Mehr als eine Milliarde Sammelkarten mit Disney-Figuren hatte Ravensburger bis Januar 2025 verkauft, 2024 sprang der Umsatz damit auf den Rekord von 790,8 Millionen Euro. Ein Jahr später sank er um 5,9 Prozent. Was davon als Gewinn bleibt, zeigt der Konzern nur im Pflichtabschluss; der für 2025 ist bis heute nicht zu finden.
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- Wer steckt hinter Ravensburger und wie fing alles an?
- Wie wurde aus einem Buchverlag ein Spielekonzern?
- Wie verdient Ravensburger tatsächlich sein Geld?
- Wie groß ist die Marktmacht von Ravensburger?
- Wer ist bei Ravensburger eigentlich das Produkt?
- Was kostet ein Puzzle wirklich, und wer trägt die Kosten?
- Wer profitiert und wer zahlt drauf?
- Wie politisch ist Ravensburger?
- Was könnte Ravensburger zu Fall bringen?
- Was bedeutet Ravensburger für deutsche Unternehmer und Verbraucher?
- Glossar: 14 Fachbegriffe aus Spielwarenhandel und Bilanz
- FAQ: Wie verdient Ravensburger in Zeiten von Smartphones Geld?
Für die Kinoverfilmung von „Das verrückte Labyrinth“ wurde im Oktober der Holzmarkt in Ravensburg zur Filmkulisse, der Film kommt laut dem Spieleportal Würfelreich am 20. Januar 2028 in die Kinos. Ab 2027 vertreibt Ravensburger zudem das Programm des Schweizer NordSüd Verlags in Deutschland, Österreich, Luxemburg und Südtirol. Die Marke wird größer, der Ertrag hält nicht Schritt: Vorstandschef Clemens Maier schrieb laut dpa-AFX intern: „Wir haben ein Ertragsproblem, kein Liquiditätsproblem.“
Das Wichtigste in Kürze
- 2025 setzte die Gruppe rund 740 Millionen Euro um, weniger als im Rekordjahr 2024. Bis heute hat sie kein Ergebnis für 2025 veröffentlicht.
- Das Sammelkartenspiel Disney Lorcana sorgte 2024 für den Rekordumsatz. Im selben Jahr schrieb der Konzern 28,7 Millionen Euro auf das Umlaufvermögen ab, darunter zu große Kartenbestände.
- Vom Umsatz 2024 blieben nach unserer Rechnung 8,0 Prozent als EBIT, im Jahr davor waren es 12,2 Prozent.
- Zwei Drittel des Umsatzes stammten 2024 aus dem Ausland, Nordamerika wuchs um 48,8 Prozent. Die Gruppe fertigt überwiegend in eigenen Werken in Europa.
- Die Familienholding hält die Mehrheit der Aktien, Vorstandschef Clemens Maier ist ein Urenkel des Gründers Otto Maier.
Fünf Fragen zwischen blauem Dreieck und Kartenstapel
1 Womit begann die Geschichte der Gruppe im Jahr 1883? Aufklappen ↓
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2 Welcher Anteil des Umsatzes 2024 entfiel auf Spielwaren? Aufklappen ↓
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3 Warum sank das EBIT 2024 trotz Rekordumsatz? Aufklappen ↓
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4 Was übernimmt die Gruppe ab dem 1. Januar 2027 für den NordSüd Verlag? Aufklappen ↓
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5 Wann soll der Kinofilm zu „Das verrückte Labyrinth“ starten? Aufklappen ↓
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Wer steckt hinter Ravensburger und wie fing alles an?
Hinter Ravensburger steht die Familie Maier, deren Holding die Mehrheit an der AG hält. Der Buchhändler Otto Maier gründete das Unternehmen 1883 in seiner Heimatstadt, zunächst als Verlag für Vorlagenmappen. Heute führt sein Urenkel Clemens Maier den Vorstand.
Otto Maier, 1852 in Ravensburg geboren, machte seine Lehre in der Dornschen Buchhandlung am Ort und war dort seit 1876 Teilhaber und Geschäftsführer. 1883 gründete er nebenher einen eigenen Verlag. Laut der Neuen Deutschen Biographie verlegte er großformatige Vorlagenwerke für Handwerker in Mappen, von denen bis 1911 insgesamt 66 Ausgaben erschienen.
Schon 1884 erschien mit „Reise um die Erde“ das erste Gesellschaftsspiel. 1893 verkaufte Maier die Buchhandlung und widmete sich nur noch dem Verlag.
Bis 1918 kamen 300 verschiedene „Ravensburger Spiele“ zusammen, in 35 Jahren brachte der Gründer mehr als 850 Bücher, Spiele und andere Produkte heraus. Die meisten Ideen stammten laut Biographie von ihm selbst. Seit 1903 gab er außerdem die Sammlung „Spiel und Arbeit“ mit Modellen und Bastelvorschlägen heraus, sie wuchs bis in die 1960er Jahre auf mehr als 250 Ausgaben. Die Gruppe beruft sich bis heute auf das Leitbild „Lernen durch Tun“ und die Einheit von „Kopf, Herz und Hand“.
Vier Generationen, eine Holding
Ab 1918 übergab Otto Maier die Führung schrittweise an seine Söhne Otto, Karl und Eugen. Die dritte Generation prägte die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts: Der Enkel Otto Julius Maier kam 1952 ins Unternehmen, blieb 43 Jahre, war zuletzt Vorstandsvorsitzender und führte danach bis 2008 den Aufsichtsrat. Dorothee Hess-Maier, ebenfalls eine Enkelin des Gründers, begann 1959, leitete bis 1988 den Buchverlag und war bis 2000 Vorstandssprecherin.
Seit 2017 führt Clemens Maier den Vorstand, der seit Anfang 2025 vier statt zwei Mitglieder hat. Die Ravensburger Holding GmbH & Co. KG hält laut Konzernabschluss die Mehrheit der 480.000 Namensaktien der AG. Wie sich die Anteile auf die Familienstämme verteilen, haben wir in keiner Quelle gefunden.
Im Aufsichtsrat sitzen zwei Vertreter der Holding: die Gesellschafterin Valerie Maier und Geschäftsführer Albert Hess.
Die gemeinnützige Stiftung Ravensburger Verlag fördert Bildungs- und Familienprojekte. Die AG und ihre Gesellschafter haben sie ins Leben gerufen. Ob die Stiftung selbst Aktien hält, geht aus Konzernabschluss und Pressemitteilungen nicht hervor.
In die Reihe der Hidden Champions passt Ravensburger zunächst über die Größe. Mit rund 740 Millionen Euro Umsatz liegt der Konzern weit unter der Grenze von 5 Milliarden Euro, die für diese Firmen gilt. Für einen weltweiten Spitzenplatz in einer Nische haben wir keine unabhängige Quelle gefunden. Das blaue Dreieck, seit dem 14. August 1974 als Marke eingetragen, ist zudem alles andere als unbekannt.
- 1883Otto Maier gründet in Ravensburg den Otto Maier Verlag.
- 1884Mit „Reise um die Erde“ erscheint das erste Gesellschaftsspiel.
- 1959memory kommt in den Handel, die Erstauflage umfasst 6.000 Exemplare.
- 1986„Das verrückte Labyrinth“ steht auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres.
- 1998Das Ravensburger Spieleland öffnet am 4. April.
- 2010Der erste tiptoi-Stift erscheint.
- 2015Ravensburger kauft den schwedischen Spielwarenhersteller BRIO.
- 2017ThinkFun in den USA kommt hinzu, GraviTrax geht in den Handel.
- 2023Das Sammelkartenspiel Disney Lorcana startet im August.
- 2024Rekordumsatz von 790,8 Millionen Euro, aber 28,7 Millionen Euro Abschreibung auf Umlaufvermögen, darunter Kartenbestände.
- 2026Mehrheit an NordSüd, das Kartellamt erlaubt den Einstieg bei Steiff, in Ravensburg wird der Labyrinth-Film gedreht.
