Seit August 2020 fehlt Fortnite in Australiens App Store, ab Freitag soll das Spiel dort wieder abrufbar sein. Richter Jonathan Beach vom australischen Bundesgericht verpflichtet Apple zudem, ab 1. März 2027 fremde App-Stores, Downloads von Websites und andere Bezahldienste zuzulassen, ohne Gebühr für den Vertrieb außerhalb des App Stores. Apple will Berufung einlegen.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenAm Donnerstag legte Beach in einem Urteil mit 1.104 Randnummern fest, wie Apple den Missbrauch von Marktmacht abstellen muss, den er im August 2025 festgestellt hatte.[1] Epic Games kündigte die Rückkehr von Fortnite noch am selben Tag für Freitag an.[2] Stand Donnerstag, 6:40 Uhr deutscher Zeit, war das Spiel im australischen App Store noch nicht zu finden, im deutschen und im US-amerikanischen dagegen schon.[5]
Das Wichtigste in Kürze
- Apple muss Fortnite und andere Epic-Apps auf Antrag wieder in den australischen App Store aufnehmen.
- Ab 1. März 2027 dürfen Nutzer mit australischem Apple-Konto Apps aus fremden Stores und von Websites installieren.
- Für diesen Vertrieb darf Apple keine Gebühr erheben, in der EU verlangt der Konzern 5 Prozent Provision.
- Apple kündigt einen Antrag auf Aussetzung und die Berufung an.
Was muss Apple in Australien ändern?

Für Fortnite gilt keine Frist bis 2027: Auf schriftlichen Antrag von Epic muss Apple das Spiel und andere Apps des Herstellers wieder in den App Store aufnehmen.[1] Apple hatte Fortnite am 13. August 2020 entfernt, nachdem Epic ein eigenes Bezahlsystem in die App eingebaut hatte, und am 28. August das Entwicklerkonto gekündigt. Beach wertet Rauswurf und Kontosperre als Musterbeispiel dafür, wie Apple seine Vertragsbedingungen gegen Entwickler durchsetzte.[1]
Ab 1. März 2027, mittags Melbourner Zeit, dürfen Nutzer mit australischem Apple-Konto Apps aus fremden Stores und direkt von Websites laden. Entwickler können dann eigene Bezahldienste einbinden und aus der App auf günstigere Angebote verlinken.[1] Für den Vertrieb außerhalb des App Stores darf Apple keine Gebühr erheben. Bei Apps im App Store darf eine Gebühr auf fremde Zahlungen nicht höher liegen als bei Käufen physischer Waren, zuzüglich nachweisbarer Mehrkosten.
Verlangen darf Apple weiterhin eine automatische Sicherheitsprüfung und die Beglaubigung jeder App durch Apple selbst oder einen geeigneten Dritten. Epic wollte die Öffnung weltweit durchsetzen, Beach beschränkt sie auf australische Apple-Konten. Apples Vorschlag, die Auflagen auf fünf Jahre zu befristen, lehnte der Richter ebenfalls ab.[1]
Warum geht das Gericht weiter als die EU?
Apples Installationsgebühr Core Technology Fee und die übrigen Auflagen, mit denen der Konzern auf den Digital Markets Act der EU reagierte, seien darauf angelegt gewesen, Entwickler von fremden Bezahldiensten abzuhalten, schreibt Beach. Selbst regulatorische Pflichten hätten Apple nicht daran gehindert, Wettbewerber weiter auszusperren.[1]
Inzwischen hat Apple die Gebühr von 50 Cent je Installation abgeschafft. Seit 1. Oktober 2026 verlangt der Konzern in der EU stattdessen 5 Prozent Provision, die Core Technology Commission, auf Verkäufe in Apps, die über fremde Marktplätze oder Websites vertrieben werden.[4] In Australien wäre eine solche Abgabe unzulässig.
In den USA darf Apple für Kauflinks aus der App nach einem Urteil des Berufungsgerichts nur die Kosten berechnen, die ihm für die Abwicklung solcher Links tatsächlich entstehen, schlug dem Gericht aber 15 Prozent vor. Im australischen Urteil hält Beach zudem fest, dass Apple seit 2017 mehr als 2.000 Entwicklerkonten gekündigt habe, weil die Anbieter Apples Bezahlsystem nicht nutzten.[1]
Australien verbietet, was die EU Apple durchgehen lässt: die Maut auf den Vertrieb außerhalb des App Stores.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was heißt das für App-Anbieter aus Deutschland?
Die Anordnungen gelten für Entwickler aus aller Welt, die am Apple-Entwicklerprogramm teilnehmen, aber nur gegenüber Kunden mit australischem Apple-Konto.[1] Ein Spiele- oder Abo-Anbieter aus Deutschland könnte australische iPhone-Nutzer ab März 2027 also über die eigene Website bedienen, ohne Provision an Apple. Für Kunden in Deutschland gelten weiter die EU-Bedingungen mit 5 Prozent.
Offen ist der Zeitplan. Apple kündigte gegenüber Reuters an, eine Aussetzung zu beantragen und Berufung einzulegen, um eine Lösung zu erreichen, die das geistige Eigentum des Konzerns wahrt und die sichere Nutzung des App Stores schützt.[3] Setzt ein Gericht die Anordnungen aus, verschieben sich die Fristen. Anbieter mit nennenswertem Geschäft in Australien rechnen trotzdem am besten jetzt durch, was ein eigener Bezahlweg kostet und wie viele Kunden ihn nutzen würden.
Quellen
5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Federal Court of AustraliaEpic Games Inc v Apple Inc (No 2) [2026] FCA 1552 (englisch, 22. Oktober 2026), Anordnungen 1 bis 16, Randnummern 411, 501, 547, 950 und 1092 bis 1094
- Epic Games Newsroom auf XBig news: Fortnite is coming back to the App Store in Australia tomorrow! (englisch)
- ReutersEpic Games‘ ‚Fortnite‘ returns to Apple App Store in Australia (englisch)
- Apple DeveloperUpdate on apps distributed in the European Union (englisch, Stand Oktober 2026)
- AppleFortnite im deutschen App Store; Abfrage der App-Store-Schnittstelle für Australien, Deutschland und die USA am 22. Oktober 2026, 6:40 Uhr
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