
Dieses KI-Hörgerät ist Statussymbol der Elite
Michael Dobler
Autor Dr. WebEin New Yorker Startup löst ein Problem, das Millionen Führungskräfte betrifft: Gespräche in lauten Umgebungen verstehen. Fortell verspricht mit KI-Technologie einen Quantensprung. Der Haken? Sie brauchen die richtigen Kontakte.
Das Cocktail-Party-Problem
Hand aufs Herz: Wann haben Sie zuletzt in einem lauten Restaurant oder auf einer Networking-Veranstaltung wichtige Gesprächsfetzen verpasst? Das sogenannte Cocktail-Party-Problem betrifft Millionen Menschen mit altersbedingtem Hörverlust. Herkömmliche Hörgeräte verstärken schlicht alles. Gespräche, Straßenlärm, klirrende Gläser. Das Ergebnis ist oft schlimmer als das Problem selbst.
Spatial-AI statt simpler Verstärkung
Das Startup Fortell geht einen radikal anderen Weg. Statt Lautstärke hochzudrehen, setzt das Unternehmen auf proprietäre Spatial-AI-Algorithmen und einen eigens entwickelten Chip. Dieser verarbeitet Audio in unter 10 Millisekunden. Das menschliche Ohr ist extrem empfindlich gegenüber Verzögerungen.
Jede Latenz über dieser Schwelle würde als störend wahrgenommen. Die Technologie trennt Sprache von Hintergrundgeräuschen und hebt Gespräche hervor, anstatt alles lauter zu machen. „Wir wussten nicht, ob es in dieser Geschwindigkeit mit ausreichender Qualität möglich ist“, erklärt CTO Andrew Casper, ehemaliger Google-Ingenieur aus dem KI-Chip-Team.
Wir wussten nicht, ob es in dieser Geschwindigkeit mit ausreichender Qualität möglich ist.
CTO Andrew Casper
Studienergebnisse überzeugen
In einer verblindeten, randomisierten Studie der NYU zeigte Fortell beeindruckende Resultate. Nutzer hatten eine 18,9-fach höhere Wahrscheinlichkeit, Sprache in lauten Umgebungen korrekt zu verstehen. Der gemessene Klarheitsvorteil gegenüber dem führenden KI-Hörgerät am Markt betrug 9,2 Dezibel. Die Studie wurde von externen Akademikern mitgestaltet und überwacht.
Phonak, der etablierte Marktführer, zeigt sich unbeeindruckt. Das Unternehmen arbeite seit 25 Jahren mit KI und habe ebenfalls eigene Chips entwickelt.
Lesespaß 🥳:
- KI-Ära ist Wort des Jahres 2025. Überrascht?
- Netflix greift nach Warner Bros.
- Dieses Fintech will Ihre Hausbank ersetzen
- CRM für Möbelgeschäfte: Mit HubSpot Kundenbeziehungen im Möbelhandel digitalisieren
- So funktioniert das Geschäftsmodell Streaming: Wie Anbieter mit Abo, Werbung & Co. Geld verdienen
Exklusivität als Geschäftsmodell
Der Preis von 6 800 Dollar ist für High-End-Medizinprodukte durchaus marktüblich. Die eigentliche Hürde ist eine andere. Fortell verkauft derzeit nur über eine einzige Klinik an der Park Avenue in Manhattan. Die Warteliste ist lang.
Beta-Tester wie Schauspieler Steve Martin und Bob Balaban haben das Gerät zum Statussymbol in wohlhabenden New Yorker Kreisen gemacht. Investoren wie Joshua Kushner und Henry Kravis haben 150 Millionen Dollar in das Unternehmen gesteckt.
Ob die Technologie jemals in günstigere Over-the-Counter-Geräte wie Apples AirPods Pro 2 fließen wird, bleibt offen. Der White-Glove-Ansatz mit individueller audiologischer Betreuung steht im Mittelpunkt.
Für wen sich der Aufwand lohnt
Für Führungskräfte, die bei wichtigen Meetings oder Verhandlungen auf klare Kommunikation angewiesen sind, könnte Fortell ein Game-Changer sein. Die Kombination aus Premium-Technologie und professioneller Betreuung setzt neue Maßstäbe. Wer nicht in NYC ist, kann sich auf die Warteliste setzen. Fortell plant Kliniken in weiteren Städten. Europa steht bisher nicht auf der Agenda.
Zum Newsletter anmelden
Kommen Sie wie über 6.000 andere Abonnenten in den Genuss des Dr. Web Newsletters. Als Dankeschön für Ihre Anmeldung erhalten Sie das große Dr. Web Icon-Set: 970 Icons im SVG-Format – kostenlos.






Schreiben Sie einen Kommentar