Wie wurde aus einem Buchverlag ein Spielekonzern?

Ravensburger wuchs mit einzelnen Erfolgsspielen und mit Zukäufen im Ausland: memory ab 1959, „Das verrückte Labyrinth“ ab 1986, später BRIO und ThinkFun. Seit 2023 zieht das Sammelkartenspiel Disney Lorcana den Umsatz an, 2024 erreichte er 790,8 Millionen Euro.
Ravensburger zeigte memory erstmals im Frühjahr 1959 auf der Nürnberger Spielwarenmesse, am 15. April kam das Spiel für 4,80 D-Mark in den Handel, mit einer Erstauflage von 6.000 Stück. Die Idee stammte von dem Schweizer William Hurter. Bis 2009 gingen 75 Millionen Exemplare über die Ladentheke.
Max J. Kobbert erfand 1983 „Das verrückte Labyrinth“, 1986 stand es auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres. Der Verlag beziffert die verkauften Exemplare auf mehr als 30 Millionen.
1998 eröffnete das Ravensburger Spieleland mit 34 Attraktionen, heute sind es mehr als 70. Für 2022 meldete das Unternehmen 440.000 Besucher. Aus dem Verlag war damit ein Betrieb geworden, der auch Eintrittskarten verkauft. 2010 folgte der Lernstift tiptoi mit eigens dafür gemachten Büchern und Spielen.
Wachstum per Kaufvertrag
Ende 2012 investierte Ravensburger in den Spieleverlag Wonder Forge in Seattle, Anfang 2015 erwarb die Gruppe den schwedischen Spielwarenhersteller BRIO, der 2013 mit 80 Beschäftigten auf 37,6 Millionen Euro Umsatz gekommen war. Zum 30. September 2017 folgte ThinkFun aus Alexandria in Virginia, bekannt für das Logikspiel Rush Hour. 2022 übernahm die Gruppe die slowakische Firma Designwood, heute Ravensburger Wood Slovakia.
Ebenfalls 2017 kam die Kugelbahn GraviTrax auf den Markt.
Im Januar 2026 kaufte die Tochter Ravensburger Verlag GmbH die Mehrheit am Zürcher NordSüd Verlag, im Juni kündigte die AG die Mehrheitsbeteiligung am Plüschtierhersteller Steiff an.
Zwei Wellen in sechs Jahren
Bis 2016 hatte Ravensburger den Umsatz zehn Jahre in Folge gesteigert, auf 474,5 Millionen Euro. 2019 waren es 524,2 Millionen. Im ersten Pandemiejahr 2020 sprang der Umsatz auf 632 Millionen Euro, die Firma erklärte das mit mehr Zeit für die Familie. 2020 gingen 28 Millionen Puzzles von Ravensburg aus in mehr als 70 Länder, 2021 fertigte das Unternehmen 32,4 Millionen im Dreischichtbetrieb, mit Wochenendarbeit und Überstunden. 2022 fiel der geprüfte Umsatz auf 599,5 Millionen Euro.
Die zweite Welle kam im August 2023 mit Disney Lorcana. Die Firma spricht vom erfolgreichsten Produktstart ihrer Geschichte. Der Umsatz stieg 2023 auf 668,6 und 2024 auf 790,8 Millionen Euro, 2025 sank er auf 744 Millionen. In späteren Firmentexten steht 742 Millionen, Ravensburger hat die Abweichung nicht erklärt.
Wie Faber-Castell verkauft Ravensburger Dinge, die es lange vor dem Smartphone gab. Unsere Einschätzung: Der Bildschirm hat das Geschäft nicht schrumpfen lassen. 2025 lag der Umsatz trotz des Rückgangs um 42 Prozent über dem von 2019. Das Problem zeigt sich erst beim Ertrag.
Wie verdient Ravensburger tatsächlich sein Geld?

Ravensburger verdient fast alles mit dem Verkauf von Spielen, Puzzles und Büchern, vor allem über den Handel. 2024 kamen 657,9 der 790,8 Millionen Euro aus Spielwaren, 96,7 Millionen aus Büchern und 35,5 Millionen aus Freizeit und Promotion. Als EBIT blieben nach unserer Rechnung 8,0 Prozent.
Spielwaren, Bücher, Eintritt
Nach unserer Rechnung stammten 2024 damit 83,2 Prozent des Umsatzes aus Spielwaren und 12,2 Prozent aus Büchern. Zur Kategorie Freizeit zählt der Konzernabschluss das Spieleland samt Feriendorf, die eigenen Geschäfte und das Museum. Innerhalb der Spielwaren wuchsen die Spiele, zu denen seit 2023 die Sammelkarten zählen, um 44,9 Prozent. Puzzles legten um 2 Prozent zu, Bauen und Basteln mit GraviTrax verlor 13 Prozent.
Für Disney Lorcana, ein Sammelkartenspiel mit lizenzierten Disney-Figuren, nennt Ravensburger keine genaue Umsatzzahl. Clemens Maier sagte der Schwäbischen Zeitung im Mai 2026, man liege „gut im dreistelligen Millionenbereich“, nach Puzzles und Gesellschaftsspielen sei Lorcana der drittgrößte Bereich. 2025 schrumpfte das Kartengeschäft und mit ihm der Konzernumsatz.
Im Inland setzte die Gruppe 2024 aus Vertriebssicht 264,5 Millionen Euro um, nur 1,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Ausland wuchs um 29,3 Prozent auf 526,3 Millionen Euro, Nordamerika allein um 48,8 Prozent. Laut Pressemitteilung entfielen knapp 40 Prozent des Auslandsgeschäfts auf Nordamerika, grob gerechnet also rund ein Viertel des Konzernumsatzes.
Das Kerngeschäft mit Spielen, Puzzles und Büchern wuchs 2025 laut Pressemitteilung vom Januar 2026 um 3 Prozent, in Tschechien, Polen und der Slowakei um 12 Prozent.
Was nebenher Geld bringt
Bei Lizenzen tritt Ravensburger als Käufer auf. Zu den Bestsellern zählen seit Jahren Spiele und Puzzles mit Disney-Figuren, mit Harry Potter, Pokémon oder Minecraft. Wie groß der Anteil solcher Produkte am Umsatz ist, veröffentlicht der Konzern nicht. Für Lizenzkäufe und Garantiehonorare bestanden Ende 2024 Zahlungspflichten von 12,1 Millionen Euro.
Eigene Nebenerlöse kommen aus Puzzles mit eigenem Foto, deren Nachfrage sich 2020 fast vervierfachte, aus Wettbewerben im Schnellpuzzeln, Lorcana-Turnieren und limitierten Auflagen im Digitaldruck.
Innerhalb des Konzerns verdient die AG zudem an ihrem Namen: Sie überlässt den Töchtern die Marke Ravensburger per Lizenzvertrag und vermietet dem Verlag die Grundstücke in Ravensburg. Im Konzernumsatz heben sich solche Zahlungen auf, sie verschieben nur Gewinne zwischen den Gesellschaften.
Die Marge schwankt mit dem Kartenlager
Ravensburger nennt keine Marge je Sparte. Für den ganzen Konzern lässt sie sich aus den geprüften Abschlüssen errechnen. Das EBIT lag 2022 bei 30,0 Millionen Euro, 2023 bei 81,5 und 2024 bei 63,5 Millionen. Nach unserer Rechnung sind das 5,0, 12,2 und 8,0 Prozent des Umsatzes. Der Jahresüberschuss 2024 betrug 45,4 Millionen Euro.
Um die festen Auslieferungstermine für Lorcana einzuhalten, habe der Konzern anfangs „zu hohe Mengen der einzelnen Kartensets auf Lager genommen“, heißt es im Abschluss. Die Abschreibungen auf das Umlaufvermögen beliefen sich 2024 auf 28,7 Millionen Euro, im Vorjahr waren keine nötig. Zählt man diesen ganzen Betrag zum EBIT hinzu, kämen 11,7 Prozent heraus. Die Zahl ist eine Obergrenze, denn welcher Teil der Summe auf Lorcana entfällt, schlüsselt der Abschluss nicht auf.
