
Fachkräftemangel: Diese Branchen trifft es am härtesten
Michael Dobler
Autor Dr. WebKommt Ihnen das bekannt vor? Der Arzttermin in drei Monaten, der Handwerker erst im nächsten Quartal. Eine neue IW-Studie zeigt erstmals, welche Branchen am stärksten unter dem Personalmangel leiden. Das Gesundheitswesen führt die Liste an.
Gesundheitswesen mit größter Lücke
Das Institut der deutschen Wirtschaft hat erstmals die Fachkräftelücke nach Branchen berechnet. Die Ergebnisse sind ernüchternd. Allein im Gesundheitswesen blieben 2024 rund 46.000 Stellen für qualifizierte Arbeitskräfte rechnerisch unbesetzt.
Besonders gesucht sind Physiotherapeuten mit fast 12.000 offenen Stellen. Pflegekräfte folgen mit über 7.000 unbesetzten Positionen. Zahnmedizinische Fachangestellte fehlen ebenfalls zu Tausenden.
Baugewerbe und öffentlicher Dienst kämpfen
An zweiter Stelle steht das Baugewerbe mit knapp 41.300 nicht besetzbaren Stellen. Bauelektriker und Fachkräfte für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik werden händeringend gesucht. Für Unternehmer bedeutet das längere Projektlaufzeiten und steigende Kosten.
Die öffentliche Verwaltung und der Sozialbereich melden über 37.600 offene Positionen. Allein in der Kinderbetreuung fehlen mehr als 4.400 Fachkräfte. Die Konsequenzen spüren Familien täglich.
Industrie ebenfalls betroffen
Auch der produzierende Sektor bleibt nicht verschont. In der Herstellung von Metallerzeugnissen konnten knapp 18.500 Stellen nicht besetzt werden. Der Maschinenbau verzeichnet rund 18.000 offene Positionen.
Insgesamt summieren sich die Engpässe in den zehn am stärksten betroffenen Branchen auf über 260.000 Stellen. Für Entscheider bedeutet das verschärften Wettbewerb um qualifiziertes Personal.
Konjunkturflaute bringt keine Entwarnung
„Zuletzt sind die Fachkräfteengpässe wegen der schwachen Konjunktur zurückgegangen. Eine Entwarnung für den Arbeitsmarkt bedeutet das aber nicht“, erklärt IW-Expertin Valeria Quispe. Der Mangel treffe zentrale Versorgungsbereiche besonders hart.
„Engpässe im Gesundheitswesen führen zu langen Wartezeiten bei Terminen. Fehlendes Personal im Baugewerbe bremst den Wohnungsbau“, so Quispe weiter. Die Auswirkungen sind im Alltag längst spürbar.
Engpässe im Gesundheitswesen führen zu langen Wartezeiten bei Terminen. Fehlendes Personal im Baugewerbe bremst den Wohnungsbau
Valeria Quipse, IW-Expertin
Handlungsempfehlungen für Unternehmen
Die IW-Forscher empfehlen gezielte Maßnahmen zur Fachkräftesicherung. Beschäftigte ohne Berufsabschluss sollten für Aus- und Weiterbildung gewonnen werden. Stärkere Anreize für längeres Arbeiten und qualifizierte Zuwanderung seien ebenfalls entscheidend.
Wenn Sie in einer der betroffenen Branchen aktiv sind, lohnt sich ein Blick auf die eigene Personalstrategie. Die vollständige Studie mit Branchendetails steht beim IW zum Download bereit.
Download (PDF): Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. – Berechnung von Fachkräfteengpässen
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