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1&1 kann Glasfaseranschlüsse künftig auch in den Netzen von GlasfaserPlus verkaufen, im ersten Schritt an rund 2,7 Millionen Haushalte. Das Kölner Unternehmen gehört zur Hälfte der Deutschen Telekom, dem direkten Konkurrenten von 1&1. Einen Starttermin und Preise nennen die Partner nicht.

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Am Donnerstag gaben beide Unternehmen eine langfristige Kooperation bekannt.[1] 1&1 verbindet dafür sein bundesweites Transportnetz aus Glasfaser mit den Ortsnetzen von GlasfaserPlus, die vor allem auf dem Land sowie in kleinen und mittleren Städten liegen. Die Anschlüsse befinden sich in unterschiedlichen Phasen der Vermarktung, buchbar ist also noch nicht jeder davon. Die Vereinbarung gilt auch für künftige Ausbaugebiete.[2]

Das Wichtigste in Kürze

  • 1&1 erreicht über GlasfaserPlus rund 2,7 Millionen weitere Haushalte, der Starttermin ist offen.
  • GlasfaserPlus gehört je zur Hälfte der Telekom und dem Infrastrukturfonds IFM.
  • Bundesweit buchen nur 27 Prozent der Haushalte mit Glasfaser in der Straße auch einen Anschluss.
  • Für vier Millionen Anschlüsse nennt GlasfaserPlus inzwischen das Jahr 2034, ursprünglich galt 2028.

Warum öffnet ein Telekom-Gemeinschaftsunternehmen sein Netz für 1&1?

Kabeltrommel mit orangefarbenem Kabel, „ZU VERMIETEN“-Schild und Warnkegel vor weißem Hintergrund
GlasfaserPlus vermietet Leitungen an Anbieter (Open Access), verkauft keine eigenen Tarife. Finanzchef Diekmann erhofft sich von Partnerschaften höhere Netzauslastung

GlasfaserPlus verkauft keine Tarife an Endkunden. Das Unternehmen verdient nur, wenn Anbieter seine Leitungen mieten, das Prinzip heißt Open Access.[1] Jeder weitere Anbieter wirbt auf denselben Leitungen um Kunden. Finanzchef Volker Diekmann erwartet von der Partnerschaft nach eigenen Worten einen Beitrag „zu einer hohen Netzauslastung“.

Genau diese Auslastung fehlt branchenweit. Laut der BREKO-Marktanalyse lag Ende Juni 2026 für 62 Prozent der Haushalte und Unternehmen Glasfaser in der Straße, aktiv genutzt wurden aber nur 7,9 Millionen Anschlüsse.[3] Die Buchungsquote verharrt bei 27 Prozent. Bei der Telekom selbst lag die Quote im zweiten Quartal unter 18 Prozent.

Am teuersten ist der Hausanschluss: Die Leitung von der Straße in den Keller kostet im Mittel 1.950 Euro und wird kaum noch ohne Kundenvertrag gelegt.[3] Um ihre Netze wirtschaftlicher zu machen, setzen fast neun von zehn Netzbetreibern auf Kooperationen, meist als Bitstromzugang: Andere Anbieter verkaufen dabei ihre Tarife über die fremde Leitung.

Was ist aus dem Plan von 2021 geworden?

Im November 2021 stieg der australische Infrastrukturinvestor IFM für 0,9 Milliarden Euro mit 50 Prozent bei GlasfaserPlus ein.[4] Damals sollte das Gemeinschaftsunternehmen bis 2028 vier Millionen zusätzliche Glasfaseranschlüsse bauen. Heute nennt GlasfaserPlus für vier Millionen Haushalte und Unternehmensstandorte das Jahr 2034.[1]

Die Telekom richtete ihren eigenen Ausbau im August auf Rendite aus und will gebaute Anschlüsse zuerst auslasten. Auf der Partnerliste von GlasfaserPlus stehen neben Telekom und 1&1 neun weitere Anbieter, darunter Entega, VSE NET, Thüringer Netkom und Plusnet.

Die Telekom lässt den Rivalen in ihr halbes Netz, weil eine leere Leitung mehr kostet als ein Konkurrent darin.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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GlasfaserPlus: Ein Netz, viele Anbieter
Die Kooperation mit 1&1 und die Lage am deutschen Glasfasermarkt
2,7 Mio.
Haushalte, die 1&1 im ersten Schritt über GlasfaserPlus erreicht
50 %
Anteil der Telekom an GlasfaserPlus, die andere Hälfte hält IFM
27 %
Buchungsquote in Deutschland: Anteil aktiver Anschlüsse an Glasfaser in der Straße
1.950 €
mittlere Kosten der Leitung von der Straße in den Keller
November 2021
IFM steigt ein

50 % für 0,9 Mrd. €, Ziel: vier Millionen Anschlüsse bis 2028

Juni 2026
62 % erschlossen

Glasfaser in der Straße bundesweit, 7,9 Mio. Anschlüsse aktiv

Oktober 2026
1&1 kommt dazu

Kooperation gilt auch für künftige Ausbaugebiete

Ziel 2034
vier Millionen

Haushalte und Unternehmensstandorte im GlasfaserPlus-Netz

Was ändert sich für Kunden auf dem Land?

1&1 erweitert sein Glasfaserangebot zunehmend über Netze anderer Betreiber. Vereinbarungen mit Deutsche Glasfaser, OXG, Tele Columbus und Thüringer Netkom hatte der Konzern bereits angekündigt, Telekom-Glasfaser nutzt er seit Jahren.[5] Die Haushaltszahlen der Partner lassen sich laut Telecom Handel nicht einfach addieren, weil sich Gebiete überschneiden können.

Haushalte, kleine Firmen und Freiberufler im Ausbaugebiet bekommen mehr Auswahl auf derselben Leitung. Ob an der eigenen Adresse ein Anschluss liegt, zeigt der Verfügbarkeits-Check auf der Website von GlasfaserPlus, danach wählen Kunden ihren Anbieter.[1] 1&1 verspricht bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde und eine Gutschrift von 100 Euro, falls der Wechsel misslingt.[2] Monatspreise für die GlasfaserPlus-Gebiete nennt 1&1 bisher nicht.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. GlasfaserPlus GmbHGlasfaserPlus und 1&1 schließen langfristige Kooperationsvereinbarung (Pressemitteilung vom 15.10.2026)
  2. 1&1 AGGrößere Glasfaser-Anbietervielfalt für Deutschland: 1&1 und GlasfaserPlus schließen langfristige Kooperationsvereinbarung (Corporate News vom 15.10.2026)
  3. BREKO Bundesverband BreitbandkommunikationBREKO Marktanalyse 2026 mit neuem Geschäftsklimaindex Telekommunikation (Pressemitteilung vom 02.09.2026, Stand der Daten)30.06.2026
  4. Deutsche Telekom AGVier Millionen zusätzliche Haushalte: Deutsche Telekom beschleunigt Glasfaserausbau durch Joint Venture (Medieninformation vom 05.11.2021)
  5. Telecom Handel1&1 kooperiert mit Telekom-Joint-Venture GlasfaserPlus15.10.2026

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