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Anthropic sichert sich laut Financial Times 1,7 Gigawatt Generatorleistung für seine Rechenzentren. Der Preis von 3,4 Mrd. Dollar (rund 3,0 Mrd. €) macht den Kauf zur größten bekannten Einzelanschaffung dieser Art bei einem KI-Labor.

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Wie kommt Anthropic an die Generatoren?
  2. Warum kaufen KI-Konzerne ihre Stromerzeugung selbst?
  3. Was heißt das für Unternehmen im DACH-Raum?
  4. Mehr Newshunger?

Anthropic hat sich Ende September zum Kauf von 1,7 Gigawatt gasbetriebener Generatoren beim texanischen Ausrüster OnePWR Solutions verpflichtet, berichtet die Financial Times am Sonntag, dem 8. November.[1] Stand: Sonntag, 13:30 Uhr. Eine Stellungnahme von Anthropic liegt nicht vor.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Auftrag umfasst 1,7 Gigawatt für 3,4 Mrd. Dollar, laut FT die größte bekannte Einzelanschaffung von Stromerzeugungsanlagen durch ein KI-Labor.
  • Anthropic übernimmt Bestellungen von OnePWR bei Caterpillar. Den Ausrüster kauft es nicht.
  • Offen sind Standorte, betroffene Rechenzentren und die Aufteilung des Preises.
  • Der Kauf fällt in die Wochen vor dem geplanten Börsengang.

Wie kommt Anthropic an die Generatoren?

Oranges Gerät auf weißem Sockel mit Etikett „Eigener Strom“
Anthropic übernimmt Caterpillar-Bestellungen von OnePWR, kauft das Unternehmen aber nicht auf

Anthropic übernimmt Bestellungen, die OnePWR bei Caterpillar aufgegeben hatte. Eine Übernahme des Ausrüsters ist das laut FT nicht.

OnePWR hatte die Generatoren vor rund zwei Jahren bei Caterpillar bestellt und brauchte Geld, um den Kauf abzuschließen. Anthropic wollte zunächst Kunde von OnePWR werden und übernahm dann die bestehenden Aufträge.[1] Im Paket stecken auch Ingenieur- und Bauleistungen für die Installation. Mitarbeiter von OnePWR wechselten laut einer informierten Person nicht zu Anthropic.[1]

Die Motoren wurden vor dem Preisanstieg bestellt. Laut FT sind sie kurzfristig und in den nächsten zwei Jahren lieferbar.[1] Gasturbinen und Generatoren haben laut FT Lieferzeiten von Jahren. Anthropic kauft damit vor allem einen Platz in der Warteschlange.

Rechnerisch kostet ein Megawatt rund 2,0 Mio. Dollar (1,7 Mio. €). Das ist eine eigene Berechnung und kein Stückpreis, denn Installation und Bau stecken im Preis.

Warum kaufen KI-Konzerne ihre Stromerzeugung selbst?

KI-Labore umgehen Zwischenhändler wie Versorger und halten die Erzeugung zunehmend in eigener Hand, schreibt die FT.[1]

Das Muster ist nicht neu: xAI kaufte im Frühjahr laut FT mobile Gasturbinen für 2 Mrd. Dollar (1,7 Mrd. €), Alphabet übernahm 2025 den Energieentwickler Intersect.[1] Ähnlich handeln Oracle mit Erdgas per Lkw und Amazon mit einem Auftrag für Notstrom-Generatoren von bis zu 7 Mrd. €. Fehlt der Netzanschluss, entsteht das Kraftwerk neben dem Rechenzentrum. Wie viel Streit das bringen kann, zeigt der Fall xAI und die Klage gegen 33 Gasturbinen.

Der Kauf fällt in die Phase der Kapitalbeschaffung: Anthropic will laut FT beim Börsengang 80 bis 100 Mrd. Dollar (70 bis 87 Mrd. €) einsammeln, die Barreserven stehen im Börsenprospekt.

Anthropics Generatorenkauf auf einen Blick
Was der Bericht belegt und was offen bleibt

Eckdaten, Stand 8. November 2026

1,7 GW
Generatorleistung, zugesagt Ende September 2026
3,0 Mrd. €
Gesamtpreis, laut FT 3,4 Mrd. Dollar
1,7 Mio. €
pro Megawatt, eigene Berechnung inklusive Installation
2 Jahre
Zeitfenster, in dem die Motoren laut FT lieferbar sind

Zeitstrahl

vor rund 2 Jahren
OnePWR bestellt die Generatoren bei Caterpillar
Ende September 2026
Anthropic sagt den Kauf von 1,7 Gigawatt zu
6. November 2026
FT: Börsengang soll 70 bis 87 Mrd. € einbringen
8. November 2026
FT berichtet über den Generatorenkauf

Vergleich mit xAI

Anthropic
3,0 Mrd. € für 1,7 GW Gasgeneratoren
xAI (Frühjahr 2026)
1,7 Mrd. € für mobile Gasturbinen

Anthropic kauft nicht mehr nur Chips, sondern die Motoren dahinter. Beim KI-Ausbau entscheidet der Stromanschluss, nicht der Prozessor.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was heißt das für Unternehmen im DACH-Raum?

Gas wird zum Vorprodukt der KI. Für Anwender stellt sich damit eine Frage der Klimabilanz, für Hersteller eine der Auslastung.

Gas ist ein fossiler Brennstoff. Nutzen Sie Claude per API und schreiben einen Nachhaltigkeitsbericht, fragen Sie nach dem Strommix der Rechenzentren, denn die Antwort kann in die eigene Treibhausgasbilanz (Scope 3) einfließen.

Hersteller aus der Region profitieren vom Bedarf: 2G Energy baut in Heek ab 2028 Container-Kraftwerke für US-Rechenzentren in Fließfertigung. Planen Sie selbst Rechenzentrumsfläche, gehören Generatoren und Netzanschluss wegen der Lieferzeit an den Anfang des Zeitplans. Wie groß hiesige Standorte sind, zeigt die Übersicht der zehn größten Rechenzentren Deutschlands.

Offen bleibt, an welchen Rechenzentren die Generatoren laufen. Die FT nennt keine Standorte, die Angaben sind nicht unabhängig geprüft. Äußern sich Anthropic oder OnePWR, ergänzt Dr. Web den Beitrag.

Quelle

[1] Financial Times: Bericht vom 8. November 2026 über Anthropics Kauf gasbetriebener Generatoren und vom 6. November 2026 zum Börsengang (hinter Bezahlschranke, Originalseite nicht abrufbar; Stand 8. November 2026)

Mehr Newshunger?

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