Der Vorstand zeigte sich mit 2024 „nur bedingt zufrieden“.
Für 2025 fehlt jede Ergebniszahl. Im Lagebericht für 2024 hatte der Vorstand Umsatz und EBIT auf Vorjahresniveau erwartet, tatsächlich sank der Umsatz um 5,9 Prozent.
Laut dpa-AFX räumte Maier intern ein, das Unternehmen verdiene operativ zu wenig Geld, und kündigte ein Programm für Kosten, Skalierbarkeit und Wachstum an.
Unsere Einschätzung: Solange der Chef intern von einem Ertragsproblem spricht und öffentlich keine Zahl nennt, müssen Händler und Beschäftigte raten, wie groß es ist. Allerdings schuldet ein Familienunternehmen keine Zahlen über den Pflichtabschluss hinaus, und die Bilanz deutet auf keine Notlage hin. Wir haben den Abschluss für 2025 bis zum 8. November 2026 nicht gefunden.
Neuheiten statt Lockangebote
Lockangebote, die bewusst Verlust machen, sind nicht erkennbar. Ravensburger setzt auf Neuheiten: 2024 brachte das Unternehmen mehr als 3.200 neue Produkte heraus, sie machten über 40 Prozent des Umsatzes aus. Für die Entwicklung gab die Gruppe rund 83 Millionen Euro aus, nach unserer Rechnung 10,5 Prozent des Umsatzes.
Im Mai 2026 nannte Maier mehr als 80 Millionen Euro für die Entwicklung, aber nur noch „rund ein Drittel“ des Umsatzes aus Produkten der vergangenen zwölf Monate. Nach diesen Angaben ist der Anteil der Neuheiten gesunken, die Ausgaben blieben hoch. Ob einzelne Bereiche wie das Spieleland oder die eigenen Geschäfte Geld kosten, lässt sich nicht prüfen, weil der Abschluss keine Spartenergebnisse enthält.
Der Stift verkauft das nächste Buch
Ein zweiter Hebel sind Produkte, die nach dem ersten Kauf weitere nach sich ziehen. Zum tiptoi-Stift kaufen Familien passende Bücher und Spiele einzeln dazu. Ravensburger sieht tiptoi in mehr als jedem zweiten deutschen Kinderzimmer, der Umsatz wuchs 2024 nach einem Neustart um 23 Prozent und 2025 um 9 Prozent.
GraviTrax folgt demselben Muster. 2020 verkaufte Ravensburger rund 4 Millionen Starter-Sets, Erweiterungen und Action-Steine, 2025 wuchs die Marke samt GraviTrax Junior um 10 Prozent.
Beim Puzzle entsteht der Vorteil in der Fabrik. Für ein 1.000-Teile-Motiv braucht Ravensburger eine Stanzform aus rund 65 Metern Bandstahl, an der 210 Arbeitsstunden hängen. Je höher die Auflage, desto weniger kostet die Form pro Stück.
Vom Puzzle zur Sammelkarte
2020 und 2021 liefen die Werke an der Kapazitätsgrenze, 2022 fiel der Puzzle-Umsatz um 13 Prozent. Ab 2023 sorgten die Sammelkarten für Wachstum, 2025 schrumpften sie wieder.
Für 2026 peilt Maier „leichtes Wachstum“ von „vielleicht drei Prozent“ an.
- Spielwaren: Puzzles, Spiele und Karten bringen den Großteil, Bücher und Freizeitpark ergänzen.
- Folgekauf: Stift und Kugelbahn verkaufen sich einmal, Bücher und Erweiterungen immer wieder.
- Lizenz: Fremde Figuren verschaffen Platz im Regal, kosten aber Gebühren, deren Höhe der Konzern nicht nennt.
Wie groß ist die Marktmacht von Ravensburger?

Unter den Spieleverlagen ist Ravensburger groß, unter den Spielzeugkonzernen mittelgroß. Lego setzte 2025 rund das Fünfzehnfache um, Hasbro mehr als das Fünffache. Der Konzern selbst nennt sich „eine der führenden Marken für Puzzles, Spiele und Beschäftigungsprodukte in Europa“.
Die Umsätze der Konkurrenz stammen aus deren Berichten und Angaben für 2025. Wir haben Beträge in fremder Währung zum EZB-Referenzkurs vom 6. November 2026 umgerechnet, nicht zum Jahresdurchschnitt 2025. Die Werte zeigen deshalb die Größenordnung, keine exakten Jahresumsätze in Euro.
| Unternehmen | Umsatz 2025 | Anmerkung |
|---|---|---|
| Lego (Dänemark) | rund 11,17 Milliarden Euro | Betriebsgewinn rund 2,94 Milliarden Euro, Umsatz plus 12 Prozent |
| Mattel (USA) | rund 4,79 Milliarden Euro | Spiele weist Mattel nicht getrennt aus |
| Hasbro (USA) | rund 4,21 Milliarden Euro | alle Spiele zusammen rund 2,50 Milliarden Euro, davon Magic: The Gathering rund 1,54 Milliarden Euro |
| Asmodee | 1.683,6 Millionen Euro | Geschäftsjahr von April 2025 bis März 2026 |
| Ravensburger | 744 Millionen Euro | Pressemitteilung vom Januar 2026, später 742 Millionen Euro |
| Kosmos (Stuttgart) | über 185 Millionen Euro | Angabe einer Sprecherin |
| Schmidt Spiele | 61,5 Millionen Euro | Puzzles plus 19 Prozent |
Legos Betriebsgewinn allein war fast viermal so hoch wie der gesamte Umsatz von Ravensburger.
Im Sammelkartengeschäft, in dem der Konzern zuletzt am schnellsten wuchs und wieder schrumpfte, setzt Hasbro den Maßstab. Magic: The Gathering legte 2025 um 59 Prozent zu und brachte allein rund doppelt so viel Umsatz wie der ganze Ravensburger-Konzern. Mit Lorcana ist der Verlag in diesem Markt Herausforderer, nicht Platzhirsch.
Asmodee wuchs vor allem mit Spielen anderer Verlage, die der Konzern vertreibt: Diese Partnerspiele legten um 40,0 Prozent zu, die Spiele der eigenen Studios verloren 5,8 Prozent.
Unter den deutschen Spieleverlagen liegt Ravensburger weit vorn. Kosmos kam 2025 auf rund ein Viertel des Ravensburger-Umsatzes, Schmidt Spiele auf weniger als ein Zehntel.
Marktanteile, soweit sie jemand misst
Ravensburger veröffentlicht keinen Weltmarktanteil bei Puzzles, und wir haben auch keine unabhängige Quelle dafür gefunden. Der Konzernabschluss nennt zwei Teilwerte. Im Buchmarkt von Deutschland, Österreich und der Schweiz kam der Konzern 2024 laut Media Control auf 10 Prozent. Im US-Puzzlemarkt schrumpfte der Verkauf von Ravensburger-Puzzles an Endkunden 2024 laut Circana um 16 Prozent, der Markt insgesamt nur um 4 Prozent.
Ein Anteil am deutschen Spielwarenmarkt lässt sich nicht sauber rechnen. Der Handelsverband Spielwaren beziffert den Markt 2024 auf 4,4 Milliarden Euro zu Endverbraucherpreisen, der Konzern meldet Herstellerumsätze. Ein Bruch aus beiden Zahlen ergäbe deshalb keinen echten Marktanteil.
Spiele und Puzzles wuchsen in Deutschland bis zum Herbst 2026 laut Circana um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, der Spielwarenmarkt insgesamt um 3 Prozent.
Im Jahr 2025 wuchsen Spiele und Puzzles laut Circana in allen erfassten europäischen Ländern zweistellig, das eigene Kerngeschäft mit Spielen, Puzzles und Büchern dagegen um 3 Prozent. Die Abgrenzungen decken sich nicht, Bücher etwa fehlen bei Circana. Unsere Einschätzung: Vom Boom bei Spielen und Puzzles haben 2025 andere Anbieter mehr abbekommen als Ravensburger.
