16,2 Milliarden Euro Umsatz, 4,3 Milliarden Euro Nettoverlust: SpaceX hat am 20. Mai seinen S-1-Prospekt öffentlich bei der SEC eingereicht und will am 12. Juni an der Nasdaq unter dem Ticker SPCX debütieren. Angestrebt wird laut Wall Street Journal ein Emissionsvolumen von bis zu 70 Milliarden Euro. Saudi Aramcos bisheriger IPO-Rekord aus dem Jahr 2019 würde damit um das Dreifache übertroffen.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenFür Investoren ist das S-1-Dokument der erste umfassende öffentliche Einblick in die Finanzen des Unternehmens. Und die Zahlen machen den Widerspruch sichtbar: SpaceX fuhr 2025 nach einem Gewinn von 690 Millionen Euro im Vorjahr tief ins Minus. Der Grund liegt in den massiv gestiegenen Forschungs- und Entwicklungskosten, vor allem für das Starship-Programm. Trotzdem erwartet SpaceX nach dem Börsengang eine Bewertung von mehr als 1,3 Billionen Euro.
Was das S-1-Filing über Starlink und Starship zeigt

Der Konzernumsatz wuchs 2025 um 33 Prozent auf 16,2 Milliarden Euro. Starlink, das Satelliten-Internetgeschäft mit mehr als 9 Millionen Nutzern, ist der Haupttreiber. Parallel dazu dominiert SpaceX mit seinen wiederverwendbaren Falcon-9-Trägerraketen den globalen Markt für kommerzielle Raketenstarts.
Dahinter wächst eine dritte Säule. Anfang 2026 faltete Musk seine KI-Firma xAI in SpaceX ein. Das kombinierte Unternehmen wurde bei der Transaktion mit rund 1,09 Billionen Euro bewertet. Laut Filing plant SpaceX, ab 2028 KI-Rechenzentren im Orbit zu betreiben. Gleichzeitig mietet SpaceX Rechenkapazität der xAI-Supercomputing-Anlage Colossus in Memphis an externe Partner weiter.
Einen kompakten Überblick über das SpaceX-Geschäftsmodell, die Starlink-Financials und die Geschichte hinter dem IPO bietet der SpaceX-Artikel auf Dr. Web.
Musks Kontrolle bleibt unangetastet

Die Aktienstruktur ist das eigentliche Kernstück des Filings. Musk hält einen Großteil der Class-B-Aktien, die jeweils zehn Stimmen pro Anteil tragen. Nach dem Börsengang sinkt sein Stimmrechtsanteil, bleibt aber über 50 Prozent. SpaceX muss damit keine unabhängigen Direktoren in den Vorstand berufen. Musk bleibt CEO, Chairman und CTO in Personalunion. Eigene Aktien verkauft er keine einzige.
Goldman Sachs führt die Emission an, begleitet von Morgan Stanley, Bank of America, Citigroup und JPMorgan. Die Roadshow startet am 4. Juni, das Pricing ist für den 11. Juni geplant.
Der IPO-Reigen der KI-Branche beginnt erst

SpaceX eröffnet einen Börsensommer, der noch mehr Schwergewichte bringen soll. OpenAI und Anthropic bereiten ebenfalls historische Börsengänge vor. Was die vertraulichen Finanzdokumente beider KI-Konzerne verraten und warum die Verlustprojektionen dort noch dramatischer ausfallen als bei SpaceX, hat Dr. Web bereits aufgearbeitet. Dass Anthropic gerade dabei ist, OpenAI in der Bewertung zu überflügeln, zeigt der aktuelle Anthropic-Artikel auf Dr. Web. Und wie schnell OpenAIs Umsatz auf 23 Milliarden Euro pro Jahr gestiegen ist, liefert weiteren Kontext für den IPO-Wettlauf.
SpaceX ist kein Raumfahrtunternehmen mehr, sondern Internetanbieter, KI-Infrastrukturanbieter und Marsprogramm in einer einzigen Aktie.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
SpaceX in vier Zahlen
- 16,2 Mrd. € Konzernumsatz 2025, plus 33 % gegenüber dem Vorjahr
- 4,3 Mrd. € Nettoverlust 2025, nach einem Gewinn von 690 Mio. € in 2024
- 70 Mrd. € angestrebtes Emissionsvolumen, dreifacher Saudi-Aramco-Rekord
- 1,3 Bio. €+ erwartete IPO-Bewertung, in der Nähe von Alphabet und Amazon