Mit 290 Megabyte Arbeitsspeicher läuft Discords neuer Rust-Client im Task-Manager, obwohl zwei Konten angemeldet sind. Der bisherige Electron-Client belegt nach Messungen von Windows Latest ein bis zwei Gigabyte. Seit Arbeitsspeicher fünfmal so teuer geworden ist, rechnet sich jedes gesparte Gigabyte pro Rechner.
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Discord baut seinen Desktop-Client in Rust neu und verabschiedet Electron. Technikchef Stanislav Vishnevskiy hat das auf X bekannt gegeben und einen 15-Sekunden-Clip veröffentlicht, in dem der neue Client seine Freundesliste lädt, bevor der alte das Ladefenster verlässt.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Discord ersetzt Electron durch einen Client in Rust, die Oberfläche zeichnet das Framework GPUI.
- Der neue Client braucht im Task-Manager 290 MB bei zwei Konten, der alte laut Windows Latest 1 bis 2 GB.
- Auch die mobilen Apps und die Web-Version bekommen den gemeinsamen Rust-Code.
- Einen Starttermin nennt Discord nicht, ein privater Test soll bald beginnen.
Was ändert Discord an seinem Client?

Electron bringt für jede Anwendung einen eigenen Browser mit: Chromium und Node.js, mit je einem Haupt- und einem Renderprozess pro Fenster.[1] Discord zeichnet die Oberfläche künftig mit GPUI, einem GPU-beschleunigten Rust-Framework von den Machern des Code-Editors Zed, und verzichtet dabei auf HTML.[1] Tauri, das viele erwartet hatten und das die Oberfläche weiter im Webview des Systems darstellt, kommt nicht zum Einsatz.[1] Rust setzt Discord nach Angaben von Windows Latest seit 2018 ein.[1]
Auch die Handy-Apps verabschieden sich von React Native und teilen künftig den Code mit dem Desktop.[1] Die Web-Version stellt weiter HTML dar, ihre Logik läuft aber als WebAssembly statt als JavaScript.[1] Den Anmeldetoken legt der neue Client im Schlüsselbund des Systems ab, unter Windows in der Anmeldeinformationsverwaltung.[1] Einen Starttermin hat Discord nicht genannt, ein privater Test soll bald beginnen.[1]
Wie groß ist der Vorsprung wirklich?
Im Video zeigt der alte Client etwa drei Sekunden lang ein dunkles Fenster und nach rund fünf Sekunden seine Oberfläche. Der neue Client wurde rund anderthalb Sekunden später gestartet und blendet sich in unter einer Sekunde ein, mit geladener Freundesliste.[1] Beide Programme liefen laut Discord-Mitarbeitern aus dem Kaltstart auf zwei Lenovo-ThinkPads.[1] Für die Momentaufnahme einer frühen Version hat Discord keinen Benchmark veröffentlicht, Windows Latest kündigt einen eigenen Test an.[1]
Die Ursache steckt in der Bauweise: Bei Electron wächst der Speicherbedarf mit jedem Fenster, und der Hersteller muss die mitgelieferte Chromium-Version selbst aktuell halten. Discord hatte versucht, das von innen zu lindern. Das Update auf Electron 42 senkte die mittlere Prozessorlast um rund 17 Prozent, der Speicherbedarf stieg laut Patchnotes um etwa 4 Prozent.[1] Discord steht mit dem Problem nicht allein: Microsoft Teams belegt im Leerlauf nach Messungen von Windows Latest 963 MB, WhatsApp als WebView2-Hülle bis zu 1,2 GB.[1]
Ein eigener Browser pro Chat-Fenster war für den Hersteller bequem. Bezahlt hat bisher, wer den Arbeitsspeicher kauft.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was heißt das für Betriebe im DACH-Raum?
Betriebe, die Rechner für ein Team beschaffen, kalkulieren Arbeitsspeicher seit der Chipflation neu, denn Rechenzentren haben laut Windows Latest einen großen Teil des Angebots aufgesogen.[1] Auch Sam Altman hält Speicher im PC für schlecht verteilt. Dauerläufer wie Chat- und Videoprogramme sind dabei der größte Posten, weil sie den ganzen Arbeitstag geöffnet bleiben.
Starten Sie dazu die wichtigsten Anwendungen eines Arbeitsplatzes im Leerlauf und lesen Sie im Task-Manager ab, was jede belegt. Fragen Sie bei Neubeschaffungen oder Ausschreibungen nach dem Speicherbedarf der Software. Eigene Werkzeuge, die auf Electron laufen, sind ein Kandidat für die Prüfung, ob ein schlankeres Framework möglich ist, wie bei der Rust-Alternative zu Figma.
Quelle
[1] Windows Latest: „Every Windows 11 app should kill Electron, and Discord just showed why“ (6. November 2026)
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