Volkswagen hat am 5. November die ID. Software 3.9.1 angekündigt, die älteren ID.-Modellen eine manuelle Vorkonditionierung der Hochvolt-Batterie vor dem Schnellladen bringt.[1] Ein kalter Akku lädt im Winter langsamer, mit dem Update können Fahrer ihn vor dem Ladestopp selbst temperieren.
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Der Rollout beginnt laut Volkswagen „in Kürze“ und läuft schrittweise, ein Datum nennt der Hersteller nicht.[2] Das Update ist kostenlos. Wie viel Ladezeit die Vorkonditionierung spart, beziffert electrive nicht.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Die Software 3.9.1 bringt eine manuelle Batterie-Vorkonditionierung vor Gleichstrom-Schnellladestopps. Die maximale Ladeleistung steigt dadurch nicht, bei Kälte lässt sich die vorhandene Leistung aber besser nutzen.
- Betroffen sind laut electrive ID.4 und ID.5 aus der Zeit vor Oktober 2023, der ID.3 bis Baujahr 2024, frühe ID. Buzz und ältere Škoda Enyaq.
- Für die Installation braucht ein Fahrzeug mindestens Softwarestand 3.7, einen VW-Connect-Vertrag und zu Beginn einen Ladezustand von 50 Prozent.
- Fahrzeuge mit Sonderumbauten wie Taxi-Umbauten oder Rückfahrkameras von Drittanbietern bekommen das Update womöglich nicht als Over-the-Air-Update.
Warum lädt ein kalter Akku langsamer?

Bei niedrigen Außentemperaturen kann ein kalter Akku die Ladeleistung spürbar begrenzen, schreibt electrive.[1] Das Batteriemanagement schützt die Zellen, indem es den Ladestrom bei Kälte drosselt. Eine Vorkonditionierung bringt die Batterie vor dem Ladestopp auf eine passende Temperatur, damit der Akku die angebotene Ladeleistung auch aufnehmen kann.
Neuere Softwaregenerationen ab 4.x können das längst und starten die Vorkonditionierung auch automatisch, sobald die Navigation zu einer Ladesäule führt.[1] Auf die älteren Fahrzeuge lassen sich diese Versionen laut Volkswagen nicht übertragen, ein direkter Wechsel von der Generation 3.x auf 5.x ist technisch nicht möglich.[2]
Was ändert sich mit dem Update 3.9.1?
Im Infotainment erscheint eine neue Bedienung, mit der Fahrer die Vorkonditionierung von Hand starten.[1] Nach Angaben von ElektroQuatsch geht das bei einer Batterie unter 20 Grad. Sie erwärmt sich dann auf etwa 25 Grad und braucht dafür 30 bis 40 Minuten. Die Navigation löst den Vorgang in nachgerüsteten Fahrzeugen nicht automatisch aus, Fahrer müssen ihn rechtzeitig vor der Fahrt zur Säule einschalten.[3]
Das Update bringt weitere Änderungen. Das Thermomanagement passt sich stärker an das Fahrverhalten an, und die Batterie kühlt nach dem Schnellladen besser ab. Einbrüche der Wechselstrom-Ladeleistung soll die Software erkennen und abfangen, und das PV-Überschussladen soll an intelligenten Wallboxen wie dem Smartfox Pro Charger nach Pausen zuverlässiger wieder einsetzen. Eine neue Warnmeldung zeigt eine ungewöhnlich hohe Selbstentladung der Hochvolt-Batterie an.[1]
Dass die Hardware es seit Jahren kann und erst ein Update es freischaltet, zeigt, was Software im Auto wert ist.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet das für ID.-Halter im DACH-Raum?
Der Bedarf war bekannt. Im Oktober 2025 beschrieb InsideEVs die Bastellösung eines Sicherheitsingenieurs: eine Platine für 40 bis 50 US-Dollar, umgerechnet etwa 35 bis 45 Euro, die die Batterieheizung über den Stecker des Batteriemanagements hinter dem Handschuhfach einschaltet. Die Heizung war demnach bereits verbaut, es fehlte nur der Schalter. InsideEVs riet wegen des Garantierisikos ab.[4]
Mit dem Update erübrigt sich die Bastellösung. Für Halter heißt das, den Softwarestand im Infotainment zu prüfen und vor der Installation mindestens 50 Prozent zu laden, denn während des Updates sind Fahren und Laden nicht möglich.[2] Im Winter bleibt die Vorkonditionierung ein Handgriff vor jeder Fahrt zum Schnelllader. Wie stark Kälte die Reichweite schmälert, zeigt der ADAC-Test zur Winterreichweite.
Bei Teilen derselben Baureihen gilt zugleich eine Ladegrenze von 80 Prozent. Ob 3.9.1 daran etwas ändert, sagt Volkswagen nicht. Dass Software vielen Fahrern mehr Ärger bereitet als die Reichweite, hat zuletzt die Uscale-Studie gezeigt. Fuhrparkleiter mit umgebauten Fahrzeugen fragen besser vorab bei ihrem Servicepartner nach, bevor sie auf das Over-the-Air-Update warten.
Quellen
4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- electrive.netVolkswagen bringt Batterie-Vorkonditionierung in ältere ID-Modelle
- idcommunity.net, zur Ankündigung von VolkswagenID. Software 3.9.1: Die Fakten
- ElektroQuatschAkku-Vorheizung für VW ID.4/ID.5 und Škoda Enyaq
- InsideEVsMany Volkswagen EVs Don’t Have Battery Preconditioning. Now, There’s A Solution
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