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Vail Resorts sieht bei zwei Gegenkandidaten für seinen Verwaltungsrat einen möglichen Interessenkonflikt. Die beiden empfahl Cloudflare-Chef Matthew Prince, der dem Skikonzern das Skigebiet Park City Mountain abkaufen will. Prince bestreitet jeden Einfluss darauf, wen der Hedgefonds Oasis aufstellte.

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„1. Einen aktivistischen Investor finden, der Vail ins Visier nimmt. 2. Ihn den Verwaltungsrat übernehmen lassen“: So beschrieb Prince im März auf X, wie er an Park City kommen könnte. Vail zitiert den Beitrag in seinen vorläufigen Stimmrechtsunterlagen zur Hauptversammlung, die der Konzern am 19. Oktober bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat.[1]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Vail empfiehlt, alle vier Kandidaten von Oasis abzulehnen. Der Fonds hält 9,6 % der Aktien.
  • Die frühere Skirennläuferin Picabo Street und der Investor Bryce Roberts kamen über Prince zu Oasis.
  • Vail sieht einen möglichen Interessenkonflikt, Prince weist das zurück.
  • Zum Konzern gehören auch die Schweizer Skigebiete Andermatt-Sedrun und Crans-Montana.

Was wirft Vail Resorts Matthew Prince vor?

Eine Seilbahngondel mit Postschreiben und Preisschild „Zu verkaufen?“
Prince vermittelte Street und Roberts eine Woche vor ihrer Nominierung bei Oasis, möglicherweise um einen Verkauf von Park City zu erzwingen

Prince habe Street und Roberts etwa eine Woche vor ihrer Nominierung an Oasis vermittelt, schreibt Vail. Das werfe die Frage auf, ob er sie wegen seines Ziels empfahl, einen Verkauf von Park City an sich zu erzwingen. Street gab im Fragebogen des Konzerns an, sich mit Prince beraten zu haben. Roberts nannte die Vermittlung laut Vail erst im Gespräch mit dem Verwaltungsrat. Fünf Stunden nachdem Oasis am 13. Oktober seine eigenen Stimmrechtsunterlagen eingereicht hatte, sagte Prince laut Vail in einem Podcast, ein neuer Verwaltungsrat könne Konzernchef Rob Katz dazu bringen, ihn zurückzurufen, oder Katz ersetzen.[1]

Prince sagte dem Radiosender KPCW, er habe Oasis rund zwölf Namen vorgeschlagen und keinen Einfluss darauf gehabt, wen der Fonds aufstellte. Mit Street und Roberts habe er über seine Pläne für Park City höchstens oberflächlich gesprochen.[3] Oasis erwähnt Prince in seinen Unterlagen nicht. Der Fonds aus Hongkong hält die 42 Skigebiete des Konzerns für unterbewertet und will Preisgestaltung, Marketing und die Auslastung der Hotels verbessern.[2]

Warum führt Princes Weg über den Verwaltungsrat?

Katz lehnt einen Verkauf ab, weil Park City als größtes Skigebiet der USA zum Verbund der Skigebiete gehöre. Zudem betreibe Vail den Berg nur über einen Pachtvertrag mit 300 Jahren Laufzeit und dürfe ihn gar nicht verkaufen. Laut einem von Vail zitierten Bericht des Nachrichtendienstes Semafor war Prince bereit, 500 Mio. Dollar in das Skigebiet zu investieren, rund 435 Mio. €.[1]

Ein Machtwechsel im Gremium hätte bisher auch den Kreditvertrag berührt. Am 16. Oktober änderten Vail und seine Banken die Klausel: Wechselt binnen zwölf Monaten die Mehrheit des Verwaltungsrats, gilt das nicht mehr als Kontrollwechsel.[4] Oasis wiederum zahlt drei seiner Kandidaten je 50.000 Dollar für die Nominierung und noch einmal so viel für die Nennung in den Stimmrechtsunterlagen, zusammen rund 87.000 € pro Person.[1]

Kandidaten zu empfehlen ist legitim. Die Aktionäre sollten aber wissen, welches Kaufinteresse hinter einer Empfehlung steht.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Der Streit um Vails Verwaltungsrat
Beteiligte, Geld und Stand des Verfahrens, 22. Oktober 2026
Die Beteiligten
  • Vail Resorts: Verwaltungsrat unter Konzernchef Rob Katz, neun eigene Kandidaten
  • Oasis Management: Hedgefonds mit 9,6 % der Aktien und weiteren 1,1 % über Derivate, vier Gegenkandidaten
  • Matthew Prince: Chef von Cloudflare, will Park City Mountain kaufen, empfahl Oasis rund zwölf Namen
  • Über Prince zu Oasis: Picabo Street und Bryce Roberts
Der Weg zur Abstimmung
  • 18.03.2026: Prince skizziert auf X seinen Plan mit einem aktivistischen Investor
  • 13.10.2026: Oasis reicht seine Stimmrechtsunterlagen bei der SEC ein
  • 16.10.2026: Vail ändert den Kreditvertrag
  • 19.10.2026: Vail empfiehlt, alle Oasis-Kandidaten abzulehnen
  • Offen: Termin der Hauptversammlung
Was Oasis seinen Kandidaten zahlt
je Kandidat, drei von vier
87.000 €

