Stellantis steckt mitten in der härtesten Konzernkrise seit der Fusion. Ausgerechnet eine wiederbelebte Citroën-Ente soll jetzt das Wunder vollbringen. Vorgestellt wurde die Studie nicht in Paris, sondern in Detroit.

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Hand aufs Herz: Die Citroën 2CV als Elektroauto auf einer Investorenbühne in Auburn Hills, Michigan, hätte sich vor zwei Jahren niemand ausgemalt. Genau dort stand am 21. Mai 2026 Citroën-Chef Xavier Chardon und sagte den Satz, auf den Liebhaber seit 1990 gewartet haben: „Die 2CV ist zurück.“

Das Wichtigste in Kürze

  • Stellantis kündigt im Rahmen des FaSTLAne-2030-Plans die elektrische Neuauflage der 2CV an
  • Produktion ab 2028 im italienischen Werk Pomigliano d’Arco, Zielpreis rund 15.000 €
  • Premiere auf dem Pariser Autosalon vom 12. bis 18. Oktober 2026
  • Citroën wird im neuen Konzern-Setup zur Regionalmarke degradiert, die Marke DS aufgesogen

Warum kommt die Ente ausgerechnet aus Detroit?

Ein gelbes Spielzeugauto zieht ein Netzkabel mit Stecker auf weißem Hintergrund hinter sich her
Konzernchef Filosa präsentiert beim Investorentag in Auburn Hills seinen FaSTLane-2030-Plan mit 60 Milliarden Euro Investitionsvolumen, wovon 60 Prozent in Nordamerika fließen

Konzernchef Antonio Filosa hat den ersten Investorentag seiner Amtszeit bewusst nach Auburn Hills bei Detroit gelegt, in die Konzernzentrale für Nordamerika. Von den 60 Milliarden Euro Investitionsvolumen des neuen FaSTLAne-2030-Plans fließen 60 Prozent über den Atlantik. Die Botschaft an die Märkte: Stellantis ist ein Global Player, kein französisch-italienisches Familienprojekt mehr.

Pikante Pointe: Im selben Plan rutschen Chrysler, Alfa Romeo, Dodge, Citroën und Opel auf den Status regionaler Nebendarsteller. DS verschwindet komplett und wird in Citroën absorbiert. Die Ente kommt zurück, während ihre Heimatmarke konzernintern an Bedeutung verliert.

Die 2CV-Wiederauferstehung ist ein Marketing-Coup, aber kein Strategiewechsel. Solange Stellantis seine Margen im US-Pickup-Geschäft holt, bleibt die Ente ein Symbol für etwas, das der Konzern in Wirklichkeit längst hinter sich gelassen hat.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Was die Ente in der Popkultur ausgelöst hat

Grünes Modellauto Citroën 2CV mit Gummi-Ente und deutschem Text auf der Tür vor weißem Hintergrund
Roger Moore fuhr 1981 in „In tödlicher Mission“ als James Bond in einer gelben 2CV durch Korfu. Citroën brachte daraufhin die Sonderedition „2CV 007″ auf den Markt

Die 2CV war nie nur Auto. Sie war Filmstar. Roger Moore raste 1981 in „In tödlicher Mission“ als James Bond mit einer knallgelben 2CV durch korfiotische Olivenhaine, verfolgt von zwei Peugeot 504. Moore selbst nannte die Ente später seinen Lieblings-Bond-Wagen, lieber als jeden Aston Martin. Citroën brachte daraufhin die Sonderedition „2CV 007″ mit aufgeklebten Einschusslöchern auf den Markt.

Auch Louis de Funès jagte in den Fantomas-Filmen Enten quer durch Frankreich. In Deutschland war die Ente das Auto der Studenten, der Jung-Lehrer, der Bioläden. Sie stand für eine bestimmte Haltung: lieber pragmatisch als protzig.

Wer erinnert sich noch ans Hup-Ritual?

Ein orangefarbener Citroën 2CV mit einer Quietscheente auf der Motorhaube vor weißem Hintergrund
Ente-Fahrer der Achtziger grüßten sich mit Hupsignalen – eine automobile Geheimsprache ohne Technik

Aufgewachsen in den Achtzigern? Dann kennen Sie das ungeschriebene Ritual: Sobald eine grüne Ente vorbeitrudelte, gaben sich die Insassen der anderen Ente mit einem kurzen Hupen zu erkennen. Eine Art automobile Geheimsprache. Heute wäre das per Bluetooth gekoppelt, hätte einen Markennamen und kostete im Abo. Damals reichte ein Daumen auf der Hupe.

Genau dieses Lebensgefühl will Stellantis jetzt monetarisieren. Bleibt die Frage, ob jemand eine 2CV kauft, die auf der gleichen STLA-City-Plattform basiert wie die nächste Fiat Panda und der nächste Opel.

Was Entscheider jetzt beachten sollten

Oranger Citroën 2CV mit modernen LED-Scheinwerfern und Badeente im Rückspiegel vor weißem Grund
Chinesische E-Auto-Hersteller wie BYD und Leapmotor erobern Europas A-Segment vor 2028-Deadline für Flotten-Verantwortliche

Für Flotten-Verantwortliche steht der Termin 2028. Bis dahin bleibt der A-Segment-Markt offen für die chinesische Konkurrenz: BYD hat seine EU-Neuzulassungen im ersten Quartal 2026 um 169,7 Prozent gesteigert, Leapmotor dominiert Italiens Kleinwagen-Statistik. Wer heute eine Beschaffung plant, sollte den Zielpreis von 15.000 € nicht als gesetzt betrachten, denn Stellantis selbst hat ihn nie offiziell bestätigt.

Privatkäufer mit emotionalem Bezug warten auf den Pariser Autosalon im Oktober. Dort wird die Designstudie erstmals öffentlich gezeigt. Bis dahin gilt: Eine echte 2CV im Garagenbestand sollte gepflegt werden. Die Sammlerwerte dürften die Renaissance-Ankündigung freundlich aufnehmen. Wer eine Neuanschaffung plant, vergleicht bis dahin die aktuellen Ladetarife, prüft die E-Auto-Prämie 2026 und behält den Wertverlust beim Elektroauto im Blick.

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Ein oranger Citroën 2CV mit grünem E-Auto-Logo auf der Tür steht auf weißem Grund
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