Seit dem 1. Oktober kostet ein neuer Glasfaseranschluss der Telekom zusammen mit dem Fernsehpaket MagentaTV SmartStream 5 Euro mehr im Monat, aufs Jahr gerechnet 60 Euro. Laufende Verträge bleiben vorerst unberührt. Die Rabatte für den Einstieg verlängert der Bonner Konzern zugleich bis Februar 2027.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDen größten Sprung macht MagentaTV SmartStream. Das Paket mit RTL+ Premium sowie den werbefinanzierten Abos von Netflix und Disney+ kostet nach dem kostenlosen ersten Halbjahr 20 statt 17 Euro im Monat.[1] Teurer werden auch die Internetanschlüsse, am stärksten die Glasfaser, für die der Konzern dringend Kunden sucht.
Das Wichtigste in Kürze
- Neuverträge, Tarifwechsel und Verlängerungen kosten bei den regulären MagentaZuhause-Tarifen über DSL 1 Euro mehr im Monat, bei XXL Hybrid und Glasfaser 2 Euro.
- MagentaTV SmartStream steigt von 17 auf 20 Euro, die Tarife Smart und MegaStream bleiben bei 11 und 30 Euro.
- Bestehende Verträge sind nicht betroffen, solange Kunden nichts daran ändern.
- Die Einstiegsrabatte laufen bis zum 1. Februar 2027 weiter.
Warum verschont die Telekom ihre Bestandskunden?

Den rechtlichen Hintergrund liefert Paragraf 57 des Telekommunikationsgesetzes. Ändert ein Anbieter einen laufenden Vertrag einseitig zum Nachteil des Kunden, darf der Kunde innerhalb von drei Monaten nach der Mitteilung ohne Frist und ohne Kosten kündigen.[2] Ein höherer Preis für Neuverträge löst dieses Sonderkündigungsrecht nicht aus.
Den anderen Weg geht gerade 1&1: Der Anbieter verteuert viele DSL- und Glasfasertarife seit Oktober um 3 Euro, und zwar nur im Bestand. Jeder Betroffene kann deshalb kostenlos kündigen. Die Telekom ging bereits beide Wege. Laut Branchenmedien hob der Konzern im April 2026 die Grundgebühr von DSL-Verträgen, die vor April 2023 geschlossen wurden, um 2 Euro an.
Was zahlen Neukunden tatsächlich?
Beim Einstieg setzt die Telekom weiter auf Rabatte. MagentaZuhause L kostet auf telekom.de in den ersten drei Monaten 9,95 Euro, MagentaTV läuft sechs Monate ohne Aufpreis.[1] Die Erhöhung greift erst beim Regelpreis nach dem Ende der Rabatte. Glasfaser mit SmartStream kostet dann 5 Euro mehr als bisher, DSL mit SmartStream 4 Euro.
Über MagentaTV lässt sich seit September zusätzlich HBO Max buchen. Mit fremden Streamingdiensten bindet der Konzern seine Fernsehkunden, statt eigene Serien zu produzieren.
Die Telekom lässt den Einstiegspreis unangetastet und kassiert die 5 Euro erst, wenn der Rabatt ausgelaufen ist.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Ältere DSL-Verträge werden laut Branchenmedien 2 Euro teurer.
Neuverträge, Tarifwechsel und Verlängerungen kosten 1 bis 3 Euro mehr im Monat.
Bis dahin verlängert die Telekom günstige Startmonate und MagentaTV ohne Aufpreis.
Was bedeutet der Aufschlag für Glasfaser und Ihre Verträge?
Glasfaser verteuert sich um 2 Euro, obwohl die Telekom genau dort Abnehmer braucht. Im zweiten Quartal buchten erst 17,5 Prozent der 13,6 Millionen erschlossenen Haushalte einen Anschluss, unterm Strich verlor der Konzern sogar Breitbandkunden. Konzernchef Tim Höttges steuert den Ausbau inzwischen nach Rendite. Der höhere Regelpreis verbessert den Ertrag jedes neuen Anschlusses, die verlängerten Rabatte halten die Hürde für den Abschluss niedrig.
Selbstständige und kleine Büros mit einem MagentaZuhause-Anschluss prüfen vor jedem Tarifwechsel, ob er sich lohnt, denn auch Wechsel und Verlängerung lösen die neuen Preise aus. Notieren Sie sich zudem das Ende der Rabattmonate. Erhöht ein Anbieter den Preis im laufenden Vertrag, bleiben Ihnen drei Monate für die Sonderkündigung.
Quellen
2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- TelekomMagentaTV mit Internet & Festnetz (Tarifseite, abgerufen am 16.10.2026)
- Bundesministerium der Justiz§ 57 TKG: Vertragsänderung, Minderung und außerordentliche Kündigung
Mehr Newshunger?
- Drei Euro mehr bei 1&1: das Sonderkündigungsrecht als Hebel
- Telekom-Glasfaser wächst, die Breitbandbasis schrumpft
- Die Telekom bremst den Glasfaserausbau: Rendite vor Reichweite
- HBO Max bei MagentaTV: Die Telekom wird zum Streaming-Aggregator
- Die Wohnungswirtschaft beauftragt die Telekom mit Glasfaser für sieben Millionen Wohnungen
- Nach RTL+ und ZDF: 1&1 holt Joyn in die eigene TV-Oberfläche
- Telekom kauft das Glasfasernetz der insolventen Ruhrfibre in Essen: Leitungen für 87.000 Haushalte