Zweimal 50.000 Dollar, nach Steuern in Vail-Aktien anzulegen.

  • Bob Chapek, früherer Disney-Chef und vierter Kandidat: 100.000 Dollar Beratungshonorar im Monat, rund 87.000 €
Vail Resorts in Zahlen
  • Skigebiete: 42, darunter Park City Mountain als größtes der USA
  • Umsatz 2026: rund 2,47 Mrd. €
  • Schweiz: Andermatt-Sedrun seit 2022, rund 84 % der Bergbahngesellschaft von Crans-Montana seit 2024

Was bedeutet der Streit für die Schweizer Skigebiete?

Seit August 2022 betreibt Vail das Skigebiet Andermatt-Sedrun, seit Mai 2024 gehören dem Konzern rund 84 % der Bergbahngesellschaft von Crans-Montana im Wallis. Die Gemeinden Crans-Montana und Lens halten dort zusammen knapp 13 %, ein Aktionärsvertrag regelt ihre Rechte bis Ende 2035.[5] Über Investitionen wie den Ersatz zweier Sessellifte in Andermatt entscheidet am Ende der Verwaltungsrat in Colorado. Dasselbe Gremium bestimmt, ob der Konzern einzelne Resorts abgibt, wie es Prince für Park City fordert.

In Deutschland darf jeder Aktionär eigene Kandidaten für den Aufsichtsrat vorschlagen, eine Begründung braucht er dafür nicht.[6] Prüfen Sie bei Gegenkandidaten deshalb, wer hinter ihrer Nominierung steht. Den Termin der Hauptversammlung nennt Vail noch nicht.

FAQ: Matthew Prince und der Streit um Vail Resorts

Wer ist Matthew Prince?

Matthew Prince hat den Netzwerk- und Sicherheitsdienstleister Cloudflare mitgegründet und führt ihn als Chef. Seit Mai 2025 wirbt er öffentlich dafür, Vail Resorts das Skigebiet Park City Mountain in Utah abzukaufen. Dem Hedgefonds Oasis empfahl er rund zwölf Kandidaten für Vails Verwaltungsrat.

Kann Vail Park City Mountain überhaupt verkaufen?

Laut Konzernchef Rob Katz nicht. Vail betreibe das Skigebiet über einen Pachtvertrag mit 300 Jahren Laufzeit und besitze es nicht. Zudem gehöre Park City als größtes Skigebiet der USA zum Verbund der Skigebiete, auf dem das Geschäftsmodell des Konzerns beruhe.

Was fordert der Hedgefonds Oasis?

Oasis hält 9,6 % der Vail-Aktien und will vier eigene Kandidaten in den Verwaltungsrat bringen. Sie sollen das Angebot für die Gäste, Preisgestaltung, Marketing und die Auslastung der Hotels verbessern. Einen Verkauf von Park City fordert Oasis in seinen Stimmrechtsunterlagen nicht.

Welche Skigebiete betreibt Vail Resorts in der Schweiz?

Vail betreibt seit August 2022 das Skigebiet Andermatt-Sedrun und hält seit Mai 2024 rund 84 % der Bergbahngesellschaft von Crans-Montana im Wallis. Die Gemeinden Crans-Montana und Lens besitzen zusammen knapp 13 %, ein Aktionärsvertrag regelt ihre Rechte bis Ende 2035.

Quellen

6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Vail ResortsPreliminary Proxy Statement, Form PREC14A (englisch, SEC)19.10.2026
  2. Oasis ManagementPreliminary Proxy Statement zu Vail Resorts, Form PREC14A (englisch, SEC)13.10.2026
  3. KPCWVail says Park City billionaire is influencing Oasis board bid (englisch)20.10.2026
  4. Vail ResortsCurrent Report, Form 8-K, Änderung des Kreditvertrags (englisch, SEC)19.10.2026
  5. Vail ResortsGeschäftsbericht 2026, Form 10-K (englisch, SEC)28.09.2026
  6. Bundesministerium der Justiz§ 127 Aktiengesetz, Wahlvorschläge von Aktionären

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