Laut Circana erreichten Lizenzprodukte in Deutschland von Januar bis Ende Oktober 2025 einen Marktanteil von 33 Prozent, jedes dritte verkaufte Spielzeug lief also unter einer Lizenz. An der Spitze standen Star Wars, Minecraft, Harry Potter, Pokémon und Lilo & Stitch. Lorcana gehört nicht zu diesen fünf.
Beim Deutschen Spiele Preis 2026 gingen die ersten drei Plätze an Feuerland, Pegasus und den PD-Verlag, das beste Kinderspiel kam von Mirakulus. Ravensburger steht laut Würfelreich nicht unter den Preisträgern.
Unsere Einschätzung: Ein Alarmzeichen ist das nicht, das Urteil von Vielspielern und der Massenabsatz im Handel folgen verschiedenen Regeln.
Wo der Wechsel teuer wird
Beim Puzzle kostet ein Markenwechsel nichts, das nächste Motiv kann von jedem Hersteller kommen. Anders liegt es bei tiptoi, Lorcana und GraviTrax, die Folgekäufe nach sich ziehen. Die Bücher zum tiptoi-Stift und die Karten für Lorcana kommen vom Konzern selbst, eine GraviTrax-Bahn wächst mit Erweiterungen derselben Marke. Diese Bindung ähnelt am ehesten einem Systemgeschäft.
Uns ist aus den gelesenen Quellen kein Kartellverfahren gegen den Konzern bekannt.
Wer ist bei Ravensburger eigentlich das Produkt?

Bei Ravensburger ist niemand die Ware, doch der Konzern ist auf wenige Partner angewiesen: auf Disney als Lizenzgeber, auf den Handel samt Fachhandel für die Kartenturniere und auf Lieferanten von Papier und Pappe. Das Geld bringen vor allem Eltern und Erwachsene, und zwar vor Weihnachten.
Disney leiht den Namen
Bei Lorcana steht ein fremder Name vorn auf der Schachtel. Disney stellt die Figuren, Ravensburger bringt Disney Lorcana als Lizenznehmer heraus. Wie lange der Vertrag läuft und was die Lizenz kostet, veröffentlicht das Unternehmen nicht.
Der Laden vor Ort und der Laden im Netz
Ravensburger verkauft über den Handel, über eigene Geschäfte und den eigenen Onlineshop. Wie sich der Umsatz auf diese Wege verteilt und wie viel über Amazon läuft, veröffentlicht der Konzern nicht. Laut Circana kamen 2025 bis Ende Oktober fast 80 Prozent des Wachstums im deutschen Spielwarenmarkt aus dem Onlinehandel, dem Buchhandel und den Elektronikmärkten. 2024 hatten das Aus der Real-Filialen und das Ende des Onlineshops myToys den Markt belastet.
Lorcana-Karten verkaufen sich zu einem großen Teil über Fachgeschäfte, die Turniere und Spielabende ausrichten, und erscheinen deshalb nur teilweise in den Marktpanels. Für Ravensburger sind diese Läden Verkaufsstelle und Treffpunkt zugleich. In einer Branchenumfrage vom Oktober 2026 halten 61 Prozent der Spieleverlage den stationären Fachhandel für den zentralen Ort zum Ausprobieren.
Thalia baut nach der Übernahme von Spielwaren Krömer und Toysino die Kette „Spielzeit by Thalia“ aus, derzeit mit 41 Geschäften.
Pappe, die nicht hält
Ein Puzzle besteht zum größten Teil aus Karton, und gerade beim Karton hakte es 2024. Der Konzernabschluss meldet für das erste Halbjahr „erhebliche Qualitätsprobleme“ bei Papier und Pappe, die zu Produktionsengpässen führten. Von September bis November fehlte dann Ware, die Gruppe verlor in der Hochsaison Umsatz. Schon 2022 hatte Finanzvorstand Hanspeter Mürle auf höhere Erzeugerpreise im energieintensiven Sektor Papier und Pappe verwiesen.
Die Kundschaft sitzt am Esstisch
Im Laden zahlen Eltern für den tiptoi-Stift und Erwachsene für das eigene Puzzle. Maier nennt solche Käufer Kidults, Erwachsene, „die im Herzen jung geblieben sind“. Spiele für Erwachsene wuchsen in Deutschland bis zum Herbst 2026 laut Circana um mehr als 20 Prozent.
November und Dezember bringen der Branche laut Circana etwa ein Drittel des Jahresumsatzes, Maier spricht von einem „sehr großen Teil unseres Geschäfts vor Weihnachten“. Unsere Einordnung: In diesen acht Wochen entscheidet sich, ob die Jahresplanung des Konzerns aufgeht.
Was kostet ein Puzzle wirklich, und wer trägt die Kosten?

Ein Puzzle mit 1.000 Teilen kostet im eigenen Shop 16,99 Euro, die Handelsspanne veröffentlicht der Hersteller nicht. Nach unserer Rechnung aus dem Konzernabschluss 2024 bleiben von 100 Euro Umsatz gut 8 Euro operatives Ergebnis, gut 40 Euro gehen in sonstige Aufwendungen, vor allem Honorare, Vertrieb und Werbung.
| Von 100 Euro Konzernumsatz 2024 | Euro | Betrag in Mio. Euro |
|---|---|---|
| Materialaufwand (Papier, Pappe, Kunststoff, zugekaufte Waren und Leistungen) | 26,15 | 206,8 |
| Personalaufwand | 21,79 | 172,3 |
| Abschreibungen auf Anlagen | 2,47 | 19,6 |
| Abschreibungen auf Umlaufvermögen (darunter Lorcana-Karten) | 3,63 | 28,7 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen (Absatzhonorare, Vertrieb, Marketing) | 40,52 | 320,4 |
| Sonstige Erträge und Bestandsaufbau, gegengerechnet | minus 2,59 | minus 20,5 |
| EBIT (operatives Ergebnis) | 8,03 | 63,5 |
Die Euro-Werte je 100 Euro sind unsere eigene Rechnung aus der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung 2024. Die Zeile mit den Erträgen fasst Bestandserhöhung, aktivierte Eigenleistungen und sonstige betriebliche Erträge zusammen.
Der größte Kostenblock entsteht nach der Produktion. Die sonstigen Aufwendungen übersteigen den gesamten Materialaufwand für Papier, Pappe und zugekaufte Waren um mehr als die Hälfte. Diese Aufwendungen stiegen 2024 um 75,4 Millionen Euro, laut Lagebericht vor allem durch höhere Absatzhonorare und Vertriebskosten, auch wegen der Markteinführung von Lorcana. Wie sich das auf Lizenzgebühren an Disney, Autorenhonorare und Werbung verteilt, schlüsselt der Abschluss nicht auf.
Beim Material rechnet der Konzern mit spitzem Bleistift. Der Lagebericht meldet für 2024 weiter gesenkte Kosten der Lieferkette, optimierte Ausgaben für Papier, Pappe und Kunststoffe und eine Materialeinsatzquote von 25,9 Prozent nach 26,4 Prozent im Vorjahr, Bestandsveränderungen eingerechnet.
Das Personal dagegen wurde teurer, der Aufwand stieg um 10,9 auf 172,3 Millionen Euro. Je Vollzeitkraft im Jahresschnitt sind das nach unserer Rechnung rund 70.000 Euro.
Was der Kunde an der Kasse sieht
Im Onlineshop von Ravensburger kosteten am 8. November 2026 ein Puzzle mit 1.000 Teilen 16,99 Euro, der tiptoi-Stift 52,99 Euro, das tiptoi-Starter-Set mit Stift und Bauernhof-Buch 69,99 Euro und das GraviTrax-Starter-Set 54,99 Euro. Für das Buch zahlen Kunden im Set also 17 Euro Aufpreis, fast so viel wie für ein ganzes Puzzle.
