Dieses KI-Hörgerät ist Statussymbol der Elite

Michael Dobler
Autor Dr. Web
3 Min. Lesezeit
KI-Hörgeraet Statussymbol Beitragsbild

Ein New Yorker Startup löst ein Problem, das Millionen Führungskräfte betrifft: Gespräche in lauten Umgebungen verstehen. Fortell verspricht mit KI-Technologie einen Quantensprung. Der Haken? Sie brauchen die richtigen Kontakte.

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Das Cocktail-Party-Problem

Hand aufs Herz: Wann haben Sie zuletzt in einem lauten Restaurant oder auf einer Networking-Veranstaltung wichtige Gesprächsfetzen verpasst? Das sogenannte Cocktail-Party-Problem betrifft Millionen Menschen mit altersbedingtem Hörverlust. Herkömmliche Hörgeräte verstärken schlicht alles. Gespräche, Straßenlärm, klirrende Gläser. Das Ergebnis ist oft schlimmer als das Problem selbst.

Spatial-AI statt simpler Verstärkung

Das Startup Fortell geht einen radikal anderen Weg. Statt Lautstärke hochzudrehen, setzt das Unternehmen auf proprietäre Spatial-AI-Algorithmen und einen eigens entwickelten Chip. Dieser verarbeitet Audio in unter 10 Millisekunden. Das menschliche Ohr ist extrem empfindlich gegenüber Verzögerungen.

With Spatial Intelligence, AI Will Understand the Real World | Fei-Fei Li | TED

Jede Latenz über dieser Schwelle würde als störend wahrgenommen. Die Technologie trennt Sprache von Hintergrundgeräuschen und hebt Gespräche hervor, anstatt alles lauter zu machen. „Wir wussten nicht, ob es in dieser Geschwindigkeit mit ausreichender Qualität möglich ist“, erklärt CTO Andrew Casper, ehemaliger Google-Ingenieur aus dem KI-Chip-Team.

Wir wussten nicht, ob es in dieser Geschwindigkeit mit ausreichender Qualität möglich ist.

CTO Andrew Casper

Studienergebnisse überzeugen

In einer verblindeten, randomisierten Studie der NYU zeigte Fortell beeindruckende Resultate. Nutzer hatten eine 18,9-fach höhere Wahrscheinlichkeit, Sprache in lauten Umgebungen korrekt zu verstehen. Der gemessene Klarheitsvorteil gegenüber dem führenden KI-Hörgerät am Markt betrug 9,2 Dezibel. Die Studie wurde von externen Akademikern mitgestaltet und überwacht.

Phonak, der etablierte Marktführer, zeigt sich unbeeindruckt. Das Unternehmen arbeite seit 25 Jahren mit KI und habe ebenfalls eigene Chips entwickelt.

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Exklusivität als Geschäftsmodell

Der Preis von 6 800 Dollar ist für High-End-Medizinprodukte durchaus marktüblich. Die eigentliche Hürde ist eine andere. Fortell verkauft derzeit nur über eine einzige Klinik an der Park Avenue in Manhattan. Die Warteliste ist lang.

Beta-Tester wie Schauspieler Steve Martin und Bob Balaban haben das Gerät zum Statussymbol in wohlhabenden New Yorker Kreisen gemacht. Investoren wie Joshua Kushner und Henry Kravis haben 150 Millionen Dollar in das Unternehmen gesteckt.

Ob die Technologie jemals in günstigere Over-the-Counter-Geräte wie Apples AirPods Pro 2 fließen wird, bleibt offen. Der White-Glove-Ansatz mit individueller audiologischer Betreuung steht im Mittelpunkt.

Für wen sich der Aufwand lohnt

Für Führungskräfte, die bei wichtigen Meetings oder Verhandlungen auf klare Kommunikation angewiesen sind, könnte Fortell ein Game-Changer sein. Die Kombination aus Premium-Technologie und professioneller Betreuung setzt neue Maßstäbe. Wer nicht in NYC ist, kann sich auf die Warteliste setzen. Fortell plant Kliniken in weiteren Städten. Europa steht bisher nicht auf der Agenda.

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Michael Dobler
Autor
Ich bin der Herausgeber von Dr. Web. Um praxisfit zu bleiben, unterstütze ich darüber hinaus Kunden bei der digitalen Kundengewinnung und Kundenbindung. Erste eigene Gehversuche im Internet unternahm ich 1999 mit einem Kinomagazin. Nach 15 Jahren in Lohn und Brot, u.a. als Projektmanager für digitale Medien, machte ich mich schließlich Ende 2005 selbständig. Das war die beste berufliche Entscheidung meines Lebens.
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