Das Steam Deck galt jahrelang als Schnäppchen unter den Spiele-Handhelds. Jetzt kostet das günstigste OLED-Modell 779 Euro, ein Aufschlag von über 40 Prozent. Der Grund steckt im Speichermarkt, den die KI-Rechenzentren gerade leerkaufen.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenSteigende RAM-Preise sind der eigentliche Treiber hinter der Preiswelle bei Spiele-Hardware. Valve hat die Steam-Deck-Modelle deutlich verteuert und nennt als Grund die Kosten für Speicher und Komponenten. Hinter dieser knappen Begründung steckt eine Verschiebung, die weit über Gaming hinausreicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Das 512-GB-OLED-Steam-Deck kostet jetzt 779 Euro, das 1-TB-Modell 919 Euro.
- Die Aufschläge liegen bei 43 und 46 Prozent, ohne dass sich die Hardware geändert hat.
- Valve nennt gestiegene Speicher- und Komponentenkosten als Grund.
- Treiber ist die KI-Nachfrage nach DRAM und NAND-Flash für Rechenzentren.
Warum wird das Steam Deck so viel teurer?

Valve hat die Preise am 27. Mai über die Steam-Produktseite angehoben. Das 512-GB-OLED-Modell stieg von 549 auf 789 US-Dollar, das 1-TB-Modell von 649 auf 949 Dollar, in Euro liegen die neuen Preise bei 779 und 919 Euro. Speicherkosten sind laut Valve der Auslöser. In einer kurzen Mitteilung schreibt das Unternehmen, das Gerät selbst habe sich nicht verändert, die neuen Preise spiegelten den aktuellen Stand der Komponentenkosten und weltweite logistische Herausforderungen der gesamten Branche wider. Die offiziellen Angaben finden sich auf der Steam-Deck-Seite.
Was hat KI damit zu tun?

Der Speichermarkt ist seit Monaten angespannt, weil die großen KI-Anbieter ihre Rechenzentren in hohem Tempo ausbauen. Diese Anlagen verschlingen enorme Mengen an DRAM und NAND-Flash, also dieselben Bausteine, die in Handhelds, Notebooks, Smartphones und Servern stecken. Verdrängung ist die Folge. Was in die KI-Infrastruktur fließt, fehlt im Consumer-Markt und treibt dort die Preise. Valve hat den Start von Steam Machine und Steam Frame bereits wegen der Speicherknappheit verschoben. Wie stark der Hunger der Rechenzentren wächst, zeigt sich auch daran, dass OpenAI seinen Coding-Dienst inzwischen ins eigene Rechenzentrum verlagert.
Der Speicher im Steam Deck ist derselbe geblieben, nur der Preis nicht. Wenn ein vier Jahre altes Gerät fast 50 Prozent teurer wird, ist das ein Vorbote für jede Hardware-Beschaffung im nächsten Jahr.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was heißt das für Ihre Hardware-Budgets?

Für Unternehmen im DACH-Raum ist der Steam-Deck-Schock vor allem ein Signal. Höhere Speicherpreise treffen die nächste Beschaffungsrunde bei Notebooks, Arbeitsplatz-PCs und Servern. Branchenvertreter rechnen damit, dass die Preise weiter steigen, bevor sie sich stabilisieren. Konkret heißt das für Sie: Planen Sie anstehende Hardware-Käufe früher und kalkulieren Sie Aufschläge ein. Ein vorgezogener Kauf kann günstiger ausfallen als der geplante Austausch zur Jahresmitte.
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