Ein Rechenbeispiel: Im Preis von 16,99 Euro stecken 2,71 Euro Mehrwertsteuer zum Satz von 19 Prozent, es bleiben 14,28 Euro. Nach der Konzernquote entfielen davon rund 3,73 Euro auf Material und 1,15 Euro auf das operative Ergebnis.
Ravensburger beliefert allerdings vor allem den Handel, und dessen Spanne veröffentlichen weder der Konzern noch die Händler.
Wegen des Wettbewerbs- und Preisdrucks im Handel plante der Vorstand für 2025 keine nennenswerten Preiserhöhungen und hielt eine leicht schwächere Produktmarge für möglich. Der Hersteller fängt steigende Personalkosten so vorerst selbst auf. Wir haben keine Preisankündigung für 2026 gefunden.
- Kasse: Was der Handel vom Ladenpreis behält, bleibt in der Branche unter Verschluss.
- Kosten: Das meiste Geld kostet ein Spiel nach der Fabrik, bei Honoraren und Vermarktung.
- Preise: Zuletzt schluckte der Hersteller steigende Kosten, nicht die Kundschaft.
Wer profitiert und wer zahlt drauf?

Am sichersten steht die Eigentümerfamilie da: 14,4 Millionen Euro Dividende für 2024 und die Mehrheit an einem Konzern mit kaum Bankschulden. Beschäftigte und Fertigung in Ravensburg spüren dagegen den Sparkurs, der Fachhandel den Rückgang der Sammelkarten.
| Gruppe | Was sie bekommt | Was sie gibt oder riskiert |
|---|---|---|
| Eigentümerfamilie (Ravensburger Holding) | 30 Euro je Aktie, zusammen 14,4 Mio. Euro für 2024; Mehrheit an der AG, zwei Vertreter im Aufsichtsrat | Verzicht auf höhere Ausschüttung, der Großteil des Bilanzgewinns bleibt in der AG |
| Beschäftigte | Ende 2024 waren es 182 Beschäftigte mehr als im Vorjahr, Maiers Aussage „kein radikaler Personalabbau“ | Abbau im unteren zweistelligen Bereich 2025 und voraussichtlich 2026 |
| Standort Ravensburg | Bekenntnis der Familien zum Sitz, automatisierte Puzzlefertigung | Arbeit mit hohem Personalaufwand rechnet sich dort nicht mehr |
| Polička und Banská Bystrica | Werke für Karton und Holz, Erweiterungsbau in Polička | Energiekosten, Lohnsteigerungen, in Polička Währungsrisiko bei der tschechischen Krone und Personalsuche |
| Fachhandel | Verkauf, Turniere und Spielabende rund um Lorcana | Umsatz mit einem Spiel, das 2025 schrumpfte |
| Disney | Lizenzeinnahmen aus einem Spiel mit über 1 Mrd. verkauften Karten | Figuren und Marke; die Lagerabschreibung buchte Ravensburger |
Die Ausschüttung fällt maßvoll aus. Die 14,4 Millionen Euro entsprechen nach unserer Rechnung knapp 32 Prozent des Konzern-Jahresüberschusses von 45,4 Millionen Euro, für 2023 zahlte die AG denselben Betrag bei 60,2 Millionen Euro Gewinn. Für 2022, als der Gewinn bei 15,6 Millionen Euro lag, flossen 7,2 Millionen Euro. Die Familie passt die Dividende also dem Ertrag an, hielt sie 2024 aber trotz sinkenden Gewinns stabil.
Das meiste Geld bleibt im Unternehmen. Von 378,5 Millionen Euro Bilanzgewinn der AG trug die Hauptversammlung 364,1 Millionen Euro auf neue Rechnung vor.
Die Rechnung in der Belegschaft
Die Belegschaft wuchs mit Lorcana: Ende 2024 beschäftigte die Gruppe laut Pressemitteilung 2.483 Menschen, 182 mehr als ein Jahr zuvor. Für 2025 nennt das Unternehmen 2.579 Mitarbeiter, aber keinen Stichtag, ein direkter Vergleich ist deshalb nicht möglich. Clemens Maier sagte im Mai 2026 der Schwäbischen Zeitung, der Abbau habe 2025 „im unteren zweistelligen Bereich“ gelegen, 2026 werde er sich „vermutlich in einer ähnlichen Größenordnung“ bewegen. Ravensburger hat bis zum 8. November 2026 keine genauere Zahl genannt, und wir haben auch keine Folgemeldung dazu gefunden.
Die Produktion am Stammsitz funktioniere, „solange sie hochautomatisiert stattfindet“, sagte Maier mit Blick auf die Puzzles. Tätigkeiten mit sehr hohem Personalaufwand ließen sich dort nicht mehr wirtschaftlich abbilden.
Die tschechische Tochter in Polička firmiert als Ravensburger Karton, die slowakische in Banská Bystrica als Ravensburger Wood Slovakia. Der Konzernabschluss nennt Ravensburg und Polička die beiden personalstärksten Standorte und sieht dort im Arbeitsmarkt ein großes Risiko für die Personalsuche. Wie sich die Beschäftigten auf die drei Werke verteilen, veröffentlicht der Konzern nicht.
Fachhandel und Lizenzgeber
Wie viel Kundschaft Lorcana den Fachgeschäften brachte und wie viel davon 2025 wegfiel, hat niemand veröffentlicht.
Disney liefert die Figuren und verdient über den Lizenzvertrag mit, dessen Konditionen nicht öffentlich sind. Die Abschreibung auf die zu großen Kartenbestände steht dagegen in Ravensburgers Abschluss.
Unsere Einordnung: Die Familie handelt wie ein vorsichtiger Eigentümer und lässt das Geld im Unternehmen, das ist ein Vorteil gegenüber Konzernen mit Renditedruck von der Börse. Das Risiko neuer Lizenzwellen zeigt sich aber zuerst in Lagerbüchern und Stellenplänen, erst danach in der Dividende.
Das verrückte Labyrinth“ kommt ins Kino, doch Ravensburger verdiente 2024 an 100 Euro Umsatz operativ nur 8 Euro.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Wie politisch ist Ravensburger?

Ravensburger betreibt Lobbyarbeit nur am Rande: Für 2025 meldet das Lobbyregister 0,1 Vollzeitstellen und 10.001 bis 20.000 Euro Ausgaben. Der Konzern ist trotzdem politisch betroffen, durch US-Zölle, neue EU-Regeln für Spielzeug und Verpackung und die Frage, wo er künftig fertigt.
Der Eintrag der Ravensburger AG im Lobbyregister hat die Nummer R004945, steht seit Juli 2022 und wurde zuletzt am 11. August 2026 aktualisiert. Als Themen nennt er unter anderem EU-Gesetzgebung, Verbraucherschutz, Datenschutz und Spielzeugsicherheit, er führt aber kein konkretes Regelungsvorhaben auf. Verlag und Freizeitgesellschaft haben eigene Einträge.
Zum Vergleich meldet der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie mit rund 200 Mitgliedern für 2025 eine Vollzeitstelle und 70.001 bis 80.000 Euro Ausgaben. Hasbro und Lego stehen mit eigenen Einträgen im Register.
Zölle mit offenem Ausgang
Die US-Zollpolitik hat sich 2026 mehrfach gedreht. Am 20. Februar erklärte der Supreme Court die Zölle nach dem Notstandsgesetz IEEPA für unzulässig, geklagt hatte unter anderem ein Spielwarenhersteller. Noch am selben Tag verhängte die Regierung ab dem 24. Februar 10 Prozent auf alle Importe, befristet auf 150 Tage. Das US-Handelsgericht ordnete im März Erstattungen an und erklärte im Mai auch den Ersatzzoll für unrechtmäßig, allerdings nur für die Kläger. Die Regierung ging in Berufung.
Seit dem 24. Juli 2026 gelten neue Zölle auf Einfuhren aus 60 Ländern, für die EU nach einer Auswertung der Kanzlei Greenberg Traurig 10 Prozent oder, falls höher, der reguläre Satz. Der US-Spielwarenverband fordert Zollfreiheit für Spielzeug, ob es ausgenommen ist, konnten wir nicht klären.
