Google bietet Beschäftigten in Kanada, Frankreich, Deutschland, Japan und der Schweiz seit Juni an, gegen eine Abfindung freiwillig auszuscheiden. In der Schweiz zahlt der Konzern einen Monatslohn je Dienstjahr, die ersten Mitarbeitenden sind dort im August ausgeschieden. Alphabets Belegschaft wächst trotzdem weiter: Ende September zählte der Konzern 204.757 Beschäftigte, rund 14.600 mehr als ein Jahr zuvor.
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Google hat laut Reuters seit Juni Beschäftigten in fünf weiteren Ländern ein freiwilliges Ausscheiden mit Abfindung angeboten.[1] Google bestätigte das Programm. Wie viele Mitarbeitende das Angebot angenommen haben, konnte Reuters nicht ermitteln. Stand: Mittwoch, 4. November.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Angebote laufen in Kanada, Frankreich, Deutschland, Japan und der Schweiz, zuvor gab es sie bei einzelnen Teams in den USA und Großbritannien.
- In der Schweiz zahlt Google einen Monatslohn je Dienstjahr, höchstens zwölf Monatslöhne.
- Zu den Konditionen in Deutschland nennt Reuters nichts.
- Alphabet hat die Sachinvestitionen in neun Monaten mehr als verdoppelt und beschäftigt trotzdem mehr Menschen als vor einem Jahr.
Was genau bietet Google an?

Ein Google-Sprecher sagte Reuters: „2025 haben einige unserer Teams ein freiwilliges Ausscheiden mit Abfindung eingeführt.“[1] Das Modell stammt aus den USA und Großbritannien und gilt nun in fünf weiteren Ländern. Google Cloud und DeepMind blieben in früheren Runden ausgenommen, in der Schweiz gilt das auch jetzt für DeepMind.
Am besten belegt ist die Schweiz, wo Google rund 5.000 Menschen beschäftigt, viele davon im Entwicklungszentrum Zürich.[1] Das Angebot wurde Mitte Juni vorgestellt, Mitte Juli kam die Antwort, im August gingen die ersten Mitarbeitenden. Pro Dienstjahr gibt es einen Monatslohn, die Obergrenze liegt bei zwölf. In einem Team mit etwa 50 Personen meldeten sich mindestens vier. 2023 hatte Google in der Schweiz mehr als 200 Stellen gestrichen, was Proteste und einen Walkout auslöste.
Warum Abfindungen, wenn Alphabet wächst?
Alphabet beschäftigte Ende September 204.757 Menschen, 14.590 mehr als ein Jahr zuvor.[2] Zugleich stiegen die Sachinvestitionen in den ersten neun Monaten von 55,3 auf 114,8 Mrd. Euro (131,95 Mrd. Dollar, Kurs 0,87).[3] Das spricht eher für eine Umschichtung als für einen Abbau: Jeder Abgang schafft Budget und eine Stelle, die Google anderswo besetzen kann. Belegt ist das nicht, eine Begründung für die Ausweitung nennen die Berichte nicht.
Microsoft hat 60.000 Beschäftigten ein freiwilliges Ausscheiden gegen Abfindung angeboten, und vom Canva-Umbau sind 22 Prozent der Belegschaft betroffen. Wohin Googles Geld fließt, zeigt etwa die Investition von 15 Mrd. Dollar in Malaysia.
Was gilt für Beschäftigte in Deutschland?
Zu den deutschen Konditionen und zur Rolle des Betriebsrats schweigen die Berichte. Als Maßstab taugt das Schweizer Angebot: Ein Monatslohn je Dienstjahr ist doppelt so viel wie die 0,5 Monatsverdienste, die § 1a KSchG bei einer betriebsbedingten Kündigung als Höhe der Abfindung vorsieht.[4]
Löst ein Beschäftigter das Arbeitsverhältnis selbst, etwa per Aufhebungsvertrag, droht ihm beim Arbeitslosengeld ohne wichtigen Grund eine Sperrzeit von zwölf Wochen.[5] Vor der Unterschrift lohnt deshalb die Nachfrage bei Betriebsrat und Agentur für Arbeit.
Quellen
5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- ReutersGoogle extends voluntary buyout offers to employees in several countries
- AlphabetErgebnismitteilung zum dritten Quartal 2026 (Zahl der Beschäftigten)
- AlphabetForm 10-Q für das Quartal zum 30. September 2026 (Kapitalflussrechnung)
- Gesetze im Internet§ 1a Kündigungsschutzgesetz (Abfindungsanspruch bei betriebsbedingter Kündigung)
- Gesetze im Internet§ 159 Sozialgesetzbuch III (Ruhen bei Sperrzeit)
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