Die Neuzulassungs-Statistik für April 2026 zeigt das deutlichste Signal seit Beginn der Elektromobilität: 64.350 neue E-Autos stehen 53.420 Benzinern gegenüber, ein Vorsprung von fast 11.000 Fahrzeugen. Das Kraftfahrt-Bundesamt veröffentlichte die Zahlen am 7. Mai 2026.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenKommt Ihnen das bekannt vor? Vor zwölf Monaten lagen Benziner noch zigtausend Einheiten vor reinen Elektroautos. Im April 2026 ist der Markt gekippt. Mit 25,8 Prozent Marktanteil sind E-Autos die zweitstärkste Antriebsart hinter den Hybriden, Benziner schrumpfen um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Das Wichtigste in Kürze
- 64.350 reine E-Autos (+41,3 Prozent), 53.420 Benziner (-20 Prozent)
- Marktanteil E-Auto: 25,8 Prozent, Benziner: 21,4 Prozent
- VW ID.3 verdrängt Tesla Model Y vom Spitzenplatz der E-Auto-Charts
- Durchschnittlicher CO2-Ausstoß sinkt erstmals unter 100 g/km (97,6 g/km)
Wer profitiert vom neuen Marktbild?

Drei Marken stehen besonders deutlich auf der Gewinnerseite. VW kehrt mit dem ID.3 nach acht Monaten an die Spitze der E-Auto-Neuzulassungen zurück, 3.518 Stück im Monat. Skoda Elroq und Enyaq sichern den Mutterkonzern weiter ab. Tesla legt zwar prozentual um 256 Prozent zu (3.149 Fahrzeuge), bleibt aber unter den Vormonatswerten.
Hinter den deutschen Marken bauen chinesische Hersteller auf. BYD verdreifacht die Neuzulassungen auf 4.705, Leapmotor legt um 331,5 Prozent zu, MG Motor wächst um 62 Prozent. Xpeng kommt fast auf das Dreifache des Vorjahres. Smart zeigt mit 260 Prozent Plus die stärkste Steigerung unter den deutschen Marken, allerdings auf niedrigem Niveau.
Warum kippt der Markt gerade jetzt?

Mehrere Faktoren wirken parallel. Der Tesla-Bonus von 3.000 Euro auf die Einstiegsvarianten lief seit Mitte Februar. Die Förderkulisse für Gewerbe-Leasing greift bei vielen Mittelständlern. Neue Modelle wie der VW ID. Polo ab 24.995 Euro öffnen die Preiskategorie unter 25.000 Euro. Und der Verbrenner verliert auf der Reichweiten-Front: Steigende Spritpreise und ein schrumpfendes Tankstellennetz machen ihn für Pendler weniger attraktiv.
Der Markt kippt nicht durch Verbote, sondern durch Vernunft. Wenn das Elektroauto im Total Cost of Ownership günstiger ist, kauft niemand mehr aus Prinzip einen Verbrenner.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was bedeutet das für Flottenchefs und Mittelstand?

Für Geschäftsführer mit Fuhrpark wird die Frage spitzer. Bei Verbrenner-Leasing-Verlängerungen 2026 wachsen die Restwertrisiken spürbar. Die DAT-Restwertprognosen für Benziner schwächen sich seit Anfang 2026 ab, Diesel-Restwerte sinken noch deutlicher. Im Gegenzug stabilisieren sich Restwerte für gut ausgestattete E-Autos der Mittelklasse.
Drei Punkte sind vor der nächsten Beschaffung zu klären. Die Reichweite der eingesetzten Modelle muss zur tatsächlichen Tageskilometerleistung passen. Die Ladeinfrastruktur am Standort und unterwegs muss kalkulierbar sein. Und der Strompreis-Tarif für Wallbox und öffentliche Lader muss langfristig abgesichert sein. Bei sauberer Kalkulation aller drei Punkte ergibt sich oft ein klares Bild.
E-Auto-Service-Artikel: Tools und Rechner für Ihre Entscheidung

Für die Beschaffungsentscheidung lohnt sich ein Blick auf unsere Praxis-Tools. Aktuelle Ladetarife im Vergleich zeigen, welche Anbieter für gewerbliche Nutzung am günstigsten sind. Der Reichweiten-Rechner E-Auto hilft, Modelle zur tatsächlichen Routenlast zu matchen. Bei Leasing-Verträgen gibt unser Gewerbeleasing-Rechner die Vergleichsbasis. Zur Kalkulation von Restwertrisiken bei alten Diesel- und Benziner-Flotten hilft unser Hintergrund zur Batterie-Degradation, und für die Förderkulisse gibt es einen Überblick zur E-Auto-Prämie 2026.
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