Ravensburger nennt keine Zahl zur eigenen Belastung. Vertriebsvorständin Susanne Knoche verweist darauf, dass das Geschäft in den USA und Kanada 2025 trotz neuer Zollbestimmungen um 11 Prozent wuchs. Für Lorcana hat der Konzern vorgesorgt: Die Karten werden zu großen Teilen im jeweiligen Absatzmarkt beschafft, was laut Lagebericht die Gefahr drohender US-Zölle minimierte.
Produktpass und leere Kartons
In Europa wächst der Aufwand für Nachweise. Die neue Spielzeugverordnung (EU) 2025/2509 gilt ab dem 1. August 2030 und verlangt, bevor ein Spielzeug in den Handel kommt, einen digitalen Produktpass, der die bisherige Konformitätserklärung ersetzt. Bei mehr als 3.200 Neuheiten allein 2024 wird der Pass nach unserer Einschätzung zur Daueraufgabe für die Datenpflege.
Die Verpackungsverordnung (EU) 2025/40 gilt seit dem 12. August 2026. Bis Februar 2032 prüft die EU-Kommission, ob sie für Verkaufsverpackungen von Spielzeug ein maximales Leerraumverhältnis festlegt. Wie stark Spielkartons dann schrumpfen müssten, steht noch nicht fest.
Schon heute nennen 62 Prozent der Spieleverlage Bürokratie und Regulierung ihre größte Belastung.
Familie, Standort, Steiff
Zum Stammsitz gab Maier im Mai 2026 ein „ganz klares Bekenntnis unserer Familien“ ab. Die Steuerquote lag 2024 bei 29,8 Prozent, die Gewinne des Verlags fließen über einen Ergebnisabführungsvertrag an die AG.
Ravensburger übernimmt 60 Prozent des Plüschtierherstellers Steiff, das Bundeskartellamt sah nach einem Bericht von dpa-AFX vom 9. Juli 2026 keine Bedenken, weil sich die Sortimente nicht überschneiden. Beide Seiten nennen keinen Kaufpreis, und wir haben bis zum 8. November keine Meldung über den Vollzug gefunden.
Was könnte Ravensburger zu Fall bringen?

Ein Sturz ist bei 68,6 Prozent Eigenkapital und 141,1 Millionen Euro Bankguthaben Ende 2024 unwahrscheinlich. Die Gefahr liegt in einer langsamen Erosion: schwankende Lizenzhits, Handelsplattformen mit Preisdruck, billige Nachahmer und Kosten in drei europäischen Werken.
Lorcana ist das größte Einzelrisiko. Das Sammelkartenspiel brachte 2024 den Rekordumsatz und zugleich eine Sonderabschreibung auf zu große Kartenbestände, 2025 schrumpfte sein Umsatz bereits. Maier sieht den Umsatz „gut im dreistelligen Millionenbereich“, nach unserer Rechnung also mehr als jeden achten Euro. Die Laufzeit der Disney-Lizenz ist nicht öffentlich. Wenn die Lizenz endet oder das Spiel weiter Spieler verliert, fehlt dieser Block, und ein eigener Ersatz in dieser Größe steht nicht bereit.
Die Macht im Handel verschiebt sich zu den Plattformen. Der Lagebericht beschreibt, wie sich der Onlinehandel auf wenige internationale Plattformen konzentriert und deren Gewicht den Druck auf Handelsmargen erhöht. Der Vorstand beobachtet außerdem, dass Kunden zunehmend zu billigen Alternativprodukten und Plagiaten von neuen Onlineplattformen chinesischer Herkunft greifen.
Auch ein Kaufverhalten, das sich mit der Digitalisierung verändert, zählt der Lagebericht zu den Belastungen. Wie viel Spielzeit Bildschirme verdrängen, hat für Ravensburger niemand beziffert, auch der Konzern nicht.
Die drei Werke in Ravensburg, Polička und Banská Bystrica kämpfen laut Lagebericht mit hohen Energiekosten und Lohnsteigerungen. Weil ein großer Teil des Geschäfts vor Weihnachten anfällt, lässt sich ein Engpass im Herbst im Januar nicht nachholen, das zeigten 2024 die Qualitätsprobleme bei Papier und Pappe.
Bei den US-Zöllen bleibt der Ausgang offen, und gerade Nordamerika hat das Auslandsgeschäft 2024 angetrieben.
Auch tiptoi hat eine Schwachstelle: Laut Maier konzentriert sich das Geschäft noch stark auf den deutsch- und französischsprachigen Raum. Dort liegt nur begrenzt Wachstumsreserve, denn Deutschland war 2025 mit 3 Prozent der schwächste der von Circana erfassten europäischen Spielwarenmärkte.
Drei Szenarien bis 2031
Im günstigen Fall wächst das Kerngeschäft weiter wie 2025, Lorcana pendelt sich auf einem niedrigeren, verlässlichen Niveau ein, Steiff und NordSüd ergänzen das Sortiment, und die Restrukturierung hebt die Marge wieder über den Wert von 2024.
Im wahrscheinlichsten Fall wächst Ravensburger langsam, etwa im Rahmen der drei Prozent, die Maier für 2026 als Ziel nennt. Die Marge bleibt dünn, weil Vertrieb und Lizenzen teuer sind und Preiserhöhungen am Handel scheitern.
Der Konzern spart dann weiter in kleinen Schritten und baut Stellen ab, aber ohne radikalen Einschnitt, so wie Maier es beschreibt.
Im ungünstigen Fall bricht Lorcana weiter ein oder die Lizenz endet, während Zölle das US-Geschäft verteuern und Plattformen die Preise drücken. Dann müsste der Vorstand über Standorte und Sortiment härter entscheiden als bisher angekündigt. Die Bilanz würde einige schwache Jahre verkraften, die Unabhängigkeit der Familie stünde nicht sofort auf dem Spiel.
Unsere Einschätzung: Das Risiko liegt weniger in einem Schock als in der Gewöhnung an Hits, deren Rechte bei anderen liegen.
Was bedeutet Ravensburger für deutsche Unternehmer und Verbraucher?

Für Verbraucher bleibt Ravensburger vorerst ein Anbieter mit stabilen Preisen, für den Handel ein Lieferant, der seine Marke mit Kino und Zukäufen ausbaut. Händler und Zulieferer sollten einplanen, dass der Konzern hart an seinen Kosten arbeitet, bis die Marge wieder steigt.
Der Labyrinth-Film kommt erst 2028 ins Kino, für den Buchhandel zählt schon der 1. Januar 2027: Ab dann liefert Ravensburger auch das NordSüd-Programm aus. Buchhändler bekommen damit mehr Titel aus einer Hand und verhandeln mit einem größeren Lieferanten.
Was Verbraucher davon haben
Spielwaren verteuerten sich bis zum Herbst 2025 laut einem dpa-Bericht um 1,8 Prozent und damit langsamer als die allgemeine Inflation. Ins Geld gehen dagegen die Systeme: Zum tiptoi-Stift kommen Bücher und Spiele dazu, zur GraviTrax-Bahn Erweiterungen.
Was Unternehmen wissen sollten
Die Spieleverlage brauchen den stationären Fachhandel weiter als Ort zum Ausprobieren, das Wachstum der Branche kommt aber vor allem aus dem Onlinehandel.
Zulieferer von Papier und Pappe müssen mit einem Kunden rechnen, der, soweit möglich, auf zwei Bezugsquellen umstellt und neue Beschaffungsmärkte in Indien aufbaut. Für Start-ups hatte Ravensburger Anfang 2022 das Beteiligungsprogramm Next Ventures beschrieben, mit einem zweistelligen Millionenbetrag und höchstens vier Projekten im Jahr. Was Spieleautoren an Ravensburger verdienen, zeigt der Abschluss nur im Sammelposten der Absatzhonorare.
