mio. €

Was bedeutet der Ausbau für Europas Chipkunden?

Europäische Halbleiterkunden bleiben bei der Chipmontage auf Asien angewiesen. Der Europäische Rechnungshof hält für sehr unwahrscheinlich, dass die EU das Ziel des Chips Act erreicht, bis 2030 einen Weltmarktanteil von 20 Prozent zu gewinnen; die Kommission selbst rechnet mit 11,7 Prozent.[5]

Europäische Firmen verdienen am Packaging vor allem als Ausrüster. Der niederländische Anlagenbauer BESI liefert Maschinen zum Stapeln von Chips, Applied Materials stockt seine Beteiligung an BESI auf rund 20 Prozent auf. Der Ausrüster SUSS MicroTec verlagert seine Fertigung von Garching nach Taiwan.

Mittelständler mit eigenen Chipentwürfen können Prototypen über die Pilotlinie APECS montieren lassen, die von Fraunhofer-Instituten im Rahmen des Chips Act aufgebaut wird.[6] Bei Serienteilen empfiehlt sich im Liefervertrag eine Klausel für einen Zweitlieferanten der Chipmontage außerhalb Chinas, falls Exportkontrollen künftig auch diese Fertigungsstufe erfassen.

Quellen

6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. JCETBeschluss der vierten Sitzung des neunten Verwaltungsrats (chinesisch, Börsenmitteilung 2026-063)23.10.2026
  2. JCETBericht zum dritten Quartal 2026 (chinesisch, Börse Shanghai)23.10.2026
  3. JCETGenehmigung der SASAC zur Ausgabe neuer A-Aktien an bestimmte Investoren (chinesisch, Börsenmitteilung 2026-064)23.10.2026
  4. JCETHinweis auf den Wechsel des tatsächlich beherrschenden Aktionärs (chinesisch, Börsenmitteilung)27.03.2024
  5. Europäischer RechnungshofMicrochips: EU off the pace in a global race (englisch, Sonderbericht 12/2025)
  6. Fraunhofer IZMAdvanced Packaging and Heterogeneous Integration for Electronic Components and Systems (APECS) (englisch)

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