Zscaler meldet für das Schlussquartal rund 781 Millionen Euro Umsatz, ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor. Den Schub liefert ausgerechnet die KI-Welle, die zugleich neue Angriffsflächen öffnet: Jeder autonome Agent braucht eine eigene Zugangskontrolle. Für deutsche Entscheider wirft das Ergebnis eine unbequeme Frage auf, denn Zscaler sichert auch die als souverän beworbene STACKIT-Cloud.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenZscaler hat sein Geschäftsjahr mit einem Rekordquartal abgeschlossen, ohne ein einziges neues Vorzeigeprodukt vorzustellen. Den Ausschlag gab das veränderte Bedrohungsbild: Sicherheit verkauft sich gerade dann, wenn andernorts die KI-Euphorie tobt.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Umsatz im Schlussquartal stieg um 25 Prozent auf rund 781 Millionen Euro, der jährlich wiederkehrende Umsatz ebenfalls um 25 Prozent auf etwa 3,28 Milliarden Euro.
- Die operative Marge kletterte auf einen Rekordwert von 24,3 Prozent.
- Treiber ist die Zugangskontrolle für KI-Agenten nach dem Zero-Trust-Prinzip.
- Zscaler sichert auch die als souverän beworbene STACKIT-Cloud, was die NIS2-Pflichten mit einer Souveränitätsfrage verknüpft.
Warum zahlt sich Zscalers Zero-Trust-Wette gerade jetzt aus?

Zscaler verkauft keine Firewall am Netzwerkrand, sondern schiebt jeden Zugriff durch eine Cloud-Kontrollinstanz, die Nutzer, Gerät und Ziel einzeln prüft. Dieses Zero-Trust-Modell ersetzt das alte Bild der Burg mit Wassergraben, das mit Homeoffice und Cloud ohnehin zerfallen ist. Die Fachbegriffe dahinter ordnet das Cybersecurity-Glossar ein.
Die Zahlen zeigen, wie stark der Umbau greift. Der jährlich wiederkehrende Umsatz wuchs um 25 Prozent auf rund 3,28 Milliarden Euro, die operative Marge erreichte mit 24,3 Prozent einen Bestwert.[1] Alle Dollarwerte sind zum Kurs von 0,87 umgerechnet, Stand 7. September 2026.
Profitieren jetzt die Sicherheitsanbieter am stärksten vom KI-Boom?
Der KI-Boom füllt nicht nur die Kassen der Chip-Hersteller. Dieselbe Welle hebt die Anbieter von Identitäts- und Zugangssicherheit, weil jeder autonome Agent als neue, nicht-menschliche Identität einen eigenen, kontrollierten Zugang braucht. Okta beziffert das Verhältnis auf 109 Maschinenkonten je Mensch.
Das Muster zieht sich durch die Branche. Okta meldete ähnliche Zuwächse, und die Übernahmewelle bei den Identitätsanbietern läuft weiter, zuletzt bei Palo Alto Networks und CyberArk. Für das neue Geschäftsjahr stellt Zscaler ein Umsatzplus von rund 17 Prozent auf bis zu 3,43 Milliarden Euro in Aussicht.
Der KI-Boom macht nicht nur die Chip-Hersteller reich. Die eigentliche Mautstation der KI-Wirtschaft steht bei den Firmen, die den Zugang der Agenten kontrollieren.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was heißt das für IT-Entscheider im DACH-Raum?
Für deutsche Unternehmen ist Zero Trust längst keine Kür mehr. Die NIS2-Richtlinie verlangt strenge Zugangskontrollen, und das BSI empfiehlt segmentierte, geprüfte Zugriffe als Standard.
Zugleich sitzt hier ein Widerspruch. Zscaler läuft in Deutschland auf der als souverän beworbenen STACKIT-Cloud von Schwarz Digits, ein US-Sicherheitsdienst als Rückgrat einer europäischen Souveränitätslösung.
Entscheider sollten zuerst zählen, wie viele Maschinen- und Agentenkonten im eigenen Netz überhaupt laufen, denn diese Zahl wächst schneller als die Belegschaft. Erst danach lohnt die Frage, wie viel Abhängigkeit von einem US-Anbieter die eigene Souveränitätsstrategie verträgt.
Quelle
[1] Zscaler: „Zscaler Announces Strong Fourth Quarter and Fiscal 2026 Financial Results“
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