Knapp 4 Mrd. Dollar, umgerechnet rund 3,5 Mrd. Euro, hat Datadog laut The Information für das israelische Start-up Upwind geboten. Upwind kommt dem Bericht zufolge auf gut 43 Mio. Euro wiederkehrenden Jahresumsatz aus Abonnements und hat das Angebot nicht angenommen. CTech, das englischsprachige Portal der Wirtschaftszeitung Calcalist, meldet dagegen, ein Angebot habe nie vorgelegen.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenIm Juli 2025 verhandelten Datadog und Upwind laut Berichten israelischer Medien über einen Kauf für rund 870 Mio. Euro. Die Gespräche scheiterten. Seither hat Upwind seinen wiederkehrenden Jahresumsatz laut The Information von rund 17 Mio. Euro Ende 2025 auf mehr als 43 Mio. Euro gesteigert. Das jetzt gemeldete Gebot beträgt das Vierfache der Summe von 2025.[1] Alle Dollarbeträge sind zum Kurs von 0,87 Euro je Dollar umgerechnet.
Das Wichtigste in Kürze
- Datadog bot laut The Information knapp 3,5 Mrd. Euro für Upwind, das Start-up nahm das Angebot nicht an. CTech meldet, ein Angebot sei nie abgegeben worden.[2]
- Der laut Bericht gebotene Preis entspräche knapp dem 80-Fachen des wiederkehrenden Jahresumsatzes von Upwind.
- Upwind schließt laut CTech eine Finanzierungsrunde über 261 Mio. Euro bei einer Bewertung von 3,3 Mrd. Euro ab.
Warum soll Datadog so viel für so wenig Umsatz bieten?

Datadog verkauft Software, die Server, Container und Anwendungen bei Kunden überwacht. Auf jedem überwachten System läuft ein Agent, der Logdaten, Prozesse und Netzwerkverbindungen erfasst. Dieselben Daten braucht ein Werkzeug, das Angriffe auf laufende Anwendungen erkennt.
Upwind baut solche Werkzeuge. Das Start-up schützt Anwendungen sowie KI-Agenten in der Cloud im laufenden Betrieb und zeigt, über welchen Weg ein Angreifer von einer Schwachstelle bis zu kritischen Daten käme. Datadog baut sein Sicherheitsgeschäft seit 2020 schrittweise aus, von der Auswertung von Sicherheitsereignissen bis zum Schutz von Programmierschnittstellen. Seit Google im März 2026 die Übernahme von Wiz für rund 27,8 Mrd. Euro abgeschlossen hat, fehlt laut dem Fachdienst ISMG ein großer unabhängiger Anbieter für Cloud-Sicherheit.
Überwachung und Absicherung wachsen von beiden Seiten zusammen. Palo Alto Networks kaufte im Januar 2026 den Überwachungsspezialisten Chronosphere, nachdem Datadog-Chef Olivier Pomel kein Interesse an einer Übernahme gezeigt hatte.
Warum soll Upwind abgelehnt haben?
Proofpoint will für Varonis rund 5,5 Mrd. Euro zahlen, das 8,4-Fache des Umsatzes der vergangenen zwölf Monate. Mit dem Angebot, das The Information meldet, stünde für Upwind knapp das 80-Fache des wiederkehrenden Jahresumsatzes im Raum. Trotzdem läge das Angebot nur wenig über der Bewertung von rund 3,3 Mrd. Euro, die Upwind laut CTech in der laufenden Finanzierungsrunde erzielt.[2]
Upwind-Chef Amiram Shachar sagte ISMG im Januar, der Anbieter mit der besten Plattform für Cloud-Sicherheit werde einmal rund 87 Mrd. Euro wert sein. Zum Bericht von The Information haben sich beide Unternehmen bisher nicht geäußert.
Datadog will die Server seiner Kunden nicht mehr nur überwachen, sondern auch verteidigen. Für Upwind bot der Konzern laut The Information fast das 80-Fache des Jahresumsatzes.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Kaufpreis als Vielfaches des Jahresumsatzes
Was heißt das für Sicherheitsverantwortliche in Deutschland?
Überwachungs- und Sicherheitswerkzeuge erfassen Logdaten, Konfigurationen und Zugangswege. Wechselt der Hersteller den Eigentümer, ändert sich für Kunden die Lieferkette. Das BSI-Gesetz verlangt von NIS2-pflichtigen Einrichtungen Maßnahmen zur Sicherheit der Lieferkette, ausdrücklich auch für die Beziehungen zu unmittelbaren Anbietern und Diensteanbietern.[3] Für Kunden von Anbietern, die übernommen werden oder selbst zukaufen, heißt das:
- Verträge mit Überwachungs- und Sicherheitsanbietern auf Sonderkündigungsrechte bei einem Eigentümerwechsel prüfen.
- Fristen für Einsprüche gegen neue Unterauftragsverarbeiter im Vertrag zur Auftragsverarbeitung nachsehen. Nach Art. 28 Abs. 2 DSGVO muss der Anbieter den Kunden über jede geplante Hinzuziehung oder Ersetzung eines Unterauftragsverarbeiters informieren.
- Erkennungsregeln, Dashboards und Logdaten exportierbar halten, damit ein Anbieterwechsel nicht an Formaten scheitert.
Quellen
3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- The Information (Aaron Holmes, Valida Pau)Datadog Offered $4 Billion to Buy Cloud Security Startup ‚Upwind‘ (22. Oktober 2026, hinter Bezahlschranke)
- CTech by CalcalistDid Datadog really offer $4 billion for Israeli cyber startup Upwind?
- Gesetze im Internet§ 30 BSI-Gesetz, Risikomanagementmaßnahmen besonders wichtiger Einrichtungen und wichtiger Einrichtungen, Absatz 2 Nummer 4
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