Drei Szenarien für die nächsten zwölf Monate
Optimistisch: Das Weihnachtsgeschäft läuft mindestens so gut wie im Vorjahr, wie es 86 Prozent der Spieleverlage erwarten, und Ravensburger erreicht die angepeilten drei Prozent Wachstum.
Realistisch: Das Kerngeschäft mit Puzzles, Spielen und tiptoi wächst leicht, Lorcana verliert weiter an Umsatz, aber langsamer als 2025. Der Konzern kürzt erneut Stellen im unteren zweistelligen Bereich, wie Maier es für 2026 in Aussicht gestellt hat, und hält die Preise weitgehend stabil. Steiff wird wie angekündigt eigenständig in Giengen an der Brenz geführt, die Übernahme zeigt sich in der Bilanz erst mit dem Vollzug.
Pessimistisch: Ein schwaches Weihnachtsgeschäft trifft auf höhere US-Zölle und weiteren Preisdruck der Plattformen. Ravensburger müsste dann Preise anheben oder das Sortiment straffen, beides träfe zuerst den Handel.
Was Sie jetzt tun können
- Als Verbraucher vergleichen Sie vor Weihnachten die Preise, Ravensburger selbst hat keine Preisrunde angekündigt
- Als Fachhändler planen Sie Lorcana-Bestände vorsichtig und setzen auf Turniere und Spielabende, über die sich das Spiel zu einem großen Teil verkauft
- Als Zulieferer sichern Sie sich mit Qualitätsnachweisen ab, denn Papierprobleme haben Ravensburger 2024 Umsatz gekostet
- Als Wettbewerber beobachten Sie, wie der Konzern NordSüd und Steiff in Vertrieb und Handel einbindet
Unsere Einschätzung: Ravensburger bleibt für deutsche Händler ein verlässlicher Partner mit solider Bilanz. Verlässlich heißt aber nicht großzügig, die nächsten Gespräche über Konditionen werden härter.
- Handel: Ab 2027 kommt mehr Programm aus einer Hand, geliefert von einem Konzern, der an seinen Kosten arbeitet.
- Unternehmer: Ein Lizenzhit hebt den Umsatz, nicht automatisch den Ertrag.
- Verbraucher: Rechnen Sie bei Stift und Kugelbahn die Erweiterungen gleich mit ein.
Glossar: 14 Fachbegriffe aus Spielwarenhandel und Bilanz

Absatzhonorar
Ein Absatzhonorar ist eine Vergütung, die sich nach der Zahl verkaufter Exemplare richtet. Verlage zahlen es an Autoren, Spieleerfinder oder Rechteinhaber, meist als Prozentsatz vom Verkaufspreis. Der Konzern weist solche Honorare nicht getrennt aus, sondern zusammen mit Vertriebs- und Werbekosten unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen.
Abschreibung auf Vorräte
Eine Abschreibung auf Vorräte mindert den Wert von Waren im Lager, die sich nicht mehr zum geplanten Preis verkaufen lassen. Sie belastet das Ergebnis, ohne dass Geld abfließt. Die Gruppe musste 2024 Bestände an Lorcana-Kartensets abwerten, weil zu Beginn zu hohe Mengen eingelagert worden waren.
Digitaler Produktpass
Der digitale Produktpass ist ein elektronischer Datensatz, der Angaben zu Sicherheit und Konformität eines Produkts bündelt. Nach der neuen EU-Spielzeugverordnung müssen Hersteller ihn ab August 2030 für jedes Spielzeug ausstellen, bevor es in den Handel kommt. Er ersetzt die bisherige EU-Konformitätserklärung.
EBIT
Das EBIT ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Es zeigt, was das laufende Geschäft abwirft, unabhängig von Finanzierung und Steuerlast. Teilt man es durch den Umsatz, ergibt sich die EBIT-Marge. Geprüfte Werte liegen bis 2024 vor, für 2025 nennt die Gruppe keines.
Eigenkapitalquote
Die Eigenkapitalquote gibt an, welcher Teil der Bilanzsumme aus eigenen Mitteln der Gesellschafter und einbehaltenen Gewinnen stammt. Je höher sie liegt, desto weniger hängt ein Unternehmen von Banken ab. Im Konzernabschluss 2024 bezeichnet die Gruppe ihre Eigenkapitalausstattung als sehr gut.
Ergebnisabführungsvertrag
Ein Ergebnisabführungsvertrag verpflichtet eine Tochtergesellschaft, ihren gesamten Gewinn an die Muttergesellschaft abzuführen. Im Gegenzug übernimmt die Mutter etwaige Verluste, steuerlich bilden beide meist eine Organschaft. Ein solcher Vertrag besteht zwischen der AG und der Ravensburger Verlag GmbH, die einen großen Teil des operativen Geschäfts führt.
Garantiehonorar
Ein Garantiehonorar ist eine Mindestzahlung an einen Lizenzgeber, die unabhängig davon fällig wird, wie viel sich tatsächlich verkauft. Es sichert dem Rechteinhaber Einnahmen und verlagert das Absatzrisiko auf den Lizenznehmer. Im Konzernabschluss stehen solche Zusagen zusammen mit offenen Lizenzkäufen als finanzielle Verpflichtung.
Kidults
Kidults sind Erwachsene, die Spielzeug für sich selbst kaufen, etwa Bausätze, Sammelkarten oder Puzzles mit vielen Teilen. Der Begriff verbindet die englischen Wörter für Kind und Erwachsener. Für Hersteller ist diese Kundschaft interessant, weil sie nicht aus dem Spielalter herauswächst und selbst entscheidet, was sie kauft.
Konzernabschluss
Der Konzernabschluss fasst Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang aller Gesellschaften einer Gruppe zusammen, als wären sie ein Unternehmen. Ein Wirtschaftsprüfer bestätigt ihn. Familienunternehmen legen ihn oft erst Monate nach Jahresende im Unternehmensregister offen. Für das Geschäftsjahr 2025 fand die Redaktion bis Anfang November 2026 noch keinen.
Leerraumverhältnis
Das Leerraumverhältnis beschreibt, wie viel einer Verpackung leer bleibt, gemessen am Raum, den das Produkt tatsächlich braucht. Die EU-Verpackungsverordnung will überdimensionierte Kartons zurückdrängen. Bis 2032 prüft die Kommission, ob sie dafür eigene Grenzwerte für Spielzeug festlegt.
Lizenznehmer
Ein Lizenznehmer erwirbt das Recht, fremde Marken, Figuren oder Werke auf eigenen Produkten zu nutzen. Er entwickelt, produziert und vermarktet, der Lizenzgeber erhält dafür eine Beteiligung am Umsatz. Bekannte Figuren verschaffen Platz im Regal, sie drücken aber die Marge, weil ein Teil jedes Verkaufs an den Rechteinhaber geht.
Lobbyregister
Das Lobbyregister des Bundestags verzeichnet Organisationen und Firmen, die Einfluss auf Gesetzgebung und Bundesregierung nehmen wollen. Die Einträge nennen Themen, Personal und Ausgaben. Die Ravensburger AG hat dort auch ihre Konzernabschlüsse für 2023 und 2024 hinterlegt, die so öffentlich einsehbar sind.
Sammelkartenspiel
Ein Sammelkartenspiel ist ein Kartenspiel, bei dem die Spieler ihre Decks aus Karten zusammenstellen, die sie in verschlossenen Päckchen kaufen. Seltene Karten machen das Sammeln reizvoll, neue Sets halten die Nachfrage hoch. Ravensburger verkauft mit Disney Lorcana ein solches Spiel, auch über Turniere im Fachhandel.
Systemgeschäft
Ein Systemgeschäft besteht aus einem Grundgerät und Ergänzungen, die nur dazu passen. Der Kunde kauft einmal das Gerät und danach immer wieder Zubehör beim selben Anbieter. Der tiptoi-Stift mit seinen Büchern und das GraviTrax-Starterset mit seinen Erweiterungen folgen diesem Muster.
FAQ: Wie verdient Ravensburger in Zeiten von Smartphones Geld?

