Jean-Marc Bellaiche, bis 2025 Chef der französischen Warenhausgruppe Printemps, führt ab dem 1. November die Parfümeriekette Douglas. Der 56-Jährige übernimmt einen Konzern, dessen Filialen von April bis Juni flächenbereinigt 6,5 Prozent weniger umgesetzt haben.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügen„Der Wettbewerb um die Gunst der Kundinnen und Kunden ist intensiv“, hatte Sander van der Laan im August zu den Quartalszahlen gesagt.[2] Am Mittwochabend hat der Aufsichtsrat den Nachfolger für vier Jahre berufen. Van der Laan zieht sich auf eigenen Wunsch aus dem operativen Geschäft zurück.[1] Die Aktie schloss am Freitag im Xetra-Handel bei 7,76 Euro, rund 70 Prozent unter dem Ausgabepreis von 26 Euro beim Börsengang im März 2024.[4]
Das Wichtigste in Kürze
- Jean-Marc Bellaiche löst am 1. November Sander van der Laan an der Douglas-Spitze ab.
- Im Quartal von April bis Juni sank das bereinigte EBITDA um 19,4 Prozent.
- Douglas hat die Jahresprognose zweimal gesenkt und prüft sein Filialnetz.
- Die überarbeitete Strategie, angekündigt für das vierte Quartal, fällt in die ersten Wochen des neuen Chefs.
Warum verdient Douglas in den Filialen weniger?

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres ist der Umsatz um 2,0 Prozent auf 987,8 Millionen Euro gesunken.[2] In den Läden betrug das Minus flächenbereinigt 6,5 Prozent, der Onlinehandel verlor 1,0 Prozent und brachte 33,1 Prozent des Umsatzes. Am schwächsten lief das Segment aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden mit flächenbereinigt minus 5,8 Prozent.
Den Preiskampf hatte Douglas schon im Juni bei der zweiten Prognosesenkung genannt: Viele Kundinnen und Kunden seien „nach wie vor sehr preissensibel“ und warteten auf Sonderangebote.[3] Miete und Personal kosten im Laden gleich viel, auch wenn weniger Kundschaft kommt. Deshalb fällt der Gewinn schneller als der Umsatz: Das bereinigte EBITDA sank im Quartal um 19,4 Prozent auf 127,5 Millionen Euro, unter dem Strich stand ein Verlust von 2,6 Millionen Euro.[2]
Für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr rechnet Douglas nur noch mit 4,58 bis 4,63 Milliarden Euro Umsatz, ursprünglich waren 4,65 bis 4,80 Milliarden angepeilt.[3] Die Nettoverschuldung entsprach Ende Juni dem 3,1-Fachen des bereinigten EBITDA, ein Jahr zuvor dem 2,7-Fachen.
Was bringt Bellaiche mit?
Bellaiche hat 1993 bei der Boston Consulting Group angefangen und dort zuletzt weltweit den Bereich Luxus, Mode und Beauty geleitet.[1] 2014 ist er in die Geschäftsleitung von Tiffany & Co. gewechselt, von 2020 bis 2025 hat er Printemps geführt und dort laut Douglas die operative Profitabilität verbessert. Branchenmedien zufolge hat die Warenhausgruppe unter ihm nach Einbrüchen in der Pandemie mehrere Hundert Stellen abgebaut und drei Häuser geschlossen.
Aufsichtsratschef Henning Kreke erwartet von ihm „einen noch stärkeren Fokus auf die Kundinnen und Kunden, die Partnerschaften mit Beauty-Brands und die operative Exzellenz“.[1] Die Richtung steht seit Juni fest: Douglas will Investitionen von den Filialen in den Onlinehandel verlagern.[3] Neue Läden eröffnet der Konzern vor allem in Osteuropa, die bestehenden prüft er nach Rentabilität und Besucherfrequenz.[2]
Douglas macht ein Drittel des Umsatzes online, über die Zukunft der Filialen entscheidet jetzt ein Chef, der Warenhäuser saniert hat.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Douglas platziert die Aktien zu 26 Euro je Stück
Douglas senkt das Margenziel für das Geschäftsjahr
Umsatzziel 4,58 bis 4,63 Mrd. €, Marge rund 15 %
Jean-Marc Bellaiche folgt auf Sander van der Laan
Was bedeutet der Wechsel für den Handel?
Douglas ist nicht der einzige Händler mit neuer Führung: Metro-Chef Steffen Greubel ist im September im Streit um die Strategie gegangen. Zugleich schrumpfen Filialnetze: Galeria hat Anfang Oktober den vierten Insolvenzantrag gestellt, der Discounter Kodi schließt 43 Filialen.
Konkurrenten bauen ihr digitales Angebot aus: dm plant einen KI-Einkaufsagenten, der auf Wunsch selbst bestellt. Vermieter von Ladenflächen und Markenhersteller sollten die überarbeitete Strategie im Blick behalten, die Douglas für das vierte Quartal 2026 angekündigt hat.[2] Offen ist bislang, wie viele der rund 1.970 Filialen die Prüfung bestehen.
Quellen
4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Douglas AGJean-Marc Bellaiche wird neuer CEO der DOUGLAS Group (Pressemitteilung vom 14.10.2026)
- Douglas AGDOUGLAS Group schließt drittes Quartal im Rahmen der Erwartungen ab und bestätigt Prognose für 2025/2026 (Pressemitteilung vom 12.08.2026)
- Douglas AGDOUGLAS Group passt Guidance an, Fokus auf strategische Prioritäten (Pressemitteilung vom 18.06.2026)
- Douglas AGFinaler Angebotspreis für DOUGLAS AG Aktien auf 26,00 Euro pro Aktie festgelegt (Ad-hoc-Mitteilung vom 19.03.2024)
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