Wie viel Umsatz macht Ravensburger?
2025 setzte die Ravensburger-Gruppe rund 740 Millionen Euro um, 5,9 Prozent weniger als im Rekordjahr 2024 mit 790,8 Millionen Euro. Im Januar 2026 meldete sie 744 Millionen Euro, spätere Firmentexte nennen 742 Millionen. Die Gruppe erklärt den Rückgang mit dem schwächeren Sammelkartengeschäft, das Kerngeschäft wuchs um 3 Prozent.
Wem gehört Ravensburger?
Die Mehrheit der Ravensburger AG gehört der Ravensburger Holding GmbH und Co. KG mit Sitz in Ravensburg, an der Mitglieder der Gründerfamilie Maier beteiligt sind. Vorstandschef Clemens Maier ist ein Urenkel des Gründers Otto Maier. Wie sich die Anteile in der Holding verteilen, veröffentlicht die Gruppe nicht.
Ist der Konzern an der Börse notiert?
Nein, nach allem, was die veröffentlichten Konzernabschlüsse zeigen. Die Ravensburger AG ist ein Familienunternehmen in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft. Die Mehrheit ihrer 480.000 Namensaktien hält die Familienholding, der Konzernabschluss 2024 erwähnt keine Börsennotierung. Für 2024 schüttete die AG 30 Euro je Aktie aus, zusammen 14,4 Millionen Euro.
Wo werden die Puzzles hergestellt?
Puzzles fertigt die Gruppe am Stammsitz in Ravensburg, wo die Produktion laut Vorstandschef Clemens Maier hochautomatisiert läuft. Weitere eigene Werke stehen im tschechischen Polička und im slowakischen Banská Bystrica. Einen Teil des Sortiments kauft die Gruppe in Asien ein.
Gehört das Spieleland zum Konzern?
Ja. Der Freizeitpark gehört zur Gruppe und wird von der Ravensburger Freizeit und Promotion GmbH betrieben, einer Tochter mit Beherrschungsvertrag. Er öffnete am 4. April 1998. Die Produktgruppe Freizeit und Promotion setzte 2024 zusammen 35,5 Millionen Euro um, 2022 kamen 440.000 Besucher in den Park.
Ist Ravensburger pleite?
Nein, auf eine Zahlungsunfähigkeit deutet nichts hin. Ende 2024 lag die Eigenkapitalquote bei 68,6 Prozent, das Bankguthaben betrug 141,1 Millionen Euro, Kreditlinien über 40 Millionen Euro blieben ungenutzt. Vorstandschef Clemens Maier spricht laut dpa-AFX von einem Ertragsproblem, nicht von einem Liquiditätsproblem.
Quellen
59 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 08.11.2026
- Ravensburger AGRavensburger 2025: Wachstum im Kerngeschäft, Rückgang bei Sammelkarten
- Unternehmensregister (via Lobbyregister des Deutschen Bundestags)Ravensburger AG, Konzernabschluss 2024 mit Konzernlagebericht
- Unternehmensregister (via Lobbyregister des Deutschen Bundestags)Ravensburger AG, Konzernabschluss 2023 mit Konzernlagebericht
- dpa-AFX / Börse OnlineRavensburger-Chef: Es bleibt zunächst alles, wie es ist
- Schwäbische ZeitungInterview mit Clemens Maier: Ravensburger wird weiterhin in Ravensburg beheimatet sein
- Schwäbische ZeitungZahlreiche Leute sind auf dem Flohmarkt, aber stöbern dürfen sie nicht
- WürfelreichDas verrückte Labyrinth: Dreharbeiten zum Kinofilm fertig
- BörsenblattRavensburger und NordSüd vereinbaren Vertriebspartnerschaft
- Neue Deutsche BiographieAndreas Pollitz: Maier, Otto, in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 704
- Ravensburger AGRavensburger wächst beträchtlich und erweitert Vorstand
- Ravensburger AGRavensburger wächst mit Innovation gegen den Markttrend
- Ravensburger AGRavensburger Geschäft schwächt sich nach Pandemie ab
- Ravensburger AGVollauslastung und hohe Investitionen bei Ravensburger
- Ravensburger AGMehr Zeit für die Familie sorgt für Wachstumsschub bei Ravensburger
- Ravensburger AGRavensburger knackt mit Puzzletrend 500-Mio-Umsatzmarke
- Ravensburger AGRavensburger AG erwirbt Mehrheitsbeteiligung an Steiff
- Ravensburger AGRavensburger übernimmt Mehrheitsbeteiligung am NordSüd Verlag
- Ravensburger AGRavensburger erwirbt schwedischen Spielwarenhersteller BRIO
- Ravensburger AGRavensburger übernimmt US-Spieleverlag Thinkfun
- Ravensburger AGGraviTrax setzt seinen Erfolgskurs fort
- Ravensburger AGTeil für Teil: Kurioses und Rekorde rund um Ravensburger Puzzles
- Ravensburger AGSpieleklassiker memory wird 50 Jahre alt
- Ravensburger AG40 Jahre Das verrückte Labyrinth
- Ravensburger AGEin Vierteljahrhundert Ravensburger Spieleland
- Ravensburger GruppeUnsere Geschichte
- Ravensburger GruppeManagement
- Ravensburger GruppeMarken und Produkte
- RavensburgerOnlineshop, Produktseiten Puzzles, tiptoi und GraviTrax
- Unternehmensregister (via Lobbyregister des Deutschen Bundestags)Ravensburger Freizeit und Promotion GmbH, Offenlegung 2024
- dpa-AFX / Börse OnlineROUNDUP 2: Ravensburger übernimmt Plüschtierfirma Steiff
- dpa-AFX / Deutsche BörseBehörde erlaubt Steiff-Übernahme durch Ravensburger
- Stuttgarter ZeitungMilliardencoup Disney Lorcana sorgt für Rekordumsatz und neue Jobs
- Deutscher BundestagLobbyregister: Ravensburger AG (R004945)
- BVS Handelsverband SpielwarenSpielwarenumsatz wächst wieder
- das spielzeugSpielwarenmarkt ist zurück auf Wachstumskurs
- Lebensmittel PraxisSpielwarenbranche wächst wieder um 3 Prozent
- brettspiel-news.deFast dreimal so schnell wie der Rest: Spiele und Puzzle ziehen dem Spielwarenmarkt davon
- kulturgutspiel.deUmsatzplus: Spiele und Puzzles wachsen 2026 stärker als gesamter Spielwarenmarkt
- Hasbro (SEC 8-K)Hasbro Reports Fourth Quarter and Full Year 2025 Financial Results
- Mattel (SEC 8-K)Mattel Reports Fourth Quarter and Full Year 2025 Financial Results
- The LEGO GroupThe LEGO Group delivers record results in 2025
- Asmodee (via TradingView/Modular Finance)Asmodee’s year-end report 25/26
- Spielwarenmesse eGSchmidt Spiele reports successful financial year
- Stuttgarter ZeitungStuttgarter Verlag auf Erfolgskurs: Kosmos schickt Rätselbus zum Exit-Jubiläum auf Tour
- Europäische ZentralbankEuro foreign exchange reference rates
- The Toy AssociationSCOTUS Strikes Down IEEPA Tariffs; President Trump Issues New Tariff Proclamation
- Toy World MagazineExclusive: March’s Circana insights
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- The Toy AssociationCourt Orders Refunds for IEEPA Tariffs
- The Toy AssociationTariff Updates on CAPE Refunds and Section 122 Ruling
- The Toy AssociationToy Association Opposes Tariffs Across Trade Investigations
- Deutscher BundestagLobbyregister: Deutscher Verband der Spielwarenindustrie e.V. (R001453)
- Greenberg TraurigUSTR Imposes New Section 301 Forced Labor Tariffs on Imports from 60 Economies
- EUR-LexVerordnung (EU) 2025/2509 über die Sicherheit von Spielzeug
- EUR-LexVerordnung (EU) 2025/40 über Verpackungen und Verpackungsabfälle
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